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Kundenrezensionen

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am 12. November 2007
Wer einen Action-Krimi alla Jerry Cotton erwartet, ist mit diesem historischen Kriminalroman sicherlich nicht gut bedient.
Das Buch fasziniert durch seine Erzählweise, die den Leser die goldenen zwanziger Jahre der Metropole Berlin und die Welt der einfachen Leute während der Ruhrbesetzung miterleben lässt. Dabei werden ganz nebenbei politische Konstrukte der Weimarer Republik beschrieben und moralische und ethische Fragen aufgeworfen, die mitunter zeitlos sind.
Vor diesem Hintergrund eines Stücks deutscher Geschichte wird ein spannender Krimi mit vielen überraschenden Wendungen erzählt, der die Spannung bis zum letzten Satz erhält, obwohl der Mörder da schon längst überführt ist: macht er es oder macht er es nicht?
Der anspruchsvolle Krimifan kommt mit dem Buch genauso zurecht, wie derjenige, der nur ein gutes Buch mit historischem Hintergrund lesen möchte.
Einzige Voraussetzung: Ein wenig Interesse an Geschichte sollte schon vorhanden sein.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Dezember 2010
Noch nicht einmal zwei Wochen ist es her als das Ruhrgebiet von französischen Truppen besetzt wurde. Agnes Treppmann hatte ein Anstellung als Dienstmädchen. Erst sehr spät kann sie ihre Arbeitsstelle verlassen. Zu Hause kommt sie nie an. Als man ihre Leiche entdeckt, liegt daneben ein Koppel einer französischen Uniform. Für die deutsche Polizei ist der Fall schnell klar. Aber die Besatzer übernehmen den Fall, umgehend kommt es zum Gerichtsverfahren, in dem die beiden verdächtigen französischen Soldaten freigesprochen werden. In der Berliner Polizeizentrale schenkt man den Untersuchungen kein Vertrauen und schickt den Kriminalkommissar Peter Goldstein ins Ruhrgebiet. Er ist für diesen Auftrag aufgrund seiner Zweisprachigkeit prädestiniert und soll dort verdeckt ermitteln. Das ist ein nicht ungefährlicher Auftrag. Denn nicht nur von Seiten der Besatzer gehen für ihn Gefahren aus.
"Franzosenliebchen" ist ein Kriminalroman, dessen Handlung in einer Zeit angesiedelt ist, über die man nicht so häufig liest. Dem Roman ist deutlich anzumerken, wie intensiv sich der Autor mit dieser noch relativ jungen Geschichte auseinandergesetzt hat. Überzeugend weiß er vom Widerstand der Bergleute zu berichten, ebenso von der Behandlung der Frauen, die den Besatzern zu freundlich gesinnt waren. So schafft er es, ein authentisch wirkenden Bild der Bergarbeiterkolonie Teutoburgia zu zeichnen. Seine Charaktere sind Menschen, die mit ihren Moral- und Wertvorstellungen wunderbar in das damalige Zeitbild passen. So tritt die kriminalistische Handlung zeitweise zu Gunsten der historischen Handlung in den Hintergrund. Das ist der Geschichte aber keinesfalls abträglich. Der Roman wirkt authentisch und der Spannungsbogen ist fast durchgehend erhalten. Die kleinen Längen innerhalb des Kriminalfalles werden aber durch die Realitätsnähe der Handlung voll kompensiert.
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HALL OF FAMEam 3. Februar 2008
Deutschland war im Vertrag von Versailles 1919 zu erheblichen Kriegsentschädigungen und Kohlenlieferungen verpflichtet worden. Anfang 1923 behauptete die alliierte Reparationskommission, daß Deutschland seiner Verpflichtungen nur unzureichend nachkomme. Kurz danach okkupierten französische (aber auch belgische) Truppen das Ruhrgebiet. In der Folge kam es zu massivem Widerstand der Bergleute der vielen Zechen. So wurden während der ersten sechs Monate der Besetzung zusammen weniger Kohle abtransportiert als in den nur zehn letzten Tagen davor. Doch der Widerstand - der von der deutschen Regierung nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützt wurde - hatte den finanziellen Ruin sowohl der Bergleute als auch Deutschlands zur Folge. In diesem Umfeld handelt "Franzosenliebchen" (Grafit 605) von Jan Zweyer. In junges Mädchen, Agnes Treppmann, Dienstmädchen bei einem reichen Kaufhausbesitzer, wird spät abends auf dem Heimweg ermordet. Deutsche Polizisten überwacht von Franzosen untersuchen den Fall. Als Indizien zwei französische Soldaten belasten, wird der Fall der deutschen Polizei entzogen und der französischen Militärgerichtsbarkeit übertragen. In einem kurzen Prozeß werden die beiden Soldaten freigesprochen. Die örtlichen Polizeibehörden glauben, daß die Franzosen die Täter waren, können es aber nicht beweisen - und dürfen es auch nicht, da sie keine Ermittlungen gegen französische Militärs durchführen dürfen. Nicht nur zwecks Aufklärung, sondern auch aus politischen Gründen - um die Rolle der Franzosen als Besatzungsmacht zu unterminieren - wird Kriminalinspektor Goldstein von der obersten Polizeibehörde in Berlin ins Ruhrgebiet gesandt, um geheim den Fall aufzuklären. Es ist für ihn kein ungefährlicher Auftrag, da die Franzosen bald erfahren, daß ein deutscher Polizist im Untergrund gegen sie tätig ist, um den Mord aufzuklären - und die französische Militärjustiz zu desavouieren. Doch haben die beiden französischen Soldaten wirklich Agnes Treppmann ermordet? Peter Goldstein zweifelt. Doch wer war es dann? In 345 Seiten kann er den Fall des "Franzosenliebchens" aufklären. Wenngleich die Krimihandlung Längen aufweist, ist das Buch durch die historischen Bezüge, wo nicht nur auf die militärische Besetzung des Ruhrgebiets, sondern auch auf die wirtschaftliche Situation und die politische Gewaltbereitschaft Bezug genommnen wird, nie langweilig.
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am 19. November 2007
Der Krimi von Jan Zweyer ist spannend vom Anfang bis zum Schluss.

Er vermittelt dem Leser einen guten Einblick in das Leben in einer Zechenkolonie zur Zeit der Franzosenbesetzung; das gilt auch für die gelungenen und gut recherchierten Detailbeschreibungen.

Das durch den Krieg und die Ausnahmesituationen geprägte Denken der Menschen in der Kolonie Teutoburgia ist beeindruckend nachvollziehbar.
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am 4. April 2014
„Franzosenliebchen“ ist der erste Band der „Goldstein-Trilogie“, die nach ihrem Ermittler Peter Goldstein benannt ist. Die Handlung spielt im Jahr 1923. Das Ruhrgebiet wurde aufgrund ausstehender Reparationszahlungen Deutschlands von den Franzosen besetzt. Als im Zusammenhang mit einem in Herne ermordeten 22-jährigen Hausmädchen zwei verdächtige französische Soldaten nicht der deutschen Gerichtsbarkeit unterworfen, sondern nach einem raschen und sichtlich oberflächlichem Verfahren durch die französischen Besatzer freigesprochen werden, wird von Berlin der Kriminalassistent Peter Goldstein inkognito nach Herne geschickt, um den Fall als verdeckter Ermittler aufzuklären. Der Auftrag ist äußerst heikel und brisant, da bei seiner Enttarnung die Anklage als Spion mit anschließender Hinrichtung droht.

Über weite Strecken hinweg spielt die eigentliche Kriminalhandlung eine eher untergeordnete Rolle. Demgegenüber erfährt der Leser viel über den deutschen Widerstand gegen die französischen Besatzer. Nicht nur die Besatzer, auch die Widerstandskämpfer agierten teilweise recht skrupellos: Ließen sich deutsche Frauen mit französischen Soldaten ein, drohte Ihnen durch „Scherenclubs“ die öffentliche Brandmarkung als „Franzosenliebchen“ (ihnen wurde aufgelauert und sie wurden gewaltsam kahlgeschoren). Beim Verdacht der Kollaboration drohte den Widerstandskämpfern die Hinrichtung aus den eigenen Reihen.

Gegen Ende des Romans kommt die eigentliche Kriminalhandlung wieder mehr in Fahrt und die Lösung ist dann etwas überraschend (ich war einer falschen Fährte aufgesessen), aber insgesamt plausibel und stimmig. Wie beschrieben tritt die Kriminalhandlung der Schilderung der Verhältnisse zur Zeit der französischen Besetzung des Ruhrgebiets etwas in den Hintergrund. Die Figur des Ermittlers Goldstein ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie einige wenig sympathische Charakterzüge hat. Im ersten Weltkrieg rettete er seine Haut in einem Granattrichter zu Lasten eines schwer Verwundeten deutschen Soldaten, nach dem Krieg beteiligte er sich als Mitglied eines Freikorps am Kapp-Putsch und sein Engagement bei der Ermittlung des Mordes an dem Hausmädchen orientiert sich zunächst an erhofften materiellen Vergünstigungen. Trotzdem fiebert man als Leser von Beginn an mit, da die Franzosen durch ein Leck von Goldsteins Mission erfahren haben und er ständig unter der Gefahr steht, enttarnt und als Spion behandelt zu werden.
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am 19. Dezember 2007
Jan Zweyer hat es geschafft Krimi und Historienroman zu verbinden. Die athmosphärische Dichte der Beschreibung der Lebenssituation in einer Bergarbeiterkolonie in den 20ern ist mehr als beeindruckend. Sehr detailgenau aber nicht verliebt.Eine Botschaft; die Menschen machen ihre Geschichte selbst.Tolles Thema, spannend geschrieben, ein Leseerlebnis.
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Zur Zeit der Weimarer Republik besetzten französische Einheiten im Zuge der Reparation Teile des Rhein-Ruhrgebietes, was von der dort lebenden deutschen Bevölkerung nicht übertrieben positiv gesehen wurde. Die Berliner Regierung hatte die im Rheinland lebenden Menschen zum passiven Widerstand gegen die BEsatzer aufgerufen und inflationsgeschüttelt und durch Ausgangssperren drangsaliert haben sich viele dieser Idee mehr oder weniger engagiert angeschlossen. Leute, die mit den Franzosen Geschäfte machen - oder junge Frauen, die sich den französischen Soldaten nähern - müssen mit mehr oder minder massiven Repressalien rechnen.

Eines Tages wird im Raum Herne ein junge Frau erwürgt in einer Ruine aufgefunden und ein Kopple, der dafür hätte verwendet werden können, wird in der Nähe gefunden. Dieser Koppel gehört zu einer französischen Uniform und so kommen die Besatzer in argen Verdacht. Ein Blitzverfahren des französischen Militärgerichts, dass zuvor alle Ermittlungen an sich gerissen hat und auch alle Beweisstücke, befindet die beiden jungen Männer für unschuldig.

Sogar in Berlin ist man mit diesem Ergebnis unzufrieden, weswegen die Zentrale Nord einen jungen ehrgeizigen Polizisten inkognito in das besetzte Gebiet schickt, wo dieser unter Lebensgefahr zu ermitteln beginnt. Und diese Lebensgefahr geht beileibe nicht nur von den Besatzern aus.

Ein interessanter und komplexer Roman, der eine wenig beachtete - obwohl auch interessante und komplexe - Zeit der deutschen Vergangenheit beleuchtet. Sowohl als historischer, als auch als Kriminalroman eine erfreuliche Erscheinung.
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am 15. Mai 2012
Die Ruhrbesetzung im Jahr 1923, als Frankreich nach unzureichenden Reperationszahlungen der Deutschen das Rheinland besetzte und die deutsche Reichsregierung darauf hin zu passivem Widerstand aufrief, bildet den zeitlichen Rahmen dieses famosen Krimis.
Nachdem eine junge deutsche Frau grausam ermordet wurde, fällt der Verdacht sogleich auf die gehassten französischen Besatzer, die ein französisches Militärgericht jedoch alsbald von den Vorwürfen freispricht. Daraufhin wird der Berliner Polizist Goldstein - fließend Französisch sprechend - in das besetzte Rheinland geschickt, um die Vorgänge genau zu untersuchen. Ständig in Gefahr entweder von den Deutschen als Franzosenfreund oder als Spoion von den franzosen enttarnt zu werden, begibt sich Goldstein auf eine heikle Mission...
Mit viel historischem Kontext versehen, entführt dieser sehr gute Krimi den Leser mitten hinein in eine chaotische und gefährliche Zeit, als Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg wieder am rand eines erneuten Kriegs mit Frankreich stand. Für Geschichtsinteressierte sehr empfehlenswert!
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am 6. Dezember 2013
Ein guter Krimi vor einer sehr interessanten Kulisse.
Auch bemerkenswert, dass der Autor nicht der Versuchung nachgibt, die Nazis schon 1923 nur als durch und durch böse darzustellen ... Sie kriegen zwar ihr Fett auf verschiedenen Ebenen ab, aber durchaus glaubhaft und nicht nur klischeehaft.
Gutes Buch ... Freue mich bereits auf "Goldfasan", welches bereits neben mir liegt.
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am 18. Juli 2014
Alle drei Bücher aus der Trilogie sind klasse und beschreiben die jeweilige Zeit toll. Auch die Entwicklung des Kommissars über die Zeit ist faszinierend. Unbedingt nacheinander lesen!
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