Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen5
3,4 von 5 Sternen
Format: Broschiert|Ändern
Preis:16,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 15. April 2016
Dies ist eine von mir an der Universität angefertigte Rezension zu dem Buch "Angriff von Rechtsaußen: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen" von Ronny Blaschke. Ich hoffe, dass ich Interessenten damit eine Hilfe anbieten kann, sich für oder gegen das Buch zu entscheiden.

Inhaltsverzeichnis/Überblick:

1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Zielsetzung des Buches
2.2 Zentrale Fragestellung des Buches
2.3 Ergebnisse der Arbeit
2.4 Aufbau und Beweisführung des Autors
2.5 Anspruch des Buches
2.6 Vergleich mit ähnlicher Literatur
2.7 Zielgruppen
3. Fazit
4. Quellen
5. Plagiatserklärung

1. Einleitung:
Die vorliegende Hausarbeit für das Seminar „Die Neue Rechte“ ist eine Rezension zu dem Buch „Angriff von Rechtsaussen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“ des Journalisten Ronny Blaschke. Die 1. Auflage wurde im Jahr 2011 im Verlag „Die Werkstatt GmbH“ veröffentlicht und umfasst 224 Seiten. In dem Buch geht es um das Thema, wie Rechtsextreme den Fußball missbrauchen, um ihre politischen Ansichten in der Gesellschaft zu verbreiten, in den Fanszenen Wählerstimmen zu schöpfen und Mitglieder für ihre Parteien anzuwerben. Um dies transparent darzustellen, lässt Ronny Blaschke sowohl Rechtsextreme, als auch Gegenaktivisten zu Wort kommen. In Form von Interviews und Berichten stellt der Autor ein Potpourri unterschiedlicher Stilmittel zur Verfügung, die es auch einem Laien möglich macht, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Das Buch verfolgt keine eindimensionale Sichtweise, sondern wird durch unterschiedliche Ebenen, wie beispielsweise Ereignisse auf lokaler Ebene und nationaler Ebene aufgelockert. Es werden sowohl Beispiele aus dem Amateurbereich, als auch aus dem Profifußball geliefert, welche die unterschiedlichen Vorgehensweisen noch einmal deutlicher herausstellen. Durch das Buch versucht Ronny Blaschke eine politische Diskussionskultur im Sport zu schaffen.

2. Hauptteil

2.1 Zielsetzung des Buches:
Liest man sich das Buch genauer durch und beschäftigt sich eingehender mit dem Werk, so wird bei dem Rezipienten schnell die Frage aufkommen, welche Zielsetzung und Intention dahinter stehen. Aus welchem Interesse und mit welcher Motivation hat der Autor dieses Buch geschrieben, und dienen der Arbeit irgendwelche theoretischen Grundlagen als Ansatz.
Ronny Blaschke möchte mit seinem Buch Angriff von Rechtsaussen, für Aufklärung in der Gesellschaft sorgen. Er will die Allgemeinheit über den Einfluss von Rechtsradikalen in der Volksbewegung Fußball informieren, sie auf die Missstände, die es im Fußball gibt, aufmerksam machen, und für Anzeichen von Rechtsradikalismus, beispielsweise durch Symbole und Merkmale, im Fußball sensibilisieren und davor warnen.
Hierbei beschreibt er nicht nur die Unterwanderungsversuche im Profibereich, sondern richtet die Aufmerksamkeit auch ganz bewusst auf die kleineren lokalen Vereine im Amateurbereich. Blaschke ist der Ansicht, dass der Grundstein, für die Verbreitung von rechtem Gedankengut, die Gründung, beziehungsweise die Existenz rechtsradikaler Fanklubs ist. Dies sei sowohl auf der nationalen als auch auf der lokalen Ebene so. Die „Fanklubs“ versuchen sich mit aller Macht in den Fanszenen zu etablieren und werden oftmals von der schweigenden Mehrheit durch Desinteresse, fehlendem Wissen oder Einschüchterungen toleriert.
In dem Kapitel „Verschlüsselte Lebenswelt“ widmet sich Blaschke den Erkennungsmerkmalen in Form von Kleidermarken, Symbolen und Codierungen, welche die Rechtsextremen zur Erkennung benutzen. Dabei macht er darauf aufmerksam, dass ein ständiger Wandel von statten geht. Der Fußball systematisch als Marketing- und Gesellschaftsfeld erschlossen wird, man die Symbole aber häufig an ihren gewaltverherrlichenden Motiven und dumpfen Parolen erkennt. In dem Kapitel wird dem Außenstehenden eine Übersicht der genutzten Symbolen und Codierungen gegeben, anhand derer er „Fans“ mit rechter Gesinnung erkennen kann. So wird der Leser beispielsweise auf:“[…]Motive und Slogans […] wie „Letzter Kick“, „Dritte Halbzeit“, „Adrenalin“ “ hingewiesen, aber auch auf Nummerische Codes, wie „88“ oder „18“, die als Synonym für Adolf Hitler weitgehend bekannt sind aufmerksam gemacht.
Das persönliche Interesse von Blaschke an diesem Buch, neben der Aufklärung, Information und Warnung, wird auf der Rückseite des Buches beschrieben. Der Autor will damit: „ Eine längst fällige Bestandsaufnahme – und ein Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport“ , schaffen.

2.2 Zentrale Fragestellung des Buches:
Blaschke widmet sich in seinem Buch zwar vielen verschiedenen Themenbereichen, und lässt den Einfluss und die unterschiedlichen Sichtweisen zu diversen Standpunkten zu, jedoch kristallisieren sich im Verlauf der Arbeit zwei Aspekte heraus. Der Autor versucht zum einen darzustellen, wie und mit welchen Methoden die Neonazis versuchen den Fußball auf den verschiedenen Ebenen zu unterwandern und zum anderen, ob der Fußball eine Art Deckmantel für die politischen Zwecke von Rechtsradikalen darstellt und dieser dadurch missbraucht wird. Blaschke belegt seine Darstellungen mit Beispielen aus diversen unterschiedlichen Kapiteln wie „Stimmenfang am Stadion“, „Unparteiischer mit Parteibuch“, „Unfreiwillig unpolitisch“ oder „Lockruf im Vakuum“. In dem Kapitel „Stimmenfang am Stadion“, legt Blaschke dar, wie rechtsextreme Aktivisten die Fanszene des 1. FC Lokomotive Leipzig unterwandern. Dies geschieht beispielsweise durch Choreographien oder Transparente, so Blaschke. „Im Februar 2006 stellen sich Lok-Fans während eines A-Jugend-Spiels im Stadion so auf, dass ein menschliches Hakenkreuz entsteht. Auf einem Transparent steht 2002: „Wir sind Lokisten, Mörder und Faschisten“ “. Aber auch der Verkauf von Fanutensilien und das Verteilen von Flugblättern hilft in der Fanszene Fuß zu fassen. Durch die Gründung von Fanklubs, denen eine deutliche rechte Gesinnung nachzuweisen ist, beispielsweise den Blue Caps aus der Leipziger Fanszene, wird die Präsenz auch im Stadion deutlich. Dabei verweist Blaschke darauf, dass die Anhänger sich noch nicht einmal groß verstecken müssen. So wird zum Beispiel Holger Apfel, Chef der NPD-Landtagsfraktionen zitiert, der sagt: „ Es geht mir darum, die NPD in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. Da ist Dynamo Dresden ein gutes Beispiel, auch Erzgebirge Aue und Lokomotive Leipzig. Das sind Vereine mit einem großen Potenzial, mit großer Akzeptanz im Volk. Deren Anhänger versuchen wir an die Partei heranzuführen“. Blaschke zählt aber auch noch andere Möglichkeiten auf, wie auf den Fußball, seitens der Rechten, Einfluss genommen wird. So berichtet er in dem Kapitel „Unparteiischer mit Parteibuch“ von S. Haase, der im Kreis Lüdenscheid eine offizielle Stelle als unparteiischer Schiedsrichter für Amateurfußballspiele bekleidet, obwohl dieser ein bekannter NPD-Funktionär ist.
Dass der Fußball auch als Deckmantel für politische Zwecke missbraucht werden kann, beschreibt der Autor in dem Kapitel „Unfreiwillig unpolitisch“, indem er die Rockband Kategorie C näher betrachtet. Diese Band gilt zwar offiziell nicht als Rechts, jedoch gehören ihre Anhänger größtenteils der Rechten Szene an oder sind bekannte Hooligans. Außerdem stellt sich die Band durch Liedzeilen wie: „Deutschland dein Trikot. Das ist schwarz und weiß. Doch leider auch die Farbe deiner Spieler“ , immer wieder selbst in die Rechte Ecke. Dadurch werden, laut Blaschke, verdeckt durch den Mantel des Fußballs, versteckt politische Botschaften an die Fans und Konzertbesucher herangetragen und diese so für ihre Zwecke missbraucht.

2.3 Ergebnisse der Arbeit:
Das Buch liefert dem Leser einen Eindruck darüber, welche Verbindung es zwischen den Themenbereichen Fußball und Rechtsradikalismus gibt. Hierbei wird dem Rezipienten sowohl ein Meinungsbild über die Auffassung und Wahrnehmung von Rechtsextremen, als auch ihrer Gegner dargelegt. Dies geschieht beispielsweise durch Interviews mit Personen die den verschiedenen Gruppierungen zuzuordnen sind, wie NPD-Funktionären, dem Pressesprecher der NPD oder aber auch dem DFB-Präsidenten und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden. Des Weiteren wird geschildert, ob und wie sich Gruppen mit einer Rechten Gesinnung, im Fußball Gehör verschaffen, und wie sie versuchen, sich in der Gemeinschaft des Fußballs zu etablieren. Außerdem wird erörtert, welche Gegenmaßnahmen getroffen werden, um diesen Einstieg, beziehungsweise die Ausbreitung zu verhindern.
Ronny Blaschke stellt in seinem Werk eine Sammlung verschiedenster Stimmen, Stimmungen und Berichte zusammen und bleibt dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten bei einer objektiven, neutralen Berichterstattung. Er vermeidet es, eine eigene Wertung zu den geschilderten Ereignissen einzubringen, sodass dem Leser, die Möglichkeit offen bleibt sich selbst ein unverfälschtes Bild der verschiedenen Gruppierungen zu machen. Einzig in seinen Interviews ist auffällig, das Blaschke sehr kritisch hinterfragt und sich teilweise mit den gegebenen Antworten nicht zufrieden stellt, so auch in einem Interview in dem Kapitel Der DFB hat Angst, dass wir Kontakte zu Fans knüpfen könnten, indem er fragt: „Über Ihre Auslegung von Demokratie lässt sich streiten. Und Sie wollen uns allen Ernstes weißmachen, dass die Rolle des Fußballs im Zusammenhang der NPD „völlig überbewertet“ sei?“ Hier lässt sich, seitens Blaschkes, eine leichte Emotionalität feststellen, was die objektive Darstellung des Interviews aber nicht weiter beeinflusst.

2.4 Aufbau und Beweisführung des Autors:
In dem Buch von Ronny Blaschke ist auf den ersten Blick kein gradliniger, strukturierter Aufbau zu erkennen. Es wirkt so, als hätte der Autor, eine Anzahl von Interviews und Berichten zu dem Thema Fußball und Rechtsradikalismus gesammelt und diese wahllos in einem Buch veröffentlich.
In der Tat, ist es in diesem Buch so, dass hier keine durchgängige Geschichte erzählt wird, oder die einzelnen Kapitel/Interviews aufeinander aufbauen, sondern sich alle mit einem anderen Teilaspekt beschäftigen. Betrachtet man das Buch jedoch als großes Ganzes, so erkennt man, dass sich alle Kapitel direkt oder indirekt mit der Frage beschäftigen, wie der Angriff von Rechtsaußen von statten geht, und wie Neonazis versuchen den Fußball für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das Inhaltsverzeichnis wird von Blaschke bewusst gemischt aufgebaut, sodass sich Pro- und Contra- Stimmen größtenteils gegenseitig abwechseln. So folgt beispielsweise auf einen Bericht, über Neonazis, die Fußballturniere als wichtigen Teil ihrer Erlebniskultur feiern, ein Interview mit Wilhelm Heitmeyer, der ein Bielefelder Gewaltforscher ist. Dieser bezieht sich dann allerdings nicht, wie oben schon erwähnt, auf das vorhergegangene Kapitel, sondern beschäftigt sich mit einem neuen Teilaspekt. Durch die verschiedenen Stilmittel, die Blaschke verwendet, wie beispielsweise Interviews und Berichte, erfährt das Buch eine Auflockerung und lässt sich so für den Rezipienten flüssiger lesen. Außerdem verwendet er in seinem Buch immer mal wieder Abdrucke von originalen Flyern , Karikaturen oder Bildern . Dies schafft beim Leser einen weiteren signifikanten Realitätsbezug bei der Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Blaschke lässt in seinem Buch Personen beider Lager zu Wort kommen, sodass man ihm nicht vorwerfen kann, das Buch sei aus einer subjektiven, befangenen Sichtweise geschrieben worden. Damit überlässt er dem Leser die Möglichkeit sich seine eigenen Schlüsse, aus der ihm dargelegten Arbeit zu ziehen und eine eigene Meinung zu dem Thema zu bilden. Durch seine vielen Kapitel und die jeweiligen unterschiedlichen Teilaspekte, die in ihnen aufgegriffen werden, eignet sich das Buch gut als Nachschlagewerk, falls man zu einem bestimmten Thema etwas nachlesen will. Somit fällt die Voraussetzung, die vorherigen Kapitel lesen zu müssen, wie es in manchen anderen Büchern, die sich mit dieser Thematik beschäftigen der Fall ist, weg. Diese Tatsache macht das Buch, besonders für Einsteiger und Laien interessant, da sie so die Möglichkeit erhalten, immer mal wieder ein Kapitel aus dem Buch zu lesen. Auch aus der sprachlichen Sichtweise bietet sich das Buch zur Verwendung an. Die sprachliche Gestaltung, welche Blaschke in seinem Buch verwendet, bewegt sich auf Standardsprachniveau. Er vermeidet es, Fachbegriffe in seinem Werk zu verwenden und benutzt nur selten interne „Szenen-Begriffe“. Dieser werden von ihm allerdings auch umgehend erklärt, sodass der Leser sich unter dem Begriff etwas vorstellen kann. Der Autor schreibt klare, eingehende Sätze und verzichtet auf unnötige Verschachtelungen, die dem Buch auch ein Stück weit an Authentizität nehmen würde.

2.5 Anspruch des Buches:
Stellt man die Frage nach dem Anspruch, so kann man diese Frage unterschiedlich interpretieren. Auf der einen Seite kann man fragen, ob die Arbeit dem eigenen Anspruch gerecht wird oder aber man fragt danach, ob die Arbeit anspruchsvoll geschrieben ist. Der deutsche Duden definiert das Wort wie folgt:„ so, dass jmd. oder etwas viele Ansprüche stellt“. Bei der letzteren Fragestellung kann man das Wort Anspruch auch mit dem Synonym Erwartung gleichsetzten. Wie schon in 2.4 Aufbau und Beweisführung erwähnt, ist das Buch nicht übermäßig anspruchsvoll geschrieben, sondern bietet, aufgrund der Wortwahl und der sprachlichen Gestaltung die Blaschke verwendet, auch für Leute die sich neu mit dieser Thematik befassen einen hervorragenden Einstieg.
Wird die Frage nach dem eigenen Anspruch an die Arbeit gestellt, so muss der Rezipient sich damit auseinandersetzten, ob die letztendlichen Ergebnisse des Buches die gesetzten Ziele erfüllen und ob die Mittel und Wege, welche der Autor verwendet, um an diese Ziele zu kommen, dem Anspruch genügen.
Da dieses Buch die Zielsetzung hat, eine Einführung in die Thematik über die Verbindung von Fußball und Neonazis zu bieten und diese, wie in 2.3 Ergebnisse der Arbeit beschrieben, erfüllt werden, kann man sagen, dass dieses Werk, dem eigenen Anspruch gerecht wird. Auch die Beweisführung, die der Autor zur Verdeutlichung seiner Darstellungen verwendet, entspricht dem passenden Rahmen für so ein Buch und passt sich seinem Anspruch an.

2.6 Vergleiche mit ähnlicher Literatur:
Aufgrund der Tatsache, dass das Buch sich speziell auf den Themenbereich der Einmischung von Rechtsradikalen in den Fußball, und damit zusammenhängende Präventionsmaßnahmen bezieht und keine allgemeine Einführung zu Themen wie Neonazis oder Fußball darstellt, fällt eine Einordnung in andere politologische Literatur oder aktuelle politische Diskussionen schwer. Wird Blaschkes Buch jedoch mit anderen Werken, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen verglichen, wie beispielsweise Die Ultras – Fußballfans und Fußballkulturen in Deutschland von Jonas Gabler oder Ultras im Abseits? Porträt einer verwegenen Fankultur bei dem die Herausgeber Martin Thein und Jannis Linkelmann sind, so lassen sich Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede feststellen. Beide Bücher arbeiten, im Gegensatz zu dem Buch von Blaschke, massiv mit Fußnoten und Verweisen auf Fachliteratur . Hier findet man fast auf jeder Seite eine Erklärung oder Erläuterung für im Text verwendete Begriffe und Fachausdrücke. Dies macht die Texte, im Vergleich zu den Texten von Blaschke, sehr komplex und anspruchsvoll beim Lesen. Anders als bei Blaschke und Thein/Linkelmann, werden in dem Buch von Jonas Gabler keine Interviews mit den verschiedenen Gruppen geführt. Hier beschränkt sich der Autor lediglich darauf, Fakten zu schildern und Ereignisse und Geschehnisse zu berichten. Auch arbeitet der Autor in dem Buch ohne Illustrationen, die Aussagen von ihm verdeutlichen könnten. In dem Buch Ultras im Abseits? Porträt einer verwegenen Fankultur ist auffällig, das besonders viel mit Tabellen gearbeitet wird , um etwas zu belegen. Das Inhaltsverzeichnis in den beiden Büchern, ist ähnlich aufgebaut wie das bei Blaschke. Das Leitthema Ultras wird in viele kleinere Themenblöcke aufgeteilt, sodass dem Leser auf hier die Möglichkeit geboten wird, sich auch nur Fachwissen zu expliziten Themen anzueignen. Ein Problem, bei diesem Vergleich besteht darin, dass die beiden Bücher, anders als Blaschke, nicht bzw. nur sehr geringfügig darauf eingehen, wie die Zusammenhänge von Rechtsradikalismus und Fußball sind. In diesen Büchern geht es eher um die Frage, was genau Ultragruppierungen eigentlich sind, was sie ausmacht und womit sie sich identifizieren. Die Frage nach politischen Einstellungen, wird dabei nur Angeschnitten. Dennoch vermitteln auch diese Bücher ein breites Grundwissen, auf einem etwas anspruchsvollerem Niveau als Blaschke es tut, und sind für interessierte Leser die sich mit diesem Gebiet auseinandersetzen geeignet.

2.7 Zielgruppen:
Das Buch Angriff von Rechtsaussen bietet, wie in den oberen Kapiteln schon ab und zu erwähnt, einen hervorragenden Einstieg, besonders für Menschen die sich erstmalig mit dem Thema auseinander setzen. Wie in 2.4 Aufbau und Beweisführung beschrieben, erhalten neugierige Interessenten, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen, in dem Buch themenspezifische Einzelkapitel und eine Übersicht über die gesamte Bandbreite an Feldern, die in dieses Thema mit hineinspielen. Generell ist dieses Buch für jeden interessierten Leser geschrieben, der sich gerne damit auseinandersetzten möchte. Jedoch kann fast eine Altersgrenze bei vierzehn Jahren gezogen werden, da zu befürchten ist, dass jüngere Menschen Probleme bekommen könnten die einzelnen Zusammenhänge zu erkennen und eine eigene Verbindung herzustellen. Außerdem könnten für sie Verständnisprobleme auftreten, da teilweise ein gewisses Hintergrundwissen verlangt wird, wenn beispielsweise Rudolf Heß erwähnt wird , ohne dass näher erläutert wird, wer diese Person war. Aufgrund der Tatsache, dass das dritte Reich und der Nationalsozialismus erst ab der siebten Klasse in den Schulen besprochen wird , könnten bei Kindern, die jünger sind Schwierigkeiten auftreten.
Dieses Buch erscheint besonders geeignet für Fußballvereine oder Fanbeauftragte, welche auch in der Realität mit den angesprochenen Problematiken immer wieder konfrontiert werden. So können Trainer oder der Vereinsvorstand eines lokalen Fußballvereins beispielsweise präventiv mit den Kindern und jungen Erwachsenen anhand dieses Buches arbeiten und diskutieren oder aber intervenierend eingreifen, wobei das Buch kein Ratgeber für die Problemlösung darstellt. Auch Fanbeauftragte, besonders in größeren Vereinen und höheren Ligen, werden noch einmal für die dargestellte Problematik sensibilisiert, wenn sie sich mit dem Buch beschäftigen.
Das Buch ist nicht als Sammelband auf dem Markt erschienen, weshalb es nicht von Nöten ist, sich fortführende Literatur zu diesem Werk zu beschaffen. Es umfasst eine Sammlung von Berichten und Interviews, die der Autor zusammengestellt hat und in einem einzigen Werk veröffentlicht hat. Das Potpourri an Texten, die Blaschke zu dem Thema ausgewählt hat, ist angemessen und bietet eine vielschichtige Abwechslung. Besonders zu erwähnen ist, dass durch die Interviews mit beiden Seiten, nicht immer nur in die gleiche Kerbe gehauen wird, sondern versucht wird dem Rezipienten ein objektives Gesamtbild zu bieten, zu dem er sich dannselbst seine Meinung bilden kann. Ob dieses Buch auch für höherwertige Auseinandersetzungen geeignet ist, beispielsweise zu Studienzwecken, hängt ganz davon ab, was genau erforscht werden soll. Als ersten Einstieg in die Thematik, um an das Thema heranzuführen, sollte dieses Buch, auch dafür, geeignet sein. Jedoch könnte bei weiterreichenden Arbeiten das Problem auftreten, dass dieses Buch nicht wissenschaftlich genug erarbeitet ist. Keine Aussagen die Blaschke trifft, werden von ihm empirisch oder mit alternativen Fakten belegt.

3.Fazit:
Ronny Blaschkes Buch, Angriff von Rechtsaussen, bietet jedem interessierten Leser ein Nachschlagewerk zu unterschiedlichsten Themenbereichen, welche alle jedoch mit dem Leitthema Fußball und Neonazis zusammenhängen. Besonders dieser Aspekt, macht das Buch in meinen Augen zu einer sinnvollen Lektüre für Leute, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Dabei ist es egal, ob der Rezipient bereits über Vorwissen verfügt oder sich durch dieses Buch erste Erkenntnisse aneignen will. Blaschke stellt seine Berichte und Interviews klar strukturiert und anschaulich da, indem er eine Standardsprache verwendet und mit Bildern, Skizzen, Karikaturen, aber auch Abdrucken von Flyern und ähnlichem, seine Texte belegt. Da es sich nicht um ein Fachbuch handelt, lässt es sich für den Leser, ähnlich wie ein Roman, leicht lesen. Dabei ist dieser nicht zwangsläufig darauf angewiesen, sich die geschilderten Ereignisse in den vorherigen Kapiteln zu merken. Alles in allem, halte ich das Buch für sehr gelungen und würde es interessierten Lesern weiterempfehlen. Auch für Bereiche wie Jugendarbeit, Arbeit im Verein oder als Fanbeauftragter, kann es nicht schaden, einen Blick in dieses Buch zu werfen. Vermischt man dann sein sich angeeignetes Wissen mit fortführender Fachliteratur oder beispielsweise auch mit den Bücher von Gabler und Thien/Linkelmann, so besitzt der Leser ein breit gefächertes Wissen zu den Themengebieten „Ultras“ und über die Zusammenhänge von Neonazis im Fußballgewerbe.
Meiner Meinung nach, eignet sich dieses Buch hervorragend, um einen Einstieg in die Thematik zu bekommen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen.
Auch schafft es der Autor, durch die Anwendung, der bereits beschriebenen Stilmittel, Menschen, für dieses Thema zu interessieren und sich der gesellschaftlichen Relevanz dieses Themas bewusst zu werden.

Wenn Ihr diese Rezension hilfreich fandet, würde ich mich natürlich über eine positive Bewertung freuen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2011
Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich der Sportjournalist Ronny Blaschke mit dem zunehmenden Einfluss von Neonazis insbesondere in der Fußballszene. Dort, in und außerhalb der Stadien, sehen die Rechtsextremisten ein wichtiges Feld, wo sie ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten und um Anhänger werben können.
"Wie Neonazis den Fußball missbrauchen" zeigt er an zahlreichen Beispielen aus Ost- und auch aus Westdeutschland.

Dabei kommen sowohl die Neonazis in den Fußballsszenen selbst wie auch ihre Gegen-Aktivisten zu Wort. Sauber und aufwendig recherchiert, beschreibt Ronny Blaschke, der schon mit seinen Buch "Versteckspieler" über eine schwulen Fußballer viel Diskussionen auslöste, wie die Rechtextremen das Verständnis von Demokratie und Toleranz im Fußball nachhaltig schädigen.

Sein spannend zu lesendes Buch ist ein engagiertes Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Januar 2015
Das Buch wurde mir von einem Freund empfohlen. Ich finde es echt klasse. Ich würde es jedem empfehlen und auch weiterverschenken.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2012
Das Thema ist hochinteressant, leider zeigt das Buch jedoch Schwächen.
All zu langatmig und oberlehrerisch wird hier Wissen vermittelt, ich schlief bald ein.

Natürlich verlangt das Thema eine gewisse Fundiertheit und differenzierte Herangehensweise, dennoch hätte es durchaus unterhaltsamer und abwechslungsreicher daherkommen können.
Ich mußte mich schier zwingen, es wirklich bis zum Ende zu lesen, dass kann nicht der Sinn einer solchen Lektüre sein!

Wer eine wissenschaftliche Abhandlung sucht, soll zugreifen, mir was das Ganze aber etwas zu trocken.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. November 2011
Wer sowas kauft kann das Geld auch aus dem Fenster schmeißen.Schlecht Informiert und von allen keine Ahnung.Er sollte auf hören zu schreiben.
44 Kommentare|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden