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am 22. August 2007
Dieses Buch beschäftigt sich mit der buddhistischen Philosophie Nagarjunas, mit den philosophischen Grundlagen der Quantenphysik und mit solchen Philosophen wie Whitehead und Gadamer, die die Wegbereiter des Prozeßdenkens waren. Im Stil geht es nach der Devise Albert Einsteins vor, der einmal gesagt hatte: "Man soll die Dinge so einfach wie möglich darstellen, aber nicht einfacher". Ich habe mich gefragt, was in dem Buch neu ist und was F. Capra nicht bereits vor 30 Jahren gesagt hat. Nun Capra ist ein Holist, für ihn ist alles mit allem verbunden, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Dieser Holismus verpackt alles in eine Wolke. Dagegen beschäftigt sich die Philosophie Nagarjunas und auch die Quantenphysik mit ganz präzisen Abhängigkeiten der Dinge, mit konkreten Wechselwirkungen zwischen den Dingen, mit dem, was zwischen den Dingen liegt. Und genau das hat der Autor heraus gestellt. Er hat nicht nur das Substanzdenken und den Subjektivismus, sondern auch den Holismus zurückgewiesen. Aber ganz besonders hat er eine vierte Richtung unter die Lupe genommen, die er Instrumentalismus nennt und nach der alles nur Information sein soll, so als ob es nun überhaupt keine Wirklichkeit mehr geben soll. Das hat mich am meisten überzeugt und das ist eine Weiterentwicklung des gesamten Themas. Hier kommt die philosophische Grundlage zur Geltung. Wenn man das substantielle Denken überwunden hat, besteht die Gefahr, beim Subjektivismus stehen zu bleiben. Und wenn man den Dualismus von beidem überwunden hat, könnte man beim Holismus anhalten. Wenn man diese drei Positionen ablehnt, könnte man meinen, daß alles nur aus Konzepten oder Informationen besteht. Aber erst nach der Überwindung von diesen vier extremen Positionen kommt die grundlegende Abhängigkeit der Dinge zutage. Das ist ein vielleicht schwieriger, aber gründlicher Weg, sich nicht in extremen Sichtweisen zu verfangen. Insofern finde ich die Darstellung gelungen, sehr anregend und auch hilfreich, um loszulassen, um dann endlich alles nicht mehr in Betracht zu ziehen, um sich von allem zu befreien, um sich von sich selbst zu befreien, von eigenen Egoismus und von allen Verstrickungen. Mir war die Lektüre dieses Buches eine Hilfe, mit meinen eigenen Verwirrungen fertig zu werden.
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am 26. Oktober 2009
C. T. Kohl erweist sich in dem Buch als exzellenter Kenner der Ontologie Nagarjunas. Neben seinen eigenen Übersetzungen stellt er auch teilweie jene von anderen Übersetzern nebenan, wodurch die Thematik eine Seriösität erlangt. Zudem beweist er auch seine Kenntnisse in der abendländischen Philosophie und in der populärwissenschaftlichen Literaturwelt der modernen Physik. Alles in allem ist das Buch - wenn auch sehr langatmig - eine hervorragende Ausarbeitung der Philosophie Nagarjunas im Vergleich mit der abendländischen Denktradition - auch wenn letztere nicht immer ganz stimmig dargestellt ist. 3 Sterne aber nur deshalb weil vor allem die "überraschende Parallelität" zwischen Buddhismus und Quantenphysik ausbleibt. Zunächst ist der Titel in der Hinsicht falsch, dass er das allgemeine Wort Buddhismus verwendet. Erst mit Blick auf den Untertitel erhellt die eigentliche Thematik des Buches. Es wird nämlich bloß ein einziger Philosoph des Buddhismus dargestellt: Nagarjuna. Auch wenn dieser der wahrscheinlich wichtigste Philosoph des Mahayana-Buddhismus war oder vielleicht auch ist, so darf sich der Leser nicht erhoffen mehr über die Parallelen zwischen "Buddhismus" und QP zu erfahren. (Dies liegt unter anderem natürlich auch daran, dass weder B QP ist noch QP B!) Zudem sind die Parallelen gar nicht so rigoros wie das Abstract erhoffen lässt, denn nur weil die QP eine Naturphilosophie der Relationen nahelegt und diese bei Nagarjuna gegeben ist, sind das noch keine großartigen Strukturähnlichkeiten. Zudem gibt es auch in der abendländischen Tradition Philosophien mit relationalem Charakter, von denen Kohl aber nur jene Whiteheads nennt. Was aber viel unpassender an dem Titel ist, ist das Wort "Quantenphysik", da diese in dem Buch so gut wie überhaupt nicht vorkommt. Es wird zwar gegen Ende auf die möglichen metaphysischen Konzepte der QP eingegangen, die auf 4 mögliche philosophische Denktraditionen hinweisen (, was - wie in dem Buch ausgeführt - streng genommen philosophisch auch nicht ganz so korrekt ist), aber die QP selber wird nicht behandelt. Erhoffen hätte man sich vor allem können, warum denn die QP eine Naturphilosophie der Relationen nahelegt. Dass dies mit der Verschränkung und dem Bell Theorem (Nichtlokalität) zu tun hat, wird an keiner Stelle erwähnt. Darüber hinaus war es dass auch schon mit den Parallelen bezüglich Nagarjuna und QP.
Resümierend lässt sich also sagen: Sowohl der Begriff Buddhismus als auch jener der Quantenphysik sind zu allgemein für den Inhalt des Buches.
Würde der Titel nun "Quantenphysikalische Konsequenzen im Lichte der Philosophie Nagarjunas" oder ähnlich lauten, wäre dieser eher korrekt, aber vermutlich zu fachspezfisch klingend, womit dann das breite Publikum nicht angesprochen wäre, was der Autor aber vermutlich bezweckt. In diesem Sinne sei also Bedacht auf den Untertitel gelegt.

3 Sterne deshalb, weil das Buch aus der Perspektive von Nagarjuna eine angemessene Kritik an der abendländischen Ontologie und möglichen metaphysischen Konzeptionen der Qp liefert, aber der Titel ist irreführend (eigentlich falsch) und die QP wird viel zu oberflächlich beleuchtet, als dass man die Parallele erkennen würde. Kohl führt lediglich an manchen Stellen an, dass physikalischen Objekte ihre Eigenschaften nicht unabhängig von anderen haben, was von den meisten Physikern nicht (mehr) bestritten wird.

DIESE REZENSION BEZIEHT SICH AUF DIE ERSTE AUFLAGE!
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am 5. September 2007
Das Buch ist ein Beitrag zum Ost-West Dialog. Lange Zeit haben die Europäer von einer "gelben Gefahr" gesprochen. Sie hatten Angst vor Asien. Aber seit einigen Jahren sind sie mit dem Buddhismus bekannt gemacht worden, besonders durch die Vermittlung von Zen-Buddhisten und durch tibetische Lamas. Nun stellte sich jedoch die Frage, ob wir Europäer die buddhistischen Ideen einfach übernehmen oder aber mit unseren eigenen Ideen
und Vorurteilen verbinden. Bestimmt ist das das Beste. Aber mit welchen europäischen ideen sollen wir versuchen, den Buddhismus zu verstehen? Mit den Ideen von Philosophen wie Wittgenstein, Hegel oder Kant? Das haben einige interpreten der buddhistischen Philosophie vorgeschlagen. Christian Thomas Kohl schlägt nun vor, die buddhistische Philosophie mit den Ideen der Quantenphysik zu verstehen. Die Quantenphysik ist die einzige Theorie, die das dualistische Denken, das alles trennt, bei dem alles auseinanderfällt, überwunden hat und durch die Begriffe der Komplementarität, der Wechselwirkungen und der Verschränkungen ersetzt hat. Quantenobjekte fallen nicht auseinander. Und genau diese Erkenntnisse der Quantenphysik können ein Zugang zum Verständnis der buddhistischen Philosophie sein, nach der die Dinge abhängig von einander sind. Ich gebe zu, dass ich das Buch zweimal lesen mußte, um diese Zusammenhänge zu erkennen. Aber es hat sich gelohnt. Ich empfehle es. Das ist kein Schnellkurs zur Erleuchtung, sondern eine Auseinandersetzung mit den philosophischen Grundlagen einer Welt.
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am 28. Mai 2006
Jeder stellt sich die selben Fragen. Fragen nach dem Sinn des Seins, nach Gott und dem Universum. Was die westlichen Religionen überhaupt nicht beantworten können findet man aber in östlichen philosophien wie Buddhismus und Taoismus erklärt.

Das faszinierende ist nun, dass genau diese 2500 Jahre alten Aussagen Buddha Shakjamunis in der heutigen Zeit durch Relativitätstheorie und Quantenphysik bestätigt werden. Der Autor schafft es umfassend und doch verständlich in beide Gebiete einzudringen. Eines der besten Bücher zu diesen Themen am Markt. Ich habe alle gelesen, kann dieses Werk uneingeschränkt jedem Suchenden empfehlen. Neben dem hier aufgeführten Autor schaffen dies nur Capra mit dem Tao der Physik oder Becker mit Gottes geheimen Gedanken. Man sollte alle drei Bücher nacheinander lesen, dann bleiben kaum noch Fragen offen. Danke u. Gruß!
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am 27. Februar 2008
Der Buddhismus hat seit den Tagen Buddhas zahlreiche Verbreitung und adaptive Verwandlungen erfahren (Diskursformen: Die Dialektik des Buddhismus: Akkomodation (upaya)(Saddharmapundarika-sutra)), sowie systemisch-philosophische Anpassungen. Ob diese Flexibilität" zur Verfälschung der reinen Lehre" (Dharma) beigetragen hat, ist seit dem ersten Schisma im Buddhismus nicht nur zwischen Theravaddins und Mahayaddins ein beliebtes Thema. Wieviel Wirklichkeit steckt denn noch in den heutigen buddhistischen Schulrichtungen? Welche Art von Wirklichkeit wird wie vertreten?

Mit dem Auftauchen" des Buddhismus in der westlichen Welt gab es eine neue theoretische Wirklichkeitsmatrix", an der das Dharma sich ausrichten musste. Diese Matrix war aber genauso wenig einheitlich, wie die verschiedenen buddhistischen Strömungen selber, die in Europa Fuß fassten.
Das christlich-säkularisierte Abendland, durch die Aufklärung rationalistisch orientiert und idealistisch-moralisch fixiert, war eine Tummelwiese für nach Gedankenfreiheit strebende Experimentatoren. Jemand wie Schopenhauer sah im Buddhismus einen Paradigmenwechsel und bediente sich gerne für seine philosophische Befreiungsperspektive aus dem Baukasten der Erleuchteten", Nietzsche bewunderte in Ecce homo" die Taten Buddhas und Philosophen wie Gadamer oder Indologen wie Zimmermann sahen in Buddha den Verkünder eines universalen Weltethos". Indologie und Sanskrit wurden Modefächer" an den Universitäten, aber im Großen und Ganzen blieb der Buddhismus nur in akademischen Zirkeln Thema.
Mit dem Nationalsozialismus bedienten sich zum ersten Mal politische Gruppierungen am Buddhismus, um eine Rechtfertigungsstrategie" für ihre Gräueltaten zu entlehnen, was einer der übelsten Missbräuche am Buddhismus überhaupt war.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen echten" Austausch zwischen buddhistischen Schulrichtungen und europäischem Abendland, da nun wirklich vermehrt verschiedenste Dharmahalter Europa besuchten. Buddhismus hatte als Spielwiese" der Gedankenfreiheit ausgedient. Die harte Realität der mönchischen Lebensweise, ohne die diese Religion nicht zu denken ist, traf auf das hedonistische Weltbild der aufgeklärten Weltenbummler, die immer alles gerne anfassen, aber nicht berührt werden wollen. Buddhismus wurde en vogue" und breiteren Schichten zugänglich. Leider wurde und wird er auch von "esoterischen Strömungen" zur Erklärung merkwürdiger Modelle bzw. Behauptungen missbraucht. Dennoch können wir sagen, dass es eine buddhistische Realität" in Europa gibt. Nicht zuletzt feiert heuer die DBU ihr fünfzigjähriges Bestehen.
In Amerika jedoch nahm die Auseinandersetzung eine merkwürdige andere Richtung an. Das Land der Religionsfreiheit" und der von Europa Verstoßenen" hatte keine doktrinären-dogmatischen Probleme mit dieser asiatischen Religion", zumal Amerika als Einwanderungsland viel früher realen pragmatischen Kontakt mit Chinesen, Indochinesen, Japanern, Indern und deren Kulturen hatte.
Darum waren die Diskurse in den USA viel weniger theologisch" als philosophisch-naturwissenschaftlich geprägt. Die naturwissenschaftlich-pragmatisch orientierte geistige Elite sah im Buddhismus eine interessante Weltanschauung", die nicht mit dubiosen Moralvorstellungen herumhantierte, sondern nachvollziehbare Argumente brachte. Gerade darum nahmen viele Amerikaner den Buddhismus eher als Philosophie auf und verdrängten die religiösen Aspekte. Die reichhaltige Erkenntnistheorie, auf die der Buddhismus selbst in den vier edlen Wahrheiten" baut, war Ausgangspunkt für manch idealistischen Diskurs der Geister". Darum ist es nicht verwunderlich, dass Abhandlungen mit Themen wie Logik und Buddhismus" oder Ökonomie und Buddhismus" auftauchten. Es ging in diesen Diskursen selten um Moralvorstellungen, meistens aber um Epistemologie bzw. reale Physik oder Handlungstheorie. Der Anspruch auf Universalität brachte vor allem logozentristisch orientierte Naturphilosophen oder philosophisch gebildete Naturwissenschaftler auf den Plan, sich mit der buddhistischen Gedankenwelt auseinanderzusetzen.

In der Tradition dieser Diskurse können wir das Werk Buddhismus und Quantenphysik" von Christian Thomas Kohl einordnen, das dieser Tage im Windpferdverlag erschienen ist. Autor Kohls Ansatz ist für europäische Verhältnisse unorthodox, für buddhistische aber maßgeblich, um einen neuen" Wirklichkeitsbegriff im Buddhismus darzustellen.
Die Geschichte des Buddhismus belegt eindeutig, dass Lehrer, Mönche, Dharmahalter, die in anderen Ländern auftauchten, sich vor allem zuerst mit den dort vorherrschenden Religionen bzw. Ideologien und Weltanschauungen in dialektischer Weise auseinandersetzten, sei es in Tibet mit der Bönkultur, in der Mongolei mit dem Steppenschamanismus der Nomaden, in Japan mit dem Shintoismus und dem Bushido, in China mit Taoismus und Konfuzianismus oder in Thailand oder Myanmar mit den chiliastisch-animistischen Herrschervorstellungen.
Was ist also daran so verwunderlich, wenn Herr Kohl die Auseinandersetzung und den Dialog mit den "wahren", also den bestimmenden Weltverständnissystemen in Europa sucht? Europa ist schon lange nicht mehr so christlich fundamentalisiert, wie so oft gesagt wird, auch wenn der Tod eines Medienpapstes" viele Schaulustige" anlockt. Seit der Aufklärung ist Europa nicht nur im politischen, sondern auch im religiösen Sinne stetig säkularisiert worden, das angelsächsische schneller und gründlicher als das mitteleuropäische. Heute sind Naturwissenschaft und Politik/Ökonomie an die Stelle von Gottesfurcht und Glaubensgemeinschaft bzw. Gottesgnadenideologie getreten. Das christliche Europa ist nur ein Ansprechpartner unter vielen für die wachsende buddhistische Elite in Europa.
Herr Kohls Ansatz birgt viel mehr Sprengstoff" für buddhistisch interne Auseinander-setzungen, als man unter dem lapidaren Titel des Buches vermuten mag: Sein Werk geht vom Wirklichkeitsbegriff Nagarjunas aus und sucht Parallelen in der Quantenphysik und gerade dort wird die Sache heikel. Nagarjuna kann zu Recht als der Begründer einer buddhistischen Logik" und als Former der ersten buddhistischen Apologetik" bezeichnet werden. Sein Tetralemma wurde und wird auch heute noch Novizen und Mönchen aller Richtungen gelehrt, um unrichtige" Glaubensverständnisse zu tilgen, ob in Colombo, Mysore, Dharamsala, Ladakh, Katmandu, oder Bangkok, Angkor Phat, Mandalay, Nanking, Kuming, Shaolin, Taipeh, Kioto , Tuwa u.s.w. . Seine Methoden werden von allen Schulen als gemeinhin universal angesehen. Und weil Nagarjuna allgemeine Anerkennung gefunden hat, ist er ein günstiger" Vertreter eines allgemeinen" Buddhismus, der mit seiner Argumentation einem allgemein" anerkannten naturwissenschaftlichen Diskurs gegenübergestellt wird, zumal die Quantenphysik ebenfalls einem Universalitätsanspruch folgt. Ob eine Gegenüberstellung überhaupt zulässig ist, mag dahingestellt sein, weil es bei Nagarjuna oder in der Quantenphysik auch immer um Epistemologie bzw. grundlegendes Verständnis von den Sachverhältnissen in der Welt geht. Doch ob die Parallelen haltbar sind, die Herr Kohl herausgearbeitet hat, wird eine Menge Diskussionsstoff in bewanderten buddhistischen Kreisen bieten.

Um dies zu verdeutlichen, möchte ich eine Anekdote erzählen, die sich unlängst tatsächlich ereignet hat:
Als letztes Jahr der Dalai Lama das Wiener Physiklabor des Quantenphysikgenies Zeilinger besuchte, kam es zu einer Offenbarung besonderer Art. Professor Anton Zeilinger, auch scherzhaft Papst der heiligen Verschränkung" genannt, erklärte dem Oberhaupt der Gelugpasekte seine Versuchsanordnungen und zeigte ihm ein paar hübsche Experimentaltricks mit Photonen. Der Professor wies seine Heiligkeit darauf hin, dass im Mikrokosmos Teilchen einfach so aus dem Nichts entstünden. An dieser Stelle soll der Dalai Lama inne gehalten haben und sein Gesicht entglitt aus der sonst so heiteren Gelassenheit. Irritiert habe der Dalai Lama daraufhin entgegnet, dass es für jedes Ereignis im Kosmos auch eine Ursache gäbe. Die Physiker müssten eben einfach noch genauer hinschauen. Für Zeilinger aber war es klar: Hier gibt es eine offensichtliche Divergenz der Ansichten, denn für ihn steht es zweifelsfrei fest, dass in der Quantenwelt die Kausalität tatsächlich verschwindet.

Herr Kohls Diskurs läuft jedenfalls am Abgrund dieser Kausalitätsschwankungen entlang und man muss sagen, nicht ohne eine gewisse Noblesse. Wer aber diesem Diskurs wirklich folgen will und ihm tiefer begegnen möchte, sollte ein immenses Vorwissen in punkto Quantenphysik und buddhistischer Philosophiegeschichte mitbringen. Denn obwohl Herr Kohl eindringlich versucht den Ball flach zu halten" und viele Erklärungen und Einführungen mitliefert, erklimmt das Buch häufig schwindelerregende Höhen. Dieses Opus ist ganz gewiss nichts für Anfänger" und für Kenner der Materie wird es oftmals ein Dorn im Auge" sein, je nach gepflegter Lehrmeinung. Dennoch ist dieses Buch ein Wurf, wie groß dieser Wurf sein wird, hängt von der Diskussionfreudigkeit der buddhistischen Zirkel ab; denn auch im Buddhismus lässt sich am Wirklichkeitsbegriff" vortrefflich vorbeimeditieren.
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am 13. März 2006
Der Autor beschäftigt sich mit der ewigen Frage nach dem Urgrund alles Seins. Das ganze gar nicht esotherisch angehaucht, sondern streng wissenschaftlich. Dabei gelingt es ihm jedoch, den Blick über die verschiedenen wissenschaftsphilosphischen Schulen zu heben und zu zeigen, dass und warum diese sich in ihren Positionen festgefahren haben. Den Ausweg hat ein indischer Philosoph schon vor langer Zeit gezeigt, nur ist dieser für unseren Verstand erwartungsgemäß schwer zu verdauen und sei hier auch nicht verraten.
Für jeden, der intuitiv spürt, dass die Physik nicht so recht weiterkommt, bietet diese Arbeit willkommenen Denkstoff. Manche Aussagen muss man 5-10mal lesen, dafür sind die Einsichten um so tiefer.
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am 16. Januar 2007
Jeder stellt sich die selben Fragen. Fragen nach dem Sinn des Seins, nach Gott und dem Universum. Was die westlichen Religionen überhaupt nicht beantworten können findet man aber in östlichen Philosophien wie Buddhismus und Taoismus erklärt.

Das faszinierende ist nun, dass genau diese 2500 Jahre alten Aussagen Buddha Shakjamunis in der heutigen Zeit durch Relativitätstheorie und Quantenphysik bestätigt werden. Der Autor schafft es umfassend und doch verständlich in beide Gebiete einzudringen. Eines der besten Bücher zu diesen Themen am Markt. Ich habe alle gelesen, kann dieses Werk uneingeschränkt jedem Suchenden empfehlen. Neben dem hier aufgeführten Autor schaffen dies nur Capra mit dem Tao der Physik oder Becker mit Gottes geheimen Gedanken. Man sollte alle drei Bücher nacheinander lesen, dann bleiben kaum noch Fragen offen.
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am 5. März 2005
Es ist nicht leicht, Berührungspunkte zwischen dem östlichen und westlichen Denken zu finden. Aber es gibt sie. Mit Hilfe der physikalischen Wirklichkeitsbegriffe der Komplementarität, der Wechselwirkungen und der Verschränkungen kann man den buddhistischen Wirklichkeitsbegriff der Abhängigkeit der Dinge besser verstehen und umgekehrt.
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am 16. Juni 2006
Gute Gedanken,lesenswert,nicht philosophisch wie ich zuerst vermutetete,sondern sehr wissenschaftlich und fundiert.Östlicher Glaube und westliche Wissenschaft in Einklang gebracht.Auch sehr empfehlenswert und passend zu dieser Thematik zu lesen,Gottes geheime Gedanken von V.J.Becker.
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am 15. November 2007
Rudyard Kipling, der berühmte Autor des Dschungelbuches,
schrieb einmal die folgenden Worte Oh, East is East and West is West,
and never the twain shall meet. Oh, Osten ist Osten und Westen
ist Westen und die beiden werden sich nie treffen. In diesem Buch wird gezeigt,
daß Kipling nicht vollständig recht hatte. Es versucht, auf die gemeinsame Grundlage der buddhistischen Philosophie und der Quantenphysik hinzuweisen. Es gibt eine überraschende Parallelität zwischen dem philosophischen Wirklichkeitsbegriff der Philosophie Nagarjunas und den physikalischen Wirklichkeitsbegriffen der Quantenphysik. Für beide bestehtdie fundamentale Wirklichkeit nicht aus einem festen Kern, sondern aus abhängigen Dingen. Diese Wirklichkeitsbegriffe lassen sich nicht mit den substantiellen, subjektivistischen, holistischen und instrumentalistischen Wirklichkeitsbegriffen vereinbaren, die den modernen Denkweisen zugrunde liegen.
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