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TOP 500 REZENSENTam 22. September 2011
Auch wenn auf den ersten Blick Buddhismus und Leidenschaft nicht zusammenpassen: Die Mehrheit der Buddhisten lebt nicht als Mönch oder Nonne, sondern versteht die Liebe als heilsame Geisteshaltung, aber im Bewusstsein der Gefahr von unheilsamen Anhaftungen.

Dies ist auch der Spannungsbogen, mit dem sich das neue Buch Befreit - verbunden" von Dr. Matthias Ennenbach, Arzt, Psychotherapeut, Autor und langjähriger Buddhist, beschäftigt: mit den Ursachen von vermeidbaren Leiden in Beziehungen.

Der Autor erklärt die Unterschiede von inneren und äußeren Faktoren, wie Freude und Lust, geht auf die Gefahren der Haben-wollen-Liebe nach Erich Fromm ein und stellt ihr die Liebe, die im Sein ruht, entgegen. Durch Beispiele, wie man sich in einer Beziehung auf den Mittleren Weg" konzentriert und ihn überprüft, ohne sich vom Partner zu lösen, werden eigene Hoffnungen, Ideale und Wünsche oft als Sicherheit bietende Anhaftungen entlarvt.

Anhaftungen, Unwissenheit und Widerstand sind jedoch die Ursachen für vermeidbare Leiden - so die Zweite Edle Wahrheit des Buddhismus; ebenso wie Unaufmerksamkeit, Verleugnung und fehlerhafte Wahrnehmung der Realität. Daraus resultieren dann Eifersucht, Rechthaberei oder Streitlust, die zu Rissen in der Partnerschaft führen.

Mit einem geklärten Geist" kann jeder diese Klippen rechtzeitig umschiffen und wieder in ruhigere, achtsamere und liebevollere Gewässer segeln. Meditation als Mittel, um unseren Geist zu klären und sich den zahllosen äußeren Reizen zu verschließen, kann ein zutiefst heilsamer Weg für beide Partner sein. Ennenbach erklärt verständlich, was Meditation von Kopfkino und Tagträumen unterscheidet und gibt Anleitungen, die einfach nachzuvollziehen sind.

Zum Spannungsfeld von Beziehungen, die unfrei sind oder keine wirkliche Verbundenheit besitzen, gehören auch die unterschiedlichen Rollen, die wir spielen, einschließlich Geschlechterrollen. Einfluss auf Beziehungen haben auch Klischees, kulturelles Umfeld oder eigene, nicht gelebte Anteile, so wie sie C.G. Jung als weibliche und männliche Aspekte - Anima und Animus, Yin und Yang - unserer Seele definiert.

Ein Buch für alle, die sich für die Heilungs-, Beratungs- und Praxismethode des Buddhismus interessieren, wenn es um Liebes- und andere Beziehungen geht, egal ob derjenige zurzeit mit oder ohne Partner/in ist: Auch ein Single ist in einer Liebesbeziehung - zu sich selbst.
11 Kommentar88 von 91 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2012
Matthias Ennenbach spricht davon, dass unser Geist getrübt ist und besonders durch unseren ständig aktiven Verstand manipuliert und benebelt wird.
Auf Seite 56 heißt es unter der Überschrift »Bitte aufwachen, es ist Zeit!«: Wir müssen unseren Geist beruhigen und klären. Aus buddhistischer Sicht sind demnach nicht wenige Menschen krank, sondern wir alle leiden, etwa unter einer permanenten (Selbst-)Täuschung, die uns immer wieder Probleme bereitet. Wir leben wie in einem verworrenen Traum, anstatt klar und wach zu sein. Das Sanskrit-Wort Buddha bedeutet »der Erwachte« und mit dem erwachen ist die Klärung des Geistes gemeint. Wir müssen uns also erst einmal ent-täuschen lassen, auch von uns selbst, um aufzuwachen und uns zu befreien.
Eigentlich bietet das leben doch schon genug Enttäuschungen! Warum sollen wir uns dann noch freiwillig und bewusst enttäuschen lassen? Was bleibt übrig, wenn die Täuschung wegfällt? Ist manchmal eine schöne beruhigende Täuschung nicht angenehmer als die ungeschminkt nackte Realität? Diese Fragestellung ist durchaus berechtigt und wird im Buddhismus sehr ernst genommen. Buddha vermittelte: Wir haben die Wahl. Wir entscheiden selbst, welchen Weg wir beschreiten. Entweder wir verlassen unseren altgewohnten Pfad, der uns stetig zwischen Freud und Leid hin und her schwanken lässt, und bemühen uns durch die buddhistische Schulung, unser Leiden zu lindern und zu lösen. Oder wir belassen alles so, wie es schon immer war, und folgen weiter dem Weg, auf dem wir vielleicht nicht so selbstkritisch leben müssen. Der Weg, auf dem wir uns den schönen Dingen weiterhin zuwenden können und die unschönen zu vermeiden suchen und hoffen, dass uns die schönen Dinge erhalten bleiben. Der Weg, auf dem wir viele Hochs und Tiefs durchleben. Irgendwie ein naiver weg, der uns unvorbereitet durch unser Leben schwanken lässt. Nicht wenige Menschen meinen, das Leben sei eben so und wir sollen es demgemäß auch so leben, wie ein Ball auf den Wellen. Wenn wir uns wirklich dafür entscheiden, ist das auch in Ordnung, doch müssen wir kritisch bedenken, auf welcher Basis wir Entscheidungen treffen. Verfügen wir wirklich über die notwendigen Informationen, um eine gute und verantwortungsvolle Wahl treffen zu können? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus, insbesondere auch für unseren Partner, unsere Familie und unsere Mitmenschen?
Das alte Fahrwasser der Gewohnheit ist sicher die mächtigste Fahrrinne im Leben. Sie besitzt eine Sogwirkung, die wir stetig achtsam wahrnehmen sollten. Wir werden wohl noch oft und immer wieder in alte Verhaltens- und Gedankenmuster zurückfallen, die zum Beispiel darum kreisen, was wäre, wenn der Partner perfekt oder zumindest etwas perfekter wäre, sich anders verhalten oder reagieren würde, uns besser verstehen und eben einfach mehr lieben würde. Was wir im Kleinen finden, erkennen wir natürlich auch in größeren Zusammenhängen wieder: wenn unsere Vorgesetzten doch endlich anders reagieren würden, ginge es uns besser, und wenn die Politiker endlich anders reagieren und regieren würden, ginge es uns allen besser. Ja, wenn nur die Welt ein wenig besser wäre, dann hätten wir alle weniger Probleme. Die Auseinandersetzung mit unserem Idealismus ist ein spannendes Thema, das sich näher zu ergründen lohnt.
Und das wird in diesem Buch hervorragend getan.

Auf Seite 65:
Auch unser Stolz, unsere selbstgezogenen Neigungen und unsere Diskussionslust gehören zum Thema Widerstand. Das hat viel mit dem uns anempfohlenen Selbstbewusstsein zu tun, das oft zur Selbstbehauptung führt und für viele Menschen ein großes Thema sein kann. Vielleicht haben manche erst mühsam lernen müssen, sich selbst zu behaupten und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, zu artikulieren und, wenn nötig, auch dafür zu kämpfen. Die buddhistische Lehre von der Auflösung des Ego wirft ein interessantes Licht darauf. Kurz gefasst erscheint es ratsam, erst ein gesundes Ego zu entwickeln, um dann die Vorteile davon, aber auch die Nachteile zu ergründen, sodass wir uns dann nach und nach wieder davon lösen können. Um einen Vergleich heranzuziehen: Vielleicht müssen wir erst genug Geld haben und uns keine Sorgen mehr darüber machen müssen, um dann einmal in aller Ruhe über das Wesen des Geldes nachzudenken und die vielen Verrücktheiten im Zusammenhang mit Geld aufgeben zu können.
Auf Seite 166 schreibt der Autor was unter dem buddhistischen Begriff der Leerheit zu verstehen ist.
Jedes Objekt unserer Umwelt, dieses Buch, der Stuhl, der Tisch, der Fußboden, unsere Hände, unser Körper, die Luft, die wir atmen, alles steht in wechselseitiger Abhängigkeit. Alles ist zusammengesetzt aus verschiedenen Bestandteilen, die ebenfalls wieder mit anderen Elementen in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig bedingen. Nichts existiert ohne Ursache, ohne Vorbedingung. Dieses Buch zum Beispiel besteht aus Papier, also Holz, aus Tinte, Leim ect. Diese Dinge mussten wachsen, produziert und von Menschen verarbeitet werden, deren Existenz wiederum jeweils von unzähligen anderen Faktoren abhängig ist.
Nichts existiert also völlig unabhängig voneinander. Das heiß auch, alle Objekte unserer Wahrnehmung sind leer in Bezug auf Eigenschaften, die sie völlig unabhängig machen. Das Buch hat keine eigenständigen, unabhängigen Eigenschaften. Die Leerheit des Buches bedeutet nicht, dass es sich um ein leeres Buch handelt, sondern dass das Buch leer ist von spezifischen Bucheigenschaften. Es ist aber voll von vielen anderen Faktoren, die zusammenkommen mussten, damit es als Buch existieren kann, doch nichts davon ist buchtypisch. Wenn wir uns tief in die Entstehungsweise und die notwendigen Faktoren versenken, die ein Buch und alle anderen Dinge um uns herum entstehen lassen, verwischen sich irgendwann die Grenzen zwischen den unzähligen wechselwirksamen Faktoren, der Welt und unserer Rolle darin und lösen sich schließlich auf. Wenn wir nun noch einbeziehen, dass alle Objekte um uns herum, die Kleidung, die wirtragen, der Boden, auf dem wir stehen, auch die Menschen und wir selbst aus diesen vielen wechselseitig voneinander abhängigen Faktoren zusammengesetzt sind, erkennen wir unsere untrennbare Vernetzung mit der Welt.
Das ist es, was Buddhisten unter Leerheit verstehen. Der Begriff könnte etwas missverständlich sein, doch vielleicht ist deutlich geworden, warum die untrennbare Verbundenheit aller Objekte und Leerheit zusammengehören. Aus dieser buddhistisch-wissenschaftlichen Erkenntnis und als Ausdruck unserer tiefen Verbundenheit ist unter anderem der zentrale Appell an unser Mitgefühl entstanden.
Wenn wir uns nun, auf welcher Ebene auch immer, als getrennt von anderen erleben, bilden wir so etwas wie eine Wahnvorstellung oder zumindest als Ausdruck unserer Unwissenheit eine fixe Idee von Isolation und Getrenntheit, die in der Natur nicht vorkommen. Das Wesen der Natur unter Einschluss des Menschen ist Verbundenheit.
Immer und überall, wo dieses Prinzip missachtet wird, entstehen Leiden, Krankheit und Zerstörung.
Wir sind dazu aufgerufen, immer wieder zum Verständnis unserer Verbundenheit zurückzukehren. Es gilt die Erkenntnis von Leerheit und Verbundenheit immer wieder zu verinnerlichen: Ich bin so, weil du so bist. Er ist so, weil du so bist. Du bist so, weil er so ist. Sie ist so, weil du so bist, Du bist so, weil sie so ist. Wir sind so, weil sie so sind. Die Kassiererin im Supermarkt ist so, weil ich so bin? Die Jugendlichen im Park sind so, weil ich so bin? Der Bettler an der Ecke ist so, weil ich so bin? Mein Partner ist so, weil ich so bin? Ja, genauso verhält es sich.
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am 10. Oktober 2011
In beeindruckender Weise gelingt dem Autor auch in diesem Buch rund um das Thema Liebe die Darstellung der Aktualität des Buddhismus sowohl als Philosophie als auch als Heil- und Praxismethode, die sich in der Würdigung des Menschen in seinen individuellen und überindividuellen Lebensbezügen widerspiegelt.
Hier haben Fragen nach verschiedenen Kommunikationsstilen oder die Frage nach dem letzten absoluten "ja" ebenso ihren Platz, wie die Frage,
ob das Modell der Paarbeziehung vielleicht ein Auslaufmodell ist, oder die, nach Auswirkungen einer Besitz-Kultur auch in ökologischen Zusammenhängen.

Besonders deutlich wird das Selbstverständnis der Buddhistischen Psychotherapie als Praxismethode der Heilung und Geistesschulung unter Einbeziehung westlicher Therapiemethoden. Das Buch zeigt, mit besonderem Augenmerk auf die Beziehungsthematik, vielfältige Hilfen für die Alltagsbewältigung, u.a. Meditation, Arbeit mit Symbolen und Bildern oder die Technik der Gefühlsumwandlung, aber auch die Nutzung buddhistischer Grundgedanken z.B. des Mittleren Weges, sowie der Erfahrung der Verbundenheit oder der Liebe selbst, als Handlungsappelle.
Am Beispiel konkreter Situationen wie Trennung, Eifersucht und Streit leitet der Autor den Leser an, verdeckte Motivationen aufzuspüren, eigene, eingeschliffene Gedanken-und Handlungsmuster aufzudecken, sich davon zu lösen und dadurch Räume für Handlungsalternativen zu öffnen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit für eine echte Wahl und für die Einflussnahme auf das eigene Schicksal;der Wechsel "aus der Rolle des passiv Reagierenden zu der des Akteurs".

Von großer Bedeutung ist immer die persönliche Erfahrung und Prüfung von Inhalten. Hierzu dienen u.a. Erfahrungsberichte, Analogien, einfache Handlungsvorschläge, die Praxis der Meditation und nicht zuletzt der wiederkehrende Hinweis des Autors, während der Lektüre auftretenden Spannungsgefühlen nachzugehen.

Übergeordnetes Ziel ist das befreite Leben des Menschen in all seinen Lebensbezügen, so auch in seinen Liebesbeziehungen.
Wir haben immer eine Wahl, wie wir uns hier einbringen und diese gestalten.
Hierfür bietet das Buch in hohem Maße Inspiration und Anleitung.
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am 4. Oktober 2012
Es wird Zeit, dass ein Buch erscheint, welches uns Westlern zeigt, wie man Weisheit in seine Beziehung bringen kann und vielleicht sogar muss, damit sie länger durchhält als eine deutsche Durchschnittsehe.
'Befreit, verbunden' ist so ein Buch, und seine Basis sind die buddhistischen Lehren. Ich habe dieses Buch einem 'nichtbuddhistischen' Freund ausgeliehen, der in einer akkuten Trennungsphase steckte, seine Worte:

'Für westlich geprägte Menschen mit einer nicht-buddhistisch geprägen Lebensweise war das Buch sehr hilfreich, da es neue ungeahnte Perspektiven aufgezeigt hat.'

Wer schon mit Buddhas Lehren zu tun gehabt hat, wird sich auch an diesem Buch erfreuen, denn es kombiniert das Fundament der Lehren mit westlicher Psychologie als Erklärungshilfe, was sehr gut gelingt.
Mir scheint, dass das Leiden in und durch unsere Beziehungen, welches vermeidbar ist, gelindert werden kann, wenn man ein wenig Weisheit in sein Leben scheinen lässt. Natürlich ist jede Beziehung wie alles zeitlich begrenzt, doch innerhalb dieses Rahmens braucht man oftmals eine erweiterte Perspektive und einen realistischen Begriff von LIEBE, der jedoch weit über die Grenzen einer Romantik oder Verliebtheitsphase hinausreicht.
Ein sehr nützliches Buch.
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am 13. Oktober 2011
Es ist faszinierend und zukunftsweisend, wie es Dr. Ennenbach gelingt, die Erfahrungen der Psychotherapie mit den Anleitungen zur Befreiung aus dem Buddhismus zu vereinigen. Aus der Psychotherapie entspringen viele praktische Erfahrungen über typische Muster und Rollen in Beziehungen, die starre und destruktive Wirkungen entfalten können. Doch der Weg, diese Muster nicht nur (möglichst positiv) zu verändern, wie es die Psychotherapie anstrebt, sondern sie in Achtsamkeit zu erkennen, zu halten und sich von ihnen durch diese erkennende, akzeptierende Haltung zu lösen, ist superb und erweitert das klassische Repertoire der Psychotherapie um die spirituelle Dimension.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen; insbesondere denjenigen, die sich durch normale psychotherapeutische Interventionen nicht in ihrer ganzen Tiefe gehalten und verstanden fühlen.
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am 1. Mai 2013
Das Buch habe ich mit Freude gelesen - das Lesen selbst wird damit bereits zur Meditation.
Gut aufgebaut, gut strukturiert - mit lebendigen Beispielen versehen.
Mit viel Weisheit verpackt.

"Weil die Liebe sehr tief in uns einzudringen vermag oder auch sehr tief in uns angelegt ist, stellt sich gleichzeitig eine wunderbare Chance dar, um eine sehr tief greifende Wandlung in uns zu bewirken und zu beschleunigen.
...
Wenn wir von Liebe zwar sprechen, doch in unseren Handlungen davon nur wenig zeigen können, ist das meist ein Indiz dafür, dass wir entweder einer Verblendung oder einer Anhaftung folgen oder im Widerstand gefangen sind.
...
Nicht-Vergeben bedeutet Festhalten und Anhaften an Vergangenem und eine Fortführung unseres Leidens."

Wunderschön finde ich die ganz praktischen Schritte...z.B. Die 4 Edlen Wahrheiten angewandt auf Trennungen.

Den Punkteabzug gibt es für die vielen Verweise auf das Buch des Autors "Buddhistische Psychotherapie".
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am 27. Dezember 2014
Rar sind die Buddhismusbücher, die sich an das Feld der Partnerschaft heranwagen und noch schwerer zu erspähen Werke wie dieses. Denn es ist ein schwieriges Unterfangen, die einsame Beschäftigung mit sich selbst auf zwei Personen auszuweiten und dies ohne Komplikationen realitätsnah umzusetzen. Gut gemeinte und vor Weisheit, philosophischem Tiefgang und Güte berstende Werke gibt es zu dem Thema zuhauf, nur scheitern sie leider an der Praxis. Wie könnten sie auch funktionieren, sind sie doch häufig von zölibatär lebenden Weisen, Mönchen und Lehrern geschrieben. Die uneingeschränkte Fokussierung auf die Praxis und jahrelange Erfahrung Ennenbachs sind es, die im Gegensatz dazu eine anwendbare und funktionierende Herangehensweise an Beziehungen bietet, die auf der Einsicht und Änderungswilligkeit beider Partner beruht.
Eine der großen Gefahren in jedem zwischenmenschlichen Verhältnis bilden dabei Faktoren wie das kulturelle Ambiente; Klischees, Rollenbilder und Stereotypen; ein Mangel an Verbundenheit; Unfreiheit, Unwissenheit, Widerstand, Anhaftung sowie eingeschränkte, falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit; Verdrängung und Unachtsamkeit, aus denen schließlich Streitsucht, Eifersucht, sinnlose Konflikte, Rechthaberei und ein permanent angespanntes Klima erwachsen. Durch die Verblendung und mangelnde Impuls- und Emotionskontrolle eines oder beider Partner wird aus einer eigentlich schönen und bereichernden Allianz zweier Menschen ein sinnloser, zeit- und kraftraubender Kleinkrieg.
Denn die Verteidigung von Standpunkten, Meinungen und Ansichten des scheinbar unfehlbaren eigenen Egos ist langjährig automatisiert und die Verhaltensmuster konditioniert. Nun sind diese Trugbilder zugleich Schutz vor unliebsamen Wahrheiten und kaschierende Deckmäntel für eigene Schwächen und Defizite und sie abzubauen erfordert das Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit. Im Zuge des Auflesens der Scherben nach eskalierenden Konflikten dämmert teils schon die Erkenntnis dieses Sachverhalts.
Nur müsste man nun auf die entbehrungsreiche und mit der Ablegung von vielen liebgewonnen, schlechten Verhaltensmustern gespickte Reise in einen bewussteren Umgang mit sich selbst und anderen Menschen gehen. Beschreitet man diesen neuen Weg, lauern alte mentale Bekannte in neuem Gewand auf ihre Chance. So bietet es sich alternativ zu schwerer Arbeit an den eigenen Schwachpunkten an, von einem besseren, perfekteren und verständnisvolleren Partner zu fantasieren, an der Liebe und Verständnis des Gefährten für die eigene Situation zu zweifeln und generell die Verantwortung möglichst weit weg von sich selbst zu schieben.
Dass die alten Verhaltensmuster kommen, verführen und in bester Advocatus Diaboli Manier verheißungsvolle Bilder des leichten Wegs in den Geist zaubern werden, ist schon allein neurobiologisch unabwendbar. Nur wird ihnen mit jedem Auftritt ein Teil von Schwung und Wirksamkeit geraubt, da die erarbeiteten Routinen immer besser zu greifen beginnen und man die verhängnisvollen Denkfehler immer schneller als solche zu erkennen beginnt.
So versteht man die wahren Hintergründe eigener Wunschbilder und Hoffnungen schneller, sieht das Wechselspiel zwischen inneren und äußeren Faktoren; bildet eine akzeptierende, nicht wertende Betrachtungsweise der Geschehnisse aus; entschärft anhaftende und unachtsame Gedanken und daraus resultierende Handlungskonzepte bereits während des Entstehens; erkennt die sinnlose Fokussierung auf das eigene Ego, Standpunkte und Stolz immer mehr als nutzlosen Ballast an; experimentiert mit dem scharfen Schwert des Mitgefühls und schult sich in der beeindruckenden Technik der Gefühlsumwandlung.
Hat man erst all die Zwänge, Einschränkungen und Gewohnheiten aus dem eigenen emotionalen Keller vertrieben und wieder Souveränität über die Lebensgestaltung gewonnen, fällt es umso schwerer zu verstehen, wie man so lange verblendet die unwiederbringliche Zeit mit dem Lebensbegleiter so sinnbefreit vergeuden konnte. Es gilt diese Erkenntnis und das damit einhergehende Gefühlspotpourri in gut abrufbarer Erinnerung zu behalten um jeden Keim eines Schösslings der Unachtsamkeit auf dem Mittleren Weg auszuschließen. Und nie wieder getrieben, unfrei und von der eigenen Katharsis eingekerkert zu sein, sondern selbstbewusst handelnd und sein Ebenbild formend das eigene Leben zu gestalten.
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am 18. Dezember 2011
Dieses 2. Buch von Matthias Ennenbach ist lesenswert, besonders gut auch wenn man sein erstes Buch schon gelesen hat.
Es geht hier nicht nur um Liebesbeziehungen, sondern um Beziehungen mit Menschen die einem viel bedeuten. Dabei handelt es natürlich
auch um den achtsamen Umgang mit ihnen und letzten Endes aber auch mit einem selbst. Es ist praxisnah und kein "hoppla hop" Ratgeber, wovon es ja schon viel zu viele gibt und die am Thema vorbei gehen. Die Lösung liegt aber nicht in einem Buch, es kann nur Denkanstoß sein, um sich
in liebevoller Hinwendung zu üben und darüber nachzudenken, was und wer einem wichtig ist und natürlich auch warum.
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am 20. Januar 2012
Dr. Ennenbach hat mit diesem Buch schon wieder ein wirklich vielseitiges Werk geschaffen. Als (Paar-)Therapeut findet man sofort viele gute Ideen für die Arbeit mit den Klienten, von denen sich die Menschen auch wirklich tief angesprocchen fühlen! Dieses "sich-tief-angesprochen-fühlen" ist es wohl auch, was am buddhistischen Grundgedanken so interessant ist. Denn 2555 Jahre nach Buddhas Tod sind seine Erfahrungen und Lehren gegenwartiger, als je zuvor. Niemals waren wir Menschen so bedürftig, Wege zu finden um innere Fülle zu erfahren, Achtsamkeit und Befreiung zu leben, wie jetzt.

Aber nicht nur als Therapeut, sondern vorallem als Mensch in einer Beziehung, oder als Mensch mit immer wieder problembehafteten Beziehungen in der Vergangenheit, hält das Buch endlose "Aha"-Effekte bereit. Ich habe selbst vieles, was sich in Beziehungen immer wieder abspielt durch dieses Buch noch besser begriffen. In brenzligen Situationen innerhalb der eigenen Beziehung muss ich oft an das eine oder andere Kapitel dieses Buchs denken und was das wichtigste ist: ich denke um, handle oft anders und fühle mich besser damit und mein Partner profitert davon genauso, wie ich selbst.
Ich schätze auch die Art des Aufbaus dieses Buches mit seinen schön geschriebenen Erklärungen, praktikablen Übungen, Darstellungen und Zitaten. Ich empfinde das Buch als sehr empfehlenswert.
Zum Abschluss meiner kleinen Rezension noch ein Zitat aus diesem Buch, das mir sehr am Herzen liegt:
"Alles Sichtbare grenzt an das Unsichtbare
alles Hörbare an das Unhörbare
alles Fassbare an das Unfassbare
und vielleicht alles Denkbare an das Undenkbare"
(Lama Anagarika Govinda)
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am 16. September 2013
Unser Wunsch nach Glück und dessen Erfüllung in die Hände eines anderen Menschen zu geben, ist wohl einer der Hauptirrtümer innerhalb einer Partnerschaft oder der Idee von Liebesbeziehung. Sich vielmehr zu fragen: "Was kann ich für dich tun?" - ohne jedoch verpasst zu haben, gut für sich selbst zu sorgen - ist die etwas andere Sichtweise in Bezug auf die Liebe. Matthias Ennenbach zeigt anhand der grundlegenden buddhistischen Philosophie und Sichtweise auf, wie dies gelingen kann. Dabei verliert er nie den Aspekt der Selbstverantwortung aus dem Fokus und mach deutlich, dass nur mit Achtsamkeit und Bewußtheit eine respektvolle Beziehung in Liebe und Freiheit entstehen und wachsen kann. Dieses Buch gibt sehr realitätsbezogene praktische Anleitungen wie dies gelingen kann. Eine Muss für reife und erwachsene Begegnung in Liebe und dem wahren Interesse am Gegenüber. Wundervoll!!!
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