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am 29. Mai 2009
Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch ist ein grosser Schwindel. Denn keines dieser Gespräche mit berühmten Komponisten hat je stattgefunden. Alle Texte sind reine Fiktion von Arthur M. Abell, was aber nirgends im Buch ersichtlich ist. Abells Motivation war wohl religiöser Fundamentalismus, denn er legt allen Komponisten sehr ähnliche Worte in den Mund, nämlich, dass sie ihre Werke von Gott erhalten hätten und nur noch als Medium die Ideen hätten aufschreiben müssen.

Abell vertritt einen äusserst fundamentalistischen Standpunkt und somit geht es in den (imaginierten) Gesprächen eigentlich nur nebensächlich um Musik, sondern es wird gegen Atheisten gehetzt, gegen die Evolutionslehre Darwins, gegen die Gedanken Haeckels usw.

Es ist äusserst ärgerlich, dass dieser grosse Schwindel noch einmal von einem Verlag gedruckt wird (einem aber natürlich äusserst esoterischen). Der Schwindel ist aber so schlecht gemacht, dass auch der dümmste Leser früher oder später merkt, dass die Worte nicht von den berühmten Komponisten stammen können. So zitiert zum Beispiel Joseph Joachim (der berühmte Geiger und Freund von Brahms) andauernd englische Gedichte und bringt sie in Bezug zu Bibelstellen aus dem Neuen Testament (wieso englische?? Weil Abell nun mal die englische Literatur als Amerikaner besser kannte als die deutsche) und eigentlich diskutieren Brahms und Joachim in dem Buch nur über das Neue Testament und von der Grösse Jesus von Nazareth und beinahe gar nie über Musik.

Das Buch ist äusserst peinlich und diente, wie es vor einiger Zeit in einem SWR2 Beitrag beiläufig erwähnt wurde, wohl missionarischem Zweck:

"Vergessen wir nicht den geigenden Amerikaner Arthur M. Abell und seine "Gespräche mit berühmten Komponisten", unter ihnen Brahms im Jahre 1896: ein samt und sonders erlogenes Buch, aus dem wir erfahren, dass der Meister - wie auch all die anderen Komponisten - zumindest in seinen letzten Monaten sehr, sehr fromm war; wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme, dass er hier lediglich missionarischen Zwecken dienstbar gemacht werden sollte; ein gutes Werk, - ein allzugutes, denn vorsichtshalber soll sich Brahms ein 50jähriges Stillschweigen über sein heimliches Glaubensbekenntnis ausbedungen haben."

Dass das Buch erst 50 Jahre nach dem Tod von Brahms publiziert wurde, hatte natürlich nicht damit zu tun, dass Brahms das so wollte, sondern nachdem auch noch Richard Strauss gestorben war, wurde das Buch herausgebracht, weil kein Komponist mehr Einspruch erheben konnte, dass die Interviews nie stattgefunden haben.

Abell schreibt schon in der Einleitung: So bin ich zu der Schlussfolgerung gelangt, dass dieses Material rein geistiger Natur einen willkommenen Beitrag zur Literatur unserer Zeit liefern kann. "Geistig" ist hier wohl nicht im Sinne von spirituell gemeint, wie man anfangs meinen könnte, sondern dass das Buch in der Fiktion des Autors entstanden ist und keinen Realitätsbezug hat.

Finger weg von diesem Schwindel!! Dieses Buch hätte minus-Sterne verdient!
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am 5. April 1999
Es hätte, wenn es denn möglich wäre, keinen einzigen Stern verdient, denn es ist eine Wiederveröffentlichung einer Interviewsammlung, bei der in Fachkreisen starke Bedenken bestehen, ob diese in dieser Form jemals stattgefunden haben. Abell schützte sich seinerzeit durch einen obskuren Veröffentlichungsvorbehalt davor, daß ein Betroffener oder seine unmittelbaren Erben sich jemals zu den Interviews äußern konnten. Besonders was Edvard Grieg und Johannes Brahms betrifft, stehen deren Interviews in krassem Gegensatz zu dem, was sie in ihren letzten Lebensjahren autorisiert haben.
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am 9. Juni 2015
Dieses Buch als Schwindel abzuqualifizieren ist eine Frechheit. Abell legt gar nicht die gleichen Worte in den Mund der Komponisten, man sieht zB gut dass Puccini ein Kind schon des 20. Jahrhunderts ist und nach der Methode des positiven Denkens arbeitet. Den Bibelinterpretationen von Brahms würde ich gar nicht zustimmen, aber das ist seine Sache. Mir fällt auf, dass Menschen, die sich mit einem göttlichen Strom in Verbindung fühlen, seien es Komponisten oder nicht, diese Erhabenheit so empfinden, weil es über den Verstand und das logische Denken hinaus geht. Visionen und Inspirationen gehen über das rechte Hirn. Die Neuroanatomin Jill Taylor hat beim Ausfall ihrer linken Hirnhälfte ein Samadhi erlebt. In den Gesprächen im Buch von Abell sieht man deutlich, wie die Inspiration durch unbewusste Trance sich jüngeren Komponisten immer mehr Richtung Bewusstsein verschiebt. Ein hoch interessantes Buch
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am 27. Juli 2014
Musikwissenschaftler sind eine Spezies für sich. Seit sehr vielen Jahren beschäftigen wir uns mit dem Buch von Arthur Abell, der u.a. für die New York Times gearbeitet hatte. Mit dem legendären Musikkritiker der New York Times und Pulitzer-Preisträger Harold C. Schonberg (1915 - 2003) hatten wir zusammen mit ausübenden Künstlern in New York mehrere Gespräche. Alle sind sich einig, dass der Text eindeutig das Gedankengut von Johannes Brahms wiedergibt, auch wenn Arthur Abell erst Jahre später sein in der Tat stattgefundenes Gespräch mit dem göttlich-inspirierten Komponisten endgültig zu Papier gebracht hatte.

Roland R. Ropers
Religionsphiliosoph & Publizist
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am 24. August 2000
Jeder der an Musik interessiert ist sollte diesen Buch lesen. Die Einblicke in die Schaffensweise grosser Komponisten ist zum ersten mal nicht von dritten Personen sondern von den Komponisten selber beschrieben. Es bietet einen Blick in kreative Spheren die nicht nur inspirierend sind sondern auch ein Wegweiser fuer alle die kreative ambitionen haben.
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