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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott liebt doch, oder?
Lewis' Buch beschäftigt sich mit der letzten Frage. Oft hört man sie: "Wie kann es sein, dass Gott einen Menschen für immer in den Abgrund wirft?" - "Gott liebt doch, oder?" - "Warum weinen die Engel nicht, wenn ein Mensch verloren geht?" Die große Scheidung beantwortet diese Fragen mit einem großen Bild. Die Hölle, das ist die Stadt, der...
Veröffentlicht am 3. September 2003 von Benedikt

versus
3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Unvollendete
Das Buch handelt bestenfalls davon, dass jeder Mensch das ernten wird was er gesät hat. Die große Scheidung erfolgt aufgrund seiner Entscheidungen, die er im Leben getroffen hat. Das Buch erinnert vom Konzept her an Dantes "Göttliche Komödie". Komödiantisch geht es jedoch gar nicht zu. Es herrscht eine düstere Grundstimmung vor.
Man...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2010 von Roman Nies


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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott liebt doch, oder?, 3. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Lewis' Buch beschäftigt sich mit der letzten Frage. Oft hört man sie: "Wie kann es sein, dass Gott einen Menschen für immer in den Abgrund wirft?" - "Gott liebt doch, oder?" - "Warum weinen die Engel nicht, wenn ein Mensch verloren geht?" Die große Scheidung beantwortet diese Fragen mit einem großen Bild. Die Hölle, das ist die Stadt, der Moloch, in dem jeder das tut, was er tun will. Das ist der Ort, wo sich jeder selbst anbetet. Kein Wort von ewigem Feuer und doch sind die Qualen des so geschilderten Orts wohl nicht geringer. Und dann gibt es die Menschen, die an die Pforte des Himmels gelangen.
Lewis schildert ganz alltägliche Charaktere und deren Umgang mit ihren eigenen Fehlern. Zentral ist bei ihm an der Erlösung eben dieser Umgang. So gibt es die Mutter, die ihr schon vor ihr gestorbenes Kind mit Taten der Liebe überschüttet hat, aber letzten Endes doch nur sich selbst liebt. Sich selbst so sehr liebt, dass sie verlangt, ihr Sohn habe ihr in die Stadt zu folgen, wohin sie zurückgehen will. Oder den theatralischen Ehemann, der sich selbst hinter einer Maske aus Zynismus versteckt. Oder den Theologen, der im Angesicht der letzten Entscheidung seine gelernte Dialektik und seinen Zweifel einem klaren Ja vorzieht. Und der Leser beginnt so langsam die Hoffnung zu verlieren.
Aber Lewis zeigt auch, wie Menschen erlöst werden. Das Eingestehen von Fehlern und das Zurücktreten des Selbsts ist dabei der zentrale Aspekt. "Am Ende gibt es eben nur zwei Sorten von Menschen. Die, die zu Gott sagen: 'Dein Wille geschehe' und die, zu denen Gott sagt: 'Dein Wille geschehe'." Mir persönlich hat dieses Buch sehr geholfen zu verstehen, dass es gerade eine Forderung der Freiheit ist, dass Gott den Menschen nicht gegen seinen Willen glücklich macht. Dieser freie Schritt zu Gott gehört zum Mensch-Sein dazu.
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48 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein plastisches Gemälde von Himmel und Hölle, 10. November 2001
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Im Himmel sitzt man auf einer Wolke und singt ständig "Halleluja" wie der "Münchner im Himmel"?? Vielen Menschen ist die Vorstellung, was Himmel eigentlich sein könnte, genauso abhanden gekommen, wie die Vorstellung, wie es eine Hölle geben könnte. Dieses Buch stößt durch in eine neue Dimension. Es reiht nicht lauter absurde Behauptungen aneinander, sondern es läßt erkennen, daß wir im Innersten verstehen können, was Himmel und was Hölle ist - und daß sie Realitäten sind, die immer schon präsent, nur nicht immer offensichtlich sind. Dieses Buch ist zutiefst beeindruckend.
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 6. Februar 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Eigentlich denkt jeder früher oder später einmal über Dinge wie "Himmel und Hölle" nach. Selbst die härtesten Atheisten. C.S. Lewis hat es mit diesem Buch geschafft, sich auf einer Ebene mit diesen Themen auseinanderzusetzen, die nicht albern oder missionierend wirkt. Man fühlt sich mit seinen Zweifeln und Fragen ernst genommen und im Gegensatz zu vielen frommen Leuten, verbreitet er keine Phrasen oder Belehrungen.
Das für mich besondere an diesem Buch ist jedoch seine sprachliche Kraft und die Bilderwelt, die C.S. Lewis hervorbringt. Es ist wunderbar zu lesen und man wünschte, dass dieses Buch einige Seiten mehr hätte.
Gemeinsam mit der Perelandra-Trilogie ist dies das schönste Buch von Lewis. Meine wärmste Empfehlung für jeden, der sich Gedanken zu "Himmel und Hölle" macht oder einfach nur ein schönes Buch lesen möchte.
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48 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Himmel und Hölle - doch diesmal anders, 26. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
C. S. Lewis, englischer Literaturprofessor und Autor zahlreicher Bücher, zeichnet mit „Die grosse Scheidung" ein - im Gegensatz zur weit verbreiteten Vorstellung von Himmel und Hölle (mit Engeln auf Wolken sitzen bzw. garstiges schmerzerfülltes Schreien im lodernden Feuer) - ein alternatives aber keineswegs absurdes Bild der Ewigkeit.
Der Protagonist, ein namenloser Beobachter, dessen Vorgeschichte unbekannt bleibt, findet sich zu Beginn des Buches in der Hölle wieder, nur dass diese nicht die herkömmliche Vorstellung teuflischer Zustände vermittelt:
Die Menschen dort empfangen alles, was sie wollen, und bleiben dennoch oder gerade deswegen Sklaven einer unstillbaren Gier. Sie erscheinen trotzig und beziehungsunfähig. Durch ihre Selbstbezogenheit haben sie sich im wahrsten Sinne des Wortes auseinandergelebt, das heißt um seinen Nachbarn zu erreichen müsste jeder Höllenbewohner bereits einige Kilometer zurücklegen.
Doch die Hauptperson, die all ihre Beobachtungen aus der Ich-Perspektive schildert, erhält durch eine Linienbusfahrt ebenso die Chance dem Himmel einen Besuch abzustatten und stellt ab dann ihre dortigen Erlebnisse und Erfahrungen dar.
Eine faszinierende Traumvision, die besonders durch präzise Bildhaftigkeit, Spannung und Lebensnähe besticht.
Denn mit den Beschreibungen alltäglicher menschlicher Unzulänglichkeiten - wie Hochmut, Stolz, Egoismus, Gier, und Ignoranz - setzt Lewis einen gewaltigen Schritt mitten in unser Leben.
Die erstaunliche dialektische Erzählweise über den Kampf zwischen Himmel und Hölle, Liebe und Hass, Sein und Schein, Verschließung und Hingabe bleibt hochaktuell!
Selten hat ein christlicher Autor seinen Glauben auf so unterhaltsame Art und Weise verkündet.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Am Ende gibt es nur zwei Arten von Menschen:, 6. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
die, die zu Gott am Ende sagen: "dein Wille geschehe", und die, zu denen Gott am Ende sagt: "dein Wille geschehe".
Dieses Zitat ist wahrscheinlich das bekannteste aus C.S.Lewis' "Die große Scheidung".
Um was geht es:
Eine Hauptfigur steht auf einmal in einer Art Vorhölle. Von dort fährt ein Bus in den Vorhimmel.
In diesem Vorhimmel trifft die Hauptfigur verschiedene Menschen und erlebt verschiedene Gespräche mit.
Dort diskutiert eine Mutter mit einem Verwandten, ein Mörder mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, ein Mann mit seinen Gelüsten, eine Frau mit ihrem Ehemann.
Jedes Gespräch endet anders, auch wenn die meisten eher traurig enden.
In diese Gespräche hat C.S. Lewis seine theologischen Überzeugungen eingeflochten.
Das Buch liest sich gut und schnell - und vieles bleibt einem im Gedächtnis haften und man beginnt zu überlegen, ob und wo C.S. Lewis im Gegensatz zur allgemeinen Meinung Recht behält.
Von daher ist es sehr empfehlenswert!
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hölle ist Hölle schon zu Lebzeiten., 10. September 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
C.S.Lewis hat sicher nicht das Buch geschrieben, um zu behaupten "So ist die Hölle und so ist der Himmel". Vielmehr denke ich, er wollte zeigen, daß Jeder seine Hölle mit sich herumschleppt, und zwar nicht erst nach dem Tode, sondern schon zu Lebzeiten. "Die einen werden sagen, wir waren schon immer in der Hölle". Immer etwas haben, das man nicht aufgeben will. Eine Meinung, eine Marotte, irgendwas, an dem man hängt. "Die Hölle" macht es nur sichtbarer. Alle Ismen sind dabei mit eingeschlossen, alle Gemütszustände wie Stolz und Nörgelei. "Es ist die Frage, ob hinter dem Nörgeln noch eine Person steht, oder ob es nur noch ein Nörgeln ist". Es deutet sich an, das man letzlich alles aufgeben muß. Nach dem Tod fällt alles weg, Reichtum und Macht. "Nichts, auch nicht das Beste eines Menschen, kann in den Himmel kommen, bevor es nicht umgewandelt worden ist".
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmalig, 29. Juli 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Lewis at his best - sein kleines Werk gilt in der Literaturwissenschaft als eines seiner besten. Meisterhaft wird hier dem Leser ein Spiegel vorgehalten, der unbequem, aber bestechend wirklichkeitsnah ist. Warum sich Menschen freiwilig für die Hölle entscheiden würden, den Ort der Finsternis - ganz einfach - Lewis antwortet mit Milton:"Weil es einfacher ist in der Hölle zu herrschen als im Himmel zu dienen" - und "Die Hölle ist von innen verriegelt". Wer dieses Buch liest ohne sich selbst an die Brust zu klopfen, auf seinen Lebensweg sieht und nicht den Wunsch verspürt sich zu ändern, hat die Tür vielleicht schon zugeschlagen. Ein tiefsinniges Leserleben.
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5.0 von 5 Sternen Fiktion als Tür zur Realität, 11. April 2014
Von 
Klaus Oelmann "Klaus Oelmann" (Wedemark/Brelingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
We den Blick in den Spiegel seiner Seele scheut, sollte einen Bogen um dieses Büchlein machen. Wer mit der "Idee Hölle" ringt, dem kann ich die Lektüre nur wärmstens empfehlen. Es ist definitiv eines der "Schlüssel-Bücher" in meiner Sammlung. Obwohl Fiktion ist dieser Exkurs von C. S Lewis in die Welt von Himmel und Hölle, Gnade, Wahrheit und Lüge ... so realitätsnah am Leben, wie man sie in Sachbüchern oder gar Biographien meist vergeblich sucht.
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5.0 von 5 Sternen Finden Sie ihren persönlichen Ort der Umkehr!, 23. September 2013
Von 
Dr. Ilona Banet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
"Die große Scheidung" ist ein Buch über den Glauben. Sein Autor (der übrigens ein Clive ist und nicht eine Cecil, wie das von Amazon irreführend angegeben ist), der den Lehrstuhl für Englische Literatur des Mittelalters und der Renaissance an der University of Cambridge inne hatte, war in seiner Jugend ein überzeugter Atheist. Erst 1931 bekannte er sich zum Christentum und trat der anglikanischen Kirche bei. Als ich sein Buch das erste Mal las, ist mir gar nicht bewusst gewesen, wie wichtig diese Information für dessen Verständnis ist. Für mich war dies eine in der Tradition der "Göttlichen Komödie" verfasste Geschichte, die über eine Busreise durch das Jenseits berichtet, an der der Ich-Erzähler zusammen mit anderen Bewohnern der "Grauen Stadt" teilnimmt. Ein Bus holt sie ab, sie fahren in den "Vorhimmel", begegnen dort Geistwesen, die ihnen das Angebot machen, in den Himmel aufzusteigen, und sie haben eine Wahl zu treffen - entweder gehen sie mit oder sie kehren zurück in die Graue Stadt. Beide Wege stehen ihnen offen, sie müssen sich nur für den einen oder für den anderen Weg entscheiden. So weit so gut.

Dass es sich dabei um ein klassisches religiöses Motiv handelt, liegt klar an der Hand, jeder Mensch, der religiös erzogen wurde, weiß, dass er irgendwann an einem Punkt ankommen wird, wo entschieden wird, ob er in den Himmel aufgenommen wird, oder in der Hölle landet. Doch in der traditionellen Symbolik geschieht dies im Rahmen eines Gerichtes, wo ein Richter - sei es ein Christus, sei es ein Osiris - seine guten und bösen Taten (bzw. sein Herz) auf einer Waage wiegt. Überwiegen die guten Taten, steht ihm der Weg in den Himmel (via Paradies) frei, überwiegen die Sünden, kriegt er lediglich eine Aufenthaltserlaubnis für die Läuterungssphären, wo er die Chance bekommt, sich zu reinigen,um dem Schicksal der unverbesserlichen und uneinsichtigen Sünder zu entgehen, der Hölle. Bei Lewis gibt es aber kein "letztes Gericht" in diesem Sinne. Die Boten des Himmels plaudern gemütlich mit den Reisenden, erklären ihnen das Wesen ihrer Verfehlungen und stellen ihnen am Ende eine simple Frage: wo willst du hin? Kein Gericht also, keine Strafe und kein Preis, keine Beichte und keine Absolution. Nur eine simple Frage - willst du zurück in die Graue Stadt, den Vorhof der Hölle, oder willst du bleiben und mit unserer Hilfe auf den Berg der Erlösung ("der Seligkeit") empor zu steigen? Du hast die Wahl.

Soweit ich es inzwischen beurteilen kann, handelt es sich hier um die symbolische Darstellung der evangelischen Prädistinationslehre, deren Verständnis den Katholiken viel Kopfzerbrechen bereitet. Prädistination bedeutet so viel wie Vorbestimmung. Als ich zum ersten Mal von diesem Prinzip hörte, fragte ich mich verwirrt, was das heißen soll - bestimme Gott etwa willkürlich, wer "erlöst" und wer "verdammt" wird, ungeachtet der guten und der bösen Taten des Menschen??? Inzwischen ist mit bewusst geworden, dass damit etwas anderes gemeint wird, als ich dachte: ob ein Mensch erlöst wird oder nicht, bestimmt weder ein "willkürlicher" noch ein "gerechter" Gott, sondern der Mensch selbst. Und zwar, indem er sich entscheidet, ob er das Angebot der Erlösung annehmen will oder nicht. Ob man das "freien Willen" nennen kann? Ja und nein. Ja, denn der Mensch darf sich für einen der beiden Wege frei entscheiden. Nein, denn die Entscheidung ist vorbestimmt. Das ist der Kern dieser Lehre: die Vorbestimmung (Unfreiheit) des Menschen besteht darin, dass er sich entscheiden MUSS. Seine Freiheit besteht dagegen darin, dass er die Wahl treffen darf, wofür er sich entscheidet, d.h. wie er leben will: mit Gott oder ohne Gott.

"Am Ende gibt es eben nur zwei Sorten von Menschen. Die, die zu Gott sagen: 'Dein Wille geschehe' und die, zu denen Gott sagt: 'Mein Wille geschehe'.", heißt es in dem Buch.

Hat man sich nun für Gott entschieden, bedeutet es allerdings nicht, dass man automatisch eine Freikarte in den Himmel erhält. Den Himmel erreicht man nur auf dem "rechten Weg" , gibt uns Lewis zu verstehen, und falls man abgedriftet ist, muss man umkehren. "Eine falsche Summe kann berechtigt werden, doch nur dadurch", schreibt er, "dass wir zurückgehen, bis wir den Irrtum finden, und von diesem Punkt an von neuem addieren, nicht aber dadurch, dass wir einfach damit fortfahren". Anders formuliert: "Böses kann rückgängig gemacht werden, aber es kann sich nicht zum Guten entwickeln. Die Zeit heilt nicht". So bleibt uns, an dieser Stelle angekommen, nichts anderes übrig, als "das Böse" zu definieren. Denn solange wir "das Böse" falsch definieren, können wir auch "den Irrtum" unseres Lebens, den Punkt der persönlichen Umkehr, nicht finden.

Anders als ein Katholik, der das Böse (die Sünde) im Sinne des Übertrittes eines Verbotes oder der Verletzung eines Gebotes versteht, definiert es Lewis nicht im moralischen Sinne, sondern als den luciferischen "Abfall von Gott", den jeder Mensch vollzieht, indem er sagt/denkt/fühlt oder tut etwas nach dem Motto: "Ich gehöre mir selbst." Lewis veranschaulicht das sehr gut am Beispiel eines Malers. Im Vorhimmel angekommen, ist er so begeistert, dass er sofort malen will. "Wie bald, meinen Sie" - fragt er den ihn betreuenden Geist, "kann ich mit dem Malen anfangen?" Der Geist lacht: "Begreifst du denn nicht, dass du überhaupt nie malen wirst, wenn du deine Gedanken darauf richtest?" Der Künstler kann das nicht begreifen: "Aber das ist nun einmal die Art, wie ein Künstler an einem Land interessiert ist", antwortet er verwirrt. Die Antwort, die er erhält, erklärt ihm seinen "Irrtum" (zeigt ihm die Gabelung, auf der er den falschen Weg eingeschlagen hat): "Nein, du vergisst", sagt der Geist, "so hast du nicht angefangen. Das Licht selbst war deine erste Liebe. Du hast das Malen nur als Mittel geliebt, vom Licht zu erzählen". Der Künstler gibt es zu, jetzt interessiere ihn das Malen um seiner selbst willen. Und das sei falsch, bekommt er zu hören: "Jeder Dichter und Musiker und Künstler wird, wenn ihm die Gnade nicht hilft, abgezogen von der Liebe zur Sache, von der er erzählt, hin zur Liebe zum Erzählen, bis sie dann, in der tiefen Hölle, sich überhaupt nicht mehr für Gott interessieren können, sondern nur für das, was sie von ihm sagen (..) Sie sinken tiefer - sie fangen an, sich für ihre Persönlichkeit zu interessieren und dann für nicht als für ihren eigenen Namen"...

Versuchen wir nun, diese Erklärung auf das Prinzip der Religion zu übertragen: "Deine erste Liebe war Gott, aber inzwischen hast du Gott aus den Augen verloren, uns statt für Gott, lebst du nur für sich." Als ich zu dieser Erkenntnis kam, habe ich verstanden, was Lewis mit der Hölle meinte. Nein, sie sei kein Feuermeer, wo die Sünder gequält werden, sondern ein Ort, wo all die Menschen landen, die sich für sich selbst, statt für Gott entscheiden, die "sich selbst gehören" wollen, die nicht "Gottes Willen", sondern ihren eigenen Willen geschehen lassen möchten. Das ist die Graue Stadt. Die Vorhölle. Eine Welt ohne Gott.

Liest man nun dieses Buch vor diesem Hintergrund, so wird Einiges klar: wer sich entscheidet, in der Hölle (d.h. für sich selbst zu leben), verlässt den Weg, der in den Himmel führt. Was Eintritt in den Himmel gewährt, sind demnach nicht die guten Taten (ethisches Verhalten, Leben nach dem Gesetz etc.), sondern das Bekenntnis zu Gott: "Vater, ich gehöre Dir." Als ich dies begriff, konnte ich besser die Bedeutung der einzelnen Szenen dieses Buches verstehen! Ich versuche das am Beispiel der Geschichte von der Mutter zu erklären, die sich wünscht, dass ihr Sohn, der z. Z. im Himmel verweilt, mit ihr in die Graue Stadt zurückgeht. Als sie erfährt, dass Sie ihren Sohn nicht sehen wird, rebelliert sie: "Die Mutterliebe sei das höchste und heiligste Gefühl in der menschlichen Natur" (...) Und: "Ich glaube an einen Gott der Liebe. Keiner hat das Recht, zwischen mich und meinen Sohn zu kommen. Auch nicht Gott. Sage ihm das ins Gesicht. Ich will meinen Jungen haben, und ich werde ihn bekommen. Er ist mein, verstehst du? Mein, mein, mein, für immer und ewig". Darin irrt sie sich. Zum ersten, ihr Sohn gehört ihr nicht, er gehört Gott (deshalb lebt er ja jetzt im Himmel), also sie will quasi Gott "seinen Sohn" abwerben. Und zum Zweiten, sie hat ihrem Sohn den Platz zugewiesen, der Gott gebührt. Der Lichtgeist versucht, ihr das zu erklären: "Du wirst dicht genug sein, um vom Michael wahrgenommen zu werden, sobald du erst gelernt hast, nach anderem als nur nach Michael zu verlangen (...) Nur den kleinen Keim eines Verlangens nach Gott brauchen wir, um den Prozess einzuleiten". Sie kann das nicht verstehen. Sie kann nicht begreifen, dass Gott "nicht ein bloßes Mittel in Bezug auf Michael sein kann". Und das heißt: Sie kann ihren persönlichen Ort der Umkehr nicht finden. Sie geht freiwillig in die Vorhölle zurück, kehrt zurück in die Graue Stadt.

Ich habe ähnliche Gedanken in den Büchern der russischen Heilers Lazarew gefunden, der seine Patienten immer wieder mahnt, sie sollen "Gott mehr lieben als alles andere", wenn sie von ihren Krankheiten und dem Unglück geheilt werden wollen. Auch er wird von vielen Menschen nicht verstanden, weil er damit alle "irdischen Werte" meint, auch die, die als "höhere Werte" bezeichnet werden und die als "heilig" gelten: also nicht nur Geld, Macht und Gier, sondern auch Patriotismus, Ideale, Religiosität, ethisches Handeln oder - wie in diesem Fall - Mutterliebe. Sie werden dämonisch und krankmachend, behauptet Lazarew, wenn sie nicht die Liebe zu Gott als Grundlage haben. Lewis denkt ähnlich, indem er erklärt, warum einer Mutter der von ihr abgöttisch geliebter Sohn genommen werden musste: "Das einzige Heilmittel war, den Gegenstand fortzunehmen. Es war ein Fall von Chirurgie". "Keine natürlichen Gefühle sind in sich selbst hoch oder niedrig, heilig oder unheilig", sagt er. "Sie sind alle heilig, wenn Gottes Hand die Zügel hält. Sie alle werden schlecht, wenn sie ihren eigenen Hausstand gründen und sich zu falschen Göttern machen."

Fazit: "Die große Scheidung" ist kein leichtes Buch, das man so nebenbei lesen kann. Will man von seinem Gedankengut profitieren, muss man über jede seiner Geschichten nachdenken, auch darüber, warum so viele Menschen sich entscheiden, in die Graue Stadt zurückzukehren. (Nach Milton: "Weil es einfacher ist in der Hölle zu herrschen als im Himmel zu dienen.") Ilona Banet
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5.0 von 5 Sternen C.S. Lewis - der Mann, der noch nicht ganz Katholik wurde, 3. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle (Broschiert)
Tiefe Einsichten, viele Hintergründe und ein Weitblick, der seinesgleichen sucht.
Einfach lesen, wir alle müssen uns ent-scheiden, für oder gegen Gott.

Sehr lohnenswert zu lesen ;-)
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Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle
Die grosse Scheidung: Oder zwischen Himmel und Hölle von Cecil S Lewis (Broschiert - 2013)
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