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TOP 100 REZENSENTam 21. Dezember 2013
Naturgewalt der kleinsten Töne und Klänge hat Bernie Krause gekonnt eingefangen.
Einst erfand er die elektronische Musik und arbeitete mit bekannten Musikern zusammen, bis er seine Liebe zu Naturgeräuschen entdeckte und ab dem Alter von 40 Jahren sich der Bio-Akustik verschrieb.

Er hat sich selbst zum "Biophonier" gemacht und versteht mit den allerfeinsten Geräten unbekannte Geräusche der Flora und Fauna einzufangen, Geräusche und Töne die ihn seit Jahren faszinieren und er das Wort "Klang" kaum zu definieren vermag, Klang ist nicht sehbar.

Bernie Krauses Buch "Das große Orchester der Tiere - Vom Ursprung der Musik in der Natur" will ein "Soundscape", eine Klanglandschaft schaffen. Vorbild ist ihm der Komponist, Naturforscher und Philosoph R. Murray Schafer. "Welterkenntnis ist beim aufgeklärten Menschen erst mal mit dem Sehsinn zu erfassen" meint Schäfer. Der Mensch hat im Zuge seiner Nachahmung in Jahrtausenden von Jahren Lieder und Tänze bei den Tieren abgelauscht, wobei Geofomien wie Erdklänge der Meeresküsten und Waldesrauschen einen Hintergrund bilden und ein ewig wechselndes Klangdesign geboten wird.

Sehr interessant beschreibt der Autor die Pentatonik, wie sie zum Beispiel der Urutau-Tagschläfer singt. Sie ist wiederzufinden in einer 40 000 Jahre alten Flöte aus Geierfedern. Bernie Krause erkennt in den Liedern "Amazing Grace" und "Oh, Susanna" diese Klangfolge darin.

Der Autor hielt im Rahmen seiner Untermeeresexpedition einer Seeanemone ein Hydrofon, ein Unterwassermikrofon an die Mundöffnung. Das blumenförmige Tier fand das Gerät wohl interessant, sog es ein und spuckte es wieder aus, aber er hatte die Töne dieses Meerestieres aufgenommen.

Rhythmus und Melodie, Frequenz und Polyfonie durchkreuzen die gesamte Tierwelt, vom Gorilla angefangen bis zur eben genannten Seeanemone. Dass heute eine weltweite Community an einem gigantischen Natur-Sound-Archiv arbeitet, ist auch Ernie Krauses Verdienst. Er formuliert das so in seinem Buch:
"Eine Einheit im Klang sei dann am wirksamsten, wenn sie aus verschiedenen Teilen besteht, süße, wohlgeformte Töne innig vermählt, die einen Wechselwohlklang, der ineinanderrauscht, schafft. Naturtöne wie Meeresrauschen und Vogelgesänge werden sehr oft im Rahmen verschiedenster Therapien als Hintergrundgeräusche eingesetzt. Sie wirken beruhigend auf Geist und Seele und bringen den Menschen in den Einklang mit der Natur."
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Oktober 2015
großartiges Buch über den Ursprung von Klang und Musik in der NaturBernie Krause ist ein US-amerikanischer Musiker und Naturforscher. Er studierte Violine und klassische Komposition, war als Gitarrist in Folk- und Popkreisen unterwegs (Weavers, Doors, Steve Wonder, George Harrison) und wendete sich im Anschluss daran elektronischer Musikerzeugung und der Mitarbeit an diversen Soundtrack (z.B. 'Apocalypse now') zu. Mitte der 1970er Jahre ging Krause zurück an die Universität und promovierte über Bioakustik. Auf seinen Weltreisen hat er in den letzten Jahrzehnten bei Feldaufnahmen mehr als 15 00 Arten und 4000 Stunden Soundscapes verschiedener Habitate aufgenommen, von denen die Hälfte heute nicht mehr existiert. 'Das große Orchester der Tiere' trägt den Untertitel 'Vom Ursprung der Musik in der Natur' und erschien im englischen Original 2012 unter dem Titel 'The Great Animal Orchestra'. Die gebunden Ausgabe erschien ein Jahr später bei Antje Kunstmann, im April 2015 ist das Buch nun als günstige Taschenbuchausgabe unter Lizenz von National Geographic bei Malik erschienen.

Das Buch beginnt mit einem Präludium 'Echos der Vergangenheit', danach folgen neun Kapitel, eine Danksagung, ausführliche Anmerkungen und ein Literaturverzeichnis. Der Autor erzählt ziemlich chronologisch die Geschichte des Klangs in unserer Welt, setzt sie aber auch immer wieder in Bezug zu seiner eigenen Klangautobiographie. Er unterteilt dabei in Geophonie, Biophonie und Anthropophonie, zusammen bilden sie für ihn die Klanglandschaften unserer Welt. Er meint damit die von den Elementen erzeugten Klänge wie Wind, Feuer, Regen, Wassergeplätscher, Brandungsrauschen, Donner, Vulkanausbrüche etc., von Tieren erzeugte Klänge wie Kreischen, Röhren, Zwitschern, Summen etc. und von Menschen erzeugte Klänge wie Musik, Sprache, aber auch von ihnen erzeugter Lärm (Motorengeräusche, Gleisgeräusche, etc.). Krause erzählt viel von seinen Erlebnissen als Klangsammler und den verschiedenen Gegenden der Welt, erklärt den Klang der Wüste, des Regenwaldes, der Steppe und des Meeres, knapp unter der Oberfläche und in der Tiefsee. Er berichtet vom Gesamtklang verschiedener Habitate, wie sich die Lebewesen nicht nur ihren Lebensraum, sondern auch einen Raum für Klangäußerungen suchen und sich so ein komplementärer, fast orchestraler Klangraum über den gesamten Tagesablauf und in vielen Frequenzen ergibt. Es schreibt von jahreszeitlichen Veränderungen, aber auch von zerstörerischen Auswirkungen von Menschen verantworteter Eingriffe. Hochinteressant auch wie er die Entwicklung von Geo, - zur Bio- und weiter zur Anthropophonie entwickelt. Das Prinzip der Klangerzeugung in der Natur ist aus seiner Sicht meist die Mimikry, will heißen die Nachahmung bereits bestehender Klänge mit eigenen Mitteln (ein interessanter Gedacke, der sich auch problemlos auf die Musikgeschichte anwenden lässt). Hierfür gibt Krause etliche Beispiele in sämtlichen klanghistorischen Stadien, von Klängen der reinen Elemente über Lautäußerungen verschiedenster Tierarten bis hin zum Menschen, auch die Kommunikationen zwischen Tieren untereinander, zwischen Menschen und nicht zuletzt auch Musik spielen hier ein wichtige Rolle. Zum Schluss äußert er sich auch noch ausführlich zu den Themen 'Geräuschnebel' und 'Lärm und Biophonie'.

Extrem aufgewertet wird das Buch dadurch, dass die im Buch erwähnten Klangbeispiele unter [...] im Internet kostenlos nachgehört werden können. Hier bietet sich ein sog. Second Screen an, also in etwa ein Tablet mit Lautsprechern oder Kopfhörerausgang um nicht immer wieder zum Rechner laufen zu müssen. Zusammen mit dem Text kann man sich so das (Hör-)Erlebnis jahrzehntelanger naturwissenschaftlicher Feldforschungen umstandslos ins Wohnzimmer holen und sich von spannenden (und entspannenden!) Klanglandschaften faszinieren lassen.

Fazit: Ein großartiges Buch über den Ursprung von Klang und Musik in der Natur. Man nimmt dem Autor seine ehrliche Leidenschaft und Liebe für das noch junge Fachgebiet in jeder Zeile des Buches ab und bekommt als Leser unzählige Anregungen, die weit über das akustische Phänomen exotischer Klanglandschaften hinausgehen und grundsätzliche Bereiche des Lebens auf diesem wunderbaren Planeten berühren. Ganz große Empfehlung!
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am 24. Dezember 2013
Ein durch und durch wundervolles Buch. Die Rezension mit 5 Sternen trifft ohne Zweifel den Kern.
Wer allerdings diese Buch Jemand schenkt der kein Internet hat, wird feststellen müssen, dass die zum Buch gehörenden Hörproben sich nicht herunterladen lassen oder als CD enthalten sind. Alles nur Online verfügbar. In meinen Augen ein großer Fehler und so nicht auf dem Cover zu entnehmen: Da stand: Mit Hörproben. Ist im Prinzip eine glatte Lüge. Danke dafür an den Verlag.
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am 2. Juni 2014
Das Thema ist zweifellos interessant, aber der Autor schreibt aus meiner Sicht ziemlich redundant. Will heißen: zu viele Worte. Was mich verärgert hat, ist, dass ich bei einem Buch dieser Preisklasse erwarte, dass die Hörproben als CD im Buch drin sind. Um diese anzuhören muss man ins Internet gehen. Die Frage ist nur wie lange sie dort stehen bleiben.
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