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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Jahresdosis Humor...
Ich habe das Buch in einem Atemzug verschlungen und es ist das lustigste und skurrilste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der Autor, der anonym bleiben möchte, aber von sich wenigstens preis gibt, eine neue Kaffee-Maschine gekauft zu haben, weil die alte kaputt war, hat ein Buch geschrieben nach dessen Genuss ich mich die ganze Zeit dazu verleitet...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2011 von Eskalina

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein merkwürdiges Paar alleine reicht nicht für eine gute Story
Harold, dessen einziger Zeitvertreib es ist, sich umzubringen - gar nicht unähnlich einem gewissen Harold der Filmgeschichte. Da hören die Anklänge an andere Werke, seien es Bücher oder Filme, noch nicht auf. Der aufmerksame Leser wird verschiedene Bezüge bemerken, die aber so offen sind, dass man sie auch mit bösem Willen nicht als Plagiate...
Veröffentlicht am 22. November 2011 von Anja Thieme (Media-Mania)


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Jahresdosis Humor..., 4. Oktober 2011
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch in einem Atemzug verschlungen und es ist das lustigste und skurrilste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der Autor, der anonym bleiben möchte, aber von sich wenigstens preis gibt, eine neue Kaffee-Maschine gekauft zu haben, weil die alte kaputt war, hat ein Buch geschrieben nach dessen Genuss ich mich die ganze Zeit dazu verleitet fühle, ihm dafür die Füße küssen zu wollen, oder ihm zumindest einen Heiratsantrag zu machen.Die Kritiken überschlagen sich - man vergleicht ihn mit Pratchett, Hornby und Monthy Python (ich füge noch Evers hinzu) und tatsächlich findet man von jedem etwas in seinem Stil wieder, und doch ist er ganz anders...

Mit Harold und Melvin hat er zwei völlig schräge Charaktere in die Welt gesetzt und mit seinem hochgebildeten Wortschatz entwirft er für sie eine passende Welt - die zwar der Realität entspricht, jedoch aus den Augen den Autors, bzw. seiner Figuren gesehen, die skurrilsten Dinge und Situationen offenbart. Harold ist ein arbeitsloser Wurstverkäufer, der ziemlich realitätsfern und ohne eigene Meinung seinen Alltag fristet und Melvin ist der Sohn einer Nachbarin, die das hochbegabte Kind, das sich als "Savant ohne autistische Züge" beschreibt, bei Harold zur Pflege abgibt...

Mit diesem Tag ändert sich das Leben Harolds, denn Melvin gestaltet jeden Tag, den sie nun miteinander verbringen auf eine andere Art und Weise so, dass Harold sein Hobby, gepflegten Suizid zu begehen, täglich ausbauen möchte.
Ich habe eigentlich auf jeder Seite, ja fast bei jedem Satz vor mich hin gelacht, denn allein die Formulierungen sind so aberwitzig genial, das ich mir gewünscht hätte, das Buch habe noch 500 Seiten mehr - ich konnte von dem Schreibstil nicht genug bekommen und frage mich nun ängstlich, wie ich das nächste Buch des Autor denn erkennen soll, wenn ich seinen Namen nicht weiß. Vielleicht könnte er ja seine Kaffee-Maschine fotografieren?

Mein Fazit: Wer englischen Humor liebt (obwohl ich den Autor für einen Deutschen halte, denn dieses Sprachgenie kann man nicht so gut aus dem englischen übersetzen), es rabenschwarz und politisch auch mal unkorrekt mag, der sollte sich unbedingt dieses Buch zu Gemüte führen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Underdogs auf einem Roadtrip, 14. November 2011
Von 
Inken Schuster (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Bin ja gespannt, wann und wie die Identität des Autors offenbart wird. Da er es für nötig hält, uns mitzuteilen, dass er eine neue Kaffeemaschine sein Eigen nennt, gehe ich davon aus, dass er recht mitteilungsbedürftig ist. Also werden wir es schon noch erfahren. Vielleicht, wenn Harold und Melvin sich aufmachen nach Wien, um seine Tante Eleonore Gershwin zu finden?

Harold, eben gekündigter Fleischfachverkäufer mit dem skurrilen Hobby Selbstmord, sieht sich mit einer grundlegenden Änderung seiner bisher so wundervoll monoton mediokren Lebensumstände konfrontiert. Ein Kind bricht in seine Welt ein, die Neuerungen eigentlich nicht zulässt, weil sie Angst machen und verunsichern. Harold ist davon überzeugt, dass innerhalb der nächsten zehn Sekunden das Dach einstürzen wird als seine neue Nachbarin ihren Sohn Melvin für eine Woche bei ihm abstellt. Nun ist Melvin nicht einfach ein Kind. Melvin ist ein Savant. Er übernimmt wie selbstverständlich die Regie über Harolds Leben und bringt ihn dazu, sich als Chauffeur auf der Suche nach Melvins Vater zu opfern.

Und hier beginnt der Roadtrip der beiden. Harold überfährt die Queen, Melvin, der an verbaler Diarrhö gepaart mit enormer Eloquenz leidet, bringt das Pärchen in lebensbedrohliche Situationen, sie lernen das Rosarote Badeschwein ebenso kennen wie den dichtenden Boxer Jonny Danger. Und jedes Mal, wenn Harold glaubt, sich mit der momentanen chaotischen Situation einigermaßen anfreunden zu können, fällt Melvin eine neue Unglaublichkeit ein und schleppt Harold ins nächste Abenteuer. Das Ende ist tröstlich, auch wenn Harold stirbt, denn wir wissen inzwischen, dass Harold nicht stirbt, wenn er stirbt. Und es lässt die Hintertür zu einem sequel offen, auf das ich mich jetzt schon freue.

Erfrischend politisch unkorrekt, bezaubernde coming of age story eines Erwachsenen, skurrile Figuren, die trotz ihrer Funktion in Nebenrollen liebevoll und bildhaft geschildert sind. Und das alles in einer Sprache, die so verfeinert und treffsicher wie abwechslungsreich und unverblümt ist. Ein wahrer Schatz für Sprachfetischisten.

Hans Magnus Enzensberger bringt es in seiner unvergleichlich trockenen Art auf den Punkt, wenn er sagt "Das ist ja ziemlich wunderbar."
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skurril, witzig und schlicht brilliant!, 2. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Harold (Broschiert)
Als ich im Spiegel kürzlich die selbstredend positive Rezension zu diesem Buch las, war ich zunächst nicht gerade Feuer und Flamme und hatte auch nicht vor das Buch zu kaufen. Klang ziemlich verwirrend was da geschrieben stand...Einige Tage später entdeckte ich es jedoch zufällig im Buchladen und schaute es mir mal näher an. Und bereits der Klappentext brachte mich direkt zum lachen und machte mich neugierig. Also wurde es gekauft. Und dazu rate ich auch...

Harold und Melvin sind so ziemlich die skurrillsten, aber zugleich sympathischsten Charaktere der jüngeren Literaturgeschichte und das Buch ist wohl mit das witzigste was ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Aber es ist auch mehr als das: Satirisch, pechschwarz, sprachlich intelligent und vor allem durchweg unterhaltsam und ohne Längen entführt der anonyme Autor den Leser in ein Roadmovie der besonderen Art. Zum Inhalt selbst muss wohl nicht mehr viel gesagt werden, aber Harold ist für mich bisher definitiv das Buch des Jahres und ich würde mich über weitere Episoden aus dem Leben der beiden Hauptfiguren freuen!

Klare Kaufempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Skuril... oder : die spinnen die Engländer ;-), 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Harold (Broschiert)
"Harold" von Einzlkind, das Cover allein ist schon recht skuril, der Klappentext ebenfalls... ich bin eine Weile drumrumgeschlichen und konnte mich nicht entscheiden, ob ichs nun kaufen soll oder nicht. Schließlich kam ich doch an ein günstiges Exemplar und meine Neugier siegte... ich hab es nicht bereit.

Die kleine Geschichte dreht sich um Harold. Harold ist... ja wie beschreibt man ihn am besten. Anders. Ja anders trifft es ziemlich gut. Denn sein liebstes Hobby ist : Selbsmord ! Jede Woche begeht Harold Selbstmord, ob im Treppenhaus mit einem Strick, wo er immer noch auf ein gutes Publikum hofft oder wahlweise auch diverse andere Mittelchen und Wege.
EInes Tages kommt es dazu, dass Harold arbeitslos wird... okay Harold findet sich auch damit irgendwie ab, doch leider kommt er auch dazu, dass er auf den 11jährigen Melvin, den Sohn der neuen Nachbarin aufpassen muss. Immerhin hat er ja nichts zu tun. Und so schweigsam (tatsächlich hört man im gesamten Buch kein Wort aus seinem Munde) wie Harold ist, wiederspricht er auch nicht - nein, innerlich stirbt er tausend Tode aber mal sehen was dabei rauskommt.
Melvin ist das genaue Gegenteil von Harold, der Junge redet wie ein Wasserfall, hochintelligent und schmeißt mit Fremdwörtern und seinen difusen Gedanken nur um sich, während Harold seinen einzelnen Gedanken nachhängt und das Denken doch schon so anstrengend ist. Zumindest kommt Melvin auf die glorreiche Idee seinen Vater suchen zu wollen, und dazu brauch er Harold...

Die ganze Geschichte ist skuril. Der Schreibstil ist ebenso kurios, kein Satz vergeht ohne irgendeine Ironie, schwarzem trockenem Humor und gleichzeitig jeder Menge Charme.
Besonders lustig ist wie die Handlung fortzieht, Harold von einer Situation in die nächste Stolpert und dabei immer an einem Gedanken hängen bleibt - und sich diverse Todesarten in dem Moment ausdenkt. Immerhin sein liebstes Hobby ist ja der Selbstmord !

Bis auf ein paar Dialoge, die ich schon ein wenig Grenzwärtig finde (sei es die Deutschen und den 2. WK betreffend oder Obdachlosen gegenüber) - wofür ich den Punktabzug erteile, ist die Geschichte durchaus gelungen und empfehlenswert, wenn auch kurzweilig und nicht unbedingt vom bleibenden EIndruck, aber mal wieder etwas anderes als Lesestoff.
Leser von "Der 100jährige der aus dem Fenster stieg und verschwand" werden vllt ebenfalls hieran gefallen finden, wenn auch der Hundertjährige noch viel mehr Charme hat,...

Für Freunde ausgefallener Literatur aber durchaus einen Blick wert, 4 von 5 Punkten !
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein merkwürdiges Paar alleine reicht nicht für eine gute Story, 22. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Harold, dessen einziger Zeitvertreib es ist, sich umzubringen - gar nicht unähnlich einem gewissen Harold der Filmgeschichte. Da hören die Anklänge an andere Werke, seien es Bücher oder Filme, noch nicht auf. Der aufmerksame Leser wird verschiedene Bezüge bemerken, die aber so offen sind, dass man sie auch mit bösem Willen nicht als Plagiate auslegen kann.
Zwei merkwürdige Charaktere vereint der unbekannt bleibende Autor hier: zum einen den am liebsten für sich bleibenden Harold, dem Abweichungen in seinem Leben ein Gräuel sind. Zum anderen Melvin, den hochbegabten, autistischen Jungen, der unbedingt seinen Vater kennen lernen will und Harold dafür aus seiner Zurückgezogenheit zieht, sehr gegen dessen Willen.

Die Protagonisten sind so ungewöhnlich und überzeichnet, dass man auf keinen Fall mit ihnen mitfühlen oder ihre Aktionen nachvollziehen kann. Als Leser betrachtet man sie eher, sieht ihren Handlungen zu und schmunzelt hin und wieder über die Situationen, in die Melvin Harold zieht. Eins muss man dem Autor lassen: Abwechslungsreich sind die Szenarien, wie der hochbegabte Junge den eher einfältigen älteren Mann unter Druck setzt und in immer wieder neue Situationen bringt, mit denen er sich auseinandersetzen muss, ohne es zu wollen. Sei es ein Pferderennen, eine Kneipe voller Hooligans, ein Boxkampf, eine Fahrt ans Meer. Ob Melvin am Ende des Buchs sein Ziel erreicht und seinen Vater findet, ist fast schon nebensächlich angesichts der skurrilen Ereignisse.

Auch wenn es abgedreht wirkt, was dem Autor hier alles einfällt, und alles nicht unbedingt schlüssig und nachvollziehbar ist, macht es schon Spaß zu lesen, was dem "Einzlkind" hier so einfällt. Eine Idee nach der anderen feuert er ab. Dass die meisten davon nicht einzigartig sind, ist nicht weiter schlimm. Schon eher, dass der Witz der Charaktere sich im Verlauf der Handlung abnutzt. Es ist nicht dauerhaft lustig, einen neunmalklugen Jungen und einen einfältigen Mann dabei zu verfolgen, wie sie wider Willen zusammen um die Häuser ziehen, mit einem großen Ziel vor Augen. Die Versprechungen, die dieses Setting und die Suche nach dem unbekannten Vater bieten, werden leider nicht erfüllt und nach und nach verblasst der Reiz, der anfangs durchaus existiert.

"Harold" ist ein amüsantes Buch, das man allerdings schnell satt haben kann. Überwiegend sind die Einfälle nicht unverbraucht und neu, so dass der Leser fast schon mehr Spaß daran haben kann, die einzelnen Bezüge zu anderen Büchern oder Filmen zu entdecken. Zwar auch eine sinnvolle Beschäftigung, aber bestimmt nicht die ursprünglich vom Autor vorgesehene.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Güte, was für ein Irrsinn!, 19. Juli 2013
Von 
Rainer Herzog "Borstentier" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Ich war ja erst durchaus etwas skeptisch vor der Lektüre: Das Pseudonym "Einzlkind" fand ich etwas albern und das der Protagonist nicht nur "Harold" heisst, sondern ein Faible für suizidale Inszenierungen zeigt, schien mir doch etwas allzu sehr inspiriert von dem Film "H. and Maude". Spätestens nach 2,3 Seiten jedoch haben sich sämtliche Anfangszweifel vollständig aufgelöst: Das Buch ist sehr, sehr komisch und absolut brilliant, wenn nicht sogar äußerst sprachgewaltig geschrieben. Der Autor kennt sich zudem wahrscheinlich gut aus in der Philosophie, ständig stösst man auf Perlen wie etwa "Waren Sie jemals schwach in all den Jahren, war ihr Dionysos stärker als ihr Apollon, haben ihre Hormone in einem unbedachten Moment den Sieg über die Metaphysik der Sitten errungen..." (S.99).

Die zahllosen euphorischen Rezensionen der Feuilletons sind mehr als berechtigt. Was für eine Entdeckung, was für ein literarischer Paukenschlag, wenn Nachfolger "Gretchen" nur halb so gut wäre, würde es reichen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Non-Stop Pointen und Sprachwitz, 7. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Worum geht's eigentlich bei Harold? Harold ist ein Endvierziger, ein aktuell arbeitsloser Wurstfachverkäufer. Er lebt ein in allen Belangen langweiliges, vorhersehbares Leben ohne jeden Höhepunkt. Bis Melvin vor seiner Tür steht, ein 11-jähriger "Savant", der alle seine Bücher (1238) auswendig kennt. Dazu hat er die üblichen Hochbegabtenprobleme: sehbehindert, klein für Alter und von eher schmächtiger Statur. Melvin und Harold gehen zusammen auf Tour um Melvins Vater, eine gewissen Jeremiah Newsome, zu finden.

Der Handlungsplot ist sehr, sehr einfach und erinnert an einen Didi-Hallervorden-Film. Aber darauf kommt es auch nicht an, vielmehr ist Harold ein Stakkato von Situationskomik, um- und beschrieben in herrlichen Sprachkonstrukten. Unbezahlbar herrlich umschrieben der Besuch im Kunstmuseum unter den Einfluß von LSD:" Sie glauben nicht, wie teuer dieses Lysergsäurediethylamid ist. Ich habe übrigens jedem von uns ein Stück Löschpapier in den Kakao getan."

So geht es die ganze Zeit weiter. Harold und Melvin suchen einen möglichen Vater nach dem anderen auf, das Ende der Suche selbst ist erschreckend ehrlich, und daher auch unerwartet.

Zweifellos, man muss diese Art von schwarzem, englischen Humor, der zeitweilig überdreht wirkt, mögen. Aber wer auf diese Art Witz steht, bekommt ein großartiges Buch. Wer nicht Fan von etwa Monthy Python oder englischem Humor an sich ist, sollte sich das Buch vielleicht nur ausleihen.

Aber es ist komisch, weiß Gott. Meiner Meinung nach ist es sein Geld wert.
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3.0 von 5 Sternen I was not really amused, 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Harold (Broschiert)
Am Umschlag der Taschenbuchausgabe wird die Frankfurter Rundschau zitiert: "Zwischen J.D.Salinger und Terry Pratchett, Nick Hornby und Monty Python platziert sich dieser Roman tatsächlich als gemeines kleines Wunder". Läßt man das "tatsächlich" weg entsteht für mich das treffendere Bild eines Kindes, das sich zwischen die Großen drängt. Die Masche der Originalität in diesem Buch ist nämlich ziemlich einfach gestrickt: Bei Mehrdeutigkeiten eines Begriffes wird immer die sinnfremdere Variante zur Fortsetzung der Handlung gewählt. Das erzeugt natürlich Überraschungen und kitzelt auch den Verstand, aber witzig ist das nicht immer. Oder ist das etwa witzig, wenn ich meine Beschreibung so zusammenfasse: "Der Handlungsstrang zieht wie ein tiroler Föhn und das Wortspiel gehört der Gruppe der Solitäre an".
Wer allerdings die britische Lebensart schätzt oder sich darüber amüsieren will, kann das hier herausschmökern. Übrigens - ich persönlich habe das Very British bis hin zu dem auf dem nämlichen Klappendeckel abgebildete Copeland Kaffeeservice (Erbstück) satt!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superklasse, schräg, komisch, einfach genial, 20. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Dies ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Dem Autor sind ganz wunderbare, schrullige und liebenswerte Charaktere gelungen, allen voran natürlich Harold und Melvin. Aber auch die Nebenfiguren sind fein gezeichnet (z.B. Mrs. Cardigan). Der Autor ist ein ganz hervorragender Beobachter von kleinen kuriosen Alltagssituationen, so dass man sich trotz (oder gerade wegen?) der Schrulligkeit in dem Buch wiederfinden kann. Britain at it's best! Wer z.B. Tom Sharpe mag, wird dieses Buch lieben!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harold & Melvin, 4. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Harold: Roman (Taschenbuch)
Welche Gründe mag ein Autor haben, sein Werk anonym zu veröffentlichen? Große Berühmtheit auf einem anderen Gebiet, so dass er sich, wenn er schriftstellerisches Neuland betritt, dies erstmal ohne direkte Kritik an seiner Person tun will? Weil er seine Person an sich vor Presse und eventuellen Fans schützen will? Zu geringes Selbstwertgefühl? Was auch immer es sein mag, was Einzlkind dazu bewogen haben mag, uns seine Identität nicht preiszugeben, es fällt nach Lesung von '"Harold'" nicht ins Gewicht. Wer auch immer dieser Einzlkind sein mag, er hat einen so großartigen Debütroman vorgelegt, dass er sich vor nichts und niemandem verstecken muss. Aber vielleicht ist '"Harold'" ja auch gar nicht Einzlkinds Debüt, das würde zumindest seine nahezu überragenden Fähigkeiten erklären, mit Worten und Sprache umzugehen. Aber falls es doch sein erster Roman ist, bete ich zu allem, was nicht Gott ist, dass er noch mehr Bücher schreiben wird, denn ich habe seit Douglas Adams, Jonathan Lethem und Elizabeth Kelly keinen Autoren so grandios schreiben sehen wie dieses fantastische Einzlkind. 'Harold' ist wie Monty Python auf Speed, wie ein humoristisch und sarkastisch potenziertes 'Harold and Maude' und wie Douglas Adams' brüllkomische sehr, sehr dunkle Seite. Man kann diesem Autor und dessen Werk rhetorisch kaum gerecht werden, so brillant, einzigartig und fantastisch ist '"Harold'" geschrieben. Ein absolutes Muss für alle Freunde des pechschwarzen, knochentrockenen, urbritischen Humors, für Fans des Skurrilen, Abseitigen und absurd Witzigen und für diejenigen, die für hochintelligente Wortakrobatik aufrichtige Bewunderung aufbringen können.

Harold ist 49, Single, arbeitet seit 17 Jahren als Fleischwarenfachverkäufer und hängt sich gerne ein paar Mal im Monat im Treppenhaus auf. Er ist ein verschrobener Einzelgänger, der sich von seiner Nachbarin Mrs. Cardigan bestenfalls zu einer Partie Bridge überreden lässt. Als er von heute auf morgen seinen Job verliert, muss Harold sich erst einmal neu sortieren, was dem wortkargen, phobiegeplagten und ängstlichen Einzelgänger sichtlich schwer fällt. Und dann steht auch noch eines Tages die neue Nachbarin vor der Tür, die ihn kurzerhand zum einwöchigen Babysitter für ihren 11jährigen Sohn Melvin rekrutiert, da sie beruflich verreisen muss. Melvin jedoch ist kein gewöhnliches Kind. Der 11jährige Klugscheißer ist mit einem IQ jenseits aller Bemessungsgrenzen gesegnet und ist darüber hinaus auf einer Mission. Er will seinen leiblichen Vater finden und hat per Recherche fünf potenzielle Kandidaten in ganz Britannien ausgemacht. Also nötigt er den schüchternen Harold zu einem Roadtrip durchs ganze Land, um seinen Erzeuger zu finden. Ein ungleicheres Gespann als Harold und Melvin lässt sich wohl kaum finden und so ist denn ihre komplizierte Interaktion nur eines der vielen Probleme, mit denen sich die Beiden auf ihrem England-Trip konfrontiert sehen. So entgehen die Zwei nur knapp einer Pub-Schlägerei, die Melvis intelligentes, aber loses Mundwerk heraufbeschworen hat, treffen auf Nutten, Mörder und andere gestrauchelte Gestalten und verlieren Geld bei Pferdewetten. Spätestens, als Harold die Queen überfährt, ist er mit seinen Nerven restlos am Ende'

Man kann dieses Buch nicht angemessen rezensieren, ohne wenigstens ein klein wenig von Einzlkinds rhetorischer Genialität widerzugeben. Also bitte:

"'Harold hat einen hellblau-grau-violetten gewählt, der ihm vor 15 Jahren sehr gut gestanden haben muss, dazu ein cremefarbenes Hemd und einen gelben Pullunder, auf den einst kleine mintgrüne Elche gestickt wurden, deren handwerkliche Ausarbeitung auf Kinderarbeit schließen lässt. Waren die Winke mit dem Zaunpfahl dermaßen dehnbar? Hatte er [Melvin] vielleicht gesagt: Ziehen Sie bitte etwas aus den Siebzigern an, in dem Sie aussehen wie ein homosexueller Gebrauchtwagenhändler aus Bristol, der nach einer schweren Salmonellenvergiftung nur noch Rüben isst und sonntags die Kirchenorgel bedient, bevor er die jungen Messdiener in der Kapelle vergewaltigt?'"

Es ist übrigens ausschließlich Melvin, der diese unfassbaren Aussagen von sich gibt. Harold scheint gar nicht zu sprechen, wir lesen hier nur seine skurrilen Gedankengänge, während Melvin gar nicht aufhören kann, sein von ihm selbst als genial bezeichnetes Gewäsch von sich zu geben. Einzlkind gelingt es so ganz hervorragend, Harold noch devoter, verschmähter und hilfloser erscheinen zu lassen, als er es sowieso schon ist. Man hat Mitleid mit diesem verschrobenen Kerl, der von Quasselstrippe Melvin nachgerade überfahren und gekidnappt wird, um dessen Erzeuger ausfindig zu machen. Harold fügt sich, nur unter gedanklichem, gelegentlichem Protest, wie immer in sein Schicksal und lässt andere sein bedauernswertes Leben lenken. Für eine Woche ist das Melvin, und das hört sich dann gerne mal so an:

'"Nein, hören Sie, ich bewundere durchaus, wie Sie [ein Obdachloser] Ihr Handikap meistern. Es ist bestimmt nicht einfach, mit echten Kochlöffeln auf ein Xylofon einzuschlagen, auf dem nur noch sechs lose wie auch brüchige Palisander ihr verqueres Dasein fristen. Aber Ihrer Stimme und Musikalität wurden sehr enge Grenzen gesetzt. Sie sollten sich lieber ein Bein amputieren lassen, ein Stück Pappe mit der Aufschrift 'Für Euch habe ich kleine Kinder in Afghanistan getötet' in Händen halten und sich wie ein geschlagener Mischlingsrüde vor Starbucks setzen''Außerdem wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie Ihren leprösen Körper samt Ausscheidungen gen Osten bewegen könnten, da mein Immunsystem gerade eine depressive Phase durchmacht.'"

Auch Sätze wie

'"Das Publikum ist dank darwinistischer Auslese ein Who's who des menschlichen Wagemuts. Arbeitsskeptische Jungunternehmer, frühpensionierte Luden, Selbsthilfegruppen mit Migrationshintergrund, freischaffende Hooligans und Familienväter in Freitzeitblusons.'"

brennen sich einem nachdrücklich ins begeisterte Hirn, denn wenn Einzlkind erstmal loslegt, sind den wilden Satzkreationen, den witzigen Dialogen und den abenteuerlichsten Gedankengängen keine Grenzen mehr gesetzt. Und all dies auf einem derart hohen sprachlichen Niveau, dass man sich daran gar nicht sattlesen kann.

"'Harold'" ist ein einzigartiges Buch, das lustig, traurig, absonderlich, abenteuerlich und abwegig ist und mit seinen merkwürdigen Charakteren und typisch britischen Schauplätzen zu einer literarischen Reise einlädt, die man so schnell nicht vergessen wird. Und dabei geht sogar das Gerücht um, dass Einzlkind eventuell ein deutscher Autor sein könnte. Ja, ist denn das die Möglichkeit? Ehrlich gesagt kann man das nach 224 Seiten, die sich so britisch anhören wie English Breakfast, kaum glauben. Aber wie dem auch sei, 'Harold' ist eines der besten und witzigsten Bücher, die darüber hinaus auf sehr hohem sprachlichem Niveau daherkommen, die ich je gelesen habe. Auch wenn das Storygerüst letztendlich recht simpel ist, ist es Einzlkind durch sein schriftstellerisches Talent gelungen, daraus eine aberwitzige humoristische Achterbahnfahrt zu machen, die ihresgleichen sucht. Also, wer schon Gefallen an den kleinen Auszügen aus dem Buch gefunden hat, sollte sich dieses fantastische Buch schnellstmöglich besorgen. Volle fünf von fünf Stricken, an denen der gute Harold so gerne baumelt.
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Harold
Harold von Einzlkind (Broschiert - März 2010)
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