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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen es ist (leider) tatsächlich so
Ich arbeite seit geraumer Zeit im Rettungsdienst als Rettungsassistent und konnte in diesem Buch vieles aus meinem Berufsalltag wieder finden.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert Dinge im Wortlaut so wie sie tatsächlich unter Kollegen nach den Einsätzen besprochen werden. Für den Aussenstehenden mag das Sarkasmus, Herzlosigkeit,...
Veröffentlicht am 10. Januar 2011 von paramedic78

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Gefühl für Tonwechsel und Rhythmus
Als Liebhaber von Friedrich Dürrenmatts Tragikomödien bin ich durchaus für Humoriges zu gewinnen, selbst wenn es aus dem Land der Tränen kommt. Und während des Zusammenlebens mit meiner behinderten Tochter eckte ich öfters an, weil ich auch von den komischen Seiten dieser speziellen Beziehung berichtete. Aber ich mag eben auch gelungene...
Veröffentlicht am 6. November 2010 von Fuchs Werner Dr


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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen es ist (leider) tatsächlich so, 10. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Ich arbeite seit geraumer Zeit im Rettungsdienst als Rettungsassistent und konnte in diesem Buch vieles aus meinem Berufsalltag wieder finden.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert Dinge im Wortlaut so wie sie tatsächlich unter Kollegen nach den Einsätzen besprochen werden. Für den Aussenstehenden mag das Sarkasmus, Herzlosigkeit, schwarzer Humor, Geschmacklosigkeit etc......... sein aber oftmals hilft es ungemein über solche skurrilen Erlebnisse zu lachen. Wenn man bei jedem dramatischen bzw. auch skurrilen Einsatz in Mitleid und Mitgefühl ergehen würde dann wäre man nach 6 Monaten im Beruf sicher in der geschlossenen Abteilung der örtlichen Psychiatrie.

Das Buch ist sehr zu empfehlen für Angehörige von Rettungsdienstmitarbeitern. Es hilft vielleicht den Beruf des Partners ein wenig besser zu verstehen.

Weiter so.
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72 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Realität ist zynischer als jede Literatur, 25. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Jörg Niessen beschreibt in fast surrealitischer Art und Weise die Highlights im Leben eines Rettungsassistenten in einer deutschen Grossstadt. Wer hier etwas schmuddelhaftes oder übertriebenes vermutet, dem kann ich nach fast 30 jähriger ärztlicher Tätigkeit und 8 Jahren Notarzttätigkeit (in der ländlichen Region) sagen: Das ist die Realität ! Endlich einmal hat hier ein "Frontsoldat" sein Tagebuch veröffentlicht. Jeder von uns weiss, dass die Etappenhasen in zweiter und dritter Linie natürlich alles anders sehen und ... vor allem: alles besser wissen. Wieso um Gottes Willen macht Herr Niessen sich über das Schicksal seiner Kunden lustig ? Ich kann das im ganzen Buch nicht finden !! Herr Niessen, weiter so ! Ich freue mich schon auf einen Fortsetzungsband.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Rettungsdienstbegeisterte zu empfehlen, 19. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Das Buch schildert die Erlebnisse eines Rettungsassistenten der Feuerwehr im Ruhrgebiet. Je einem Einsatz ist ein Kapitel mit einer prägnagnanten Überschrift gewidmet. Somit stellt das Buch eine Sammlung verschiedener, nur lose zusammenhängender Episoden dar, die punktuelle aber authentische Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes gewähren, was sowohl für rettungsdienstbegeisterte Laien als auch für Leute, die selbst im Rettungsdienst aktiv sind, eine kurzweilige Lektüre ergeben kann.
Als Vorbemerkung sei gesagt, dass man sich für den Rettungsdienst interessieren muss, da man sonst möglicherweise das Buch bereits nach wenigen Kapiteln langweilig findet. Man sollte sich auch an den zum Teil lakonisch-flapsigen Jargon gewöhnen, mit dem zum Teil verstörende Ereignisse dargestellt werden. Wer also der Meinung ist, Notfälle sollten nur mit ernstem Tonfall und höchstmöglicher Sachlichkeit dargestellt werden, der wird sicher über dieses Buch schimpfen. Aber das ist wohl auch nicht der Sinn dieses Buches. Gerade die lakonische Selbstverständlichkeit, mit der über teilweise haarsträubende Verhaltensweisen von Notfallpatienten geschrieben wird, zeigt, wie man einen Weg finden kann, einen Beruf mit deraritgen Höhen und Tiefen auzuüben und dennoch mit hochtraumatisierenden Erlebnissen umzugehen. Sicherlich ist dabei nicht alles hundertprozentig beim Wort zu nehmen, immerhin handelt es sich um Unterhaltungsliteratur und nicht um ein Lehrwerk zum Rettungsdienst.
Etwas störend sind lediglich die manchmal etwas arg ausschweifenden Hintergrunderzählungen zu einzelnen Personen, die teilweise keine wirkliche Relevanz mehr mit dem geschilderten Einsatz haben. Aber auch das ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Insgesamt also für Rettungsdienstbegeisterte durchaus zu empfehlen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unser täglich Brot..., 3. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
... zunächst einmal vorweg, auch ich arbeite in diesem Bereich (ärztliche Tätigkeit). Aber das ist bei dem Buch nicht maßgeblich.
1. Ich glaube, einige der Negativkritiken haben leider das Vorwort übersprungen. Hier wird eindeutig erklärt, wie die Geschichtenauswahl zustande kommt und erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 0,2 % der Fälle??? Und übrigens kann man getrost glauben wie mein Kollege schon sagte, dass diese Fälle eigentlich unserem täglichen Alltag entsprechen. Genau mit diesen kleinen "Bagatellen", die Herr Nießen beschreibt verbringen wir unseren Alltag und vor allem das Schreiben der Einsatzberichte hinterher und die Beantwortung von Beschwerden...
2. Ich finde auch nicht, dass der Kollege zu wenig Mitgefühl hat, im Gegenteil... Mit noch mehr Gefühl kann man den Job nicht machen, dann landet man bald auf der Geschlossenen.
3. Übrigens, um die Message noch einmal klar herauszustellen, das ist nämlich in genau in meinem Sinn und das ist eigentlich das, was jeder Leser mitnehmen und sich selbst und seinen Bekannten- und Verwandtenkreis reflektieren sollte. Ich selbst bin in einem der flächenmäßig größten, aber am dünnsten besiedelsten Rettungsdienstbezirk tätig. Und glauben Sie mir, wenn Sie im KV- Dienst zum Beispiel 30 km von der nächsten Intensiv mit einem akut lebensbedrohendem Patienten auf den RTW warten, auch wenn alle Sofortmaßnahmen eingeleitet sind, und der dann nach 30- 40 min endlich kommt (einem selbst kommt das wie eine Stunde vor bei aller Erfahrung), weil er mit einem Strecksehnenabriss des Mittelfingers zum nächsten Krankenhaus unterwegs war, dann werden Sie schon sauer. Und bitte glauben Sie mir, dass ist KEINE Seltenheit. Die landläufige Meinung ist, ich hab ja in die Kasse einbezahlt, da muss was rausspringen.
Es muss einem wirklich klarwerden, dass, wenn ich den RTW rufe und einer am anderen Ende vom Landkreis kriegt einen Infarkt, dass der unter Umständen sterben kann. Und will man das im Ernstfall für sich oder seine Familie????
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ThatŽs life!, 24. Januar 2011
Von 
Jean Jaques Rammerl "JJR" (eine Stadt in Bayern, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Wo befindet sich die Stadt, in der Herr Nießen Dienst tut?
Sind Sie sich sicher, daß das wirklich irgendwo im Rheinland ist? Als alter Rettungsdienstler kann ich bestätigen, daß sich so wie es im Buch beschrieben ist, auch der Rettungsdienstalltag in Bayern gestaltet. Na ja, die Welt ist eben doch ein Dorf!
Herr Nießen schreibt in einer sehr spritzigen und sarkastischen Art von den Einsätzen zwischen den Alltags- Einsätzen. Die Beschreibung von solchen Alltagseinsätzen, als da wären: Krankentransport von der Klinik nach Hause, von der Klinik ins Heim, Fahrten zur regelmäßigen Therapie diverser Gebrechen, Verlegungfahrten ..., bei uns hat sich dafür der Begriff "Scheißhäuslfahrten" eingebürgert, würde auch keinen der Leser interessieren.
Im Leser- Interesse liegen wohl eher mehr die 0,2 % Einsätze (um einen den anderen Rezensoren zu zitieren), die einem dauerhaft in Erinnerung bleiben, weil sie "eben was Besonderes" waren. Das sind auch die Einsätze, die man sich noch lange auf den Rettungswachen erzählt und gemeinsam darüber diskutiert, lacht und lästert. Dabei findet oft auch ein ähnlicher Erzählstil, wie ihn Herr Nießen gebraucht Anwendung und ist mir daher bestens bekannt.
@ die Zweifler, die den "laxen" Erzählstil und die Darstellung der Einsätze kritisiert haben: Denken sie darüber was sie wollen, aber ein solcher Erzählstil reflektiert auch, was und wie man über gewisse Situationen denkt und es hilft auch, mit eben diesen Situationen, die sich auch oft genug am Rande des Erträglichen bewegen, besser fertig zu werden. Das nennt der Fachmann Psychohygiene und wer in einem solchen oder ähnlichen Beruf dieses nicht aktiv betreibt, läuft Gefahr, sehr schnell zum Kunden seiner Kollegen zu werden. Man könnte so sehr schnell einer psychologischen oder gar psychiatrischen Therapie bedürfen, und um dies nicht geschehen zu lassen, behilft man sich damit, daß man eine entsprechende Ausdrucksweise verwendet, gewisse Situationen überzeichnet und auch ins Lächerliche zieht. Dies möge der Leser, der nicht vom Fach ist, bitte verstehen. Ein solches Verhalten hält uns Rettungsdienstmitarbeiter gesund und vor allem fähig, sich auch um Ihre Wehwehchen zu kümmern.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen dieses Buches. Ich konnte bei vielen Einsätzen Parallelen zu meinen Erlebnissen im Rettungsdienst ziehen und herzhaft darüber lachen.
Herr Nießen, bitte machen sie weiter so, ich würde mich sehr über eine Fortsetzung des Buches freuen.
Jean Jaques Rammerl
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben ist kein Ponyhof, 1. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Tja das Leben von Rettungsassistenten/-sanitätern und Notärzten ist so.
Unser Beruf ist, wie schon mehrfach erwähnt wurde, nicht das der Soaps und
eben auch kein Disneyfilm mit viel Weichzeichner!
Ohne schwarzen Humor und Sarkasmus ist dieser Beruf kaum zu bewältigen.
All den Menschen die das nicht glauben sei gesagt, alle Organisation bieten Hospizen an.
Das heißt hingehen, fragen, anmelden und einmal ein Wochenende mitfahren, das hilft die Augen zuöffenen.
Es gibt, das weiß ich aus 16 Berufsjahren, nichts was es nicht gibt, zwischen Geburt und Tod passt eben vieles hinein.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zynisch, witzig, realitätsnah - aber sicher nicht objektiv!, 22. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Ich möchte folgende Passage zitieren, um die Absichten des Autors verständlich machen zu dürfen: "Im Gespräch mit Freunden und Bekannten versuche ich grundsätzlich, den Rettungsdienst möglichst realistisch darzustellen. [...] man kämpft manchmal erbittert gegen falsche Vorstellungen. [...] ich rette nicht jeden verdammten Tag irgendein Menschenleben, nein, ich schwebe auch nicht jeden Tag in Lebensgefahr, und ich muss auch nicht ständig irgendwelche Unfallopfer von der Straße kratzen. Natürlich sind diese Dinge Bestandteil meines Berufes, aber eben nicht jeden Tag. [...] Persönlich kenne ich keinen einzigen Rettungsassistenten, der schon einmal ein kleines Kind aus einem verunfallten, noch brennenden Auto gezogen hat, was Sekundenbruchteile später explodierte. [...] Merkwürdigerweise fragt niemand, wie oft ich schon einen grippalen Infekt oder das heimtückische > plötzliche Unwohlsein < ins Krankenhaus gefahren habe."

Genau das spiegelt meine eigenen Erfahrungen im Berufsalltag wider. All jene, die auch nur ansatzweise das "Metier" Rettungsdienst wirklich kennen, werden dem zustimmen müssen. Es geht gar nicht um die Veralberung von Patienten - wie soll das bei der Allgemeingültigkeit der Geschichten (alle Namen sind verfremdet) auch gehen?! -.-
Nein, es geht um die Absurditäten, mit denen man als "Retter" immer häufiger - fast täglich - konfrontiert wird; Befindlichkeitsstörungen, für welche unsere Großeltern nicht einmal den ansässigen Dorfmediziner belästigt hätten, sind heute zu jeder Tages- und Nachtzeit Indikation für einen rettungsdienstlichen Einsatz (klassisch: "ich hab da seit drei Tagen diese Beschwerden." "Waren sie damit schon beim Hausarzt?" "Nein, der kommt doch nicht raus...").
Im Ernst: echte lebensrettende Einsätze sind heute so selten, dass - wenn man mal einen "abkriegt" - noch Tage davon erzählt wird! ;-)

Natürlich möchte der Autor auch unterhalten! Er überzeichnet daher. Und das sollte man ihm erlauben, zumal er im Vorwort bereits darauf hinweist. Einen toternsten Einblick "hinter die Kulissen" und die Abgründe unserer Wohlstandsgesellschaft würde leider eh keinen interessieren, geschweige denn unterhalten...
Für Insider ist dieses Buch eine witzige Hommage an sich selbst; wer keinen Berührungspunkt mit dem Rettungsdienst hat - und dafür reicht es nicht, diesen regelmäßig selbst zu rufen - sollte Humor besitzen und mit Sarkasmus umgehen können. Dann macht das Buch Spaß - auch "ohne den Hintergrund eines medizinischen Studiums". ^^

Einen Stern Abzug erhält das Buch, weil es aus meiner Sicht trotz der gelungenen und unterhaltsamen Schreibweise ein ebenso einseitiges Licht auf den Rettungsdienst wirft, wie Medicopter und Co. dies tun.

Die Wahrheit liegt halt irgendwo dazwischen und lässt sich schwer in ein Buch pressen... :-/
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Gefühl für Tonwechsel und Rhythmus, 6. November 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Als Liebhaber von Friedrich Dürrenmatts Tragikomödien bin ich durchaus für Humoriges zu gewinnen, selbst wenn es aus dem Land der Tränen kommt. Und während des Zusammenlebens mit meiner behinderten Tochter eckte ich öfters an, weil ich auch von den komischen Seiten dieser speziellen Beziehung berichtete. Aber ich mag eben auch gelungene Rhythmuswechsel und stimmige Töne. Daher hinterließ die Lektüre dieses Buches den Eindruck, Jörg Nießen könne nur ein Register ziehen oder habe einfach keine Gefühl für gelingende Übergänge. Kurz: Humor ist wenn man trotzdem lacht. Nicht immer.

Dank medialer Unterstützung haben es seine 20 wahren Geschichten auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft. Dazu verholfen hat ihm aber sicher auch die großzügige Auslegung des Wörtchens "Wahrheit". So schreibt er in seiner Einleitung, dass seine Storys auf wahren Begebenheiten beruhen und natürlich stellenweise auch übertrieben wurden. Das habe aus seiner Sicht nur Vorteile, steigere das doch den Unterhaltungswert und senke den Datenschutz. Das mag so sein. Doch auf der Strecke bleibt bei diesem Konzept leider oft der Respekt und echtes Mitgefühl. Damit will ich keineswegs eine Lanze für die so genannte Betroffenheitsliteratur brechen. Aber ich möchte daran erinnern, was Stil ist.

Was in Notfallfahrzeugen passiert, meinen wir zu wissen, weil Soap Operas und Action-Serien ihre Bilder in unsere Wohnzimmer spühlen. Aber wie ich aus meiner Arbeit mit einer grossen Notfallorganisation und von meinem Vater her noch weiss, haben diese Bilder oft herzlich wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Mich hätte daher mehr interessiert, wie ein offenbar real existierender Berufsfeuerwehrmann seinen harten Job erlebt. Mit der Erfindung seines Begleiters "Hein" hätte er ja eine Figur gehabt, die den Part des Zynikers und Galgenhumoristen abgedeckt hätte. Aber dass sich Jörg Nießen und seine Kunstfigur förmlich darum balgten, wer nun der Lustiger ist, ging mir schon nach einigen Seiten auf den Wecker. Sarkasmus und Zynismus brauchen Gegenspieler, um auf Dauer erträglich zu sein.

Mein Fazit: Der Erfolg mag dem jungen Autor Recht geben, die richtige Form für seine Erzählungen gefunden zu haben. Ich ziehe Schriftsteller und Künstler vor, die symphonischer denken, mich mit Rhythmuswechsel überraschen, Provokatives als sparsam einzusetzendes Stilelement betrachten und Respekt nicht der Selbstdarstellung opfern.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem wahren Leben gegriffen!, 25. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Als Rettungsdienstmitarbeiter und Leitstellendisponent muss ich sagen das dieses Buch den Kern der Sache mehr als trifft.
Berufsethik hin oder her, aber ich denke die Öffentlichkeit sollte mal wissen das wir nicht den ganzen Tag Medicopter- und "112-Sie retten Dein Leben"-mässiges erleben sondern teilweise zu Personen fahren, welche den Einsatz selber bezahlen sollten...

Der Autor plaudert aus dem Nähkästchen und ich kann ihm nur zustimmen!
In vielen Passagen habe ich mich selber erkannt und man konnte auch bei jedem Kapitel durchaus gravierende Paralellen zur "realen" Welt wie auch zu realen Einsätzen und Patienten sehen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schon mal gehört, 3. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten (Taschenbuch)
Dieses Buch spaltet die Menschheit - so scheint es mir, lese ich die voran gegangenen Rezensionen.

Ich hatte dieses Buch ursprünglich als Geschenk für meinen Vater gedacht, da dieser auch im Rettungsdienst tätig ist. Leider hatte er es sich aber schon selbst angeeignet - also ist es in meinem Besitz geblieben - wie ich jetzt sagen muss: zum Glück!

Ausschlaggebend dafür, gerade dieses Buch zu kaufen, war die Leseprobe 'Ulla ruft an'. Diese Geschichte ist auch die beste im gesamten Buch. Ich habe sie am Arbeitsplatz gelesen und konnte mich vor Lachen kaum auf meinem Stuhl halten.

Natürlich ist der Schreibstil nicht perfekt. Das wollte der Autor meiner Meinung nach auch nicht erreichen und es ist ihm auch nicht abzuverlangen. Es geht hier lediglich um den Inhalt. Einige Geschichten sind auf Deutsch gesagt krass. Aber wenn der Autor nur den jeweiligen Tag herunter spulen würde, wäre es auch nicht interessant zu lesen. Mit Freuden denke ich dabei an meinen Vater. Auch er könnte mehrere Bücher füllen: natürlich nicht nur mit seinen eigenen Erlebnissen - sondern zu einem großen Teil auch damit, was die Kollegen tagein tagaus erlebt haben. Auch mir berichtet er oft über besondere Erlebnisse. Und klingt dabei genau wie der Autor. Was der Rettungsdienst an manchen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes zu ertragen hat - das verkraftet man oftmals nur, wenn man es mit Humor und Sarkasmus nimmt - und sich eben auch einmal über manchen Patienten in unflätiger Weise auslässt. Es werden im Buch schließlich keine realen Namen genannt. Im OP geht es auch nicht anders zu - ist der Patient erstmal in Narkose versetzt. Auch Notärtze machen viel mit - erscheinen oft aber auch erst, wenn die größte Sauerei weg ist - oder vielleicht der Regen schon nachgelassen hat...

Ich finde das buch großartig und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung - wie auch mein Vater und außnahmslos alle seiner Kollegen. Vielleicht werde ich sie die Tage dazu anhalten, gemeinsam doch auch mal so ein Buch zu verfassen. :-)

Mein Fazit also zum Buch: kauft es, mögt es oder auch nicht. Ich für meinen Teil liebe es.
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Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten
Schauen Sie sich mal diese Sauerei an - 20 wahre Geschichten vom Lebenretten von Jörg Nießen (Taschenbuch - 15. September 2010)
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