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5.0 von 5 Sternen Einblick in die italienische Seele, 3. August 2014
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Italien in vollen Zügen (Gebundene Ausgabe)
Es ist kein Buch nur für Bahnvielfahrer,die wissen wollen, ob ihre schönen, lustigen und manchmal auch unangenehmen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn auch in anderen Ländern wie Italien passieren. Der Autor beleuchtet nämlich etwa auch die Geschichte der italienischen Bahn, zeigt, wie diese Teil des dortigen Staatsapparates ist, und erzählt in netten Episoden auch von den Menschen, die er bei seinen Bahnreisen trifft, ihrer Mentalität und ihren Eigenheiten. So dass es eigentlich schon fast eine Sozialstudie ist, und weniger ein Verbraucherschutzbuch.

Dass Italien ein so gut ausgebautes Schienennetz hat, hängt z.B. eng mit der italienischen Geschichte zusammen. Denn bei der Vereinigung der vielen kleinen Stadtstaaten zu einem gemeinsamen Italien und dem notwendigen Zusammenwachsen, sollte die Bahn eine Vorreiterrolle spielen. Der rasche Ausbau des Schienennetzes war also eine politische Entscheidung, und keine wirtschaftliche. Und die politische Sonderstellung, eine Art Staat im Staate zu sein, hat die italienische Bahn noch heute. Das zeigt sich etwa schon daran, dass ein Schaffner bei Streitigkeiten nicht etwa nur die Polizei herbei rufen kann, sondern selbst Polizei ist, also Leute im Zug notfalls verhaften kann.

Im Buch geht es auch viel um das Land Italien, seinen Schwächen, seinen Stärken und seiner Sehnsucht nach Prestige. Natürlich geht es auch um die oft beklagte italienische Ineffektitivität. So fragt sich der Autor etwa, warum es einen Schalter nur für Beratung, und einen nur für den Kartenkauf gibt. Oder warum etwa das Tarifsystem oft so undurchschaubar ist, dass man zwangsläufig zum Schwarzfahrer wird. Aber der Autor zeigt auf der anderen Seite eben auch, dass etwa der "Roter Pfleil" getaufte Hochgeschwindigkeitszug absolut mit dem deutschen ICE oder dem französischen TGV mithalten kann, und Italien sehr bestrebt ist, nicht als rückständiges Land zu gelten.

Am besten waren für mich die Episoden, die Parks mit den Menschen in den Zügen erlebt hat, weil sie viel von die italienische Mentalität wiedergeben. Etwa wenn er sich über die Erzählfreude mancher Italiener wundert, die sich direkt neben ihn setzen, obwohl der halbe Zug leer ist, und dann ganz selbstverständlich ein Gespräch anfangen. Oder dass die Italiener oft weite Pendlerstrecken jeden Tag in Kauf nehmen, nur damit sie nicht von zu Hause ausziehen müssen.

Fazit: Ein schönes Buch, weil es nicht nur um die Bahn geht, sondern auch um das Land an sich, seinen Menschen und deren Mentalität.
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5.0 von 5 Sternen Die zwiespältige Seele Italiens, 20. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Italien in vollen Zügen (Gebundene Ausgabe)
Tim Parks fährt Zug: von Verona nach Mailand, von Mailand nach Florenz, von Mailand über Rom nach Palermo, von Crotone über Taranto nach Lecce in Apulien, von Lecce nach Otranto. Dabei trifft er Menschen der unterschiedlichsten Art und macht sich so seine Gedanken.
Im Buch es geht um das Italien und die Italiener, um ihre Schwächen, ihre Stärken und um ihre Sehnsüchte.
Der Autor berichtet nicht nur über undurchschaubare Fahrpläne, pedantisches Personal und seine Mitreisenden, sondern informiert zugleich über Entwicklungen im Eisenbahnwesen, über Orte und Landschaften sowie viel Historisches und Politisches. Er belauscht das unermessliche Telefonieren, blickt auf Landschaften, trifft auf die unterschiedlichsten Typen und sinniert über Politik, Bürokratie, Philosophie und Geschichte Italiens, immer angelehnt an das Thema Eisenbahn.
Er zeichnet ein treffendes und pointiertes Bild der italienischen Landschaften, prachtvollen Metropolen und vergammelten Vorstädte und natürlich ein Bild des Alltagslebens der Italiener, so wie es die meisten Pauschaltouristen, die Italien auf Pizza, Pasta und Prosecco reduzieren, fast nie erleben werden.
All das fügt sich zu einem vielfältige Charakterbild der italienischen Diskrepanzen zwischen Sein und Schein, zwischen Reden und Handeln, zwischen Realität und Ideal, zwischen Geben und Nehmen. Tim Parks zeigt die Abgründe, die zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor klaffen, psychologisch und ökonomisch.“ (S. 76)
Lebendig und voller köstlicher Details beleuchtet er das Paradoxon, das für die zeitgenössische italienische Lebensweise so typisch ist: „Ich benehme mich gut, und deshalb muss ich leiden, Ich bin ein Märtyrer. Mi sto sacrificandeo. (S. 25) oder „Uns geht es gleichzeitig gut und gar nicht gut.“ (S. 162)
Lassen Sie sich entführen in das wirkliche Italien. Unbedingt lesenswert, auch wegen der besonderen Mischung aus Sachbuch und den bunten Geschichten des italienischen Lebens.
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5.0 von 5 Sternen Wie im richtigen Leben !, 17. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Italien in vollen Zügen (Kindle Edition)
Für Alle, die Italien lieben und versuchen zu verstehen, ein Muss. Ohne wenn und aber in vollen Zügen zu geniessen.
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Italien in vollen Zügen
Italien in vollen Zügen von Tim Parks (Gebundene Ausgabe - 9. Juli 2014)
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