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am 25. August 2010
Klug und brilliant sind die Geschichten, anhand derer Ralf Stabel die Tanzgeschichte erzählt. Zwar folgt er der Historie von den mittelalterlichen Totentänzen bis zum postmodernen Tanz chronologisch, hält sich aber nicht so sehr mit dem Sammeln von Daten und Fakten auf. Vielmehr nimmt er die einzelnen Kapitel der Geschichte zum Anlass für weiter führende Überlegungen.
"Es kommt immer darauf an, welche Perspektive man einnimmt und welche Fragen man an die Geschichte stellt", lautet das Credo ddes Autors. Sein Ansatz ist ebenso ungewöhnlich wie inspirierend und stellenweise provokant.
Zum Beispiel zur klassischen Tanzausbildung, in der die Auswärtsdrehung der Beine einen zentralen Platz einnimmt, stellt Stabel die Frage, nach der Zeitmäßigkeit des Formenkanons aus dem 19. Jahrhundert. Im Kapitel "Das große Warten. Tanz und Begehren" geht es um die Nähe von Tanz zur Prostitution, ein weiteres ist der Verteufelung der Tänzerin in der Literatur gewidmet.
Ein Abschnitt widmet sich der Dramaturgie des Tanzes laut Jean Georges Noverre. Da dieser aber seine Thesen von Aristoteles abgekupfert hat - was Stabel keineswegs verwerflich findet -, geht er der Dramaturgie im Tanz anhand des Originals, der "Poetik", nach und spinnt den Faden weiter zu Michel Fokine und Bertolt Brecht.
Insgesamt beinhalten (fast) alle Kapitel in diesem 192 Seiten starken Buch eine gesellschaftlich-historische Dimension, die man in anderen Werken über Tanzgeschichte noch nicht gelesen hat. Zur Frage etwa, wie sich das Sozialismus und Ballett vertrugen, zeigt Stabel auf, wie sich verschiedene Tanzrichtungen, von klassisch bis modern, in das Konzept der Parteilinie fügten bzw. wie die Parteikader eventuelle Widersprüche im Sinne der Revolution zurechtbügelten. (Von Ralf Stabel stammt auch das Buch "IM Tänzer".) In einem anderen Abschnitt geht er der Frage nach, warum Shakespeare der meistgespielte Dramatiker auf der Tanzbühne ist.
Die Anregungen, die dieses Buch für die weitere Recherche und Diskussion bieten, sind reichhaltig und vielfältig. Sie spiegeln die Lehrtätigkeit des promovieren Historikers an der Staatlichen Ballettschule und der Schule für Artistik Berlin (deren Leiter er ist) sowie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" wider.
Als Buch, das man gerne liest, liegt die Stärke aber auch und vor allem am Stil und an der humorvollen Diktion des Autors. Ironisch und flapsig, wie im Kapitel "Schwanensee, die größte Baustelle der Tanzgeschichte", in dem auch Woody Allen zu Wort kommt bis nachdenklich und nachfragend wie in seinen Überlegungen zum Modernen Tanz als Teil der Lebensrefombewegung.
Ein Must Read für alle Tanzaficionados und solche, die es noch werden wollen.
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