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5.0 von 5 Sternen Herauslösung aus der verwalteten Welt
Das Unsichtbare Komitee, das mit dem französischen Kollektiv "Tiqqun" in Verbindung gebracht wird und dessen kreativer Kopf wohl Julien Coupat ist, hat vor allem in den letzten Monaten mit diesem Buch innerhalb vieler links orientierter Kreise in Deutschland Aufmerksamkeit erregt. Wohl gemerkt, die Verfasser des Buches streiten selbst bereits im Buch ab, dass sie die...
Veröffentlicht am 14. Mai 2011 von Onur

versus
24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der kommende Aufstand - Ein Kommentar
Die Katastrophe kommt nicht, sondern sie ist da! "Wir befinden uns schon jetzt in der Untergangsbewegung einer Zivilisation." "Der Aufstand" allerdings kommt dem Titel des Buches nach erst. Er, als derjenige, scheint dem unsichtbaren Komitee nach noch nicht da zu sein. Warum aber sollte Katastrophe und Untergang einerseits und Aufstand andererseits ihrem Wesen und ihrer...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2010 von Michael


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herauslösung aus der verwalteten Welt, 14. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Das Unsichtbare Komitee, das mit dem französischen Kollektiv "Tiqqun" in Verbindung gebracht wird und dessen kreativer Kopf wohl Julien Coupat ist, hat vor allem in den letzten Monaten mit diesem Buch innerhalb vieler links orientierter Kreise in Deutschland Aufmerksamkeit erregt. Wohl gemerkt, die Verfasser des Buches streiten selbst bereits im Buch ab, dass sie die Verfasser seien. Sie hätten das was bereits auf den Straßen kursiert lediglich in eine konkrete Form gepresst. Wohl ist einer der Gründe für die Unterzeichnung des Textes mit dem Namen eines fiktiven Autorenkollektivs genau dieser Hintergrund. Ein anderer liest sich aus der Beharrung auf möglichst viel Anonymität heraus. Man habe die revolutionäre Bewegung in ein gesellschaftliches Abseits gedrängt. In einen toten Winkel der Maschinerie, in der diejenigen, die sich ihrem Organisationsprinzip fügen, Teil dieser werden. Eben aus diesem toten Winkel müsse man die Anonymität, die er mit sich bringt ausnutzend, Aktionen durchführen. Zwangsläufig sei nämlich die gesamte Zivilisation in einem unaufhörlichen, stetigen Zerfallsprozess, den sie nicht verhindern kann. Sie könne lediglich den Zusammenbruch verwalten. In dem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Krise nicht eine außerordentliche Erscheinung sei, denn in Wahrheit sei die Ordnung in der wir uns befänden selbst die Krise. Ihre grotesken Auswülstungen holen uns wie in einem Albtraum immer wieder ein und führen uns diese Wahrheit vor Augen. Um als kleine Zahnräder in diese gewaltige Maschinerie, diesen Verwaltungsapparat hineinzupassen, hätte man uns seit jeher eine bestimmte Vorstellung von Individuen und Individualität injiziert. In der gegenwärtig verwalteten Welt müsse man flexibel sein und sich anpassen um "erfolgreich" sein zu können. Zeit für privates müsse dabei so weit zurückgeschraubt werden wie möglich. Da las ich überraschenderweise Adorno heraus (Dissonanzen). Dieses sich anpassen und fügen käme allerdings einer Auflösung der Individualität der Menschen gleich und der Auflösung jeglicher zwischenmenschlicher Interaktion außerhalb des Arbeitsrahmens (Verdinglichung bei Lukacs?). In dem darauf folgenden Versuch des Individuums "sich selbst" zu finden, würde es schließlich schlicht scheitern und ginge sogar in zahlreichen Fällen dabei zu Grunde (Delleuze/Guattari). Nunmehr käme es nicht darauf an zu hoffen, dass das Voranschreiten innerhalb dieser Gesellschaft/Ordnung/Zivilisation diese Probleme auflöst, da sie sich mit jedem Fortschritt nur verschärfen würden. Vielmehr käme es darauf an aus dieser Ordnung auszusteigen (Benjamin!).

Dies sind dabei nur einige wenige der interessanten Analysen des Buches.
In den knapp 120 Seiten geht das "Unsichtbare Komitee" auch auf ihre Vorstellung von einer zukünftigen Gesellschaft ein - obwohl man sagen muss, dass dieser Teil in Relation kürzer gehalten ist. Dabei schwebt ihnen eine Gesellschaft aus Kommunen vor, die sich weltweit rhizomatisch (Delleuze lässt erneut grüßen) verbinden und endlich den Kommunismus auf dem Organisationsprinzip der Basiskomitees aufbauen. Einzig der Aufruf sich auch nicht vor wilden Experimenten zu scheuen fand ich etwas zu maßlos. Man hat doch schließlich genug furchterregende Erfahrungen in der kommunistischen Bewegung mit wahnwitzigen Experimenten gemacht. Man erinnere sich nur an die junge Volksrepublik China.

Besonders faszinierend ist, dass Zeitungsrezensenten von "Jungle World" bis "Junge Freiheit", von FAZ bis TAZ das Buch nach ihren eigenen Lesarten vorgestellt haben. So hat die Jungle World ihr beispielsweise vorgeworfen hinter linken Phrasen eine rechte Gesinnung zu verbergen, was man an dem Zitat "Sechzig Jahre Befriedung, Stilllegung historischer Umwälzungen, sechzig Jahre demokratische Anästhesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine bestimmte schroffe Wahrnehmung der Wirklichkeit, den Partisanen-Sinn für den laufenden Krieg geschwächt." (S. 74), fest macht, da man daraus Heidegger zu erkennen meint. Heidegger mag an einigen Stellen tatsächlich aus dem Text sprechen, dies allerdings eher im Zusammenhang mit Agamben, der u.a. Heidegger, aber auch Benjamin behandelt. Dass der Kreis um die "Jungle World" zwanghaft ein rechtes Pamphlet in diesem Text zu erkennen versucht und sich dabei nur an einigen wenigen Zitaten festhält, zeigt meines Erachtens nach nur, dass die sog. antideutsche Szene sich mittlerweile in einer Ecke verrannt hat, sich nicht weiter bewegen kann und nur noch blind um sich schlägt.

Auch mit Ernst Jüngers Waldgang werden in einigen Kreisen oft Parallelen gezogen, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Genau aus dem Grunde ist wahrscheinlich auch eine Rezension in der rechtskonservativen Jungen Freiheit erschienen, in der "Der Kommende Aufstand" als links kategorisiert wird. Merkwürdig ist es allemal, dass weder links noch rechts jemand damit etwas anzufangen weiß. Ich nehme jedenfalls an, dass die Linke, aus der dieses Buch stammt und an die es auch gleichwohl - zumindest in ihrer Kritik von links - gerichtet ist, selbst zu sehr damit überfordert ist aus ihrer Sackgasse heraus zu kommen, als dass sie sich konstruktiv mit dem Text befassen kann, der ein wahres Kompendium der Schule der Straße ist und in dem man gleichzeitig viele bekannte Denker der Moderne und Postmoderne wiedererkennen kann. Angenfangen von Blanqui und Marx, über Lukacs, Adorno, Benjamin, Debord, Heidegger bis zu Delleuze/Guattari, Agamben und natürlich Foucault bereitet diese Lektüre vor allem Kennern viel Freude beim Lesen, aber auch für diejenigen, die kaum etwas von dem Einen oder Anderen Philosophen/Denker gehört oder gelesen haben, ist der Zugang zu diesem Text ziemlich unkompliziert.

Wer die Texte von Tiqqun kennt (übrigens sowohl ein Begriff aus der Kabbala als auch aus dem messianischen Materialismus Benjamins), darf zurecht annehmen, dass auch hier das Empire ein zentraler Begriff in den Thesen der Verfasser ist. Anders als Negri/Hardt bietet das Unsichtbare Kollektiv jedoch einen Ausweg aus dem Empire, eine Alternative des "KOMMUNISMUS. Wir wissen, dass dies ein Begriff ist, den man mit Vorsicht gebrauchen muss. Nicht aus dem Grund, dass er in der großen Wörterschau nicht mehr in Mode wäre. Sondern weil unsere schlimmsten Feinde ihn verbraucht haben und es weiter tun. Wir bestehen darauf. Bestimmte Wörter sind wie Schlachtfelder, deren Sinn ein revolutionärer oder reaktionärer Sieg ist - notwendigerweise in erhabenem Kampf errungen." (S. 121). In diesem Zitat spürt man unweigerlich den Einfluss Hegels auf den Großteil der Denker, von denen wiederum das Unsichtbare Komitee beeinflusst wurde.

Abschließend kann ich nur jedem die Übersetzung des Nautilus Verlages empfehlen und von der Online Version abraten, da sie zwar größtenteils adäquat, aber nicht so literarisch feinfedrig ist wie die vom Nautilus Verlag unter der Feder des Übersetzers Elmar Schmeda, der den Geist des Textes meiner Ansicht nach hervorragend erfasst hat.

Ein Text für den Ausstieg aus der verwalteten Welt liegt hier vor, dem ich hiermit weite Verbreitung wünsche.
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69 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Links oder Rechts, 1. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Wahrscheinlich hat ein Autorenkollektiv die Streitschrift 'Der kommende Aufstand' verfasst. Beim Erscheinen in Frankreich 2007 hat die kleine Schrift sofort Maßnahmen der Staatsmacht ausgelöst, die mehr oder weniger im Sande verlaufen sind. Hierzulande löst sie auch in den Feuilletons reich-liche Diskussionen aus. Carl Schmitt wird bemüht, 'Der Waldgang' von Ernst Jünger sowieso. Linke finden sich wieder, Anarchisten auch. Es ist eine Streitschrift nicht mehr und nicht weniger. Als solche legen die Verfas-ser ihre geistigen Hände in die Wunden der Gesellschaft. Dabei sind die Gewaltfantasien abzulehnen und doch: gewaltfreier Widerstand wird wich-tiger in einer Gesellschaft in der fast alles von der Gesundheitspolitik bis zu den Finanzmärkten aus dem Ruder läuft und die Republik zunehmend Lob-byisten überlassen wird. In einer Gesellschaft in der das Wort 'alternativ-los' nicht nur ein Modewort ist, sondern der Ausdruck einer neoliberalen Politik ist, die schon fast diktatorische Züge angenommen hat. Hier und gerade in diesem Zusammenhang kann man die Argumente sehr gut verste-hen und die Ohnmacht nachvollziehen. Das Manifest wird als 'Links' ver-einnahmt, als 'Rechts' demaskiert. Dabei ist es eine Streitschrift aus der Mitte der Gesellschaft für die Mitte der Gesellschaft. In einzelnen Rezensi-onen wird auch auf das Buch 'Der Waldgang' von Ernst Jünger verwiesen und durch die Verweise eine Rechtslastigkeit dem besprochenen Buch un-terstellt. Ich habe mir die Mühe gemacht bei Jünger nachzulesen dabei stand mir die Ausgabe 'Der Waldgang', Stuttgart, 13. Auflage 2008, zur Verfügung aus der ich hier zitiere:
'Wenn alle Institutionen zweifelhaft oder sogar anrüchig werden, dann geht die sittliche Verantwortung auf den Einzelnen oder, besser gesagt, auf denn noch ungebrochenen Einzelnen über.' (S.81)'Es gibt also Lagen, die unmittelbar zur moralischen Entscheidung auf-fordern, und das vor allem dort, wir der Umtrieb seine tiefsten Wirbel erreicht.' (S.82)'Nun leben wir in Zeiten, in denen täglich unerhörte Arten des Zwanges, der Sklaverei, der Ausrottung auftreten können ' sei es, dass sie sich gegen bestimmte Schichten richten oder über weite Landstriche ausdeh-nen. Dagegen ist der Widerstand legal, als die Behauptung der mensch-lichen Grundrechte, die von den Verfassungen im besten Falle garantiert werden, die der Einzelne zu vollstrecken hat. ' Es ist schon ungemein wichtig, den Bedrohten an den Gedanken zu gewöhnen, dass Widerstand überhaupt möglich ist.' ' (S.84)' 'Demgegenüber ist es wichtig, dass der Waldgänger sich in seiner Sittlichkeit, in seiner Kampfführung, in seiner Gesellschaft nicht nur deutlich vom Verbrecher unterscheidet, sondern dass dieser Unterschied auch in seinem Innersten lebendig ist.' (S.85)
Ich empfehle sehr die Lektüre beider Bücher und dann erst mitreden.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der kommende Aufstand - Ein Kommentar, 21. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Die Katastrophe kommt nicht, sondern sie ist da! "Wir befinden uns schon jetzt in der Untergangsbewegung einer Zivilisation." "Der Aufstand" allerdings kommt dem Titel des Buches nach erst. Er, als derjenige, scheint dem unsichtbaren Komitee nach noch nicht da zu sein. Warum aber sollte Katastrophe und Untergang einerseits und Aufstand andererseits ihrem Wesen und ihrer Dynamik nach in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so verschieden sein? Weil Katastrophe und Untergang noch niemals so existentiell und absolut waren, wie sie es jetzt und in naher Zukunft sein werden? Daran glaube ich nicht...

Der Text zeigt in Teilen große Kraft, er konfrontiert mit existentiellen Bedrohungen von Naturzerstörung und mehr noch mit menschlichem Wahnsinn und seiner genauso brüchigen wie aufwendig erhaltenen Normalität als seiner Fassade. Wie ich es verstehe ist der Text ein Versuch, aus dieser Unerträglichkeit auszubrechen und diesem Ausbruch Substanz und Form zu geben. Auch ist er meine ich schon deswegen wichtig und interessant, weil er zeigt, wie sich Menschen der Realität einer existentiellen Bedrohung stellen. Bei allem Widersprüchlichen und bei aller Schwäche, zeigen die Autoren dabei Mut und Aufrichtigkeit - Zwischen dem so unfassbaren und unvergleichlichen Verbrechen des 3. Reiches und heutiger, in ihrer Reichweite nie da gewesenen Zerstörungen von Lebensraum und Lebensgrundlage, neigt unser Bewusstsein dazu abzudrehen und die erstaunlichsten Visionen zu erzeugen, ein bisschen so, wie in einem Nahtodeserlebnis. Mich erinnert der Text an Dostojewskijs Roman Böse Geister: Anarchie, Nihilismus und Erlösung durch Kommunismus und Aufstand. Er (als kommender!), wie überhaupt der Eifer und die vielen "Feinde" gegenüber einer Minderheit an wirklich autonom Aufständigen, geben dem Text in großen Teilen etwas stark religiöses.

So ordnet das unsichtbare Komitee den ersten Teil seiner Schrift nach Dantes Höllenkreisen und behandelt und streift in einem Reigen u. a. grundlegende Fragen des Ichs, der Autonomie, der Nichtumwelt, des Fremden und selbstverständlich der Arbeit. Das ist faszinierend zu lesen und jeder ist aufgerufen, sich anhand dessen mit existentiellen Lebens- und Überlebensfragen des Menschseins zu konfrontieren. Wer allerdings wie die Autoren dabei so viel verhöhnt und verachtet, für den bleibt nicht mehr viel, er setzt seiner Vision und Aufforderung zum Aufstand zugleich hohe und enge Maßstäbe. Tatsächlich hinterlässt die kursive gedruckte Zukunftsvision der Autoren eher einen schalen Geschmack (Seite 110). In der Klarstellung dann hören die Autoren in den beruhigenden Worten von Politikern "immer klarer das Geräusch der Vorbereitungen eines offenen Krieges." (S. 113) Und; "die Restbestände von Aktivisten reichen uns die Hände - um uns besser ersticken zu können mit ihrem Scheitern, mit ihrer Lähmung, mit ihren schwachsinnigen Problemen. "Sie werden nie etwas andere sein, als diejenigen, die uns jedes Mal ein bisschen weiter von der Möglichkeit des Kommunismus entfernen." (S. 118) Diese Schimpferei nun hat schon was paranoides und stellt zugleich den Kommunismus als Erlösung vor.

Schwach ist der Text in seiner Gewalttätigkeit, dem "sich im Krieg befinden" - meist gegen Staat und Polizei. Denn Kern aller Gewalt ist doch fast immer, sich im Zustand von Schwäche stark fühlen zu können. Die Autoren machen sehr gut verständlich, wie man sich in Organisationen und Vereinen aufreiben kann, um schließlich nur seine Kraft und ein Teil seines Lebens vergeudet zu haben. Dass es ihnen "im Krieg" gegen Staat und Polizei ebenso ergehen wird, entgeht ihnen. Muss ein Staat Polizeigewalt aufwenden um sich, seine Autorität oder sonst was zu behaupten, so zeigt er Schwäche, kann aber durch Gewaltanwendung sich seine Illusion der Stärke bewahren. Je besser man das begreift, desto weniger wird man geneigt sein, in ebensolcher Gewalt und Schwäche zu reagieren und desto effektiver wird die Demonstration und der Protest sein.

Die wichtigste Frage angesichts von Terror, Zerstörung und Wahnsinn, bzw. ihre unerträgliche Maskierung mit Normalität ist sicher, wie wir in all dem unsere Menschlichkeit erlangen und bewahren können. Damit aber befassen sich die Autoren überhaupt nicht. Wem das fehlt, dem will ich den Autor Arno Gruen empfehlen: Seine Bücher "Der Wahnsinn der Normalität" und "Verrat am Selbst", ergänzen sehr passend und konstruktiv den "Aufstand" und erklären zugleich Ursprung und Dynamik des "inneren Terrors", von welchem auch dieser Essay so geprägt ist. (Der Wahnsinn der Normalität: Realismus als Krankheit. Eine Theorie der menschlichen Destruktivität: Realismus als Krankheit: eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität + Der Verrat am Selbst: Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notwendiges Buch, 26. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Hier wird kenntnisreich dargelegt auf wie dünnem Eis sich das heutige ökonomische, ökologische, soziale Leben bewegt. Die Ruhe ist trügerisch, und jederzeit kann "dank" Finanzhaie und ähnlicher sozialer Rabauken eine völlig neue Lage eintreten: irgendwann wird die breite Masse beim Ausgetrickst- und Gemokenwerden nicht mehr mitspielen, definitiv nicht mehr.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Analyse gut! Lösungsansätze schlecht., 29. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Das Buch legt den Finger in die Wunden unserer Zeit. Übermüdung, Überarbeitung, Verteilungsungerechtigkeit, Atomisierung der Gesellschaft uvm. Hier treffen die Autoren den Nagel auf den Kopf.
Wenn es an Lösungsvorschläge geht, versagen sie kläglich. Sie gleiten in Szenarien ab, die die moderne Gesellschaft in die Zeit vor der Arbeitsteilung und Industrialisierung zurückwerfen würden: Lokalisierung der Produktion aller Güter. Heile Welt im Taschenformat respektive Dorfgröße, könnte man es nennen.
Der andere Ansatz beinhaltet die Vernichtung des Staates in Struktur und Repräsentanz. Folglich das Zerstören von Dingen und das Töten von Menschen. Inwieweit das akzeptable Vorschläge sind, bleibt jedem selbst überlassen und zu bewerten.
Unterm Strich sind die ersten 60 Seiten lesenswert. Der Rest ist es nicht.
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38 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Revolutionäre Bewegung als Abenteuerroman mit soziologischer Sicht, 19. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Eine Reihe von französischen Schriftstellern ,die aber auch Soziologen sein könnten,wussten nicht mehr ,was sie im bestehenden Elend noch forschen sollten und erklären deshalb in ihrer Schrift dem Leser ,wo und wie man Gesellschaft anders denken muss und auch ,dass dafür unbedingt die bestehende Elite restlos verschwinden muss aus ihrer Machtposition.
Das Buch ist demnach als aktivierende Soziologie zu verstehen in seiner Conclusio.
Ein Beispiel aus der Tiefe der Verlogenheit des bestehenden Hier und Jetzt:"Das gegenwärtige Paradox der Ökologie besteht darin,dass sie unter dem Vorwand,die Erde zu retten ,nur das Fundament dessen rettet,was sie zu diesem trostlosen Gestirn gemacht hat."(S.60)- Viele Menschen in Deutschland wollen keine Oppositionspolitiker,die auf Demos auftauchen und so den Protest zu kanalisieren versuchen . Und sie wollen auch keine Linke,die nach dem mantrahaften Gebot der Nachhaltigkeit versucht ,die besseren Grünen zu werden. Aber sonst hat dies Buch der revolutionären Erwartung aus Frankreich sehr wenig mit dem gesellschaftlichen Beat in Deutschland zu tuen.Zumindest mit dem im Herbst 2010.
Dieses schwingende Buch gehört sehr wohl in die erste Reihe französischer Soziologie. Gleich neben."Terror der Ökonomie " von Forrester und "Gegenfeuer" von Bourdieu.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch sollten bitte unbedingt alle lesen!, 7. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Warum? Weil die Analyse unserer Gesellschfat für viele sehr interessant sein wird! Wer traut sich schon mal allen den Spiegel ihres Handels vorzuhalten?! Damit sind die ökologischen Bewegungen, die Linken... kurz, die vermeintlichen Alternativen gemeint (das jeder weiß, dass staatstragende Parteien nichts ändern wollen, setzte ich voraus). Vieles im Handel dieser "Alternativen" ist letztlich darauf ausgerichtet, dieses System zu erhalten...Es lohnt nicht nur das Nachdenken, warum alles so ist wie es ist. Es ist im Gegenteil endlich mal ein Aktionsbuch, wo etwas geändert werden soll. Über das Wie habe ich mit meinen 50 Jahren eine andere Meinung. Aber ich teile an vielen Stellen die Meinung dieser jungen Leute. Ich würde gern mit den Autoren weiter diskutieren... Und wir brauchen ein realistische Perspektive für diese Gesellschaft. Vielen wird gar nicht klar sein, wie es heute wirklich ist. Das zeigt das Buch schonungslos in der Analyse die aktuelle Situation. Macht wird immer Macht erhalten. Und die Mehrheit wird immer raffinierter gesteuert. Aber dann muß es auch legitim sein, nicht nur mit Reformen und Reförmchen (wie aktuell versucht) etwas zu verändern. Aber Gewalt gegen Staat und Polizei ändert nichts. Verschärft maximal die Situation... usw. usw. usw. Weiterdenken! Klasse-Buch!
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2.0 von 5 Sternen Aufstand, 19. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
schön, daß es ca 1.000.000 mio leute geschrieben haben, der Text ist total Bandwurm und O3 inhalation, oder Schwingschleifer, oder Zeugen Jehovas, oder eine mischung aus den dreien, die Texte sind echt scheiße geschrieben!
man liest einen satz und beim 3. satz weis man nicht mehr, wie hat das angefangen?
worum gehts eigentlich nochmal?

grauenhaft!
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3.0 von 5 Sternen Lob des Boxsports, 7. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
Nach Erkenntnis des unsichtbaren Autorenkomitees leben wir in Zeiten der Warendemokratie (S. 85). Die äußert sich in u.a. totaler Überwachung z.B. in Form einer Drohne, die eines 14. Julis das Departement Seine-Saint-Denis überfolgen hat (S. 8), Ausnahmezuständen (S. 63) und einer mobilen Polizeiarbeit (S. 39), die ich network centric policing nennen möchte - in Anlehnung an das network centrice warfare Programm des US-Armee. Alles ist in dieser Welt austauschbar: "in Massen von jeder Zugehörigheit losgerissen" (S. 17) vagabundieren die Menschen in der Moderne hin und her. "Vertrautheiten des Viertels, des Berufs, des Dorfes, des Kampfes, der Verwandtschaft" sind durch Arbeit (S. 28), Moden (S. 31), Werbung (S. 51f.) etc. zerrissen.
Diese Welt macht den Menschen zu einem traurigen Wesen: Die moderne Gesellschaft wird als ein Kraftwerk beschreiben, "das seine Turbinentätigkeit aus einem gigantischen Tränenstau zieht, der immer kurz davor ist, sich zu ergießen" (S. 12). So kann es nicht wundern, dass der "kommende Aufstand" gegen die Warendemokratie "auf die unerschöpflichen Vorräte des Ressentiments zählen" kann (S. 103), die sich angesammelt haben.
Dabei tritt dem "kommenden Aufstand" aber nicht jener dickwanstige Bourgerois entgegen, den die kommunistische Karrikatur des letzten Jahrhunderts so liebte, sondern eine insgesamt verbürgerlichte Gesellschaft (S. 68). Der Kapitalismus ist ein Tarnkappenkapitalismus geworden, der sich jetzt in "Kulturkapital und Gesundheitskapital" äußert (S. 69). Auch die Religion und "der Westen" sind in Tarnkappenmodus gegangen: "so wie das Christentum sich als Relgion hat opfern müssen, um als emotionale Struktur, als diffuse Aufforderung zur Demut, zum Mitgefühl und zur Impotenz zu überleben, so hat sich der Okzident als spezifische Zivilisation geopfert, um sich als universelle Kultur durchzusetzen" (S. 69).
Dieser Tarnkappenfeind ist - man ahnt es schon - allgegenwärtig. Er äußert sich nicht zuletzt auch in uns selbst - z.B. wenn er uns dazu antreibt, "eines Sonntagsmorgens joggen zu gehen" (S. 85). Was hier nach Erkenntnis des unsichtbaren Komitees passiert ist folgendes: der Mensch in der Warendemokratie treibt Sport einzig und allein, um "seine Arbeitskraft oder sein 'Gesundheitskapital' wieder aufzubauen" (S. 85).
Nun kann die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis unmöglich sein, dass der Aufständische von morgen sich gehen lässt, sich der Welt des Sports entzieht, um es Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen mal so richtig zu zeigen. Das unsichtbare Komitee findet eine elegante Lösung für dieses Dilemma: den Boxsport. Der chinesische Boxeraufstand (S. 85) wird hier zum Symbol des revolutionären Potentials zumindest dieser Sportart erhoben. Schon Jean-Paul Sartre hat als Gymnasiallehrer Boxunterricht angeboten. Das unsichtbare Komitee greift somit in ihrem Trainingsprogramm eine der schöneneren Traditionen der französischen Philosophie auf.
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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant aber aussichtslos, 21. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der kommende Aufstand (Broschiert)
In dem Buch "Aussichten auf den Bürgerkrieg" von Hans Magnus Enzensberger ist bereits die Rede vom Aufstand in den Städten.
Auch in dem prophetischen Buch von Thomas Ritter: "Die Palmblattbibliotheken und ihre Prophezeiungen zur Zukunft Europas" (Ancient Mail Vlg.) sind Aufstände bürgerkriegsähnlichen Ausmasses angekündigt.
Dass der Turbokapitalismus an sein Ende kommt, dies ist gewiss keine neue Nachricht. Aber dass sich die Regenten Europas und Amerikas nicht davon lösen wollen - bis zum bitteren Ende, dies ist die entscheidende Nachricht.
Ob es allerdings eines organisierten Aufstandes bedarf, dass ist die andere Frage.
Ich denke, die Bürger werden schon spätestens dann aufwachen, wenn das Weltwährungssystem endgültig kollabiert.
Mit sanfter, katastrophischer Gewalt lehrt uns "Mutter Erde" bereits in vielen Teilen dieser EINEN WELT, was es heißt, Klima und Umwelt zu zerstören.
Doch eine durchgehende Änderung des
"Systems" der gegenwärtigen Zivilisation bedingt auch das Verzichten auf viele Annehmlichkeiten. Daher werden sich die allermeisten Menschen gegenwärtig diesem Aufstand noch nicht anschließen wollen.
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Der kommende Aufstand von Unsichtbares Komitee (Broschiert - 25. August 2010)
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