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am 13. März 2006
Peter Cardoff, selbständiger Autor, und Conny Böttger, Bildredakteurin und Fotografin, haben bereits 2003 zusammen den Band ”Mein letztes Wort. Der Grabstein als Visitenkarte” veröffentlicht. Die beiden Autoren geben mit ihrem neuen Werk ”Der letzte Pass. Fussballzauber in Friedhofswelten” einen Einblick in die Friedhofswelt von Fußballspielern, Trainern, Fans und anderen Begeisterten. Ihr Augenmerk richten sie dabei auf die Grabmahlgestaltung berühmter Spieler, sowie auf andere Denkmäler, die zur Erinnerung derer dienen. ”Fritz Walter hat sein Ehrenspielführergrab, Helmut Rahn ein Denkmal, die Jüngeren denken auch schon daran: »Wenn man auf meinen Grabstein eines Tages nur >Hamburg 74< schreibt, weiß jeder, wer darunter liegt« (Jürgen Sparwasser natürlich)”. (9) Das Buch entstand bei einer Forschungsreise durch die mitteleuropäischen Friedhofslandschaften zu einer anderen Arbeit.
In Deutschland ist es dem Fußballer und dessen Fan nicht erlaubt seine Asche auf den Platz zu streuen, oder sich am Spielfeldrand beisetzen zu lassen. Wie aber auch hierzulande die Leidenschaft für das runde Leder mit der letzten Ruhestätte vereinbart werden kann, wollen Cardoff und Böttger klären. Anhand von schwarz-weiß Fotografien dokumentieren sie die schon stattgefundene Umsetzung. Die Bedeutung des Fußballs für seine Anhänger stellen die Autoren klar heraus: ”Fußball ist, außer eine bedeutende gesellschaftliche Institution, für Unzählige der Heimatbezirk in ihrer Lebenswelt und in ihrem Gefühlshaushalt die Zentralleidenschaft. Darum ist der Fußball auch überhaupt nur auf den Grabstein gekommen: ... weil und insofern dieser Sport als Lebenselixier wirkt.” (44) Im Fußball geht es, nach Aussage der Autoren, nicht um Tod und Sterben wie in anderen Bereichen z.B. in der Literatur. Fußball ist die Gegenwart und lebt trotz allem von der Erinnerung. Fanrufe nach einer letzten Ruhestätte neben ihrem Idol werden immer lauter und die obligatorische Schweigeminute als Zeichen des Gedenkens an einen kürzlich verstorbenen Fußballer ist gegenwärtig. Da im Fußball keine Kontinuität herrscht und sich von einer Minute auf die andere alles ändern kann, ist der Wunsch nach Ewigkeit nicht weiter verwunderlich. (9f)
Die beiden Autoren haben ein Buch konzipiert, das für Fußballverrückte ebenso wie für Menschen, die sich über einen ausgewählten Teil der Sepulkralkultur informieren wollen, gleichermaßen interessant ist. Allerdings sollten letztere sich doch ein wenig mit dem Fußball auskennen, da es in den im Buch geschilderten Anekdoten eine eigene Sprache gibt, die nur "Eingeweihte" verstehen können. Neben den Grabmählern der Fußballer werden aber auch deren Todesanzeigen, sowie Gräber von Sportlern anderer Sportarten gezeigt. Weiterhin geht es um die Identifikation der Fans über die jeweiligen Vereinsfarben, die Benennung von Straßen nach berühmten Fußballgrößen und den Tod vor, während oder nach einem Spiel und vieles andere mehr. In einem der letzten Kapitel (181ff) wenden die Autoren sich Gott zu, der im Denken der Fans und Spieler präsent ist. Hierbei geht es aber allein um Gottes Eingreifen in ein Fußballspiel und dessen Wende von einer Niederlage hin zum Sieg. Der Bedeutung Gottes, in Bezug auf eine Beerdigung, widmen die Autoren keine Aufmerksamkeit. Sie sind jedoch der Meinung, dass sich unsere Auffassung von Tod, Krankheit und Sterben nicht ändert, wenn man über sie in Termini spricht, die aus der Sportsprache stammen. (185)
Grabsteine dienen der Erinnerung an einen Menschen und sind immer auch Ausdruck einer Kultur. Es ist interessant zu sehen, in wie weit der Fußball für viele Menschen zu einer Art Lebensinhalt wird und lebensbestimmend ist. Vor allem für die Fans ist es, wie oben angedeutet, wichtig den eigenen Tod bzw. das Begräbnis und die Erinnerung unter ein Vereinsmotto zu stellen. Hinzu kommt, dass der Mensch, der ein erfolgreicher Spieler eigentlich ist, schon zu Lebzeiten aber vor allem nach seinem Tod nur noch auf "den Fußballer", der er einmal war, reduziert wird.
Abschließend gesehen wenden sich Peter Cardoff und Conny Böttger einem profanen Gebiet zu, nämlich dem Fußballsport. Dieser wird jedoch von seinen Anhängern sakralisiert. Würde man genauer nachfragen, erhielte man sicher die Antwort, dass Fußball eine Religion sein kann. Nüchtern betrachtet könnte man ihn aber auch als das sehen, was er eigentlich ist: in erster Linie ein Sport.
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