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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine schöne Geschichte
Als ich das Buch zu lesen begann, konnte ich es anfangs kaum weglegen, so sehr fesselten mich die Geschichten rund um die Titelheldin dieses Buches. Ab der Mitte des Buches hatte ich einen kurzen Durchhänger zu verbuchen, der aber gegen Ende wieder verschwand.

Robert Schneider nimmt in diesem Buch die Neid- und Spießbürgergesellschaft, die...
Veröffentlicht am 27. August 2004 von Chirstian Sageder

versus
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so schlecht, wie in den Verrissen, aber auch nicht richtig gut...
... fand ich diesen Schlüsselroman aus dem Vorarlberg, an dem mir die Charaktere zu überkandidelt vorkommen: Den Vater der Luftgängerin, zum Beispiel, mit dem das Buch beginnt. Dem das Geld ablehnenden Schweizer Ambros Bauermeister fand ich überzeichnet und mochte seiner Philosophie nicht folgen. Von vorneherein ist eindeutig klar, daß seine Ehe...
Veröffentlicht am 3. Mai 2006 von isy3


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so schlecht, wie in den Verrissen, aber auch nicht richtig gut..., 3. Mai 2006
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
... fand ich diesen Schlüsselroman aus dem Vorarlberg, an dem mir die Charaktere zu überkandidelt vorkommen: Den Vater der Luftgängerin, zum Beispiel, mit dem das Buch beginnt. Dem das Geld ablehnenden Schweizer Ambros Bauermeister fand ich überzeichnet und mochte seiner Philosophie nicht folgen. Von vorneherein ist eindeutig klar, daß seine Ehe mit der bläßlich wirkenden Amrei schiefgehen wird. Die Tochter aus dieser Ehe - Luftgängerin Maudi ist mir zu überirdisch geraten mit ihren "Anfällen", bei denen auch noch jedes Mal ein Tier sterben muß. Auch finde ich es wenig glaubwürdig, daß ihre Halbschwester Esther, ein Mädchen aus gutbürgerlichem Haus ohne jeden Anlaß zum Punk in der Drogenszene mutiert und wieder zurück. Viele andere Figuren aus dem Städtchen Jakobsroth - das wohl Feldkirch sein soll - sind sehr kraß überzeichnet und das paßt wiederum nicht zu der sonst sooft heraufbeschworenen naturidyllischen Heimatroman-Stimmung in dem Roman.

Ich las das Buch zwar gerne, aber immer wieder kamen mir doch arge Zweifel, ob dieser Roman genug innere Wahrheit besitzt, um einen geschlossenes durchkomponiertes Gesamtwerk zu sein. Es wirkt irgendwie zusammengebastelt und trotz vieler schöner Einzelepisoden in sich nicht stimmig. Vielleicht hätte das Ganze als Sammlung verschiedener Einzelgeschichten besser gewirkt, denn die Handlung - eine Art Familiensaga - wirkt nicht richtig glaubwürdig und hinterläßt einen faden Nachgeschmack. Es duftet, tönt und glänzt eben nicht in diesem Buch sondern es muffelt, scheppert und glimmt bestenfalls merkwürdig.

Einen weiteren dicken Punkt Abzug gibt es für die Engel-Allegorie, die wie ein öliges Fettauge auf der Zeitgeistsuppe schwimmt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider enttäuschend, 20. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Gebundene Ausgabe)
Ein nach der (zweifachen) Lektüre von Schneiders genialem Werk "Schlafes Bruder" erwartetes sprachliches Feuerwerk blieb aus. Der Klappentext scheint von einem anderen Buch zu sprechen, als jenes zwischen den Deckeln. Die Figuren agieren seltsam (unmotiviert), die Geschichte wirkt, nicht zuletzt wegen des einfach unpassenden Sprachstils (der an sich zwar nicht schlecht, aber eben doch unpassend ist), einfach unrealistisch. Man fragt sich, warum Harald einen Menschen zu Tode bringt, indem er ihn überfährt, und warum Maudi (wie kam Schneider zu diesem Namen?) danach auch noch lacht, und wie das Buch eigentlich ausgeht, und ob der Russe doch nochmal auftaucht. Schade, er hätte mehr daraus machen können (sollen, dürfen).
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Sprache hat Poesie, Charme, aber der Inhalt..., 8. Mai 2001
Von 
A., Barbara (Malente, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
enttäuschte mich. Anfangs war ich noch fasziniert von den Menschenbeschreibungen, die Landschaft, die herrliche Art, in der Schneider sein Buch aufbaute... aber zum Schluss fragte ich mich, was das Fiasko mit dem Gemetzel im Restaurant, dem Panzer und der früheren Überfahrung des armen Boje sollte. Ich verlor den Faden, das Buch hatte allen Sinn verloren. Es ist am Ende unzusammenhängend, teils "hingeschrieben" um zum Schluss zu kommen... Schade, während des Lesens hatte ich mich anfangs so auf das Buch gefreut. Sollte dies wirklich eine Weiterführung von Schlafes Bruder sein? War Schneider in Eile? Seine Gedanken sind nicht nach zu vollziehen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Luftnummer, 6. Januar 2006
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Vor nunmehr über einem Jahrzehnt las ich wie sehr viele andere auch Robert Schneiders „Schlafes Bruder“ und war begeistert über die sprachliche Dichte, die diesen Debütroman kennzeichnet. Nun, lange Zeit später, habe ich „Die Luftgängerin“ gelesen. Das Buch fiel mir in einer vom Autor signierten Version in die Hände und ich freute mich darauf, unterstützt durch die Erinnerungen an „Schlafes Bruder“. Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich maßlos enttäuscht bin.
Schneider scheint oder schien zumindest zum Entstehungszeitpunkt des Buches der Ruhm zu Kopf gestiegen zu sein. Auf den ersten Seiten erkannte ich meine eigene Begeisterung über den Schreibstil Schneiders wieder. „Das Rheintal lag wie ausgetrunken an jenem Herbsttag des Jahres 1969. Die Luft war gläsern, und der glatte Rücken des Vilan, des Hausbergs von Landquart, hatte sich nachts eine weiße Decke geliehen.“ Das ist eine Sprache, die man von modernen Autoren nicht mehr liest. Aber mit jeder Seite wird klar, dass Schneider sich beinahe narzisstisch an der eigenen Sprache labt, die unmöglichsten Wörter erfindet und darüber hinaus vollkommen vergisst, seinen Figuren Charakter zu verleihen. Die Namensgebung erinnert an Hera Lind. Die vielen Söhne eines Verlegers beispielsweise heißen Fritzmarius, Wulfmarius, Nilsmarius oder Ernstmarius. Eine Buchhändlerin mit dem Namen Nigg und ein Redakteur mit dem Namen Nugg schließen sich zusammen und schreiben zukünftig Artikel unter dem Namen niggnugg. Und so weiter.
Auch die Umstände, mit denen er die Jahrzehnte kennzeichnen möchte sind plattester Natur. Da wird ein junges Mädchen mir nichts dir nichts vom wohlerzogenen Nachwuchs zur Punkerin und wieder zurück zur Studentin der Judaistik. Oder es werden Rechtsradikale bemüht, um ein Blutbad anzurichten, dessen Sinn im Roman sich mir nicht erschlossen hat.
Auch Schneider kann es nicht lassen, über die Zunft der Schreibenden zu spotten. Es geht nach meiner Meinung überwiegend schief, wenn Autoren allgemein über den Literaturbetrieb oder hier speziell über Zeitungen und Redaktionen schreiben. Ob Hellmuth Karasek („Das Magazin“, Rezension siehe an anderer Stelle), Martin Walser („Tod eines Kritikers“, auf meiner eigenen Liste der enttäuschendsten und ärgerlichsten Bücher die klare Nummer 1!) oder nun Robert Schneider. Sie können es nicht lassen, diese Zunft durch den Kakao zu ziehen. Als direkt Betroffene jedoch fehlt ihnen die nötige Distanz. Warum dann eigentlich nicht gleich als autobiographisches Zeugnis mit echten Namen und Fakten? (Martin Suters „Lila, lila“, ebenfalls im Literaturbetrieb angesiedelt fand ich erträglich, wohl auch weil meine Erwartungen bei ihm geringer sind als bei Walser oder Schneider. Und wie es richtig geht, können die Herren jederzeit bei Lion Feuchtwanger im „Exil“ nachlesen.)
Ich werde in nächster Zeit „Schlafes Bruder noch mal lesen und mich darauf einstellen, mein Urteil nach unten korrigieren zu müssen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine schöne Geschichte, 27. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Buch zu lesen begann, konnte ich es anfangs kaum weglegen, so sehr fesselten mich die Geschichten rund um die Titelheldin dieses Buches. Ab der Mitte des Buches hatte ich einen kurzen Durchhänger zu verbuchen, der aber gegen Ende wieder verschwand.

Robert Schneider nimmt in diesem Buch die Neid- und Spießbürgergesellschaft, die allerorts anzutreffen ist ordentlich aufs Korn und ich bin mir sicher, dass sich speziell im "Ländle" einige Personen ziemlich ans Bein gepinkelt gefühlt haben müssen..

Kurzum, eine sehr schöne Geschichte, die voller Lebensklugheit steckt und oft zum Nachdenken auch über sich selbst anregt.
Anzumerken bleibt mir noch, dass ich nur auf das wirkliche "Aha-Erlebnis" bezüglich der Titelheldin (noch) warte..
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht mein Fall, 28. Dezember 2012
Von 
Mediatrice - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Nach wenigen Seiten habe ich das Buch nur noch überflogen. Die davon wenigen, mich ansprechenden Zeilen, erinnerten mich an Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Die Blechtrommel oder irgendein Drehbuch zu einem schwarzweiß-Film von R.W. Fassbinder - und die sind auch nicht so mein Fall...
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mut zur Sehnsucht, 23. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Die Welt neu erschaffen wolle er, schreibt Robert Schneider im Prolog der Luftgängerin. Es wird eine Welt, in der ein sonderbares Mädchen, der "letzte Herzmensch von Jakobsroth", in Menschen mit gescheiterten Lebensläufen die Sehnsucht wieder erweckt. Es wird die Welt des Vorarlbergs mit seinen im Kleinen verharrenden Bewohnern, deren Dialekt keinen Ausdruck für "ich liebe dich" kennt.
Dennoch gibt es viele Liebesgeschichten in diesem Buch: die zwischen Amrei und Ambros, Maudis Eltern, die mit einem unvermittelten Kuß im Speisewagen beginnt. Die Liebe Esthers zu dem Jungen auf einem verblichenen Schwarz-Weiß-Foto, ihrer "Zwillingsseele". Die in einer Katastrophe endende Verehrung Bojes für eine Nachrichtensprecherin. Und die Liebe, ja Hingabe der Luftgängerin an alle, Fremde und Freunde, vor allem an die Gekränkten und Gescheiterten.
Die Menschen in Robert Schneiders Heimatdorf Meschach warfen ihm nach seinem zweiten Roman "Nestbeschmutzung" vor, Kritiker stoßen sich an der ungewöhnlichen, sehr melodiösen Sprache. Er bleibt gelassen, weiß, daß sie das Buch nicht mit dem Herzen gelesen haben, nicht die "Autorität des Herzens besitzen", wie er einmal in einem Interview sagte. Robert Schneider ist so ein Herzmensch - wie seine Luftgängerin Maudi. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Literarischer Absturz, 10. März 2006
Von 
marielan - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Maudi kommt 1970 in einem Grenzstädtchen zur Welt. Ihre Eltern, die sich vor Jahren Hals über Kopf ineinander verliebt haben, trennen sich, und Maudi wächst bei Mutter und Großmutter auf, verarmten Erben eines bekannten Modehauses.
Irgendetwas muss Robert Schneider zwischen "Schlafes Bruder" und "Die Luftgängerin" passiert sein, etwas Entscheidendes, das zum Verlust all dessen beitrug, das "Schlafes Bruder" auszeichnete. Hier wie dort geht es um das Schicksal eines Menschen mit besonderen Fähigkeiten, aber war Maudi auszeichnet, bleibt substanzlos; ein abstruses Verhalten statt Charisma.
Die dichterische Sprache, die perfekt Inhalt und Form entsprach, ist hier aufgebläht, umständlich, schwülstig, und nicht wenige der Wortschöpfungen klingen hohl, wenn nicht sogar peinlich: Nicht jedes Adjektiv lässt sich erfolgreich in ein Verb umwandeln. Wenn dem Autor Worte oder Begriffe fehlen, lässt er die Musik auftreten, ein vergeblicher Versuch, dieses Buch mit ein paar Teilchen des anderen zu schmücken.
Halbherzig wirkt auch das Bemühen um Gesellschaft- und Zeitkritik: Ein wenig Polemik, einige Spottversuche, aber in der Wirkung eher belanglos und zänkisch als eigenwillig und treffend.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zuweilen ärgerlich unausgegoren, 6. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Also zunächst eine Warnung: die Luftgängerin handelt keineswegs - wie es der Einbandtext vorgibt - von Maudi Latour, das Buch erzählt nur unter anderem von ihr, und deshalb bleibt deren von Autor und Verlag eher herbeigewünschte, nicht aber irgendwie fundiert angelegte Engelhaftigkeit pure Überschrift, die sich nicht wiederfindet. Im Übrigen sind alle auftauchenden Charaktere viel zu bizarr und einseitig in dieser Bizarrheit geschildert, als dass man sie wirklich als reale Figuren begreifen und sich mit ihnen identifizieren könnte. Oft scheint es einem zudem, dass wahl- und konzeptlos spontane Ideen aneinandergereiht wurden und der Autor nicht gar wenige kleine Abrechnungen mit seiner Heimat einbauen musste. Dennoch: der Anfang ist in all seiner Schrägheit wunderschön, zuweilen packt einen durchaus auch starke Spannung, immer wieder allerdings getrübt durch schräge Sprachbilder und einfallslos extreme Wendungen. Drei Sterne, weil letztlich doch eine ganz eigene Stimmung produziert wird, und ein "Geschmack", der bleibt; das schaffen nicht viele Bücher!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gibt es Engel?, 18. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Luftgängerin (Taschenbuch)
Robert Schneider, Die Luftgängerin
Gibt es Engel? Diese Frage stellt sich der Leser, während er durch die Seiten galoppiert und dabei Menschen trifft, deren Eigenheiten und Vorlieben sehr oft einen schimmligen Eindruck hinterlassen. Robert Schneider beschreibt die Menschen in einem Zeitraum von dreißig Jahren, während denen die Eigenheiten der mit extravaganter Wortwahl beschriebenen Menschen mutieren, modern, aber sich dennoch nicht viel verändern. Man fängt an zu glauben, jeder sei in seinem Handlungsspielraum zu einer dreißigjährigen Wiederholung verdammt. Wo bleibt die Hauptgestalt in der Erzählung? Nicht nur in der Erzählung in der Maudi Latuhr für einige Tage verschwunden bleibt und nur knapp einem Mordanschlag entgeht wird sie gesucht, auch der Leser sucht nach ihr und erst wenn sie einige Seiten lang nicht auftaucht und nur durch die Gespräche der Menschen hindurchschimmert, dann fällt einem auf, das man sie vermißt und galoppiert noch schneller durch die Seiten und Jahre um mehr von ihrem Leben aufzusaugen. Ist sie ein Engel? Wenn nach einem orgiastisch-apokalyptischem Aufschrei das Buch mit dem Aufeinandertreffen von zwei Zwillingsseelen endet, so wie es vor dreißig Jahren mit einem ähnlichen Aufeinandertreffen von zwei anderen Zwillingsseelen begonnen hat, dann mag sich jeder Leser selbst beantworten, ob es Engel gibt.
Carsten Ernst
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Die Luftgängerin
Die Luftgängerin von Robert Schneider (Gebundene Ausgabe - 1998)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,04
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