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TOP 500 REZENSENTam 14. Mai 2014
Serge und Suzanne - zwei Menschen, zwei Welten. Wir begegnen Serge, dem Erfolgreichen, bereits 60jährigen mit wesentlich jüngerer Frau und zwei Kindern zunächst aus Suzannes Blickwinkel, ihr fällt an Serge das zu starke Rasierwasser, der zu dunkle Anzug auf, ihm an ihr bei der ersten Begegnung - noch - nichts. Kein Wunder, denn Suzanne ist eigentlich unauffällig und kommt aus einer anderen, einer einfacheren Schicht, ist weder jung noch schön. Die Klavierstimmerin ist gar nicht so unglücklich in ihrem Leben - sie nimmt es, wie es ist. Aber sie hat etwas, das Serge auf sie aufmerksam werden lässt - Liebe, Verlangen, Begehren, Sehnsucht? Lesen sie selbst und kommen Sie der Sache auf die Spur, es wird in einer wunderbar atmosphärischen Sprache erzählt werden, wie auch schon der Beginn dieser Geschichte: der Leser kann sich fallen lassen, sich einbetten in den wohligen, stilvollen Klang von Veronique Olmi.

Wirklich? Nun, der Stil ist eloquent, ja elegant - typisch französisch eben, aber der Inhalt hat mich nicht mitgerissen, mich nicht in den Strudel gerissen, wie ich es ob Stil und Spache erwartet hatte. Ein nettes, kleines Buch für zwischendurch, mir geht das böse Wort "belanglos" durch den Sinn. Nun, wie auch immer, die Geschichte von Serge und Suzanne wird bald aus meinem Gedächtnis verschwunden sein, zu wenig (Be)Merkenswertes - oder Aufmerkenswertes - zeichnet sie aus.

Ein kleines Büchlein für zwischendurch, das man lesen kann, aber nicht muß. Es schadet nicht - aber so richtig bereichernd ist es auch nicht.
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TOP 500 REZENSENTam 15. August 2014
Suzanne beginnt ihre Arbeit als Klavierstimmerin im Haus von Serge in Montmartre. Serge bemerkt sie zunächst gar nicht. Nach einer eher zufälligen Begegnung beginnt er ihr zu folgen. Die Beiden stürzen sich in eine heftige Affäre.
Beide brechen immer wieder aus dem täglichen Einerlei eines geordneten Lebens, mit all seinen schutzbietenden Ritualen aus.
Warum? Immerhin ist der 60jährige Serge mit der attraktiven, viel jüngeren Julie verheiratet und hat zwei reizende Kinder. Wohingegen Suzanne weder schön, noch anziehend, eher vulgär ist und ein ganz anderes Leben führt. Warum vertraut er ihr ein Geheimnis aus seiner Kindheit an, von dem er bisher zu niemandem gesprochen hat?
Dieser Roman ist mehr als ein gewöhnlicher Ehebruchsroman, mehr als die Geschichte einer amour fou und weit weg von einem Melodram. Véronique Olmi legt diese an sich einfache Geschichte sehr vielschichtig an. Es geht um versteckte, verleugnete Wahrheiten und um die Schlüsselpunkte eines Lebens, das urplötzlich aus dem Takt gerät. Bedeutsam wird bei ihrer Liebe die Frage, was Serge an der Person wahrnimmt, die ihn scheinbar ohne Grund anzieht. Kernsatz ist „was Serge packt und schockiert, als er Suzanne zum ersten Mal sieht: wie sehr sie lebt, ohne Angst zu haben“ (S. 64)
Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren erzählt und zeigt, dass eine Entscheidung oder auch eine Nicht-Entscheidung Folgen haben, geahnte und ungeahnte.
Véronique Olmi erzählt in einer wunderbar atmosphärischen Sprache: der Leser kann sich fallen lassen, sich einbetten in den wohligen, stilvollen Klang. einer dichten, eindrücklichen und unprätentiösen Sprache, die nichts schönt und sich nicht hinter Floskeln versteckt. Es regieren die leisen Töne. Große Gefühle klingen dezent an und lassen nur vermuten wie tief sie die Protagonisten wirklich treffen.
Was haben sie nun gewonnen, diese beiden Menschen, die beschlossen haben, nicht mehr ängstlich am Status quo zu kleben und ein neues Leben zu beginnen? Lassen Sie sich überraschen.
"Das Glück, wie es hätte sein können": ein wunderbares, sensibles Stück Literatur. Kein Buch, das man mal schnell nebenbei liest und es ist auch keines, das man in jeder Stimmung lesen kann. In unserer Zeit mit ihrem "Recht auf Glück" und dem steten, fast obsessiven Glücksstreben regt Olmis Roman dazu an, das eigene Glücksverständnis, vielleicht sogar die eigene Wahrhaftigkeit zu hinterfragen. Ein nachdenkliches, ein weises Buch.
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am 25. Mai 2014
Inhalt
Suzanne ist Klavierstimmerin und fühlt sich in ihrer Beziehung einsam. Serge hat ein Klavier und fühlt sich in seiner Familie fremd. Als die beiden das erste Mal aufeinander treffen, passiert nichts. Doch als sie sich das zweite Mal begegnen, ist Serge wie gefesselt von Suzannes Natürlichkeit. Und so beginnen die beiden eine heimliche Beziehung, getragen von Leidenschaft und intensiven Gesprächen ... und einem Geheimnis, welches Serge seit seiner Kindheit beschäftigt.

Meine Meinung
Die Autorin erschafft hier eine ganz eigene Atmosphäre. Die einzelnen Kapitel sind meistens sehr kurz (2-4 Seiten) und man bekommt jeweils nur einzelne Momente aus dem Leben der zwei Protagonisten mit. Diese einzelnen Augenblicke sind sehr intensiv und man sollte sich wirklich Zeit dafür nehmen. So bemerkt man z.B. schon ab der ersten Seite eine gewisse Melancholie, die sich durch das ganze Buch zieht und sich immer mehr steigert.

Das Buch ist also definitiv keines, das man mal schnell nebenbei liest und es ist auch keines, das man in jeder Stimmung lesen kann. Ich persönlich war wahrscheinlich zu gut gelaunt, um mich ganz dieser Melancholie hingeben zu können. Dennoch hat dieses Buch beständig an mir gezerrt und mich am Ende mit dem Gefühl wieder losgelassen, dass auch den schönsten Momenten eine gewisse Traurigkeit beiwohnen kann.

Auch wenn es so klingt, würde ich das Buch nicht als Liebesgeschichte bezeichnen. Serges Geheimnis aus seiner Kindheit nimmt ziemlich viel Platz ein und auch die Gefühle, die Suzanne und Serge füreinander hegen, würde ich eher als Leidenschaft als als Liebe bezeichnen. Leider habe ich nicht so ganz nachvollziehen können, was die beiden denn nun aneinander finden (besonders, was Suzanne an Serge fasziniert), aber vielleicht muss man das auch gar nicht verstehen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und somit vergebe ich 4 Sterne.
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am 22. Mai 2014
Als die unscheinbare Klavierstimmerin Suzanne Serge begegnet, "... hatten beide..." schon sehr lange "...nichts anderes getan, als auf schmalen Holzbrettern über den Sumpf zu laufen." Dabei bemerken sie sich bei ihrer ersten Begegnung gar nicht; erst, als Serge Suzanne zufällig eines Abends allein auf der Tanzfläche einer Bar sieht, springt der Funke über. Er ist fasziniert von ihrer offensichtlichen Lebenskraft und der Erkenntnis, dass "..., der Tanz (...) nur einen Bruchteil ihres Lichts herausgelassen" hat. Er folgt ihr nach Hause - und Suzanne lässt sich wider jede Vernunft auf ihn ein, denn auch ihr Leben, ihre Ehe stagniert in bequemen Gewohnheiten, ohne Leidenschaft.

Serge hat bis dahin ein Hochglanzleben geführt, an dessen glatter Oberfläche alles abperlt. Er hat zwei Kinder und eine schöne Frau, die seine Tochter sein könnte. Einziges Indiz auf die Existenz von Unterströmungen ist eine Augenmigräne, die ihn häufig mattsetzt. Suzannes Kräfte schlummern; sie ist eine Frau, die sich allzu nüchtern nicht zu träumen erlaubte und allzu früh mit dem zufrieden gab, was ihr erreichbar erschien.

Serge will an Suzannes Kraft genesen. Sie lässt ihn zunächst gewähren, bis sie erkennt, dass er im Begriff ist, sie genauso in seine Lebenslüge hineinzuziehen wie seine Frau. So konfrontiert sie ihn, denn "Was nicht gesagt wird, stirbt." Ermutigt durch ihre Furchtlosigkeit wagt er es, sich ihr - und vor allem sich selbst - ganz zu zeigen. Sein Blick nach innen bringt lange geleugnete Wahrheiten zutage, deren destruktive Kraft die glänzende Oberfläche bersten lässt. "Was wir taten, um glücklich zu werden" (Originaltitel) hat weder für Serge noch für Suzanne zum Ziel geführt. Am Ende stehen zwei zerbrochene Ehen und die Erkenntnis, dass kein anderer Mensch die Macht hat, uns glücklich zu machen, nur wir selbst.

Es ist eine melancholische Welt, in die die Autorin uns eintauchen lässt. Der Roman liest sich trotz des ernsten Themas mühelos; sein Erzählton, seine Stimmung ist angenehm gedämpft und passt zum atmosphärischen Setting des Paris des 18. Arondissements mit seinen vornehmen Grautönen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Suzanne (Ich-Perspektive) und Serge (personale Perspektive) und ist nah dran an den Figuren. Olmis Charaktere mit ihren Brüchen, Untiefen und Abgründen sind überzeugend gezeichnet bis in die Nebenfiguren. Die Sprache der Autorin ist klar und genau; sie ist eine kühle, fast nüchterne Beobachterin, deren Romantik ohne Weichzeichner auskommt. Olmi schreibt über die Liebe, doch dieses Buch ist kein Liebesroman. Weder Suzanne noch Serge haben am Ende "das Glück" gefunden, aber sie sind ein Stück wahrhaftiger geworden.

In unserer Zeit mit ihrem "Recht auf Glück" und dem steten, fast obsessiven Glücksstreben kann Olmis Roman dazu anregen, das eigene Glücksverständnis, vielleicht sogar die eigene Wahrhaftigkeit zu hinterfragen.

Ein nachdenkliches, ein weises Buch.
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am 2. Februar 2016
Ein französisches Modemagazin namens Marie Claire bezeichnet den Roman als Olmis bisher besten. Was soll man daraus schließen? Es könnte A) ein gutes Buch sein, oder B) ihre bisherigen Romane sind alle noch schlechter!
Als ich mehr als ein Drittel des vorliegenden Buches gelesen hatte, war die Antwort klar: B) trifft zu!
Der Roman hat insofern Seltenheitswert, als es die Autorin schafft, in sage und schreibe 68 Seiten nichts zu sagen, nur leeres Geplapper. Wenn man das überstanden hat und die Handlung dann irgendwann doch noch beginnt, ist auch diese an Flachheit und Manierismus kaum zu überbieten. Die eine der zwei Hauptfiguren - Suzanne - wird zum Opfer für das 60 Jahre lang nicht ausgelebte Leben der zweiten, natürlich männlichen Hauptfigur. Nicht, weil sie schön ist oder interessant - nein, gerade weil sie das nicht ist. Olmi beschreibt die 40-Jährige als alternde Frau, nicht mehr frisch, ja fast schon eine Zumutung für einen immerhin erst 60-jährigen Mann... Also spätestens da zog es mir dann doch die Schuhe aus...
Ein ziemlicher Schmarrn, das Ganze.
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am 11. Mai 2014
Die Klavierstimmerin Suzanne soll im Haus von Serge in Montmartre arbeiten. Serge bemerkt sie zunächst gar nicht. Nachdem sich beide zufällig begegnen, folgt er ihr. Sie beginnen eine heftige Affäre. Warum? Immerhin ist der 60jährige Serge mit einer attraktiven, viel jüngeren Frau verheiratet und hat zwei kleine Kinder, während die weder junge noch schöne Suzanne ein ganz anderes Leben führt. Und warum vertraut Serge ihr ein Geheimnis aus seiner Kindheit an, von dem er nie gesprochen hat?

Um einen gewöhnlichen Ehebruchsroman handelt es sich nicht. Das eigentlich Fesselnde ist, Antworten auf die eingangs formulierten Fragen zu erhalten. Insoweit bietet die Geschichte vom psychologischen Aspekt her interessanten Diskussionsstoff. Die Liebe zwischen Serge und Suzanne ist eine amour fou. Bedeutsam wird die Rolle des Unbewussten bei ihrer Liebe auf den ersten Blick, die Frage, was Serge an der Person wahrnimmt, die ihn scheinbar ohne Grund anzieht. Kernsatz ist „was Serge packt und schockiert, als er Suzanne zum ersten Mal sieht: wie sehr sie lebt, ohne Angst zu haben“ (S. 64). Suzanne ist sein komplettes Gegenteil. Außer dem Thema Liebe wird insbesondere auch das Verhältnis von Vätern und Söhnen behandelt.
Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren erzählt. Gut gefallen hat mir, dass sie von bestimmten Klavierstücken untermalt wird, z.B. „Liebestraum“ von Liszt. Vielleicht hätte der französische Originaltitel „Nous étions faits pour être heureux“ – nach einem Gedicht von Aragon – in seiner Übersetzung übernommen werden können. Der Erzählstil ist typisch französisch, nachdenklich stimmend.

Für mich handelt es sich um einen durchschnittlichen Roman.
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am 15. Oktober 2014
Dieses Buch war erstaunlich einnehmend. Es ist wesentlich handlungsstärker, als ich erwartet hatte. Ich bin regelrecht dem fantastischem Erzählstil verfallen und musste unbedingt wissen, wie es mit den Beiden nun weitergeht. man giert nach einer befriedigenden Lösung. Es stellen sich die altbekannten Fragen. Ist es Liebe? Kann man dem Gefühl trauen? Oder ist es ein Fehler? Beide sind vergeben und müssen sich ihren Nahestehenden stellen. Müssen mit der Situation umgehen können, auch wenn es schwer ist, einzig dem Herzen zu vertrauen. Dieses erscheint aber übermächtig stark zu agieren. Als Leser fiebert man ungehalten mit, schwankt in seiner eigenen Handlung ebenso hin und her. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war sehr nachhaltig und ein besonderes Gefühl im Herzen bleibt.
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am 30. Mai 2014
Inhalt

Serge und Suzanne leben in verschiedenen Welten. Serge ist 60 Jahre alt, wohlhabend und mit einer viel jüngeren Frau verheiratet mit der er zwei Kinder hat. Suzanne hingegen lebt in einfacheren Verhältnissen und sieht eher durchschnittlich aus. Sie verdient ihr Geld als Klavierstimmerin und weckt etwas in Serge, dass er wohl auch selber nicht ganz definieren kann. Ist es Liebe oder nur Verlangen?

Meine Meinung

Veronique Olmi erzählt atmosphärisch auf nur wenigen Seiten die Geschichte von Serge und Suzanne, zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch – vielleicht auch gerade weil sie so verschieden sind - zueinander finden. Die Erzählweise würde ich als typisch französisch bezeichnen. Sie hat mich so manches Mal an französische Filme denken lassen, die ähnlich "schwer" sind. Überhaupt hatte ich ständig einen Film, der auch gut im Programmkino laufen könnte, vor Augen.

Serge kann man als Leser zunächst ebenso wenig verstehen, wie er sich selber verstehen kann. Was findet er an Suzanne, wo er doch eigentlich alles hat, was ihn glücklich machen sollte? Was fasziniert ihn an ihr? Und wieso gelingt es ihm, gerade ihr seine Vergangenheit zu offenbaren. Suzanne – die doch so gar kein Interesse daran hat und eher widerwillig zuhört, als er seine Familiengeschichte erzählt. Ist der einzige Grund, dass sie die Liebe zum Leben ohne Angst ausstrahlt?

So richtig überzeugt bin ich nicht von dem Roman. Es ist zwar eine nette Lektüre für Zwischendurch, aber kein Buch, welches man unbedingt gelesen haben muss. Für mich blieben die Figuren über weite Strecken zu blass und die Geschichte von Serge hat mich, trotz der Tragik, kaum berührt. Auch das Ende hat mir leider weniger gefallen.

Fazit

Wer französische Melodramen mag, wird mit diesem Roman sicherlich Freude haben. Mir hat es jedoch nur bedingt gefallen.
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*
Seitensprung, zwei Menschen verlieben sich, ein glücklich verheirateter Mann und eine unscheinbare Klavierstimmerin, dieser neue Roman von Véronique Olmi lässt an eine Romanze oder vielleicht gar an einen schrecklichen Ausgang denken! Aber so ist es nicht, es ist eine psychologische Abhandlung, ein Abtasten, ein Ausloten, das Suchen nach einem Untergang der Gefühle, der Jahrzehnte vorher stattgefunden hatte.

Serge lebt mit seiner jungen Frau Lucie und seinen beiden Kindern glücklich in einem großen Haus in Paris. Der große Flügel, der im Haus steht, soll nur gespielt werden, wenn er nicht im Haus ist. Schlimmer noch ist das Stimmen des Klaviers, der im übertragenen Sinn Ordnung in sein Leben bringen soll, in sein Leben, das so glücklich erscheint. Es hätte also niemals zu einem Treffen zwischen ihm und der Klavierstimmerin kommen sollen. Aber das Schicksal wollte es anders: Serge und Suzanne, die Pianistin, verlieben sich und schlafen miteinander. Trotzdem erscheint das Wort "Liebe " kaum in diesen Beziehungen, obschon jeder irgendwie liebt: Serge liebt, um sich noch lebendig zu fühlen, die fast 60-jährige Suzanne, um sich jung und begehrenswert zu fühlen, und Lucie liebt ihren Mann, weil es immer schon so war. Wie passen diese Geschichten zusammen und was sind die wirklichen Motivationen der Protagonisten? Véronique Olmi lässt sich viel Zeit und nach einem spannenden Debüt wird man beim Leben ungeduldig, denn die Handlung bewegt sich nicht. Weder zu Höhen, noch zu einem Abgrund hin. In ihrem ganz eigenen Stil, der prägnant ist und immer zum Nachdenken anregt, führt die Autorin den Leser abwechselnd in die Gedankenwelt von Serge und Suzanne. Ihre Wünsche, ihre Träume, ihre verflossenen Beziehungen, aber vor allem die Verletzungen der Kindheit kommen an das Tageslicht. Serge enthüllt sich und seine geheimsten Gedanken einer fast Unbekannten und rollt dieses Trauma seiner frühen Kindheit auf, die ihn beziehungsunfähig machten. Sowohl der Ehemann, noch der Vater Serge konnte seine Rolle erfüllen und kann auch die gemeinsame Zukunft nicht kontrollieren.

Ein interessanter Roman um ein Familiengeheimnis, der - nach einigen längeren, doch melodischen Passagen - endlich zu einem würdigen Schluss kommt. Die Autorin drückt sich auf melodisch-subtile Weise aus und zeigt vor allem die Spuren der Kindheit, die sich durch das ganze Leben ziehen, um das Ganze in einen leidenschaftlichen Liebesroman zu verpacken.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Mai 2014
Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte von Suzanne und Serge, beide verheiratet, nur nicht miteinander ;-)
Suzanne ist Klavierstimmerin und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist weder himmelhochjauchzend noch zu Tode betrübt. Sie liebt ihren Mann Antoine, auch wenn er ein bisschen langweilig wirkt. Serge ist Immobilienmakler mit einer eigenen Firma. Er bezeichnet sich selbst als neureich. Verheiratet ist der 60-Jährige mit der etwa 30 Jahre jüngeren, hübschen Lucie, mit der er zwei Kinder hat, den achtjährigen Théo und die noch kleinere Chloé. Serge könnte glücklich und zufrieden sein, er hat alles, was ein Mann sich wünschen kann. Doch etwas nagt in ihm.

Meine Meinung:
Véronique Olmi tastet sich langsam vor. Der Roman beginnt mit einer Begegnung zu einem Zeitpunkt, als Suzanne und Serge schon nicht mehr zusammen sind. Von hier aus entwickelt sich die Beziehung zwischen den beiden in wechselnden Perspektiven. Dabei erzählt Suzanne in der Ich-Form, die Perspektive von Serge übernimmt ein personaler Erzähler. Mir gefällt die Art, wie Olmi zwischen den Protagonisten hin und her springt, mal den einen, dann den anderen beleuchtet. Wie sie in die Vergangenheit zurück geht, um auch die allererste Begegnung der beiden zu beschreiben, auch wenn diese Begegnung noch gar nicht als solche wahrgenommen wurde. Mir gefällt die analytische Betrachtungsweise dieser Autorin. Zum Teil reihen sich verschiedene Momentaufnahmen aneinander. Hier fehlte mir dann manchmal die kausale Entwicklung.

Serge wird seit seiner Kindheit von einem „Dämon“ geplagt. Nicht einmal mit seiner Frau Lucie konnte er bisher darüber sprechen. Doch in der unscheinbaren Suzanne findet er endlich jemanden, dem er sein Herz ausschütten will. Es wird sich herausstellen, dass die Ereignisse in der Vergangenheit Serge so beeinflussen, dass die Beziehung zwischen Suzanne und ihm keine Zukunft hat.

Die Sprache ist gehoben, aber trotzdem direkt. Die Sätze sind in der Regel nicht besonders lang. Sie drücken die dargestellte Atmosphäre gut aus. Man fühlt sich wirklich nach Paris versetzt, der Pariser Charme kommt gut zum Ausdruck. Obwohl das Buch nur 220 Seiten hat, beinhaltet es eine ganze Lebensgeschichte. Denkt man zuerst, man weiß, wo der Roman hinführt, wird man überraschend eines Besseren belehrt.

Nicht jeder wird dieses Buch gut finden. Man muss schon bereit sein, sich auf etwas Ungewöhnliches einzulassen und man muss den Schreibstil mögen.
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