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am 8. August 2012
In seinem letzten großen, posthum veröffentlichen, Werk hat sich Robert Kurz viel vorgenommen. Er möchte nicht nur die vor- und frühmoderne Geschichte des Geldes als treibender Instanz des Kapitalismus neu deuten, sondern auch die herrschenden Verhältnisse unter dem Vorzeichen des "Selbstzweckmediums" Gelds sondieren. Dies führt ihn schließlich notwendig zur sich immer mehr abzeichnenden finalen Krise des Geldes und der auf ihm beruhenden Gesellschaft.

Methodisch impliziert dieses Programm zwei Schwerpunkt. Einerseits einen geschichtsphilosophischen, der sehr allgemeine Aussagen über die Entwicklung des "warenproduzierenden Patriarchats", hier besonders jener des Geldes als genuin kapitalistischer Instanz, beinhaltet. Andererseits einen im engeren Sinne theoretischen, der v.a. auf die neueren marxistischen Debatten abzielt und dabei nicht nur ihre krisentheoretischen Schwachstellen aufdeckt, sondern sie recht umfassend für ihre verkürzte Kritik der Verhältnisse an den Pranger stellt.

Schwierig für den/die LeserIn wird die Sache dadurch, dass sich beide Momente bei Robert Kurz natürlich nicht trennen lassen, denn anders als der von ihm kritisierte "positivistische Mainstream" in den Wissenschaften und der Alltagswahrnehmung geht der Autor davon aus, dass der "ideale Durchschnitt" des Kapitalismus, seine "Logik", nicht einfach überhistorisch und schematisch darstellbar ist und als solcher gewissermaßen "neben" den historischen Veränderungen steht. Vielmehr ist für ihn die Kritik der Politischen Ökonomie auch Kritik der historischen Bewegung des Kapitals. Das bedeutet, dass der Kapitalismus nicht nur einen Anfang hat, sondern auch ein Ende, das sich aus der Kritik der Entwicklung seiner grundlegenden Formen ablesen lässt.

Diese Krisentheorie ist nun nichts neues und wurde von Kurz bzw. seinen MitstreiterInnen in mehr als 25 Jahren (fort-)entwickelt. Die besondere Stellung von "Geld ohne Wert" in dieser krisentheoretischen Debatte ergibt sich jedoch daraus, dass hier zum ersten Mal alle theoretischen Fäden zusammengeführt werden - wenn auch in zweifellos rudimentärer Form, dies gibt der Autor anfangs auch selbst zu, wenn er den "essayistisch formulierten" Charakter des Werks betont und von einer bloßen "Sizze eines umfassenden historisch-logischen Zusammenhangs" spricht. Dennoch: Es finden sich lange erwartete Antworten auf Fragen, die allen voran in der bereits versierten kapitalismuskritischen Gemeinde gestellt wurden und werden. Wie ist das Verhältnis von "historischer" und "logischer" Lesart des Kapitals einzuschätzen? Was hat es mit der umfassenden, über Marx hinausgehenden Fetischtheorie zu tun? Welche Kriterien unterscheiden kritische dialektische Theorie von akademischer Analyse, die auf die eine oder andere Weise stets dem "methodischen Individualismus" unterliegt? Wie und wieso ist das Geld (besonders vor dem Hintergrund einer "monetären Werttheorie") eine spezifisch kapitalistische Angelegenheit? Warum ist die "Zirkulationssphäre" ein bloßer Anhang an die Produktion des Werts durch abstrakte Arbeit, bzw. einschlägiger: wie ist mit der "Wertsubstanzproblematik" umzugehen?

Schließlich werden wie erwähnt ganz besonders auch Antworten auf die zentrale theoretische Frage unserer Zeit gegeben, nämlich die Einschätzung und Erklärung der Krise des Kapitalismus. Kurz geht hier erneut v.a. in theoretischer Hinsicht weiter, als in früheren Werken. Während in populären Büchern wie dem "Kollaps der Modernisierung", dem "Schwarzbuch Kapitalismus" oder dem "Weltkapital" die Krise v.a. als Phänomen betrachtet wurde und auf dieser Basis mit der theoretischen Erklärung vermittelt wurde, kommt es nun zu einer Vollendung des eigentlichen krisentheoretischen Corpus, der abseits der bekannten Texte "Die Krise des Tauschwerts" (1986) und "Himmelfahrt des Geldes" (1995) in den 2000ern nur in der unvollendeten Essay-Reihe zur "Substanz des Kapitals" (2004/5, erschienen in der Zeitschrift EXIT) fortentwickelt wurde. Die Argumentation für ein "Abschmelzen der (Mehr-)Wertsubstanz" und der damit verbundenen finalen Krise des warenproduzierenden Systems wird dabei erstmalig in akribischer und detaillierter Weise an Hand Marxscher Primärquellen, aber auch der rezenten marxistischen bzw. "marxologischen" Auseinandersetzung entwickelt. Eine Vorreiterrolle spielt hier die Kritik der populären Kapital-Lektüre Michael Heinrichs, der sich pointiert für eine bestimmte Art der akademisch-logischen Marx-Interpretation ausspricht und dabei explizit selbst die Möglichkeit einer zukünftigen "systemischen Krise" auf der Ebene der kapitalistischen Formkategorien ausschließt. Kurz weist demgegenüber umfassend die innere Widersprüchlichkeit auf einer Formebene nach und argumentiert schlüssig, dass jene Widersprüche sich früher oder später notwendig immer weiter zuspitzen müssen und die weitere progressive Entwicklung des Kapitalismus durch eine fundamentale krisenhafte Schranke (die sich deutlich von den bloßen "Bereinigungskrisen" der bisherigen kapitalistischen Geschichte unterscheidet) verbaut ist. Dieser Nachweis beinhaltet auch eine umfangreiche ideologiekritische Auseinandersetzung mit den Abwehrmechanismen gegen eine derartige kategoriale Krisentheorie, die auch für sich genommen lohnend ist: vielfach wird nicht nur erklärt, warum die theoretische Position "an sich", etwa in quasi-philologischer Manier eines Rückbezugs auf das, was "Marx eigentlich meinte", falsch ist, sondern es wird auch gesagt, warum sie mehr oder minder notwendig aus einer falschen Realitätswahrnehmung hervorgeht.

Dies alles macht die Lektüre, zusätzlich zu der bereits erwähnten Verschränkung von historischen und logischen Argumenten, sicherlich zu einer schwierigen Angelegenheit, die Durchdringung des wirklichen Gehalts wird bei vielen mehrmaliges intensives Lesen nötig machen, ebenso wie die Darstellung jenes Gehalts in einer kurzen Zusammenfassung wie dieser hier völlig unmöglich erscheint.
Die Anstrengung lohnt jedoch nicht nur, weil es sich leider um das letzte vollendete Werk von Robert Kurz handelt; Es wird hier vielmehr tatsächlich nicht nur theoretisches Neuland beschritten, sondern die Erschließung des "Kontinents Wert-Abspaltungskritik" in umfangreicher Weise vorangebracht und in vieler Hinsicht auch vollendet. Deshalb ist eine intensive Auseinandersetzung für all jene, denen es ernsthaft um die Möglichkeiten und Grenzen emanzipatorischer Versuche geht, absolute Pflicht. Denn das streitbare, aber stets außergewöhnlich geradlinige und tiefsinnige Plädoyer Robert Kurz', findet sich wieder in jenem Anspruch, der nicht nur dieses Buch, sondern sein Lebenswerk beseelte und gleichermaßen richtungsweisend für eine emanzipatorische Linke sein sollte:
"In einer Zeit realer Epochenbrüche geht es weniger denn je um ein bloß philologisches Verständnis im akademischen Sinne, sondern letzten Endes um die historische Praxis radikaler Kritik."
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Oktober 2012
In seinem letzten Buch legt Robert Kurz in einer ersten umfangreichen Übersicht dar, auf welcher argumentativen und inhaltlichen Grundlage er eine zukünftige umfassende Neuinterpretation einer Kritik der politischen Ökonomie zu erarbeiten beabsichtigte. Insofern ist dieses Buch lediglich der Einstieg in das, was da noch kommen sollte und was er im Detail theoretisch noch zu erarbeiten gedachte und beileibe keine auch nur in Ansätzen erschöpfende Darstellung seines großen Lebensthemas: einer kategorial-fundamentalen Kritik des Kapitalismus und seiner Wirkungsmechanismen.
Immer wieder weist Robert Kurz in diesem Buch auf das noch fragmentarische und erst zukünftig in weiteren geplanten Publikationen zu vertiefende seiner Thesen hin. Dies sollte bedenken, wer dieses Buch lesen will.

Relativ viel Raum nimmt die theoretische Auseinandersetzung zwischen Robert Kurz und seinem theoretischen Ansatz und dem der sogenannten "neuen Orthodoxie" einerseits und der sogenannten "neuen Marxlektüre" andererseits ein. Diese Theoriescharmützel sind sicherlich manchmal etwas ermüdend und wohl nur für wenige von gesteigertem Interesse.

Dennoch ist auch sein leider letztes Buch ein "echter Kurz", streitbar, scharfzüngig und polemisch und vielfach nicht gerade einfach zu lesen, so wie es seine regelmäßigen Leser seit jeher zu schätzen wissen. Durch seinen viel zu frühen Tod hat die kategoriale Kapitalismuskritik ihren wohl wortmächtigsten und brilliantesten Vertreter verloren.

Dass in diesem Rezensionsforum in einem Kommentar Robert Kurz` letztes veröffentlichtes Buch ein "unförmig zusammengehudeltes Konvolut" genannt wird, halte ich für eine Unverschämtheit, zum einen seinem Inhalt gegenüber, zum anderen gegenüber der Person Robert Kurz.
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4 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2012
die bücher sind für mich wichtig ... die anderen artikel kann ich noch nicht bewerten, weil noch nicht im gebrauch ... kochplatte wird erst morgen, also mit fast 3-wöchiger verspätung ausgeliefert ... amazon könnte, um solche pannen zu vermeiden, bei der bestellung dem kunden die möglichkeit einräumen, per klick vorherige telefonische absprache mit dem auslieferer zu ordern.
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5 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2012
Zu: Robert Kurz, Geld ohne Wert: Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie

"...die Marxschen Kategorien (sind) nicht bloß theoretische Kategorien (1) ...sondern Realkategorien (2)....(deren) Status (3) ein anderer als in der Realität (sein muß) (4)....(sie) gelten (5) im strengen Sinn (6) nur für den Kapitalismus....(wobei) es sich bei ihnen um dynamische Daseinformen (7) (handelt)....(sie sind) von vornherein Totalitätskategorien (8), die als solche nur für das Ganze (9) gelten und aus der Sicht der einzelnen ökonomischen Subjekte und ihres Handelns verkehrt erscheinen (10)müssen (11)...(sie sind) Wesenbestimmungen (12) eines transzendenten Apriori", die nicht unmittelbar als solche erscheinen können, aber dennoch die gesellschaftliche Realität konstituieren (13)....i(hr Status ist) ein negativer (14), (weshalb) ihre Erkenntnis (auch nur) eine negative sein kann, (die sich) im Modus der Kritik am Gegenstand selbst vollziehen (muß) (15), der zu zerstören ist und dessen Gesetzmäßigkeiten" abgeschafft (16) werden müssen.....Aufs Ganze gehen heißt die Devise."
(Robert Kurz, Geld ohne Wert, S. 28 ff., Durchnummerierung von mir, R.)

"Aufs Ganze gehen ? Das sagen alle Devisenschwindler. Den Schaden hat dann die/der, die/der ihnen, statt selbst zu denken, von ihren Phrasen und Bildern betört ihren Weltgeist-Hokuspokus glaubt und sich ihm verfüg- und dienstbar macht."
(Rubesco, Das Kapital als nimmersatter Opfergott, dem sein Red Bull an "abstrakter Arbeit" ausgeht, Thesen zur negativen Marx-Theologie des Robert Kurz)

*

Das neue (posthume) Buch von Kurz - sein Programm steht zusammengefasst mit einer Gegenthese voran - ist wohl für die, die sich ernsthaft für die teilweise völlig absurden Kabbeleien zwischen "Neuer Marxlektüre", "Neuer Marx Orthodoxie" und "Wert- und Abspaltungskritik" interessieren (*), von irgend Belang. Für den, der hier nicht Partei ist, zeigt es nur - aber, immerhin einmal, nicht nur in überwiegend codetransportierenden Worthülsen und bloßen, manchmal sogar trefflichen, Bonmots - an den Kategorien, welche Spielart Weltgeist-Weltanschauung Kurz sich seit 1986 als KRITISCHER Marxist zusammengebastelt hat. Für Kurz und die Seinen ist es vor allem gegenüber dem unsäglichen "Marx lesen", indem frei assoziierend neben Marx-Texten geschwebt wird, ohne sich auf sie einzulassen, ein epochemachender Fortschritt. Jetzt wissen sie wenigstens, was IHR "esoterischer" Marx sein soll. ESOTERIK nämlich. "Grundrisse" bzw. die "eigentlichen" kategorialen Grundlagen vorzulegen für eine Theorie, die im Kern seit 25 Jahren vertreten wird und mit der bereits alle möglichen Gegenstände" wert- und abspaltungskritisch" fix und fertig belauert und überfallen wurden, ist natürlich eine eigenartige Reihenfolge. Wahrscheinlich dialektisch Totalitätskategorisch. Die Eule der Minerva fliegt ja bekanntlich immer erst am Ende nach Athen (Hegel), dann erst weiß der Weltgeist, was er eigentlich wirklich wollte so die ganze Zeit seines Herumfuhrwerkens hindurch bzw. dann gibt`s, tautologisch vom Ende her gesehen, einen ganz prima teleologischen Sinn. Wie immer dies im Sein bestimmt Bewusstsein gründen möge. Aber Ironisierungen beiseite und im unmissverständlichen Klartext: da wusste Kurz also immer schon längst, was herauskommen mu0, bevor er sich nun mit diesem Buch daran machte, überhaupt die Grundlagen seiner zuhauf apodiktischen Urteile zu erarbeiten.Bei Marx war`s wenigstens umgekehrt: der schrieb erst seine - wichtigen - "Grundrisse" und bügelte das Ding dann "gelehrt und wissenschaftlich aussehend" hin (**).

Wie leider üblich braucht der unverbesserliche Essayist Kurz über 400 Seiten für das, was analytisch konzentriert (16 Thesen - so ich die einzelnen Programmpunkte der Schrift oben richtig abgezählt habe - und deren Ausführung) und ohne einen politkommisarischen nochmal-und-noch-und-nochmal-draufgehaut-Hang ("Begriffsbildung im Handgemenge") auch auf, erste (und mittlerweile valide) Schätzung, 40 bis 50 hätte abgehandelt werden können(***). Mit einer gescheiten ERKLÄRUNG der "Herrschaft des Geldes" - was in "diesen unseren Zeiten" vielleicht ja nicht ganz verkehrt wäre - sollte man das alles allerdings füglich nicht verwechseln. Denn dafür ginge es um die Logik der Kategorie - und nicht um Kategorienlogik. Wer also darüber wirklich etwas wissen will, der muß etwas anderes lesen. Da könnte man denn auch lernen, wie die "Transformation" "konsistent" geht - nämlich OHNE den "vielberühmten Wert" (Engels)****). Geld ist als Geld strukturell in und aus sich zu erklären (schon mal eine weitere heftige Gegenthese zu obigem Programm) - oder es ist nichts erklärt. Esoterischer Lesetipp zur Einführung hierzu: MEW 42, S. 166 ff. Oder z.B. Schomandl (1985), Wert, Geld und Kredit in der Theorie von Karl Marx, S. 293 ff. "Abstrakte Arbeit" (so sinnvoll wie ein "abstraktes Bier"), "abstrakt" dies, "abstrakt" das, immer schön adjektivisch drangeflanscht und von "Realabstraktion" daherreden - das ist nur wortreiches Geschwatz, marxistischer "phantasierender locus communis" (Marx), mit dem NICHTS von der tatsächlichen Abstraktionsleistung des Geldes verstanden wird (das ist: Subsumtion unter die Geldrechnung, aus deren Gewohnheit heraus u.a. dann falsch gedacht wird, es sei: "x Ware A = y Ware B" unabhängig vom Geld). Was Voraussetzung einer validen Kritik wäre. Doch wem ist dies gesagt ?

Kurzens bestes Buch war und bleibt somit das "Schwarzbuch". Darin wird wenigstens weitgehend bei den Phänomenen geblieben und die Unart, über den "Gegenstand" mit fix und fertigen Konstruktionen herzufallen, hält sich - verglichen mit anderen Kurzschen Texten - in Grenzen. Als "amüsant geschriebene Phänomenologie des Kapitalismus durchaus lesenwert" (K.H. Brodbeck) und als feuilletonistische Ergänzung zum kategorialen Ernst geeignet.

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Anmerkungen

(*) Am Beispiel: Engels Diktum der Entsprechung" von logischer und historischer Kategorienentwicklung. Nur" unter Absehung" halt vom historischen Beiwerk", den Verschmutzungen" der klaren Linie. Woher weiß Engels denn, was historisch von Belang (für was und wen ?), was nebensächlich" ist ? Einzig und allein wiederum aus seinem logischen" Vorurteil, das VOR allem Wissen schon weiß, wie die Sache zu machen ist". Entsprechen" ist also nur eine völlig begriffslose IDEOLOGISCHE Rede. Denn den Punkt: wie ginge denn das, daß da entsprochen" wird ? flüchtet sie. Und damit wären wir hiermit im Kern schon fertig. Meinetwegen vergleiche man, wie lange Kurz braucht (und wie oft er sich wiederholt) um hier zu Potte zu kommen. Noch mehr davon und in dieser Güte gefällig ? Man will durch so was tatsächlich noch mal durch ? DANN - das ist die Promotion, die ich für dieses Buch machen kann - MUSS man den neuen Kurz lesen. Da kriegt man`s tatsächlich geballt. Einen umfänglicheren Detail-Verriß habe ich hier unter Kommentar eingestellt; hier genügt der Überblick.
**) Wobei analytisch Wertvolles als nicht dem "dies, kommunistisch, sehr brauchbar" gehorchend verloren ging und theoretische Skrupel unter den Anfeuerungen von Engels, endlich fertig zu werden und "der Partei" zu geben, was sie für die Agitation brauche, "unterdrückt" wurden. Das sieht Kurz wohl in etwa so ähnlich. In seiner Kritik des um "die Reinheit des Anfangs" wohl besorgten Zensoren-Versuchs, der allen Anfang des "Revisionismus" Engels in die Schuhe schieben und damit wegleugnen will, dass das eben auch Marxens Zeug ist und sich allerlei Widersprechendes auch im "Kapital" findet, hat - aufgemerkt Kurzianer ! - Kurz recht. Daraus einen "esoterischen" und einen "exoterischen" Marx zu basteln ist, moderat ausgedrückt, aber etwas übertrieben (allerdings ist es eine Eigenart von Marx, dass sich die Kritik seiner Denkfehler oft schon bei ihm selbst findet; wenngleich er die Konsequenz dann nicht zog. Er war eben ein schlauer Kopf).
***) Bei ANDEREN fällt Kurz so etwas durchaus als kritikabel auf: "Man muß es endlich einmal zugeben: (der Autor, R.) ist nicht nur widersprüchlich (...), er kann auch ein unglaublicher Langweiler sein. Über weite Textstrecken entwickelt er mit äußerster Umständlichkeit Argumentationen, die man viel kürzer und klarer formulieren könnte. Und oft verbeißt er sich derart in eine langatmige Polemik gegen längst vergangene kleine Lichter, dass man ihm zurufen möchte: Nun mach mal ein Ende, der Gegner liegt doch längst am Boden. (...) eigentümliche Weitschweifigkeit, Redundanz und Verbissenheit (...)" (Marx Lesen, S. 9) Kurzianer sind heuchlerisch empört, wenn man ihre Ikone an den Maßstäben der eigenen Kritik mißt.
****) Ein Hinweis, wenn wir denn schon bei den Basics sind: Preise seien nicht aus Preisen zu erklären. Sagt der ableitungsfixierte Marx als Denksklave Ricardos per "Abstraktionskraft". Nun ist das nicht nur in einem Sraffa-System denkmöglich und "ableitbar", sondern, was wichtiger ist, auch ganz ordinäre kaufmännische Alltagspraxis. How comes ? Bzw. könnte über den Versuch, zirkulär-reflexiven Relationen - um solche handelt es sich bei sozailökonomischen Sachverhalten - mit einer rationalistischen linear-kausalen Deduktion auf die Pelle rücken zu wollen zu denken geben. Wenn man denken will. Und nicht in Kategorien eine "Notwendigkeit" (MUSS) der "praktischen Kritik des Gegenstandes" einschmuggeln will (schon wieder eine Gegenthese), die einzig eine auf Wissen beruhende und daraus einer mächtigen Gewohnheit entsagende willentliche Entscheidung "der Vielen" wäre. Ich kenne die ballistischen Gesetze - deshalb muß ich schießen ? Ach Opfergott, warum redet Kurz (und nicht nur er) immer so einen Blödsinn ? Wäre ich Anhänger einer Reinkarnationslehre: möge er diesbezüglich geläutert wiederkehren. Er wäre freier.
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