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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
die beste Philosophiegeschichte ...,
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung (Broschiert)
... die ich bisher gelesen habe. Russell versteht es wie kein Anderer, 2000 Jahre philosophischer Probleme und Gedankenentwicklungen in einem Guss zu präsentieren. So sollte eine Philosophiegeschichte aussehen, ich nenne fünf Vorzüge, die seine Philosophiegeschichte von vielen anderen Werken unterscheidet:1. Russell schreibt interessant, anschaulich und verständlich (was leider nicht alle Philosophen beherrschen). 2. Er stellt die Bezüge her zwischen den einzelnen Denkern und der politischen Entwicklung. So kann man sich auch erklären, wie so mancher Philosoph zu bestimmten, z. T. absurden Ideen kam. 3. Russel beweist logischen Scharfsinn. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen, werden nicht einfach alle möglichen Thesen eines Philosophen paraphrasiert, sondern die Argumente für die wichtigsten Thesen logisch rekonstruiert. 4. Jeder Denker wird kritisch aber fair gewürdigt. Russel weist sehr clever bei vielen zunächst erscheinenden Argumenten die logische Denkfehler auf - der Teufel steckt wie so oft im Detail. Jedoch bleibt es nicht bei reiner Kritik, es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie man gewisse Denkfehler konstruktiv weiterentwickeln oder aber besser begründen könnte. 5. Russel traut sich, die einzelnen Philosophen zu bewerten. Das ist meiner Meinung nach ein Vorzug. Nach der Lektüre vieler Philosophiegeschichten stellt man sich die Frage: Und was ist nun wichtig? Was ist heute noch gültig? Wer hat meiner Meinung nach Recht? Natürlich bewertet Russel die Denker vom Standpunkt der analytischen Philosophie aus, er wird jedoch jedem Denker gerecht, weil er erstens ihre Gedanken stets im Lichte ihrer Zeit betrachtet und sich zweitens dogmatischer Urteile enthält. Kurz: Russel weist objektive logische Fehler nach und nennt seine eigene Position zum entsprechenden Sachverhalt. So kann sich der Leser selber eine begründete Meinung bilden. Manche Rezensionen stellen dieses Vorgehen als einseitig dar. Wer dieses Werk als einseitig analytische Interpretation der Philosophiegeschichte bezeichnet, hat es offensichtlich nicht genau gelesen oder verstanden. Natürlich kann man Philosophiegeschichte auch anders darstellen. Manche setzen jeden Philosophen auf einen Thron und zwingen den Leser durch schillernde Metaphern, seine Gedankengänge zu bewundern - ob das wirklich dem philosophischen Anspruch von Kants sapere aude genügt, sei dem Leser überlassen. Wer lieber eine etwas nüchternere Darstellung bevorzugt, dem würde ich Störigs Philosophiegeschichte empfehlen. Noch ein Punkt, an dem andere Rezensionen unfair verfahren: Russells Buch stammt aus dem Jahre 1950. Naturgemäß können daher Philosophen, die nach 1950 geschrieben haben, nicht erfasst sein - wer deshalb einen Stern abzieht, macht sich unglaubwürdig. Wer sich für die Philosophen nach 1950 interessiert, dem sei Höffes zweibändige Ausgabe "Klassiker der Philosophie" empfohlen. Hier schreiben eben viele Autoren mit, d. h. einige können sich verständlich ausdrücken, andere wieder nicht. Fazit: Eine rundum gelungene Philosophiegeschichte aus einem Guss, die zu Recht auch 50 Jahre nach ihrem Erscheinen noch gelesen wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Standardwerk - subjektiv und gut!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung (Broschiert)
Muss ein Autor, welcher die Geschichte der Philosophie niederschreibt, möglichst objektiv bleiben? Russell würde dies eindeutig verneinen - und überzeugt damit. So beginnt er etwa sein Kapitel über Kant mit der Bemerkung: "Immanuel Kant gilt allgemein als der größte moderne Philosoph. Ich selbst teile diese Ansicht nicht, doch es wäre töricht, seine große Bedeutung nicht anzuerkennen." Wo andere Werke, wie etwa Hirschbergers "Geschichte der Philosophie" versuchen neutral zu bleiben, aber dieses Ziel nicht erreichen, versucht Russell dies erst gar nicht. Sein Stil ist daher einfach einprägsam und verleitet den Leser in hohem Grade dazu sich selbst mit dem von Russell besprochenen Phil. auseinander zu setzen.Abstriche bekommt dieses Buch zum einen wegen der m.E. falschen Bewertung Nietzsches, hier kann sich Russell nicht von der Assoziation Nietzsche-Nazis befreien (Erscheinungsjahr des Werkes: 1945), zum anderen, weil es eben auf Grund dieses Erscheinungsjahrs selbstverständlich die wichtigsten Philosophen des 20. Jh. nicht abdecken kann. (Kein Heidegger, Husserl, Wittgenstein, Frege etc.). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erstklassige Übersicht, fachlich sauber, dennoch lesbar,
Von
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes (Gebundene Ausgabe)
"Zwar beginnt einem Ausspruch Hegels zufolge die Eule der Minerva ihren Flug erst in der Dämmerung - aber das ist ja noch lange kein Grund, mit dem Philosophieren bis zur Vergreisung zu warten." Von Anfängen im antiken Griechenland bis zur analytischen Philosophie des frühen 20. Jahrhunderts reicht diese Philosophiegeschichte, die Bertrand Russell kurz nach dem 2. Weltkrieg veröffentlichte. Was diesen Schmöker vor allen anderen Philosophiegeschichte auszeichnet, ist Russells plaudernder Stil. Ohne falsches Pathos bringt er das wesentliche auf den Punkt, scheut sich auch nicht vor klaren Stellungnahmen ("wenn es mir nicht gelungen sein sollte, Hegels Philosophie klar und verständlich darzulegen, liegt es meines Erachtens nach daran, daß sie weder klar noch zu verstehen ist"). Einfache Sprache, aber keine Simplifizierungen und Verniedlichungen à la "Sophies Welt", Anbindung an die allgemeine Geschichte, das ganze spannend wie ein Krimi - Russell lädt zum Mit- und Weiterdenken ein. Das Buch ist einfach genug geschrieben, um von einem interessierten 15-Jährigen nebenher binnen weniger Wochen als Bettlektüre ausgelesen zu werden, bietet genug Substanz, um in etwa den "Klassiker"-Teil eines Philosophie-Grundstudiums abzudecken, und bietet jedermensch eine Übersicht über die europäische Geistes- und Ideengeschichte, die bis heute keine gleichwertige Nachfolge gefunden hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Grundlage für ein neues Denken im 21. Jahrhundert,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes (Gebundene Ausgabe)
Die Schilderungen der philosophischen Richtungen und der Philosophen ab der Renaissance leiden an der doch starken normativen Behandlung. Die Ausführungen bis zur Renaissance sind dagegen eine notwendige Grundlektüre für denjenigen,der daran interessiert ist, das Entstehen der christlichen Religion zu begreifen. Wer Herodot, Aristoteles, Platon und Josephus selbst gelesen hat, wird hier seine eigenen Gedanken konsistent ausformuliert wiederfinden. Denn es werden komprimiert die religionsbildenden Elemente und Entwicklungen deutlich herausgearbeitet. Strenge wissenschaftliche Prinzipien erfüllt die Darstellung nicht. Allerdings ermöglicht sie dem philosophisch und theologisch interessierten Leser in einer Gesamtschau wichtige Verbindungen zu erkennen. Damit wird eine kritische Distanz ermöglicht, die letztlich ein weitergehendes und eigenständiges Nachdenken vorbereitet. Im Grunde für den theologischen und philosphischen Laien eine Pflichtlektüre. Eine Botschaft aus dem 20. Jahrhundert, um die Aufklärung in einer neuen Dimension im 21. Jahrhundert aufleben zu lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Alles Leben ist Problemlösen. Die Philosophie eignet sich hervorragend als Helferin.,,
Von Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes (Taschenbuch)
Der Autor der vorliegenden Philosophiegeschichte ist der britische Mathematiker, Philosoph und Schriftsteller Bertrand Arthur William Russell(1872-1970). Zwischen 1910-16 war er Dozent in Cambridge. Er kam während des ersten Weltkrieges wegen der Aufforderung der Kríegsdienstverweigerung ins Gefängnis, lebte dann ohne Amt und nahm als Schriftsteller zu den wissenschaftlichen und sozialen Fragen der Zeit Stellung.1927-32 betrieben seine zweite Frau und er eine antiautoritäre Schule (Beacon-Hill-Schule). 1950 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein Buch "Ehe und Moral". Russell trat engagiert für Pazifismus, Frauenstimmrecht, freie sexuelle Moral und gegen jegliche Unterdrückung ein. In seiner Philosophie des Abendlandes befasst er sich im ersten Buch zunächst mit der Philosophie der Antike. Er unterteilt in Vorsokratiker, Sokrates, Plato und Aristoteles und die antike Philosophie nach Aristoteles. Nach Auffassung von Sokrates und Plato ist Philosophie das Streben nach Weisheit bzw. nach Erkenntnis. Inhalt bildet die systematische Beschäftigung mit den Grundfragen: Was ist der Grund und Ursprung der Dinge ? (so fragten die Vorsokratiker) - Was bin ich? (so fragte Sokrates). Generell richtet sich Philosophie auf das Ganze der Wirklichkeit und seine Grundbestimmungen. Platons Unterscheidung von Logik, Ethik und Ästhetik wirkte lange nach. Die Systematik des Aristoteles umfasste theoretische Philosophie, d.h. Metaphysik, Mathematik, Physik; praktische Philosophie, d.h. Ethik, Ökonomik, Politik sowie Schaffenswissenschaften, d. h. Poetik und Rhetorik. Über all dies schreibt Russell ausführlich. Anschließend widmet er sich im zweiten Buch der katholischen Philosophie, untergliedert in Kirchenväter und die Scholastiker. In der Scholastik teilt sich die Philosophie in Metaphysik, d.h. Ontologie und Theologie; in Physik, d.h. in Kosmologie und Psychologie und in Ethik auf. Beeindruckend ist das Denken des Thomas von Aquin, der ein umfassend-theologisch-philosophisches Lehrgebäude errichtete, indem er die christliche Dogmatik mit der Philosophie des Aristoteles in Einklang zu bringen versucht. Das dritte Buch befasst sich mit der Philosophie der Neuzeit, unterteilt in einen ersten Teil - Von der Renaissance bis Hume - und schließlich einem zweiten Part - Von Rousseau bis zur Gegenwart-. Man liest u.a. über das Denken Machiavellis, der von einem amoralischen Standpunkt aus das Ideal der politischen Tüchtigkeit preist, indem er die rücksichtslose Durchsetzung der eigenen Individualität zum Zwecke der Erwerbung und Erhaltung der politischen Macht fordert und die Überzeugung vertritt, dass in der Politik der Erfolg den Gebrauch aller Mittel rechtfertige. Man liest auch über den von mir geschätzten Thomas Morus, der im Geiste des Humanismus die Lehre vom Naturrecht des Menschen zu begründen sucht, sich zu sozialistischen Idealen bekennt und Toleranz und Fragen der Religion fordert. Spinoza ist ein Thema, der den cartesianischen Dualismus in einen pantheistischen Monismus auflöst, indem er streng systematisch und logisch eine Identitätslehre entwickelt, der zu Folge Natur und Geist ihrem Wesen nach identisch sind und nur zwei Seiten derselben unendlichen Substanz. Auch John Lockes Philosophie wird gut nachvollziehbar erläutert. David Hume weist vom Standpunkt des kritischen Empirismus und Positivismus die Unhaltbarkeit des Seelenbegriffs nach- für ihn ist Seele keine Substanz, sondern die Gesamtheit der Erlebnisse-. Zudem übt er am Kausalitätsbegriff Kritik. Er weist darauf hin, dass immer nur eine regelmäßige Aufeinanderfolge von Ereignissen, niemals jedoch die notwendige Verknüpfung von Ursache und Wirkung wahrnehmbar sind. Rousseau übt Kritik an der Überschätzung der Macht der Vernunft durch die Aufklärer und fordert die Gefühlskultur nicht zu vernachlässigen. Dem Kulturfortschritt steht Rousseau skeptisch gegenüber. Er preist den Naturmenschen im Gegensatz zum Kulturmenschen und ruft warnend : "Zurück zur Natur!" Das Fundament des Staates erblickt Rousseau im widerruflichen " Gesellschaftvertrág" zwischen Volk und Herrscher. Natürlich ist auch der von mir geliebte Immanuel Kant thematisiert, dessen Philosophie den Abschluss und die Überwindung des Aufklärungszeitalters bedeutet und zugleich Ausgangspunkt für viele neuere philosophische Richtungen ist. In seiner Ethik stellt Kant den nur hypothetisch gültigen Forderungen den "kategorischen Imperativ" gegenüber. Hegel, Nietzsche, die Utilitarier, auch Karl Marx werden in ihrem Denken dargestellt, aber auch John Dewy, der als der Hauptrepräsentant des Instrumentalismus gilt. Dewy übt an der metaphysischen Denkweise Kritik und unterstreicht den heuristischen Wert der naturwissenschaftlichen Erkenntnismethode. Er weist darauf hin, das jede Idee der Notwendigkeit entspringt, Probleme des praktischen Lebens zu meistern, also eine Funktion der Erfahrung ist, wobei ihr Wert von ihrem Nutzen abhängt. Diese Denkweise erinnert mich an den von mir besonders geschätzten Karl R. Popper, für den alles Leben ja auch Problemlösen ist. Die Philosophie war und ist, das zeigt Russells Werk deutlich, immer eine guter Helferin, wenn es um Problemlösungen geht. Es ist also lohnenswert sich mit ihr zu befassen. Das vorliegende Buch verschafft einen guten Überblick. Sehr zu empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Lesbar und spannend wie ein Krimi, mit Witz und Sachverstand,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung (Broschiert)
Das Werk gibt eine gute, leicht lesbare Übersicht über die Philosophie des Abendlandes bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Russell pointiert, setzt gezielt seine Schwerpunkte, macht Verbindungen sichtbar und streicht das Wesentliche heraus. Dabei hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und erreicht durchgehend eine Klarheit und Eingängigkeit, die andere Philosophiegeschichten schmerzhaft vermissen lassen. Für spezielle Fragen des professionellen Universitätsphilosophen bleibt Russell manchmal zu sehr an der Oberfläche, und selbstverständlich ist das Buch mit seinen 50 Jahren nicht mehr der aktuellste Stand der philosophiegeschichtlichen Forschung. Dennoch, für Philosophiestudenten äußert nützlich, für den "Laien" interessant und lesenswert, und für den Fachmann ein Vorbild an Klarheit und Pointiertheit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Klassiker vom Klassiker,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung (Broschiert)
Ein richtiges Nachschlagewerk ist die "Philosophie des Abendlandes" von Bertrand Russell sicher nicht, gerade weil das Augenmerk wohl eher auf Lesbarkeit lag. Und die ist gut. Was bei anderen Büchern auf diesem Gebiet den Aufstieg zum "Standardwerk" verhindern würde - persönliche Einfärbung der Urteile - gerät hier eher zum Vorteil. Denn natürlich ist Bertrand Russell selbst längst Standard und in die Riege von Philosophen aufgestiegen, deren Urteile Standards bilden. Solange sich der Student also merkt, wo er's gelesen hat, ist das in diesem Buch versammelte Wissen über die westliche Philosophie durchweg nützlich. Der einzige Nachteil des Werks besteht für mich darin, daß - allein schon durch das Jahr seiner Entstehung bedingt - die moderne Philosophie natürlich zu kurz kommt, bezeihungsweise sehr früh endet. Zur Philosophie des 20. Jahrhunderts kann Russell leider kein Standardwerk mehr vorlegen. Es würde mich verwundern, wenn das überhaupt gelingt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
gehaltvolles, doch ziemlich oberflächliches nachschlagewerk,
Von
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung (Broschiert)
Hatte zuvor die Kritiken gelesen, da ging es hin und her, hin und her, wie das bei Philosophen oft der Fall ist. Schließlich kaufte ich mir das Buch während des Philosophiestudiums. Es hat mir gute Dienste geleistet, besonders als leichtgängige Lektüre, um rasch einen Überblick, einen ersten Eindruck über Aristoteles oder Thomas von Aquin oder Schopenhauer zu bekommen. Das philosophische Wörterbuch in der Uni-Bibliothek konnte es natürlich nicht ersetzen, doch ergänzen sehr wohl. Im Laufe meines Studiums bemerkte ich immer mehr Mängel an dem Buch, weil ich selbst über andere Literatur mehr in Erfahrung brachte und tiefer in die Materie einzutauchen wagte. Es werden in Russells Buch keine weiblichen Philosophen beschrieben. Das ist für mich schwer (er)tragbar für ein repräsentatives Werk wie dieses. Ich meine, Russell hat so viele gute Bücher geschrieben, bitte nicht falsch verstehen: auch dieses ist gut... aber es gehört beileibe nicht zu seinen besten, ganz bestimmt nicht. Ich fand es teilweise oberflächlich und lau. Vielleicht legte Russell wie in seinen anderen Büchern auch hier sehr viel Wert auf gute Leserlichkeit und wollte eine möglichst breite Leserschaft mit seinem Werk erreichen, wollte pädagogisch wirken und die Menschen, die vielleicht nicht mitten im Betrieb beruflicher Denker beheimatet waren und sind, zur Philosophie bringen, sprich zum Staunen ermutigen. Hierzu soll nicht unerwähnt bleiben, dass "History of Western Philosophy" im Jahr 1945 in den Vereinigten Staaten und ein Jahr später in GB herauskam, und BR fünf Jahre danach den Nobelpreis für Literatur bekam, u.a. für dieses Werk.Wer einen Überblick über die Philosophie der vorsokratischen Naturphilosophen, der Antike, der Religionsphilosophie des Mittelalters und der Scholastik, schließlich der Renaissance und Neuzeit sucht, wird hier jedenfalls gut bedient. Ein Sternchen Abzug wegen der oben besprochenen Mängel, ein weiteres für die immer wieder durchbrechenden ideologischen Verirrungen Russells, die er nicht nötig hatte (und die er sich später teilweise eingestand) und die in einem lexikalisch/chronologisch gegliederten Übersichts-Werk m.E. nichts zu suchen haben. Damit ist das Buch "OK", und das trifft es auch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kompakt, informativ und unerbittlich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes (Taschenbuch)
Zur Person selber: Bertrand Russell ist der Miterschaffer der "Principia Mathematica", die sich durch beispiellose logische Strenge auszeichnet. Mit derselben Strenge werden die Ideen, die im Verlaufe der Entwicklung des Abendlandes von den Philosophen Ihrer Zeit vertreten wurden, kritisch, aber kompetent, unter die Lupe genommen.Russell leistet weiterhin unschätzbare Dienste, indem er den kulturellen Hintergrund skizziert und analysiert, vor dem die Philosophien entstehen konnten. Viele Philosophen (Sokrates, Plato,Aristoteles, Aquin, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Rosseau, Hegel, Hume, Bergson) und Konzepte (Substanz, Gottesbeweise,Urteile a priori) werden dabei mit leisem Humor vom Sockel Ihrer Anhänger (die die Philosophien oft selbst nicht verstanden haben) gestoßen. Ein Buch zum Selberdenken. Respektlos ? Recht so ! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
einmalig gut,
Von Ralph Englert "Rafa" (Marbella) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Philosophie des Abendlandes (Taschenbuch)
Russel sollte man gelesen haben. Schon der Stil, der Ausdruck und der offenkundige englische Humor machen das Buch zu einem besonderen Leckerbissen. Ich habe das Buch bereits öfter bei Amazon gekauft, und meine Familie und weitere interessierte Leute damit erfreut. Wahrscheinlich war dies auch nicht das letzte Exemplar - aber wohl die letzte Bewertung
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Philosophie des Abendlandes: Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung von Bertrand Russell (Broschiert - Februar 2011)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,73
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