Kundenrezensionen


1 Rezension
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen im selben Boot, 11. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Herz erwecken. Zwölf Schritte zu einem mitfühlenden Leben (Broschiert)
Mitgefühl, ein großes Wort. Tatsächlich empfinde ich in vielen Situationen, in denen ich gern Mitgefühl hätte, ganz anders. Die schreienden Nachbarskinder, der Obermieter mit dem Reizhusten, die Kollegin mit dem Alkoholproblem, sie alle wecken eher Ärger als Mitgefühl. Und das Glück und Leid von Menschen in anderen Städten oder Ländern lässt einen oft völlig gleichgültig: Man speist seelenruhig weiter, während Bilder von Hungersnöten über die Mattscheibe huschen, und wartet nur auf den Wetterbericht. Wie wirklich ist das Leiden der anderen, die Freude der anderen? Genau so wirklich wie mein eigenes, natürlich. Aber es fällt oft schwer, das zu empfinden; dann fühle ich mich abgeschnitten, isoliert.
„Das Herz erwecken" könnte in unserer zynischen Zeit kitschig klingen. Doch macht dieses Buch unmissverständlich klar, dass Mitgefühl weit mehr ist als eine sentimentale Angelegenheit: nicht das Sahnehäubchen, sondern das Schwarzbrot unseres Lebens. Das, was uns eigentlich nährt; die Quelle aller Lebensfreude. Und von dieser Quelle schneiden wir uns ab, wenn wir unser Herz verhärten.
Nun entsteht Mitgefühl bekanntlich nicht beim Lesen noch so kluger Bücher - sonst wären unsere Universitäten Horte der Warmherzigkeit. Sondern es entsteht, indem man „das Herz erweckt". Wie man das anstellt, dazu gibt Irmentraud Schlaffer, ausgehend von der Lehre des Buddha, in ihrem Buch genaue Anleitungen.
Und dabei geht es ans Eingemachte. Überraschenderweise bildet nicht die Beschäftigung mit hehren Idealen die Grundlage der vorgestellten Übungen. Sondern ganz im Gegenteil, die Erkundung eben jener Räume unseres Geistes, die wir gar nicht so gern betreten. Nach buddhistischer Auffassung gibt es zwölf Tendenzen unseres Geistes, die den mitfühlenden Austausch mit der Umwelt blockieren: die Tendenz, zwischen angenehm und unangenehm, Freund und Feind zu unterscheiden; die fünf „Geistesgifte" Gier, Hass, Verblendung, Eifersucht und Stolz... etc. Alle diese Gewohnheiten unseres Geistes, die wir natürlich ablehnen, von denen wir aber nicht lassen können - lernt man hier in zwölf Übungsschritten an sich wahrzunehmen (daher der Untertitel des Buches: „Zwölf Schritte zu einem mitfühlenden Leben").
Das ist zunächst eine Schulung in Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, der Grundlage von Mitgefühl. Nur dann, wenn ich mich so sehe und akzeptiere, wie ich tatsächlich bin - wenn ich aufhöre, bestimmte Aspekte meiner Person abzulehnen oder zu leugnen -, werde ich mich trauen, Offenheit gegenüber anderen zu entwickeln. Und offen, mitfühlend zu bleiben auch dann, wenn sie mir entgegentreten mit Haltungen und Gefühlen, die ich gewohnheitsmäßig an mir ablehne oder leugne: mit Feindseligkeit, mit (unerwünschter) Begierde, mit Starrsinn, Eifersucht oder Prahlerei.
Wir sitzen alle im selben Boot. Eigentlich eine Binsenweisheit. Aber es wirklich zu empfinden - wozu dieses Buch anleitet -, ist doch eine höchst verblüffende Erfahrung. Und eine große Erleichterung. Ständig Aspekte des eigenen Bewusstseins auszublenden oder zu verurteilen, und in der Folge ständig mit einem Schutzschirm nach außen und innen durch die Gegend zu laufen, das kostet einfach enorm viel Energie. Wenn die plötzlich freigesetzt wird und frei fließen kann, weil man den Schutzschirm runterfährt...
Fazit: Kein Lesebuch, sondern ein Übungsbuch für einen freudvolleren Alltag, mit zwölf durchdachten, für jeden nachvollziehbaren Schritten. Auch wenn dieser Weg schließlich in die Darlegung der „Vier Unermesslichen Qualitäten" mündet, braucht man kein Buddhist sein, nicht einmal religiös, um die heilsame Wirkung der hier vorgestellten Schritte zu erfahren. Denn die Unermesslichkeit von Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut übersteigt die Grenzen jeder Tradition.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das Herz erwecken. Zwölf Schritte zu einem mitfühlenden Leben
Das Herz erwecken. Zwölf Schritte zu einem mitfühlenden Leben von Irmentraud Schlaffer (Broschiert - 1. März 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,50
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen