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Kundenrezensionen

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am 3. Mai 2006
... fand ich diesen Schlüsselroman aus dem Vorarlberg, an dem mir die Charaktere zu überkandidelt vorkommen: Den Vater der Luftgängerin, zum Beispiel, mit dem das Buch beginnt. Dem das Geld ablehnenden Schweizer Ambros Bauermeister fand ich überzeichnet und mochte seiner Philosophie nicht folgen. Von vorneherein ist eindeutig klar, daß seine Ehe mit der bläßlich wirkenden Amrei schiefgehen wird. Die Tochter aus dieser Ehe - Luftgängerin Maudi ist mir zu überirdisch geraten mit ihren "Anfällen", bei denen auch noch jedes Mal ein Tier sterben muß. Auch finde ich es wenig glaubwürdig, daß ihre Halbschwester Esther, ein Mädchen aus gutbürgerlichem Haus ohne jeden Anlaß zum Punk in der Drogenszene mutiert und wieder zurück. Viele andere Figuren aus dem Städtchen Jakobsroth - das wohl Feldkirch sein soll - sind sehr kraß überzeichnet und das paßt wiederum nicht zu der sonst sooft heraufbeschworenen naturidyllischen Heimatroman-Stimmung in dem Roman.

Ich las das Buch zwar gerne, aber immer wieder kamen mir doch arge Zweifel, ob dieser Roman genug innere Wahrheit besitzt, um einen geschlossenes durchkomponiertes Gesamtwerk zu sein. Es wirkt irgendwie zusammengebastelt und trotz vieler schöner Einzelepisoden in sich nicht stimmig. Vielleicht hätte das Ganze als Sammlung verschiedener Einzelgeschichten besser gewirkt, denn die Handlung - eine Art Familiensaga - wirkt nicht richtig glaubwürdig und hinterläßt einen faden Nachgeschmack. Es duftet, tönt und glänzt eben nicht in diesem Buch sondern es muffelt, scheppert und glimmt bestenfalls merkwürdig.

Einen weiteren dicken Punkt Abzug gibt es für die Engel-Allegorie, die wie ein öliges Fettauge auf der Zeitgeistsuppe schwimmt.
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am 20. März 2000
Ein nach der (zweifachen) Lektüre von Schneiders genialem Werk "Schlafes Bruder" erwartetes sprachliches Feuerwerk blieb aus. Der Klappentext scheint von einem anderen Buch zu sprechen, als jenes zwischen den Deckeln. Die Figuren agieren seltsam (unmotiviert), die Geschichte wirkt, nicht zuletzt wegen des einfach unpassenden Sprachstils (der an sich zwar nicht schlecht, aber eben doch unpassend ist), einfach unrealistisch. Man fragt sich, warum Harald einen Menschen zu Tode bringt, indem er ihn überfährt, und warum Maudi (wie kam Schneider zu diesem Namen?) danach auch noch lacht, und wie das Buch eigentlich ausgeht, und ob der Russe doch nochmal auftaucht. Schade, er hätte mehr daraus machen können (sollen, dürfen).
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am 8. Mai 2001
enttäuschte mich. Anfangs war ich noch fasziniert von den Menschenbeschreibungen, die Landschaft, die herrliche Art, in der Schneider sein Buch aufbaute... aber zum Schluss fragte ich mich, was das Fiasko mit dem Gemetzel im Restaurant, dem Panzer und der früheren Überfahrung des armen Boje sollte. Ich verlor den Faden, das Buch hatte allen Sinn verloren. Es ist am Ende unzusammenhängend, teils "hingeschrieben" um zum Schluss zu kommen... Schade, während des Lesens hatte ich mich anfangs so auf das Buch gefreut. Sollte dies wirklich eine Weiterführung von Schlafes Bruder sein? War Schneider in Eile? Seine Gedanken sind nicht nach zu vollziehen.
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TOP 500 REZENSENTam 6. Januar 2006
Vor nunmehr über einem Jahrzehnt las ich wie sehr viele andere auch Robert Schneiders „Schlafes Bruder“ und war begeistert über die sprachliche Dichte, die diesen Debütroman kennzeichnet. Nun, lange Zeit später, habe ich „Die Luftgängerin“ gelesen. Das Buch fiel mir in einer vom Autor signierten Version in die Hände und ich freute mich darauf, unterstützt durch die Erinnerungen an „Schlafes Bruder“. Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich maßlos enttäuscht bin.
Schneider scheint oder schien zumindest zum Entstehungszeitpunkt des Buches der Ruhm zu Kopf gestiegen zu sein. Auf den ersten Seiten erkannte ich meine eigene Begeisterung über den Schreibstil Schneiders wieder. „Das Rheintal lag wie ausgetrunken an jenem Herbsttag des Jahres 1969. Die Luft war gläsern, und der glatte Rücken des Vilan, des Hausbergs von Landquart, hatte sich nachts eine weiße Decke geliehen.“ Das ist eine Sprache, die man von modernen Autoren nicht mehr liest. Aber mit jeder Seite wird klar, dass Schneider sich beinahe narzisstisch an der eigenen Sprache labt, die unmöglichsten Wörter erfindet und darüber hinaus vollkommen vergisst, seinen Figuren Charakter zu verleihen. Die Namensgebung erinnert an Hera Lind. Die vielen Söhne eines Verlegers beispielsweise heißen Fritzmarius, Wulfmarius, Nilsmarius oder Ernstmarius. Eine Buchhändlerin mit dem Namen Nigg und ein Redakteur mit dem Namen Nugg schließen sich zusammen und schreiben zukünftig Artikel unter dem Namen niggnugg. Und so weiter.
Auch die Umstände, mit denen er die Jahrzehnte kennzeichnen möchte sind plattester Natur. Da wird ein junges Mädchen mir nichts dir nichts vom wohlerzogenen Nachwuchs zur Punkerin und wieder zurück zur Studentin der Judaistik. Oder es werden Rechtsradikale bemüht, um ein Blutbad anzurichten, dessen Sinn im Roman sich mir nicht erschlossen hat.
Auch Schneider kann es nicht lassen, über die Zunft der Schreibenden zu spotten. Es geht nach meiner Meinung überwiegend schief, wenn Autoren allgemein über den Literaturbetrieb oder hier speziell über Zeitungen und Redaktionen schreiben. Ob Hellmuth Karasek („Das Magazin“, Rezension siehe an anderer Stelle), Martin Walser („Tod eines Kritikers“, auf meiner eigenen Liste der enttäuschendsten und ärgerlichsten Bücher die klare Nummer 1!) oder nun Robert Schneider. Sie können es nicht lassen, diese Zunft durch den Kakao zu ziehen. Als direkt Betroffene jedoch fehlt ihnen die nötige Distanz. Warum dann eigentlich nicht gleich als autobiographisches Zeugnis mit echten Namen und Fakten? (Martin Suters „Lila, lila“, ebenfalls im Literaturbetrieb angesiedelt fand ich erträglich, wohl auch weil meine Erwartungen bei ihm geringer sind als bei Walser oder Schneider. Und wie es richtig geht, können die Herren jederzeit bei Lion Feuchtwanger im „Exil“ nachlesen.)
Ich werde in nächster Zeit „Schlafes Bruder noch mal lesen und mich darauf einstellen, mein Urteil nach unten korrigieren zu müssen.
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am 12. Februar 2014
mit einzigartigem Inhalt. Man muß sich allerdings auf die LUFTGÄNGERIN einlassen, was einem anfangs leichter fällt als in der Mitte des Romans. Die Brücke zu einem glücklichen Ende zu schlagen, ist schon etwas kompliziert!
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am 27. August 2004
Als ich das Buch zu lesen begann, konnte ich es anfangs kaum weglegen, so sehr fesselten mich die Geschichten rund um die Titelheldin dieses Buches. Ab der Mitte des Buches hatte ich einen kurzen Durchhänger zu verbuchen, der aber gegen Ende wieder verschwand.

Robert Schneider nimmt in diesem Buch die Neid- und Spießbürgergesellschaft, die allerorts anzutreffen ist ordentlich aufs Korn und ich bin mir sicher, dass sich speziell im "Ländle" einige Personen ziemlich ans Bein gepinkelt gefühlt haben müssen..

Kurzum, eine sehr schöne Geschichte, die voller Lebensklugheit steckt und oft zum Nachdenken auch über sich selbst anregt.
Anzumerken bleibt mir noch, dass ich nur auf das wirkliche "Aha-Erlebnis" bezüglich der Titelheldin (noch) warte..
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TOP 500 REZENSENTam 28. Dezember 2012
Nach wenigen Seiten habe ich das Buch nur noch überflogen. Die davon wenigen, mich ansprechenden Zeilen, erinnerten mich an Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Die Blechtrommel oder irgendein Drehbuch zu einem schwarzweiß-Film von R.W. Fassbinder - und die sind auch nicht so mein Fall...
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am 4. Mai 2008
Ich werde dieses Buch wahrscheinlich noch einmal lesen müssen, um all die Charaktere und die weitgefächerten Zusammenhänge besser verstehen zu können. Mit einem logisch gegliederten Aufbau hätte ich mich beim Lesen leichter getan.

Aber trotzdem war die Lektüre dieses Buches ein Genuss. All das, was in der Produktbeschreibung und bei manchen Rezensenten als negativ herausgestrichen wurde, finde ich großartig. Schneider hat fantastische Ideen, schreibt in einer einzigartig eleganten und rhythmisch überaus flexiblen Sprache, mit der er den Inhalt interessant und bedeutend macht. Allein das zeichnet ihn als Schreiber der Spitzenklasse aus.

... dafür wird sprachlich dreifach und vierfach dick aufgetragen. Metaphern und Vergleiche überbieten sich: sind sie nicht reine Konfektion, sind sie oft krud oder schlicht falsch. Ob neudeutsch oder altväterisch: zwanghaft wird drauflos poetisiert. Neonlicht «staubt ins Zimmer», der Himmel «gelbt und bläut», Verkehrsampeln «grünen und röten», geküsst wird «zungig» oder gar «tiefzungig». Maudi ist «blessiert» und «hat ihre Schweigsamkeiten, sprach kaum zwei Worte des Tags». Notfalls hilft zur Charakterisierung von Figuren Musik weiter, Mozarts «Figaro»-Ouverture etwa (ab dem «250. Takt»!), «wo sich die Noten gleichsam selbst in den Kosmos hinaus katapultieren»... (aus der Produktbeschreibung).

Warum nicht? Ich finde das Buch sehr lesenswert. Und zum derzeitigen Preis ist es ein geschenktes Vergnügen.

WS
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. März 2006
Maudi kommt 1970 in einem Grenzstädtchen zur Welt. Ihre Eltern, die sich vor Jahren Hals über Kopf ineinander verliebt haben, trennen sich, und Maudi wächst bei Mutter und Großmutter auf, verarmten Erben eines bekannten Modehauses.
Irgendetwas muss Robert Schneider zwischen "Schlafes Bruder" und "Die Luftgängerin" passiert sein, etwas Entscheidendes, das zum Verlust all dessen beitrug, das "Schlafes Bruder" auszeichnete. Hier wie dort geht es um das Schicksal eines Menschen mit besonderen Fähigkeiten, aber war Maudi auszeichnet, bleibt substanzlos; ein abstruses Verhalten statt Charisma.
Die dichterische Sprache, die perfekt Inhalt und Form entsprach, ist hier aufgebläht, umständlich, schwülstig, und nicht wenige der Wortschöpfungen klingen hohl, wenn nicht sogar peinlich: Nicht jedes Adjektiv lässt sich erfolgreich in ein Verb umwandeln. Wenn dem Autor Worte oder Begriffe fehlen, lässt er die Musik auftreten, ein vergeblicher Versuch, dieses Buch mit ein paar Teilchen des anderen zu schmücken.
Halbherzig wirkt auch das Bemühen um Gesellschaft- und Zeitkritik: Ein wenig Polemik, einige Spottversuche, aber in der Wirkung eher belanglos und zänkisch als eigenwillig und treffend.
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am 5. Oktober 2012
Ich gehöre zu den Lesern, die nach "Schlafes Bruder" sehr gespannt waren auf die kommenden Werke dieses neuen Schriftstellers. Aber die nächsten drei Bücher, die ich, zugegeben erst viele Jahre später, von ihm lesen sollte, waren alle durchweg enttäuschend. Das interessanteste an "Die Luftgängerin" war für mich, aus dem Südbadischen kommend, immer wieder die Ausdrucksweise des Autors. Hier entdeckte ich immer wieder Satzstellungen und Begriffe, die mich an meinen Heimatdialekt erinnern, was ich sehr reizvoll fand. Auch seine Naturbeschreibungen einer in der deutschsprachigen Literatur eher vernachlässigten Gegend fand ich äußerst gelungen.
Auf sprachlicher Ebene sind die Werke von Robert Schneider äußerst eigenwillig. Der Inhalt, die literarische Landschaft, und die sperrige, anachronistische Diktion von Schneiders Debütromans waren in sich sehr stimmig und konnten darum überzeugen. Teil II seiner Rheintalischen Trilogie spielt hingegen in den 70er / 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, und innerhalb dieses zeitlichen Rahmens kann die zopfige Erzählweise keinen Charme mehr versprühen.

Inhaltlich empfand ich "Die Luftgängerin" als höchst unzureichend, in gewisser Hinsicht stellenweise gruselig. Keine der Figuren kann überzeugen oder Sympathie erwecken. Maudi, die eigentliche Titelfigur, tritt lediglich am Rande auf. Der Autor bevorzugt es, detailliert von den vielen bizarren, dysfunktionalen Einwohnern des vorarlbergischen Städtchens Jakobsroth zu erzählen. Zu viele Handlungsfäden werden hier aufgegriffen, die sich nie zu einem narrativen Gesamtbild verdichten.
Gruselig fand ich vor allem dies: Was das übersinnlich begabte Mädchen Maudi zur engelsgleichen Gestalt, zur Luftgängerin macht, ist offenbar die Tatsache, dass sie sich aus Mildtätigkeit prostituiert, und sich aus Mitleid beliebig den Männern hingibt. In Anbetracht der Tatsache, dass der Autor in seinem nächsten Buch, "Die Unberührten", mit seiner Hauptfigur Antonia Sahler ähnlich verfährt, stellt sich mir die Frage, über welches Frauenbild Robert Schneider wohl verfügt und seinen Lesern vermitteln möchte.
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