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am 21. Februar 2012
Liebe Leser,

ich möchte meine Rezension über das Buch "Über das Unglück, ein Grieche zu sein" mit einem Zitat aus der 3sat Kulturzeit beginnen:

"Ganz wohl ist Dimou nicht dabei, dass sein Buch gerade jetzt auf Deutsch erscheint. Eigentlich will er der lauten ausländischen Kritik nicht noch Munition liefern, denn Nikos Dimou will seine Kritik als Liebeserklärung verstanden wissen."

Recht hat er, denn genau das, was Nikos Demou befürchtet, tritt - wie man an der ersten Rezension sehen kann - ein.

"Ein Grieche" - so Dimou - "nimmt die Realität prinzipiell nicht zur Kenntnis. Er lebt zweifach über seine Verhältnisse. Er verspricht das Dreifache von dem, was er halten kann".

Natürlich übertreibt hier auch Dimou; wie sollte er - als Grieche - auch nicht?

Ist dieser Hang des Griechen zur maßlosen Übertreibung eine heilbare Krankheit?

Nein, sie ist Teil der griechischen Mentalität, die ich in den 25 Jahren in denen ich Griechenland bereist habe, erleben konnte. Eine Mentalität ist nichts, was man sich aussuchen kann. Sie ist Teil der eigenen Kultur und eines erlernten Selbstverständnisses.

Was Dimou an dieser Stelle vergisst zu erwähnen ist, dass auch Herz und Seele des Griechen mindestens vier mal so groß sind wie die des durchschnittlichen Nordeuropäers.

Wenn also ein Grieche das Vierfache von dem verspricht was er halten kann so ist dieses Versprechen nicht von vorneherein als eine Worthülse angelegt. Ein Grieche glaubt tatsächlich, dass er diesen an sich selbst gestellten, völlig überhöhten Anspruch ohne Schwierigkeiten zu erfüllen in der Lage ist.

Im täglichen Leben wird ein Grieche ständig an diesen Ansprüchen scheitern.

In der Geschichte aber halten die Spartaner unter vollständiger Selbstaufgabe bei den Thermopylen der Übermacht des persischen Heeres stand, vermöbeln die scheinbar überlegenen italienischen Truppen im zweiten Weltkrieg, leisten der deutschen Wehrmacht auf Kreta erbitterten Widerstand und werden völlig überraschend Fußballeuropameister.

Das griechische Wesen ist nicht alltagstauglich. Griechen erfanden nicht die Buchhaltung sondern die Mathematik. Griechen bauen keine Uhren um die Zeit zu messen, sie erkannten und erklärten die Zeit. Griechen neigten sich nicht vor ihren Göttern, sie bekämpften die Götter und erhoben die menschliche Moral über sie.

Wer mit der griechischen Mentalität nicht geboren wurde, der kann sie erlernen. Spätestens nach vier Wochen unter dem griechischen Himmel (Griechenland hat definitiv einen eigenen Himmel) versteht man, warum griechische Motorradfahrer - bis sie dazu gezwungen wurden - keine Helme trugen. Nur in Griechenland kann man ein Gefühl der Unsterblichkeit erfahren.

Das Buch von Nikos Demou ist sicherlich eine gelungene Beschreibung des griechischen Wesens und griechischer gesellschaftlicher und politischer Zustände.

Wer Munition sucht um über Griechenland und die Griechen herzuziehen und nachzutreten wird in diesem Buch fündig werden.

Wer Griechenland und die Griechen eben wegen ihrer Eigenheiten zu lieben gelernt hat und wen es genau wegen des griechischen Wesens, dieser unvergleichlichen Mischung aus Melancholie, Übertreibung, Inkonsequenz und Fröhlichkeit immer wieder nach Griechenland gezogen hat wird schmunzeln; und er wird sich fragen, ob Griechenland nach der Krise als disziplinierte europäische Nation als Reiseziel noch taugt.

Denn mich hat es über viele Jahre nicht trotz, sondern wegen des griechischen Wesens immer wieder nach Griechenland gezogen.
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am 6. Januar 2013
DIMOU, Nikos: „Über das Unglück, ein Grieche zu sein“, München 2012
Der Aufbau des Buches mit einzelnen Paragrafen erinnert an Wittgenstein.
Der Autor schildert sein Land und seine Einwohner so negativ, wie ich es noch nie gesehen habe. Er begründet das Unglück als die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit und dass die Griechen ihre Wünsche zu hoch stecken würden. „Man könnte den Menschen als das Lebewesen definieren, das immer mehr haben will, als es bekommt.“ (Seite 15) Die Griechen hätten hier höhere Ziele als andere Völker.
Der Grieche übertreibt. „Er lebt zweifach über seine Verhältnisse. Er verspricht das Dreifache von dem, was er halten kann. Er weiß viermal so viel wie das, was er tatsächlich gelernt hat. Er zeigt seine Gefühle fünfmal stärker, als er sie wirklich empfindet.“ (Seite 18).
Geografisch zählt sich der Grieche nicht zu Europa. „Wann immer ein Grieche von Europa spricht, schließt er automatisch Griechenland aus.“ (Seite 26). Diesen Satz kann ich bestätigen. Wann immer mein Kollege aus Athen nach Wien kam sagte er „nach Europa fahren“. Der Autor meint, dass Griechenland den slawophilen Völkern näher steht und auch unter dem orientalischen Einfluss steht.
Ich bin froh, dass der Autor am Ende doch noch positive Worte zu seinem Land hat: „Die Wahrheit ist: Dieses Land ist schön …“ (Seite 55). Weiter zitiere ich nicht, denn im Nebensatz wird es schon wieder negativ.
Und trotz allem Negativem sagt er dann am Ende: „Nichts habe ich mehr geliebt als dieses Land.“ (Seite 66)
(Hinterbrühl, 06.01.2013)
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am 25. November 2013
Daß die griechische Sprache auch in vielen anderen Ländern ihre Spuren hinterlassen hat, dürfte bekannt sein. Daß sie aber in einem weitaus größeren "Umfang" in unserem (deutschen) Alltag auftaucht, dürfte sogar den Griechen selbst neu sein.
Ein sehr gutes Buch für all die, die Griechenland auf eine 4jährige Finanzkrise, Saziki und Ouzo reduzieren.
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am 19. März 2012
Humanistische Bildung, Homer, Sokrates, Aristoteles, Alexander der Grosse, grossartige Tempel, faszinierende Götter - das und vieles mehr ist uns über das klassische Griechenland überliefert. Was aber hat das Altgriechische mit den Neugriechen zu tun ? Wie verhält sich der moderne Mensch gegenüber den übergrossen Vorbildern aus der Antike ? Kann man dem überhaupt gerecht werden ? Nikos Dimou hat einige der Aphorismen aus diesem Büchlein vor vielen Jahren in Griechisch veröffentlicht - sie treffen wohl alle auch heute noch zu und sind aktueller denn je. Es ist möglich, mit Hilfe dieser gesammelten Gedanken und Beobachtungen der griechischen Zerrissenheit näher zu kommen. Auch die deutsche Seele kämpft mit Widersprüchen. Man möchte sich selbst als Erbe Goethes sehen, wird aber oft als Nachfahre der Nazis wahrgenommen. Vielleicht wäre so manchem Griechen geholfen, wenn man diesen Band zur Allgemeinlektüre machen würde, für Schüler und Lehrer, aber auch die ältere Generation, die so viel verdrängt hat, um für ein paar Jahre unbeschwert zu leben. Für die, die Griechenland lieben, darauf neugierig sind, für Griechen, die ihr Land verlassen haben und aus der Ferne lieben - eine feinherbe Liebeserklärung an Hellas.
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am 24. Februar 2016
Was soll ich sagen.. Ich war enttäuscht.
Ich war nicht unbedingt enttäuscht, dass das Buch nur eine kleine Ausgabe mit kurzen Aphorismen ist, es hat mich auch nicht der Preis gestört.
Viel mehr war es die Erwartung die ich an das Buch gestellt habe und letzendlich feststellen musste, dass der Autor selbst ein großen Problem mit dem griechischen Volk zu haben scheint.
Leider kann ich in keinster Weise dem zustimmen, was der Autor über die Griechen erzählt.
Eher ein Buch zum niedermachen der Griechen, als ein Buch, dass beschreibt, wie nette Menschen einfach vom Unglück in Bezug auf Europa geprägt sind.

Schade!
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am 15. Dezember 2012
Wer die in kurze Aphorismen gefassten Sentenzen des griechischen Autors aufmerksam liest, versteht die Schwierigkeiten dieser noch jungen Nation besser, die unter einer lang dauernden Fremdherrschaft lebend, sich ein großes Misstrauen gegenüber allen „staatlichen Obrigkeiten“ bewahrt hat.
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am 21. Februar 2013
Dimos schreibt wahrhaft zeitlose Sätze zur griechischen Mentalität und Kultur. Er schildert die Zerrissenheit der griechischen Seele zwischen Staatsmißtrauen, Nationalstolz und dem Wunsch als Grieche eine außergewöhliche Rolle unter den Völkern einzunehmen. Ich verstehe den Zorn und die tiefe Depression der mit sich selbst ringenden heutigen Griechen nun besser. Ein kurzweiliges Buch.
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am 2. Juli 2015
Je kleiner der Abstand zwischen den Wünschen und der Wirklichkeit, desto glücklicher ist der Mensch. In diesem Tenor fängt Dimou sein Buch an, und da weiß man schon, was danach kommt. Sein allerletzter Satz versöhnt ihn dann mit seinen Landsleuten, auch wenn er im Nachwort sagt, dass der Grieche (richtigerweise: Hellene) etwas unglücklich ist nach dieser Lektüre.
Auf jeden Fall kann ich allen Hellenen raten sich im Urlaub das Original in Hellas zu kaufen, es ist trotz des Anspruchs nicht schwer zu lesen.
Alle anderen Philhellenen können hier zuschlagen und sich schon Mal auf ein schönes kleines Büchlein freuen, das trotz seines Alters nichts an Aktualität verloren zu haben scheint!
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am 5. Mai 2013
Das Buch ist nett und unterhaltsam, der Autor blickt hinter die Kultur und damit verbundenen traditionen der Griechen und beschreibt die Verhaltensmusster sehr gut. Eine Lektüre, welche zum Schmunzeln anregt.
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am 3. Februar 2014
Um die Griechen zu verstehen ist dieses Buch hilfreich. Ich habe in Griechenland gelebt und schon viel verstanden. Dieses kleine Buch beschreibt in Kürze so prignant was es mit der Mentalität auf sich hat.
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