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Euroland wird abgebrannt:  Profiteure, Opfer, Alternativen
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. September 2012
Die Finanzkrise ist schon in die Jahre gekommen. Und auch die europäische Schuldenkrise, eine Folge der staatlichen Verschuldung zur Rettung der Banken, ist nicht mehr neu. Ob der Euro in der heutigen Form überleben wird, ist auch für den Autor eher unwahrscheinlich. Es ist eine Art Gewöhnungseffekt eingetreten - zumindest in den reichen Ländern der EU. In südlichen Ländern Griechenland, Spanien, Portugal und selbst in Italien ist dagegen die Krise auch eine massive Krise der sogenannten Realwirtschaft, d.h außerhalb der Bankenwelt.

Das Besondere am vorliegenden Buch von Lucas Zeise besteht darin, dass er die Eurokrise als logische Folge der Konstruktion bzw. Fehlkonstruktion des Euro darlegt. Und er tut dies kenntnisreich und überzeugend. Es fehlten von Anfang an Mechanismen zum Ausgleich massiver wirtschaftlicher Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Immer war die Konstruktion des Euro-Raums auf Konkurrenz angelegt und die Durchsetzung der Stärkeren gegenüber den Schwächeren (so Zeise).

Die ganze Darstellung ist klar, schlüssig und differenziert. Das Buch liest sich daher gut. Eingestreut in den Haupttext sind drei Artikel zu den Stichwörtern Rating-Agenturen, Kreditausfallversicherungen (CDS) und Euro-Bonds. Das sind dann nochmals Rosinen in einem vortrefflichen Kuchen. Dass der Kuchen nicht gut im Magen liegt, ist kein Verschulden des Autors.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Oktober 2012
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union (EU) durch das norwegische Nobelkomitee kann auch als Abgesang auf die größte Friedensbewegung" aller Zeiten samt seiner Polit-Währung, den Euro, interpretiert werden, frei nach dem Motto: Retten, was noch zu retten ist, bevor das Luftschloss in sich zusammenbricht. Diese Entscheidung zeigt zum wiederholten Male, wie weit das Nobel-Komitee von der Realität entfernt ist.

Von den wenigen Realisten in einem journalistischen Heer von Euro-Enthusiasten überragt der Finanzjournalist Lucas Zeise alle um Längen. Der Autor gibt dem Euro keine Überlebenschance. In dem Kapitel Die verfehlte Konstruktion des Euro" weist Zeise darauf hin, dass die Europäische Union auch ohne Euro überleben kann, und dies sogar besser als die Länder, die sich den Euro zugelegt haben. Wenn dieses Politikum alternativlos" sein soll, warum gehören dann Polen, Tschechien, Dänemark, Großbritannien und die anderen sechs EU-Mitglieder diesem Währungsclub nicht an? Sie alle werden mit der Wirtschafts- und Währungskrise besser fertig, weil sie die Souveränität über ihre Währung behalten haben und währungspolitische Maßnahmen wie z. B. das Auf- oder Abwerten ihrer Währungen eigenständig regeln können. Dies können die 17 Euro-Staaten nicht, weil dort die stärkeren Länder immer noch stärker und die schwächeren immer noch schwächer werden (63), und sie haben die Handlungsfähigkeit über die eigene Währung einer ideologischen Idee geopfert, die nur am Rande etwas mit Ökonomie zu tun hatte.

Zeise weist auch auf die gravierenden Konstruktionsfehler des Euro hin: So wurden Länder mit unterschiedlichster Wirtschaftskraft in einem Währungsverbund auf Gedeih und Verderb zusammengekettet. Der Euro sei ein Projekt des Großkapitals gewesen, dass auf die ökonomischen und sozialen Belange der Bürger keinerlei Rücksicht genommen habe. Die Politik sei sich dem Diktat durch die Finanzmärkte bewusst gewesen und habe sich diesem freiwillig ausgeliefert. Ebenso habe es einen Wettbewerb der Staaten um die Gunst der Finanzmärkte gegeben. Zu Recht spreche man vom staatsmonopolistischen Kapitalismus" (56); diese von den Menschen weitgehend akzeptierter These von der Vorherrschaft des Finanzkapitals sollten auch Marxisten anerkennen und ihr nicht widersprechen, so der Autor.

Ein weiterer Konstruktionsfehler liege in der ungehemmten Macht der Rating-Agenturen, die am schwächsten Glied in der Euro-Kette, Griechenland, einen Exempel statuieren wollten. Zeise hat bereits 2009 in einem Zeitungsbeitrag für die Tageszeitung junge Welt" darauf hingewiesen, wie sich die anderen Euro-Staaten verhalten würden, um Griechenland mit allen Mitteln zu retten". Indem man den IWF als Retter" mit ins Boot holte, hätte jeden klar sein müssen, dass die Griechen am Ende bluten sollen". (86)

Der Autor vertritt zu Recht die Meinung, dass weder die Euro-Zone durch das Spardiktat der deutschen Regierung" noch durch die Regierungsübernahme" durch die Europäische Zentralbank gerettet" werden könne. Oder anders formuliert: Veränderungen, die notwendig wären, um die Währungsunion weiter zu entwickeln, um sie zu erhalten, widersprechen so grundlegend den Interessen derer, die sie aus der Taufe gehoben haben, dass es dazu nicht kommen wird." Damit es dazu käme, müsste das Finanzkapital entmachtet und seine Vermögensansprüche entwertet werden sowie die EU-Staaten sich durch die Einführung eines einheitlichen Steuersystems dem Zwang der Verschuldung und damit der Macht des Finanzkapitels entziehen. (135) Illusionslos stellt Zeise fest, dass es dazu nicht kommen werde, weil ein Ausweg aus der Krise der Interessenlage des herrschenden Kapitals" zuwiderlaufe sowie die Gegenkräfte schwach und politisch uneins" seien.

Als Finanzjournalist hätte Lucas Zeise der Frage nachgehen sollen, warum Deutschland nicht aus der Euro-Zone austritt. Dass Deutschland zu den Profiteuren des Euro gehöre, glauben nur diejenigen, die davon wirklich profitieren: das Finanzkapital und die Großkonzerne. Der Bürger musste seit der Einführung dieser Polit-Währung reale Vermögensverlust hinnehmen.

Die Analyse ragt weit über das hinaus, was von der journalistischen Zunft sonst so zu Papier gebracht wird. Ein sachkundiges Buch, verständlich geschrieben und überaus lesenswert. Möge es viele Leser/innen finden.

Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Oktober 2012
Euroland wird abgebrannt". Profiteure, Opfer, Alternativen / Lucas Zeise

Buchtipp von Harry Popow

Da kann man schon schockiert sein: Du sitzt im Schnellzug ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Dir wurde zwar ein tolles einheitliches Europa vorgegaukelt, in dem du überall in gleicher Währung zahlen kannst - aber der Zug verlangsamt seine Fahrt, hält nicht mehr an jeder Station, gerät schließlich ins Stocken und ein jeder muß aussteigen und Brennholz (sprich erhöhte Steuern) für eine schwerfällige Weiterfahrt sammeln. Schöne Aussichten. Und kaum einer macht sich über den Preis Gedanken, der für diese Fahrt ins Glück" zu zahlen sein wird?

Die bisher zurückgelegte fehlerhafte Strecke und die Zukunftsaussichten" dieser Narrenfahrt beschreibt Lucas Zeise in seinem neuesten Sachbuch Euroland wird abgebrannt". Der Autor, Finanzjournalist mit einem Studium der Volkswirtschaft und Philosophie, führt den Leser in acht Abschnitten anschaulich und in einer sauberen sprachlichen Diktion vor Augen, wie die EU im Jahre 1992 aus der Taufe gehoben wurde, welche Vorteile der einheitliche Binnenmarkt gehabt hätte und welchen unsinnigen und katastrophalen Zielen wegen seiner fehlerhaften Konstruktion der Eurozug entgegenfährt. Ohne extra auf den großen russischen Klassiker hinzuweisen, der in seinem Aufsatz Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa" davor warnte, dass die Vereinigten Staaten von Europa unter kapitalistischen Verhältnissen entweder unmöglich oder reaktionär" seien, entwirrt Zeise den Knäul des Warum und Wofür dieser Zusammenballung des europäischen Kapitals.

Dies in diesem Beitrag außen vor lassend räumt der Autor gewisse Vorteile des einheitlichen Binnenmarktes ein. Die Pluspunkte wären zum Beispiel: ein großer Währungsraum ermögliche es den beteiligten Volkswirtschaften, sich weitgehend den irrationalen Bewegungen der Finanzmärkte, speziell des Devisenmarktes entziehen" zu können. Weiter: Die Kapitalisten und ihr Staat können sich einfacher und billiger selbst finanzieren." So sei die Finanzierung von Unternehmen und Staat weniger abhängig von den Launen der Finanzmärkte. Ein großer Währungsraum könne sich notfalls auch vom internationalen Kapitalmarkt abkoppeln. Nicht zu vergessen: Nach dem II. Weltkrieg ergab sich zum ersten Mal die Chance, mit den USA hinsichtlich der Vorteile einer Anlage- und Leitwährung gleichzuziehen". (S. 61)

Nicht ohne Ironie widmet sich Zeise auch den Vorteilen" von Spekulationen. So schreibt er: In spekulativen Hochphasen wird also die Tendenz des neoliberalen Wirtschaftsmodells zu Stagnation und Unterkonsumtion überspielt. Die Spekulation suggeriert steigende Gewinne in der Zukunft. Die Investitionen steigen. Sie schaffen zusätzliche Nachfrage und fördern damit den Aufschwung. Der bei steigenden Vermögenspreisen explodierende Reichtum in den Händen der an der Spekulation Beteiligten, färbt außerdem auf die übrige Gesellschaft ab. Die immer reicher werdenden Spekulanten fragen mehr Luxusgüter nach, sie bauen sich Häuser und Paläste und richten sie ein. Die zahlungskräftige Nachfrage nach Porsches, nach Immobilien, nach Reisen in der Busineß- oder der ersten Klasse steigt. Auch dadurch wird die Realwirtschaft angeregt. Wenn die Spekulationsblase geplatzt ist, schrumpft umgekehrt diese Nachfrage drastisch." (S. 27)

Doch zum Kern des Schlamassels: Bereits einleitend stellt Zeise fest, man müsse die Krise der europäischen Währungsunion als Bestandteil der den ganzen Globus umfassenden aktuellen Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise begreifen. (S. 8) Auf den Seiten 16/17 legt er vor allem die Finger auf die unüberwindbaren Wunden auf das neoliberale kapitalistische Wirtschaftsmodell: Es gehe radikaler und direkter um die Erhöhung der Kapitalrendite. Folglich: Druck auf die Gewerkschaften, auf die Löhne, denn mit allen Mittel muß die Mehrwertrate gesteigert werden. Kapitalverkehr über alles. Dazu werden auch die nationalen Schutzschranken für den Warenhandel und den Kapitalverkehr systematisch abgebaut. So werden stärkere Kapitale bevorzugt und die Monopolisierung vorangetrieben. Um die Kosten für das Kapital niedrig zu halten, wird der Staat kurz gehalten und geplündert. Die Privatisierung von Staatsvermögen, die Vernachlässigung der Infrastruktur, von Bildung und Erziehung und Gesundheit der breiten Bevölkerung gehören zum Kern des neoliberalen Credos."

Dass der Kapitalismus an seinen inneren Widersprüchen krankt, sei allgemein bekannt, aber das helfe nicht weiter, so der Autor. (S. 44) In polemischer Auseinandersetzung mit der Auffassung, das Finanzkapital spiele keine eigenständige Rolle, weist der Autor nach, dass die Banken und das Finanzkapital durchaus fähig sind, Geld aus dem Nichts zu schaffen". (S. 48)

Warum ist die auf einer Konferenz am 7. Februar 1992 im niederländischen Maastricht beschlossene europäische Währungsunion eine verfehlte Konstruktion, wie Lucas Zeise analysiert? (S. 57) Wichtig dabei ist die Feststellung des Autors, daß dieEuropäische Währungsunion nicht nur den politischen Interessen der deutschen Regierung entsprach, sondern vor allem den wirtschaftlichen Interessen der deutschen Unternehmen." (S. 60) Deshalb dürfen sogenannte heilige Kühe einfach nicht geschlachtet werden. Dazu gehört, so der Autor, nicht nur schlechthin das Privateigentum, sondern auch der Wettbewerb (Konkurrenzkampf) untereinander, also auch zwischen den Ländern der Europäischen Union. Von Vorteil für alle (S. 64) wäre eine gewisse Spezialisierung gewesen. Allerdings wurden die Standortvorteile, die ja höchst ungleich verteilt waren", durch die Fehlkonstruktion des Euro und die Wirtschaftspolitik der Kernländer sogar noch verstärkt". Das Entscheidende dabei: Statt mit Transferleistungen für den Fluß von Überschuss- zu den Defizitregionen zu sorgen, fehlen staatliche Institutionen. Seite 69: An die Stelle von staatlicher Regulierung tritt dabei der ŽWettbewerbŽ. Und um die Konkurrenz zu befördern, gilt als oberstes und nachgerade heiliges Prinzip die Freiheit des Kapitalverkehrs."

Welche Lösungswege bietet der Autor an? Will man die Währungsunion erhalten, so Zeise, sollten die grundsätzlichen Mängel der Euro-Konstruktion beseitigt werden. Sie könne nur durch einen höheren Grad der staatlichen Integration (...) überleben." (S. 130) Dazu müsse jedoch das Prinzip des Wettbewerbs der Staaten (um die Gunst des Kapitals)" aufgegeben und durch staatliche Institutionen" ersetzt werden. Er plädiert für eine Angleichung der Steuersysteme, der sozialen Systeme und für den Aufbau einer zentralen EU-Regierung.(S. 130) Auch müssten die neoliberale Umverteilung von unten nach oben gestoppt und umgekehrt werden; zweitens muss der Finanzsektor massiv geschrumpft und damit die Macht des Finanzkapitals beschnitten werden." (S. 132)

Auf den Punkt gebracht: Der Euro scheitert nicht deshalb, (...) weil die an der Währungsunion beteiligten Länder kulturell und ökonomisch so unterschiedlich sind. Er scheitert vielmehr daran, daß er ein Produkt des Neoliberalismus ist."(S. 142) Fakt ist: Das Scheitern des Euro-Projektes bedeutet eine schwere Niederlage des europäischen und deutschen Kapitals." (S. 141)

Was steht schon jetzt fest? Die im Zug Sitzenden werden zum Narren gehalten. Sie werden das angestrebte Ziel nicht erreichen. Rechnen müssen sie mit Gehälterkürzungen, Entlassungen, reduzierten Renten, Sozialleistungen und Ausgaben für Forschung und Bildung, mit weniger Investitionen in Straßenbau, Eisenbahn, Wasser- und Stromversorgung. So verschärft auch der Fiskalpakt die Krise, schreibt Lucas Zeise. (S. 126) Trotzdem meinen 73 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage (siehe nd" vom 29.09.2012): Uns geht es ja gut. Man hat ja seine einheitliche Währung, man hat ja in Deutschland sein Auskommen, nicht wahr?

Mag manch einer sagen, das alles seien olle Kamellen. Man lasse uns in Ruhe, sollen die da oben nur ihr Zeug machen. Außerdem: Die das Euroland kritisch gegenüberstehenden Schriften nehmen zu, häufen sich. Der große Vorzug Zeises ist es, in sachlicher und gründlicher Weise die eigentlichen Ursachen des gewollten Eurolandes als rein kapitalistisches Streben nach Maximalprofit in den Vordergrund gerückt zu haben. Im Klartext: Euroland kann nicht funktionieren, da die inneren Widersprüche des Kapitalismus eine einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen den sehr unterschiedlichen Ländern im europäischen Raum auf der nur Wettbewerbsebene einfach nicht zulassen.

Es ist ein meines Erachtens sehr gut und verständlich verfasster Text besonders dann, wenn er, wie auf Seite 62, die konkrete Situation eines Vorstandschefs als Beispiel anführt. Auch die grau unterlegten Begriffserklärungen wie über Rating-Agenturen und Eurobonds dienen dem leichteren Verständnis.

Der Narrenzug schaukelt weiter ins Land, in ein Land der Märchen und Illusionen. Die Zuginsassen fühlen sich genarrt, und die da oben halten fest an ihren nebelhaften Illusionen, einer von Fehlkonstruktionen und Pleiten bestückten Strategie. Wir leben in einer Gesellschaft der Blendungen und Verblendungen. Disneyland läßt grüßen. Der Preis, der für die Fehlplanungen zu leisten sein wird, ist schon jetzt nicht mehr kalkulierbar. Und die Bundeskanzlerin, an die Adresse der Jugendlichen gerichtet, ruft: Das Europa der Zukunft liegt in euren Händen!" (siehe Märkischer Sonntag, 23.09.2012)

Na dann - weiter eine gute Fahrt ins Glück!!

(Euroland wird abgebrannt." Profiteure, Opfer, Alternativen, Autor: Lucas Zeise, Papyrossa Verlagsges.; Auflage: 1 (September 2012), ISBN-13: 978-3-89438-483-8, 19,6 x 13 x 1,4 cm, Deutsch, Broschiert: 142 Seiten.)

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am 13. September 2014
Nach wenigen Seiten war klar wohin die Reise geht: zur Umverteilung von oben nach unten. Als würde es dies je geben oder gegeben haben. Die Umverteilung kennt nur eine Richtung, nämlich vom Bürger zum Staatsapparat bzw. zu dessen Gläubigern, den Großbanken.
Der Autor beginnt damit den Neoliberalismus und den Keynesianismus als Antipoden gegenüber zu stellen. Was für ein Unfug. Keynesianismus heißt Staatsinterventionismus, also das Gängeln der Marktwirtschaft durch Bürokraten. Als Gegenreaktion haben sich die Marktteilnehmer Einfluss auf den Staatsapparat erarbeitet oder erkauft, mittels Lobbyismus oder Korruption. Und das ist Neoliberalismus. Das Aushebeln der Marktmechanismen durch die, die dazu fähig sind und das sind meist die Wirtschaftsgangster. Also die logische Weiterführung des Ersteren
Ab und an zieht der Autor gar den ökonomischen Diletanten Karl Marx heran. Das ist so als würde man sich von Fr. Merkel das Wesen der Demokratie erklären lassen. Einfach lächerlich.
Wer für mehr Staat, Sozialismus und Umverteilung eintreten will, findet hier die entsprechenden und falschen Argumente. Wer seinen ökonomischen Hausverstand schärfen und die gegenwärtige Schulden- und Finanzkrise verstehen will, ist mit den Erkenntnissen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie besser gestellt. Versuchen Sie einmal Roland Baader zu lesen, dann versteht man das Geldsystem, seine wahren Nutzniesser und das Entstehen von Krisen.
Der Autor mag zwar den Prozeß der Geldschöpfung einigermaßen zu erklären, aber die Schlüsse die er daraus zieht sind fatal. Man fragt sich für wen er arbeitet, jedenfalls nicht für den mündigen Bürger.
Wer mir das Porto bezahlt, kann mein Exemplar gratis haben. Addresse unter [...]
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