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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwer erträgliches, aber notwendiges Buch
Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erschien im letzten Jahr im Wallstein Verlag eine einzigartige, ebenso traurige wie politisch wichtige Dokumentation der von den Nazis in diesem größten Vernichtungslager verübten Verbrechen. Was das Auschwitz Album so einzigartig macht, ist, dass es aus Sicht...
Am 27. Februar 2006 veröffentlicht

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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über den Wert des Albums und den Unwert der neuesten Edition
Das von Israel Gutman und Bella Guttermann herausgegebene Werk ermöglicht einen tiefen Einblick in die Abläufe nationalsozialistischer Vernichtungspolitik, in den Lageralltag und die Anatomie des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau mittels detaillierter Bilder. Der Gesichtsausdruck der Deportierten, die Haltung der deutschen Täter, die...
Veröffentlicht am 23. Juli 2006 von Andreas Kilian


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwer erträgliches, aber notwendiges Buch, 27. Februar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports (Gebundene Ausgabe)
Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erschien im letzten Jahr im Wallstein Verlag eine einzigartige, ebenso traurige wie politisch wichtige Dokumentation der von den Nazis in diesem größten Vernichtungslager verübten Verbrechen. Was das Auschwitz Album so einzigartig macht, ist, dass es aus Sicht der Täter den Umgang mit den Opfern zeigt: Ein SS-Mann fotografierte im Mai 1944 einen Tag lang ungarische Juden, die in einem gemeinsamen Transportzug in das Lager gebracht worden waren. Warum er dies tat, ob mit offiziellem Auftrag oder aus persönlichen Beweggründen, ist ungeklärt.
Die berührenden Bilder zeigen die Ankunft einer kleinen Gruppe von Juden, die aus dem kleinen nordkarpatischen Dorf Bilek, gemeinsam mit 3500 weiteren Personen, deportiert wurden. Der SS-Fotograf hielt fest, wie die Menschen aus den engen Viehwaggons ausstiegen und an der Rampe aussortiert wurden: in noch Arbeitsfähige und nicht Arbeitsfähige. Das Schicksal Letzterer war sofort besiegelt – die Fotos zeigen alte und behinderte Menschen auf dem Weg in die Gaskammer. Die als noch arbeitsfähig Bezeichneten hatten zumindest noch einen kleinen Aufschub erhalten.
Die Fotos verheimlichen nichts. Dennoch ist es hilfreich, dass die Bilder kommentiert werden. Sehr aufschlussreich sind auch die verschiedenen einleitenden Artikel über das KZ Auschwitz.
Abgesehen von den im Auschwitz Album veröffentlichten, teilweise bekannten Fotos, gibt es nur wenige Fotografien, die den Alltag im KZ Auschwitz zeigen. All diese wurden heimlich aufgenommen.
Nahezu kriminalistisch mutet die Geschichte der Entdeckung dieses Albums an: Im April 1945 befreien die Alliierten das KZ Mittelbau-Dora; unter den Häftlingen ist Lili Jacob, gerade 19 Jahre alt, die kurz vorher aus Auschwitz verlegt worden war. Die kranke Jacob wird in eine SS-Kaserne gebracht, wo sie ganz zufällig das Fotoalbum findet. Auf den Bildern erkennt sie – sich selbst und einige ihrer Familienmitglieder. Bis 1980 verwahrte Jacob das Album bei sich daheim, ehe sie es der Gedenkstätte Yad Vashem übergab. Yad Vashem stellte gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten Nachforschungen an und erreichte zumindest eines: Viele der Opfer konnten identifiziert werden und bekamen wenigstens ihre Namen zurück.
So unerträglich das Auschwitz Album ist – allein, dass viele ermoderte und geschundene Menschen ihre Identität wieder erlangten, macht es notwendig, sich die Fotografien anzusehen.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über den Wert des Albums und den Unwert der neuesten Edition, 23. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports (Gebundene Ausgabe)
Das von Israel Gutman und Bella Guttermann herausgegebene Werk ermöglicht einen tiefen Einblick in die Abläufe nationalsozialistischer Vernichtungspolitik, in den Lageralltag und die Anatomie des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau mittels detaillierter Bilder. Der Gesichtsausdruck der Deportierten, die Haltung der deutschen Täter, die Atmosphäre der Schauplätze und Szenerien sind vielsagend. Wir sehen Momentaufnahmen von Menschen die vor einem großen Unglück stehen. Die Aufnahmen konnten auf wundersame Weise vor der Vernichtung gerettet werden, die meisten der darauf abgebildeten Menschen nicht.

Die Sprache der Bilder aus Auschwitz ist ausdrucksstark und sehr emotional, doch muss man diese Sprache im Schatten der Krematorien erst übersetzten können, um sie zu verstehen. An dieser Aufgabe scheitern die Herausgeber und ihr Mitarbeiterstab, zu oberflächlich bleiben die Bildlegenden, zu viele Fehler finden sich in den Bildbeschreibungen. Ihnen fehlt stellenweise der Blick für das Wesentliche sowie die notwendige Orientierung. In den meisten Fällen wird der Betrachter weder darüber informiert, wo sich der Standpunkt des Fotografen befindet, noch darüber in Kenntnis gesetzt, was er vor sich oder im Hintergrund des abgebildeten Fotos tatsächlich sieht. Diese Orientierungslosigkeit erklärt womöglich auch, warum die Fotos nicht - wie von den Herausgebern behauptet - chronologisch angeordnet sind. Sie sind es ebenso wenig wie die Fotos im Originalalbum, die bereits im Jahre 1944 thematisch geordnet wurden. Die vorliegende Edition erweckt nur oberflächlich gesehen den Eindruck, einen authentischen Ereignisablauf darzustellen und bringt vielmehr stellenweise Chaos in die zum Teil aus Fotoserien bestehende Bildersammlung.

Die historischen Beiträge der Edition sind für das Verständnis der Fotos als Hintergrundwissen ebenso hilfreich wie zum Teil problematisch. Zahlreiche Behauptungen der Autoren widersprechen den Erkenntnissen ihrer Kollegen, wobei Springer-Aharonis Beitrag die meisten Fehler aufweist. Israel Gutmans Beitrag eröffnet dem Leser keine neuen Aspekte der Thematik, auch verzichtet er darauf, neue Forschungsergebnisse in seinen Aufsatz zu integrieren. Obwohl etwa ein Drittel seines Textes aus Zitaten besteht, verzichtet er unverständlicherweise völlig auf Quellenangaben, zum Teil werden die zitierten Zeugen nicht einmal namentlich genannt. Dieses Versäumnis betrifft auch alle anderen Beiträge in dem Bildband, der auf einen Anmerkungsapparat grundsätzlich verzichtet (ausgenommen zwei pathetische Zitate unter zwei Kapitelüberschriften).

Im vorliegenden Werk schleichen sich bei näherer Betrachtung bereits im Untertitel, im Text des Buchrückens und im Vorwort die ersten groben Fehler ein. Der Untertitel „Die Geschichte eines Transports“ suggeriert ein Einzelereignis. Die Anzahl der erwähnten Güterwaggons übersteigt die eines 45 Wagen zählenden Transports jedoch deutlich, so dass es sich hier um zwei Transporte handelt. Vermutlich ebenso spekulativ ist die Behauptung, dass die Aufnahmen an einem einzigen Tag oder von einem einzigen Fotografen gemacht wurden. Die Fehlerliste zieht sich schließlich durch alle Beiträge und breitet sich sogar unter den spärlichen Bildlegenden aus. Einige Bildlegenden zeugen zudem von einer professionellen Unkenntnis der Autoren.

Die Fehlerquote unter den Bildkommentaren (ohne reine Namenszuordnung) auf den Seiten 101 bis 263 liegt bei erschreckenden 30 Prozent.

Die Absicht der Herausgeber, den Opfern ihre Namen zurückzugeben, gehört zu den ehrenwerten Stärken dieses Bildbands. Die Opfer werden dadurch aus ihrer Anonymität entlassen. Von den 225 im Buch benannten Personen - darunter befinden sich 11 Mehrfachidentifizierungen - haben angeblich 71 Menschen Auschwitz überlebt. Ein Namensverzeichnis im Anhang des Albums fehlt indessen, was das Auffinden von Personen erheblich erschwert und den Nutzen der Namensnennungen stark einschränkt. Neben der Häufigkeit von Fehlern fällt zudem eine Lückenhaftigkeit auf. Wichtige Ergebnisse der Auschwitz-Forschung gehen dadurch verloren.

Obwohl schon in den sechziger Jahren sieben SS-Täter auf den Fotos erkannt wurden, werden in dem Buch nur zwei namentlich erwähnt. SS-Angehörige, die im Effektenlager eingesetzt waren und leicht zu identifizieren wären, werden bis auf eine Ausnahme nicht genannt.

Die Versäumnisse lassen darauf schließen, dass das Projektteam keine systematischen Untersuchungen und Befragungen vorgenommen hat, wahrscheinlich noch nicht einmal die Fotos einer näheren Untersuchung unterzogen hat, sondern scheinbar lediglich die gesammelten Namen aus der Datenbank den Fotos zugeordnet hat. Unverständlich bleibt auch die Tatsache, warum identifizierte Personen auf einigen Fotos benannt werden und auf anderen nicht, obwohl die Betreffenden auf ihnen in mindestens 11 Fällen ganz deutlich zu erkennen sind.

Ein großer Vorzug des Bandes ist dagegen die vollständige Reproduktion der kompletten Albumseiten, die den Originalzustand und die authentische Anordnung der Bilder zeigt. Dies war in den bisherigen Veröffentlichungen nicht der Fall, was die Auswertung des Originals als historische Quelle erschwerte. Die Herausgeber wären jedoch besser beraten gewesen, die Fotos einer eingehenden Bildanalyse durch Experten zu unterziehen.

Bei den Abbildungen im Anhang soll es sich um Fotos von Auschwitz-Birkenau und seinen Nebenlagern sowie von Himmlers Besuch in Auschwitz-Birkenau handeln. Doch schon bei den ersten beiden Aufnahmen trifft diese Aussage überhaupt nicht zu. Die Aufnahmen aus den Auschwitzer Nebenlagern und deren Umgebung sind sehenswerte Dokumentaraufnahmen des Lagerkomplexes. Auch hier fehlt jedoch jegliche Kommentierung der fotografischen Zeugnisse, besonders die zeitliche und lokale Einordnung. Zudem werden die tschechischen Notizen auf neun der zehn separaten Bildseiten im Anhang weder erwähnt, noch entziffert, geschweige denn übersetzt. Genauso wird dem Leser auch die Kommentierung des Albums durch Lili Meier aus dem Jahre 1945 verschwiegen.

Trotz der zahlreichen Fehler, Mängel und Versäumnisse sei diese schlampige Edition all jenen empfohlen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von Auschwitz machen wollen. Das Album gehört als Quelle zu den bedeutendsten Zeugnissen der Auschwitz-Literatur und bleibt trotz der fahrlässigen Bearbeitung durch die Herausgeber und das Projektteam eine wesentliche Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Thema.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie neu, 29. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports (Gebundene Ausgabe)
Sehr hartes Buch über die schlimmste Zeit Deutschlands sehr zu empfehlen. Nicht jeder kann die schrecklichen Bilder verdauen.Kein Ruhmesblatt für die ganze Welt.
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Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports
Das Auschwitz Album. Die Geschichte eines Transports von Hg. i. A. der Gedenkstätte Yad Vashem von Israel Gutman und Bella Gutterman (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 2005)
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