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136 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen brilliant und nicht gerade brilliant gekürzt
GEKÜRZT UND MIT EINEM HAUCH VON ZENSUR
Jetzt sitze ich hier als guter Mensch und Anhänger der Ökobewegung, der kein Fleisch ißt, Produkte meidet, die an Tieren getestet werden, und sein Bestes tut, damit die Welt wieder ein Gleichgewicht findet. Und dann kommt Michael Crichton daher und sagt mir, daß die Welt noch nie im Gleichgewicht war...
Veröffentlicht am 7. Februar 2005 von victor caspak

versus
1.0 von 5 Sternen Das Hörbuch aus dem Audiobuchverlag ist als Einschlafhilfe ungeeignet,
weil bei jedem neuen Kapitel(?) ein Klingelton ertönt. Was hat sich der Regisseur dabei wohl gedacht? vier worte bleiben erforderlich
Vor 12 Tagen von Friedel veröffentlicht


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136 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen brilliant und nicht gerade brilliant gekürzt, 7. Februar 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
GEKÜRZT UND MIT EINEM HAUCH VON ZENSUR
Jetzt sitze ich hier als guter Mensch und Anhänger der Ökobewegung, der kein Fleisch ißt, Produkte meidet, die an Tieren getestet werden, und sein Bestes tut, damit die Welt wieder ein Gleichgewicht findet. Und dann kommt Michael Crichton daher und sagt mir, daß die Welt noch nie im Gleichgewicht war und der große Fehler der Menschen darin besteht, daß sie denken, sie hätten die Aufgabe ein Gleichgewicht zu erzeugen. Er sagt mir auch, daß Mitgefühl eine gute Sache ist, daß meine Aktionen sich sicher lohnen, daß ich aber einen fatalen Fehler mache, wenn ich nichts von den Fakten weiß.
Ich weiß wirklich wenig von den Fakten, ich spiele gerne einen auf Ignorant, weil es einfach zu viele Fakten und Blickwinkel gibt. Dann habe ich mich auf Crichtons neuen Roman eingelassen und muß sagen, daß mich die Fakten darin mehr als erschüttert haben. Und weil es mich wurmt, ahnungslos dazustehen, war es an der Zeit in Aktion zu treten. Ich machte mich daran, die Fakton von Crichton zu untersuchen. Es wurde eine mühevolle Reise, Crichton bot die Fußnoten, Querverweise und literarischen Quellen, das Internet tat den Rest.
Der Mann hat Recht. Ich wiederhole es noch einmal, weil es eine recht deprimierende und gleichzeitig auch euphorisierende Feststellung ist - der Mann hat Recht. Er hat einen Blickwinkel auf unsere Zeit, der mich einiges gelehrt hat. Sicher kann man sagen, daß die heutigen Katastrophen solch ein Buch widerlegen, aber das ist schon ein wenig albern, denn darum geht es nicht in Crichtons Roman. Es geht um uns und die Medien, die uns pausenlos on the edge halten; es geht um diesen Planeten, unsere Ahnungslosigkeit und Arroganz und die Schwarzmaler, die sich unser Unwissen zunutze machen. Es geht um das kurze Wort Angst mit dem sich jeder von uns lenken läßt.
Ich will hier nicht, die Gründe, Hintergründe und Erklärungen wiedergeben, dafür hat Crichton einfach ein viel zu cleveres Buch geschrieben, das eine große Menge von Leuten ausgesprochen hassen werden. Aber so war Crichton von Anfang an, bevor er sich in die etwas seichteren Themen begab und Kinder durch den Jurassic Park jagen ließ oder mit Rittern spielte. Sein neues Buch erinnert in seiner Direktheit an die ersten Romane, die durchweg Perlen waren und einen Schriftsteller zeigten, der nicht tief in der Gefühlskiste der Menschen kramt und vierzig Seiten braucht, um einen Charakter zu beschreiben. Er zeichnet die Personen einfach, sie sind entweder stark oder schwach, fies oder nett, es gibt kein dazwischen, denn Crichton geht es um Fakten, und er verpackt sie in Spannung - eine gute Kombination für alle, die keine Lust auf den trockenen Stil von Sachbüchern haben.
Da ich das Buch im Original gelesen haben, war ich gespannt auf die Übersetzung. Und da setzt es einiges. Die Zensur muß in Form des Lektorats zugeschlagen haben. Einige Fakten müssen dem deutschen Blessing Verlag doch zu brenzlig gewesen sein, daß er sie einfach rausschnitt. Ein Beispiel.
Auf Seite 450 ganz unten und übergehend zu Seite 451 gibt es eine Passage, in der Hoffmann sagt:
"Wir haben noch gar nicht über die Involution gesprochen."
Die Antwort von Evans ist ein dämliches:
"Darüber reden wir ein andermal."
Im amerikanischen Original auf Seite 459-460 klingt das ganz anders. Evans sagt: "Professor---" und darauf spricht der Professor weiter und sagt:
"Es ist der nächste Schritt in der Entwicklung der Nationalstaaten. Tatsächlich passiert es schon. Sie müssen die Ironie dahinter sehen. 25 Milliarden Dollar und zehn Jahre später kauft die reiche Elite, die furchtbare Angst vor Magnetfeldern und Krebs durch Stromleitungen hatte, Magneten ein und wickelt sie sich um die Fußknöchel oder schiebt sie unter ihre Matratzen, um die gesunden Effekte von magnetischen Felden zu nutzen. Es sind dieselben magnetischen Felder wie zuvor, nur jetzt können sie nicht genug davon bekommen."
Ich weiß nicht, wie man das sonst noch nennen kann, für mich ist das eindeutig eine Zensur. Vielleicht ist der Verlag ein Fan magnetischer Felder, vielleicht wollten sie keinen Ärger mit den Importeuren von Fußbändern haben oder dachten sich einfach, das merkt so und so keiner. Es ist definitiv nicht die einzige Zensur, dem Rest der geschnittenen Szenen kann sich jeder selbst widmen. Ich rate zum Original, es sagt einfach mehr und niemand filtert die Worte.Und auf das Haupt des Lektors und das des Verlages möge Asche fallen. Es ist schon sehr peinlich, wenn im Jahre 2005 solche Zensur stattfindet.
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant & entlarvend, 26. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Zum Thema: Bin ueber den Krabbeltisch eher aus Versehen zu dem Buch gekommen, und habe mir nicht sonderlich viel davon versprochen, nachdem ich im Klappentext was von "Oeko-Terroristen" gelesen hatte. Was ich aber bekommen habe, war eine intelligente, kurzweilige Urlaubslektuere, die wohltuend die momentanen Pflichtmeinungen hinterfragt. Michael Crichton lehnt sich dabei weit aus dem politisch inkorrekten Fenster und kann in weiten Teilen (nicht immer!) auch seine Aussagen belegen. Seine Bibliographie ist beeindruckend und beweist, dass er wirklich sorgfaeltig recherchiert hat. Interessant die vielen ins Buch eingestreuten Diskussionen, wo man oft genug einen Spiegel vorgehalten bekommt. Dafuer fuenf Punkte.

Dagegen faellt die Story selbst etwas ab, ist nicht so sorgfaeltig aufgebaut wie Crichtons wissenschaftliche Argumentation. Man stutzt, weil ploetzlich eine Hauptperson mit im Flugzeug sitzt, die ueberhaupt nicht mit zum Flughafen gefahren ist, oder weil eine gross angekuendigte Aktion der Umweltterroristen aus nicht weiter erlaeuterten Gruenden gar nicht stattfindet. Vor allem gegen Ende hat man ausserdem das Gefuehl, in einem 08/15-Actionfilm zu sein. Dafuer wieder einen Punkt Abzug. Insgesamt aber ein ordentlicher, kurzweiliger Roman, der zum Nachdenken anregt.
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65 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Provokativer und stark politischer Wissenschaftsthriller, 6. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Thema von Crichtons neuem Roman ist die Klimaforschung. Er bezeichnet im Anhang sein Buch als politischen Wissenschaftsroman. "Welt in Angst" beinhaltet allerdings diesmal nur einen sehr geringen Anteil an Wissenschaft, dafür beschäftigt sich Crichton intensiv mit der Darstellung von Wissenschaft in den Medien und weist auf die Gefahren von Schlagzeilen, Sensationsnachrichten und "Hype"-Szenarien auch im Zusammenhang mit Forschungsgeldern hin.
Konstituierendes Handlungselement ist der Umwelt-Terrorismus. Das Buch kommt sehr langsam in Gang, und erst nach ca. 200 Seiten wird deutlich, worum es geht. Daher soll hier nicht so viel von der Rahmenhandlung vorweg genommen werden. Chrichton behandelt das Thema allerdings auf ungewöhnliche und sehr provokative Weise - nicht vergleichbar mit herkömmlichen Ökoromanen.
Zu den Protagonisten gehören Rechtsanwälte und Wissenschaftler. Der Roman behinhaltet neben sehr nachdenklichen Phasen auch einige typische Crichton-Action-Elemente (von Fahrzeugen, die am Abhang hängen bis hin zu Menschenfressern). Die Action-Elemente wirken teilweise etwas gezwungen und hölzern. Dennoch bietet Chrichton gewohnt interessante Kost für Leser, die eine Vermischung von Thriller, Abenteuer und Actionszenen und einer "wissenschaftlichen" Rahmenhandlung mögen.
Nachteil: Das Buch ist sehr amerikanisch, angefangen von den Charakteren bis hin zu Methoden und Vorstellungen. Beispielsweise sind die Helden alle Universitätsprofessoren und Akademiker, ausserdem gut aussehend, sportlich und cool. Die Bösewichte sind dumm und hässlich (übertrieben dargestellt). In der Vermittlung seiner Intention benutzt Chrichton den Holzhammer. Alles wird wenig subtil und derart offenkundig dargestellt, so dass man fast das Gefühl hat, ein Propagandabuch in den Händen zu halten.
Chrichton ergänzt seine Thesen durch Zitate und Literaturangaben von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und gibt am Ende des Buches eine ausführliche Stellungnahme an. Dabei zeigt er sogar Lösungsvorschläge zu den behandelten Thematiken auf.
Fazit: Chrichton bietet solide aber keine herausragende Action- und Thrillerunterhaltung. Das Thema des Buches eröffnet neue, wenngleich provokative, Diskussionsräume im Bereich der Ökothriller.
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21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein überaus wichtiges Buch, 24. Juli 2007
Von 
K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Es geht um eine Betrachtung der Frage, wie in den Medien und in den Populärwissenschaften mit so genannten Katastrophenthemen umgegangen wird. Und wie sich dieser Umgang in den letzten 15 Jahren gewandelt hat. Dabei wird vor allen Dingen auch das wissenschaftliche – oder pseudo-wissenschaftliche – Establishment arg ins Gericht genommen, das bei seiner Arbeit immer auch – zum Teil unbewusst – die Interessen der Geldgeber in die Ergebnisse mit einfließen lässt. Und darum auch oft zu den zuvor erhofften Ergebnissen kommt.

Die Problematik ist überaus komplex und hat weit reichende gesellschaftliche und politische Verknüpfungen, die nicht unterschätzt werden dürfen. Dies zeigt sich noch einmal in dem Essay am Ende des Buchs, in dem auf die Gefahr der Politisierung von Wissenschaft an einigen Beispielen aus dem 20. Jahrhundert verdeutlicht wird.

Die kommentierte Bibliographie zwingt zum Weiterlesen und –lernen und die angegebenen Titel widersprechen zum Teil den im Buch geäußerten Ansichten, worauf Crichton auch explizit hinweist. Die Leserinnen und Leser sollen diese Sammlung nutzen um sich selber eine Meinung zu bilden und dafür ist sie sicherlich wunderbar geeignet. Ein sehr wichtiges Buch, dass gerade in den sehr behüteten ängstlichen westlichen Industrienationen mit einer deutlichen Spur Selbstkritik gelesen werden sollte.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer schreibt bei Blessing eigentlich die Klappentexte???, 29. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Eins vorweg: das ist eines der besten Werke, die Circhton vor seinem Tod in den 2000er Jahren geschrieben hat. Aber dazu später.

Zunächst einmal: der Typ, der die Klappentexte schreibt, sollte in Zukunft die Bücher vorher einmal lesen. George Morton, der angeblich einer Verschwörung auf den Fersen ist, gibt es im ganzen Buch über fast nie. Nur am Anfang und in den letzten Kapiteln kommt dieser Charakter vor. Stattdessen dreht sich die Handlung um Mortons Anwalt peter Evans.

Zur Handlung: George Morton stirbt bei einem Autounfall. Sein Erbe soll so schnell wie möglich an eine Klimaschutzorganistation gehen. Doch Peter und Sarah glauben nicht so ganz an einen Unfall. Als dann noch ein geheimnisvoller Mitarbeiter eines Geheimdienstes auftaucht, erhärtet sich der Verdacht, dass die so noble Umweltschutzorganisation ein Bündnis mit Ökoterroristen geschlossen hat. Diese planen, ein Stück Eis zu sprengen, einen Tsunami auszulösen und wollen ein künstliches Erbeben schaffen...

Stilistisch ein solides Werk von Crichton. Auch thematisch ist es recht brisant, auch wenn ich die Auffassung, der Klimawandel sei völlig ausgeschlossen nicht ganz teile. Dennoch liefert Crichton glaubhafte Fakten, die man dennoch kritisch betrachten sollte.

Wie auch in Crichtons Werk "Next" bleiben für mich dennoch einige handlungsstränge ungeklärt. Was wird zum Beispiel aus Peter und Sarah, zwischen denen sich eine Liebesbeziehung anzubahnen scheint? Und was wird aus der Nichte des Geheimdienstlers? In einem Kapitel heißt es, man konnte ihr nicht mehr helfen und im nächsten ist es wieder anders. Da hätte Crichton ruhig etwas ausführlicher sein können. Dennoch: ein gutes Buch mit Kaufempfehlung.
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26 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine strittige Sache, 2. Februar 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Zuerst sei mal gesagt, dass sich über das Thema des Buches und über die Darstellung und den Umgang des Autors damit, die Geister scheiden.
Ich persönlich finde das Thema ziemlich heftig. Der Autor schildert die Bemühungen des Umweltschutzes als unnötig und geradezu unerwünscht.
Persönlich kann ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Ob die Klimaerwärmung nun eine ernstzunehmende Gefahr ist oder nicht, kann wahrscheinlich tatsächlich niemand sagen. Dass der Eingriff des Menschen in die Natur (zB. durch die Abholzung des Regenwaldes oder die Überfischung) einen Schaden verursacht, scheint mir nicht so einfach abgetan werden zu können.
Genau dies tut der Autor jedoch in langen wissenschaftlichen Reden, die seine Protagonisten fürhen. Eben, man kann sich darüber streiten. Einige wird es ärgern, andere werden sich in ihrem Verhalten nur bestätigt fühlen und wieder anderen wird es wohl einfach egal sein.
Zugegeben, einige Ansätze sind ganz spannend.
Die Geschichte selbst ist gut und spannend aufgebaut. Einige Action-Szenen habe ich so oder vergleichbar noch nie gelesen. Oder haben Sie schon einmal von angriffigen Blitzen gehört?
Zur Unterhaltung ist diese Geschichte allemal geeignet. Wer sich an einem Thema nicht gross stören kann, der ist mit diesem Buch sicher gut bedient. Man kann doch ein paar spannende Stunden damit verbringen. Insofern kann ich das Buch also empfehlen.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gute Umweltgedanken und zuviel Action, 27. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Die Ideen zum Umweltschutz und Umweltschutzgruppen sind aus meiner Sicht beachtlich. So eine Zusammenstellung von widerstreitenden Fakten hatte ich noch nicht. Wenn einige Vorredner aus dem Buch herauslesen, daß man sich keine Gedanken zum Umweltschutz machen muß - das halte ich für schlicht falsch. Ich lese aus dem Buch den Gedanken: Wenn man schon keine Ahnung hat, sollte man so wenig wie möglich Einfluß nehmen. Daß man aber Einfluß nimmt, ist nicht zu vermeiden. Und die wenigen Fakten, die man kennt, sollte man weder vertuschen noch fälschen.

Zur Political Correctness: Ich finde es gut, daß Michael Crichton sich nicht an Spielregeln hält. Man muß über alles reden dürfen, jeden Gedanken durchspielen dürfen. Er war immerhin so fair, seine persönliche Meinung im Anhang noch einmal zusammenzufassen.

Abzug gibt es bei mir für die zu actionlastige Handlung. Eine Handvoll strahlende Helden jetten um die Welt und retten selbige. Dutzende Leute sind zu blöd, sie trotz Waffen- und Personenübermacht auf angestammtem Territorium daran zu hindern. Die Helden werden mir zu oft in ausweglose Situationen gesteckt um dann grade noch so zu entkommen. Spannend ist es aber allemal.
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23 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen EIN KLEINER SCHRITT, 31. Januar 2005
Von 
Kurth, Michael (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Schriftsteller, die schon vor der Arbeit an ihrem Buch wissen, daß sie einen Bestseller schreiben werden. Im Grunde genügt bei Michael Crichton der Name auf dem Umschlag. Eine Stimme in der Öffentlichkeit zu besitzen, ist ein herausforderndes Privileg, besonders dann, wenn man als Romanautor nicht vor komplizierten wissenschaftlichen Themen zurückschreckt. Alles wird möglich. Jede beliebige Weltanschauung läßt sich in einer fiktiven Geschichte unterbringen und fordert die Leserschaft zu Reaktionen heraus. Ein flüchtiger Blick auf die Rezensionen verspricht Einiges.
In diesem Buch wird die Frage behandelt, wie politische Überzeugungen entstehen und welchen Hintergrund sie besitzen. Konkret geht es um das weite Feld der Umwelt. Es ist spannend zu lesen, wie verbreitete Meinungen entlarvt werden, weil sie jeder Faktenlage widersprechen. Globale Erwärmung, abrupte Klimaveränderungen, Gletscherschmelzen oder Artensterben - Bedrohungen dieser Art werden von jedem halbwegs politischen Menschen ernst genommen. Doch der Einzelne kann die Flut von Informationen nicht bewältigen und schließt sich den Meinungen von Wissenschaftlern oder dem allgemeinen Zeitgeist an. Mit anderen Worten, die Medien schaffen Überzeugungen.
Die Thematisierung von Umweltkrisen ist in der Öffentlichkeit so stark, daß sich der moderne Mensch auf eine mehr oder weniger subtile Weise in einem Zustand der Angst befindet. Crichton versucht nun zu zeigen, daß ein Großteil unserer Befürchtungen nicht auf Fakten beruht. Aber selbst die Fakten, die wir haben, sind in ihrer Aufbereitung immer durchsetzt mit Interpretationen, und es scheint eine Tendenz in den Medien - und dazu gehören auch Umweltschutzinstitutionen - zu geben, die Dinge besorgniserregend darzustellen. Eine wissenschaftliche Betrachtung würde dagegen - wie Crichton mit Quellenverweisen belegt - in vielen Fällen eine ungeahnte Harmlosigkeit ans Licht bringen.
Literarisch gesehen verdient dieser Roman keine Erwähnung, die Charaktere sind eindimensional, die Handlung folgt einer üblichen Manier und besonders anzukreiden ist die miserable Übersetzung, aber es gibt eben noch andere Gründe, die ein Buch lesenswert machen. Michael Crichton unterliegt als Schriftsteller nicht der Gefahr, einen politischen oder akademischen Ruf zu verlieren und kann es sich erlauben, einige unbequeme Tatsachen weltbekannt zu machen. Dieser Mut allein verdient eine große Leserschaft.
Meiner Meinung nach ist es besser, in umweltpolitischen Dingen übervorsichtig zu sein als blinde Sorglosigkeit zu verbreiten. Aber hier wird mit sachlichen Argumenten eine neue Betonung gesetzt, die hochgradig vernünftig ist und durchaus zu einem neuen Lebensgefühl beitragen kann. Es ist vielleicht der kleine Schritt, der aus einem kritischen Pessimisten einen kritischen Optimisten macht.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Respekt!, 24. Februar 2012
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst: Thriller (Taschenbuch)
Crichtons 2004 erschienenes "Welt in Angst" ("State of Fear") zählt eher zu seinen weniger bekannten Romanen - aber für jeden, den fundierte Informationen über die Thematik "Umweltfragen" interessieren, ist das ein Buch, das man haben muss.

Ein Millionär kommt dahinter, dass mit seinen großzügigen Spendengeldern Ökoterroristen finanziert werden. Ein aberwitziger Wettlauf um das Provozieren oder Verhindern von künstlich herbeigeführten Katastrophen beginnt...

Niemand wird in Frage stellen, dass Crichton spannende Thriller schreiben konnte - das stellte er auch hier unter Beweis. Aber dieses Buch geht auch die Diskussion der Hintergrundfragen außerordentlich pointiert, ja provokant an. Man kann sich vor einem dicken Hals schützen, wenn man vorher Crichtons Nachwort liest. Umso interessanter wird es dann, die heftigen Behauptungen, die im Roman auftauchen, anhand der üppigen Quellennachweise zu referenzieren.

Um dann vielleicht seinen eigenen Standpunkt nochmal zu überdenken...

Himmel, der Junge hat mir ganz schön den Kopf gewaschen - und in welch einem Stil, in welcher Souveränität. Respekt!

print-jury 5* A0893 © 24.2.2012eg
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politischer Umweltthriller!, 21. Februar 2005
Von 
Michael Krause (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Welt in Angst (Gebundene Ausgabe)
Das manche Romane schon vor Veröffentlichung von den wahren Ereignissen überholt werden, musste jetzt auch der amerikanische Bestsellerautor Michael Crichton merken, als der Tsunami am zweiten Weihnachtstag die Küsten Südostasiens heimsuchte. Denn ein Tsunami steht auch im Mittelpunkt seines neuen Romans "Welt in Angst".
Um Ihren Absichten Nachdruck zu verleihen, planen Umweltaktivisten die künstliche Auslösung eines Tsunamis, der die Küste von Kalifornien heimsuchen soll.
Drei Jahre las sich Michael Crichton durch die neuesten Forschungs-Dossiers, um überrascht festzustellen, dass viele Umweltschützer uns falsche Fakten als Wahrheit verkaufen wollen. Diese kritischen Standpunkte hat Crichton auch in seinem Roman eingebaut. Überhaupt lebt "Welt in Angst" mehr von der hervorragend recherchierten Fakten, als von der eigentlichen Handlung, welche doch recht abgedroschen und vorhersehbar ist. Dies ist bei diesem Roman aber auch zweitrangig, da er sich trotzdem spannend liest. Zu den Höhepunkten des Romans gehören immer wieder die verbalen Streitigkeiten zwischen Umweltschützren und ihren Kontrahenten. Crichton ist es hier sehr gut gelungen, beide Seiten mit ihren Argumenten glaubhaft darzustellen.
"Welt in Angst" gehört sicher nicht zu den Thriller-Highlights des Jahres, sollte aber wegen der und allen betreffenden Thematik in keinem Bücherschrank fehlen.
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Welt in Angst
Welt in Angst von Michael Crichton (Gebundene Ausgabe - 17. Januar 2005)
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