Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen92
3,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 18. August 2010
"Corpus Delicti" ist der zweite Roman von Juli Zeh, den ich gelesen habe. Der erste war vor kurzem "Spieltrieb", welcher mich durchaus in seinen Bann gezogen hat, auch wenn ich dem Roman nicht kritikfrei gegenüber stehe. Aber Zeh verarbeitet in diesem Buch philosophische Themen und bettet sie in ein modernes Ambiente ein. Sie regt zum Nachdenken an, hinterfragt und skizziert.

In "Corpus Delicti" wirft sie einen Blick in die ferne Zukunft in der Mitte des 21. Jahrhunderts. In eine Gesellschaft, in der die Individualität keine Rolle spielt, ein übermächtiger Staat, als "Methode" bezeichnet, das Private dominiert. Irgendwie bekannt? Bei Orwell in "1984" genauso gelesen wie bei Huxley in "Schöne neue Welt"? Genau. Zeh ersetzt das ein oder andere durch aktuellere Aspekte, verlegt einen Großteil der Handlung in eine ihr als Juristin sehr gut bekannte Umgebung, einen Gerichtssaal nämlich und ergänzt mit ihr nahestehenden philosophischen Überlegungen, beispielsweise aus der systemischen Theorie. (Der Part, in dem sie das Wort Hexe und dessen Herkunft sprachwissenschaftlich erklärt, findet man eins zu eins beispielsweise bei Wikipedia.) Viel Neues erschafft Juli Zeh aus meiner Sicht nicht mit ihrem jüngsten Roman.

Sprachlich ist das Buch dem Inhalt angepasst. Kühl oder teilweise kalt geschrieben, vermittelt Zeh damit die Atmosphäre dieser entindividualisierten Welt. Ist ihre Botschaft ein Plädoyer für den Individualismus? Leben wir nicht in einer Zeit, in der der Individualismus einen kaum zu steigernden Wert erlangt hat? Wenn das ihre Botschaft ist, was aber heißt das dann in der Konsequenz? Spricht sie sich für einen Rückzug des Staates aus Themen wie der Gesundheitsfürsorge aus? Ich weiß es nicht.

Ein paar nette Sätze baut sie in ihren Text ein, die man an der einen oder anderen Stelle verwenden kann, wenn man sie sich merkt. "Gesunder Menschenverstand ist, wenn einer recht haben will und nicht begründen kann, warum!" beispielsweise. Oder auch: "Das Leben ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann." Letztes gilt auch für ihren Roman, der mich unterhalten hat, den ich aber nicht ohne Einschränkung weiterempfehlen möchte. Dennoch werde ich "Schilf" irgendwann lesen.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2013
Eine Expertin auf dem Gebiet "Bioethik" bin ich nicht - die Autorin aber scheinbar auch nicht. Die "Sache mit der DNA" wirkt schlecht recherchiert und unglaublich konstruiert.

Und auch sonst bleibt das Buch an der Oberfläche des Themas.
Die Informationen, die es vermittelt, sind von Anderen schon präziser dargestellt worden; die kritischen Fragen, die es stellt, sind alles andere als neu.

Mich hat gestört, dass die Antworten auf die Fragen nach dem Verhältnis von individueller und staatlicher "Gesundheitsfürsorge" gleich mitgeliefert werden: Die Unterstützerinnen und Unterstützer der METHODE werden ausnahmslos als oberflächliche Charaktere dargestellt, die nur über sehr begrenzte Reflexions- und Kritikfähigkeit verfügen. Dass es für ihr Denken und Handeln ebenso gute Gründe geben könnte wie für die Taten der Hauptfigur Mia Holl, ist kein Thema. Die Protagonistin ist die einzige Person, die von der Autorin ein wenig Individualität und Sympathie geschenkt bekommt.

So wird "Corpus Delicti" schnell langweilig. Nur selten bringen elegante Formulierungen und originelle Situationsschilderungen etwas Schwung in die Lektüre.

Fazit: Ein Buch, das belehren möchte, aber nur wenig Tiefgang bietet. Spannung und Lesefreude bleiben definitiv auf der Strecke.
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. November 2009
Juli Zeh ist klug, das merkt man sofort. Ich habe auch schon einige gute Essays von ihr gelesen und war entsprechend (positiv) gespannt auf den Roman. Und ja: Systemdenken oder -gegendenken, das kann sie. Sie hat auch wirklich spannende und brennend aktuelle Fragen zu Recht, Freiheit, Menschlichkeit. Aber gerade die Menschlichkeit selber bekommt sie literarisch nicht in den Griff mit ihrem Roman "Corpus Delicti". Die Figuren sind zu holzschnittartig. Das sind Typen, wie in einem Trivialroman. Der coole, kühle, nur gutaussehende Kramer. Die strenge, aber eigentlich weichherzige Richterin Sophie. Der hitzköpfige Bell. Die Zicken Driss et al. Entsprechend sind die Dialoge gestelzt. Wie in schlechten Fersehfilmen, wo man immer denkt: so redet doch kein Mensch im richtigen Leben. Es sind eigentlich gar keine Dialoge, sondern jeweils Plädoyers für die gerade verhandelte Sache. Und die Figuren keine Menschen. Auch die Konstruktion der "idealen Geliebten": sie wirkt gewollt. Für die vermutlich beabsichtigte poetische Note zu konstruiert, zu wenig mit Leben gefüllt, zuwenig geheimnisvoll zu wenig raffiniert.

Vielleicht als Jugendroman...

Zwei Sterne, weil die Auseinandersetzung mit dem Thema als solchem natürlich spannend ist. Sein könnte...
11 Kommentar|30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Januar 2016
Es ist eine schöne Vorstellung, mit der Juli Zeh uns in ihre Zukunftsvision lockt: Ausrottung aller Krankheiten, Fitness bis ins hohe Alter, Milliardeneinsparungen für Krankenkassen, gesunde Ernährung. Aber wie hoch ist der Preis, den die Menschen dafür zahlen müssen?

Im Deutschland des Jahres 2050 scheint auf den ersten Blick vieles besser zu sein, zumindest wenn man bereit ist, sich anzupassen. Das „kollektive Gemeinwohl“ ist aus seiner nebulösen Versenkung emporgestiegen und vom abstrakten Begriff der politischen Theorie zu einer griffigen Kurzformel avanciert, mit der jeder Bürger etwas anzufangen weiß. Und so leiten die Deutschen bereitwillig ihre Urintests an staatliche Kontrollinstanzen weiter, schwitzen zur Erfüllung der ihnen aufoktroyierten Fitnessprogramme und ernähren sich so, wie es die Kritiker der industriellen Landwirtschaft seit Jahren fordern. Für Individualismus ist kein Platz mehr, die persönliche Freiheit ist auf ein Minimum reduziert und der „Methode“ untergeordnet. All das scheint Mia Holl, Biologin und systemkonforme Musterbürgerin, nicht zu stören. Doch dann bringt die Verhaftung ihres Bruders Moritz ihren spießbürgerlichen Alltag gehörig durcheinander. Moritz, ein liberaler Draufgänger, wird beschuldigt, eine junge Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. Er beteuert seine Unschuld, doch aufgrund eines eindeutigen DNA-Abgleiches der Spermaspuren schenkt niemand seinen Worten glauben, bis auf Mia. Sie beginnt, die „Methode“ zu hinterfragen und findet sich bald inmitten ideologischer Grabenkämpfe wieder…

Leider plättschert die Handlung über weite Strecken des Romans nur so dahin. Zehs Schreibstil vermag es nicht, den Leser zu fesseln, was sicher auch daran liegt, dass ihre Protagonisten etwas oberflächlich beschrieben werden. Schade ist außerdem, dass der konstruierte Aha-Effekt bezüglich Moritz‘ vermeintlicher Täterschaft biologisch schlichtweg falsch ist.

„Corpus Delicti“ ist ein solider Roman, der trotz der aktuellen und überaus interessanten Thematik viel Potenzial verschenkt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Mai 2013
ich denke das trift es für mich am besten.
sie redet meist nur drumherum, erklärt sachen die einer erklärung bedürfen würden nicht und sachen die sich von selbst erklären erklärt sie.
und für einen psycho thriller ist mir definitiv zu wenig thrill dabei
tut mir leid wems gefällt
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. März 2009
Wer Juli Zeh kennt, weiß wofür sie bekannt ist und auch wofür sie kritisiert wird:
Interessante Plots, hochtrabende Sprache und insgesamt einen Hauch zu konstruiert. Dieses Buch ist hier keine Ausnahme.
Es beschäftigt sich mit der Frage, wieviel Freiheit der Mensch bereit ist aufzugeben für ein Höchstmaß an Gesundheit und ist damit hochaktuell.
Erzählt wird die Geschichte der Naturwissenschaftlerin Mia Holl, die ins Visier der vermeintlich perfekten Gesundheitsdiktatur (der "Methode") gerät, nachdem sie -bedingt durch den Selbstmord ihres Bruders im Gefängnis- beginnt am System zu zweifeln.

Spannend und intelligent ist die Geschichte erzählt, lässt aber (im Vergleich zu Juli Zehs anderen Büchern) echten Tiefgang vermissen.
Es mag am Utopie/Dystopie-Thema liegen, dass einige der Ideen abgedroschen daher kommen.

Packen und bis zum Ende festhalten kann einen das Buch nichtsdestotrotz.
Fazit: Empfehlenswert ja. Buch des Jahres, eher nein.
0Kommentar|64 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2014
Juli Zeh versetzt ihre Leser mit wenigen Sätzen in die bekannte hilflos-passive Situation, in der wir uns aus Angst vor einem klinischen Eingriff verkriechen möchten, aber längst sediert, aufgebahrt und angeschnallt sind wie im Augenblick einer 'sterilen Hinrichtung'. Und sie denkt die Gedanken des Opfers dieser Exekution. Der Roman handelt von einer Gesundheitsdiktatur und Jurisprudenz, also von zwei Gewalten, die uns methodisch bis ins Mark treffen, wenn wir selbst oder unsere betreuten älteren Angehörigen von prophylaktischen, hygienischen und klinischen Verordnungen betroffen sind. Die dritte Gewalt, die irgendein persönliches und demokratisches Mitspracherecht garantiert, existiert in diesem Roman nicht mehr.

"Corpus Delicti" spielt als als Science fiction-Drama und Roman im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert. Grundlage des gesamten Staatswesens ist die sogenannte Methode: Der Staat zwingt jedermann zu gesundheitlicher Prävention und behandelt schon das Rauchen als Delikt.

Kaum ein Rezensent versäumt, die intelligente Sprache der Erzählerin herauszustellen, weil dies so ist.Ihre poetische und performative Erzählkraft wird jedoch allzu oft unterschätzt. Dieser Roman ist fesselnder als ein Krimi, wird doch der Leser immer tiefer in diese angeblich rein utopische wohnliche, gesunde Welt hineingezogen, vor der die Erzählerin warnt, in der wir uns schon einzurichten beginnen, wie im Vorzimmer einer sterilen Exekution.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. August 2011
Es ist ganz unterhaltsam, es gibt sogar auch orginelle Formulierung und philosophisch ausgereifte Sentenzen. Trotzdem sind mir die Figuren etwas holzschnittartig, die Story zwar pointiert, aber als Dystopie flach, auch zu wenig realistisch: Eine derart übertriebene Hygiene würde das Immunsystem nicht stärken, sondern schwächen, und damit könnten Infektionskrankheiten keineswegs ausgerottet werden, so wie es in diesem Roman der Fall ist.
Zum anderen fällt hier ein totalitäres System quasi vom Himmel: Wie könnte die heutige Welt dorthin kommen? Das ist mir nicht ersichtlich. In weniger als 30 Jahren soll der Kapitalismus ein derart fürsorglich-autoritäres System hervorbringen? - Totalitär, ja, das ist glaubhaft, aber zugleich fürsorglich? Darauf deutet heutzutage nichts hin, der Trend weist eher in die Gegenrichtung.

Zeh macht viele Anleihen an Orwells 1984, ferner an "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Aber ihr Zukunfts-Entwurf bleibt leider viel weniger durchdacht.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Juli 2009
... etwas Gattaca, etwas Minority Report,...

Die Zukunftsvision um Mia Holl wirft einige sozialkritische und philosophische Themen auf. Denkansätze über Bioethik und den totalitären Staat sind durchweg interessant, jedoch nicht elaboriert.

Mir gefällt, dass man das Buch in ein 2-3 Stunden lesen kann, ohne dass es langweilig wird.

Mir gefällt nicht, dass die Problematik der Bioethik zu oberflächlich behandelt wird, insbesondere da solche Themen literarisch schon sehr oft aufgegriffen wurden. Auch hätte es mir besser gefallen, wenn die Figuren und Szenen tiefgründiger beschrieben wären.

Nur zwei Sterne kann ich vergeben, weil das Buch wenig inspiriert wenn man Blockbuster wie Gattaca, Demolition Man oder Minority Report gesehen hat. Das Thema ist bekannt und das Buch kann nicht durch etwas Neues überraschen.

Das Ende ist kurz, aber gut.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. März 2009
Mit ihren Themen ist Juli Zeh immer ganz am Puls der Zeit, so auch mit diesem Buch. Ein übermächtiger Staat, der seine Kontrolle bis auf die körperlichen Funktionen ausgeweitet hat und den Zwang zum Gesundsein verkündet entwickelt seine geisttötende Macht. Religion, Demokratie, Gesundheit, alles was gut für die Menschen sein kann kann andererseits zum Kerker werden. Die Proklamation Mia Holls, der Hauptfigur, ließ mir den kalten Schauer über den Rücken rennen, sie ist für mich das Kernstück und die Kernaussage des Romans - brilliant! Und doch, doch - literarsich und stilistisch ist dieser Roman für mich ebenso hinkend, wie auch "Schilf" von Julie Zeh. Wäre ihr Stil so gut, wie ihre einmalige Fähigkeit den Finger auf die richtigen Wunden unserer Zeit zu legen und Fragen zu stellen, die förmlich danach schreien ausgesprochen zu werden, was wären das für Bücher! Aber vielleicht wird ihr diese Verbindung mit dem nächsten Roman gelingen, ich warte darauf. Das Buch ist empfehlenswert - es macht wachsem für die Gefahren, denen gerade in unserer Zeit die private Sphäre ausgesetzt ist.
11 Kommentar|49 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,99 €