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TOP 1000 REZENSENTam 1. September 2011
Ich habe mir dieses Buch zugelegt, weil ich etwas über den Menschen Philipp Lahm erfahren wollte. Außerdem wollte ich lesen, ob ich mich tatsächlich in ihm getäuscht habe, als ich ihn für einen der intelligenteren Fußballer hielt und hier tatsächlich Vertrauen missbraucht und er seinem Kapitänsamt nicht gerecht wird.

Lahm geht in einzelnen Kapiteln die Stationen seiner fußballerischen Karriere durch und schildert seine emotionale Wahrnehmung des Gesamtgeschehens sowie seiner Rolle auf dem Platz. Nicht mehr, nicht weniger. Er ist dabei so sehr darum bemüht niemandem auf die Füße zu treten, dass viele relevante inhaltliche Informationen einfach fehlen.
So lässt er über Felix Magath beispielsweise wissen, dass dieser einen befehlsmäßigen Ton anschlage und ihm Konditionstraining wichtig sei. Für einen Spieler, der immerhin so viele Jahre unter ihm trainiert hat ist das eigentlich sehr wenig Information. Jedwede persönliche Beziehung (ob nun gut oder schlecht) fehlt ebenfalls.
Das Training mit der Nationalmannschaft 2004 ist für ihn eher wie ein Kick unter Freunden als harte Arbeit, er betont aber auch gleich wieder, dass es zu dieser Zeit (nach seinem Wissen) in jeder anderen Nationalmannschaft genauso aussah. Das alles ist eigentlich wenig kritisch für die Handelnden Personen, sondern eher eine Schilderung weniger, ohnehin bekannter Fakten.
Zum ersten mal kritische Töne schlägt er überhaupt dann erst gegenüber Louis van Gaal an. Doch das, was Lahm hier sagt, ist viel weniger als die schon bekannten Tatsachen, die man von Uli Hoeneß wusste.
Wer also das fußballerische Auf und Ab der Bundesliga und Nationalmannschaft verfolgt hat, wird hier keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Lahm bleibt sachlich und unaufgeregt. Er zeigt Verständnis für fast jede Entscheidung die um ihn herum getroffen wurde.

Das ganze hat dann für mich mehrere Erkenntnisse. Philipp Lahm macht genau das, was er schreibt dass er tut: Ein Buch veröffentlichen, das er als junger Fußballer selbst gerne gelesen hätte. Er schildert ein bisschen, wie es ist ein Profi zu sein. Aber eben nur ein bisschen.
Um eine, wie er selbst es tun wollte, selbstreflektierte Schilderung der Ereignisse zu betreiben, muss man sich den Problemen allerdings kritisch stellen. Man muss die Probleme offen ansprechen und auch eigene Fehler suchen. Das tut er aber nicht - kann/sollte er als aktiver Spieler auch gar nicht. So bleibt einem das "wirkliche" Buch Lahm verschlossen. Zu gerne wüsste man doch eigentlich einmal, wie das mit seiner Vertragsverlängerung bei Bayern gelaufen ist, als er sich gegen das Ausland entschied. Oder von den eigentlichen Problemen der Nationalmannschaft von 2008. Aber hier sagt Herr Lahm nur, dass es welche gab. Er nennt weder beteiligte Personen noch die Probleme selbt.

Dass ein Mensch viel zu erzählen hat, kann man nicht am Alter fest machen, das muss man an seinen Erfahrungen, seinen Einsichten und seinem Erzählstil fest machen. Bei Philipp Lahm fällt es mir schwer mir da ein Urteil zu fällen, denn eigentlich streift er die wirklich wichtigen Themen nicht einmal richtig. Viele Einsichten und Erkenntnisse bleibt er schuldig. Erlebt hat er aber zweifelsohne viel.

Die Vorabberichterstattung hatte offensichtlich nur einen einzigen Zweck, die "aufregendsten" Passagen aus dem Kontext zu reißen und sie so zu verpacken, dass man es für eine Kritik halten könnte. Es scheint hier jedoch eher um eine Auflagensteigerung für den Verlag zu gehen. Was mich insgesamt stört ist die Bereitwilligkeit mit der das ganze als Kritik gesehen wurde. Da frage ich mich ob die ganzen Leute das wirklich vollständig gelesen haben.

Eigentlich ist dies ein Jugendbuch. Und ein jugendlicher Fußballinteressierter ist genau die Person der ich dieses Buch bedenkenlos empfehlen würde. Herr Lahm schreibt hier sehr viel über seine Emotionen, wie ihn seine Verletzungen zurückgeworfen haben und dass eine Dusche während der zweiten Halbzeit der einsamste platz einer WM ist, das kann einen schon bewegen. Auch die Ansprüche die er an sich selbst stellt und die von einem Profi Fußballer im modernen Sport erwartet werden beschreibt er sehr nachvollziehbar.
Wäre das Buch so angekündigt und behandelt worden, gäbe es heute, denke ich, keine große Aufregung, keine Pressekonferenzen mit dem Bundestrainer und keine Kritik an der (für mich nicht vorhandenen) Kritik.
Insgesamt ist meiner Ansicht nach Herr Lahm eigentlich nur schlecht beraten gewesen, sein Buch derart zu Vermarkten.

Mir persönlich bleibt Philipp Lahm dennoch ein Buch schuldig, eines in dem ich dann hoffe zu erfahren wie die Dinge inhaltlich wirklich gelaufen sind, seine persönlichen Erfahrungen mit den anderen Menschen verarbeitet werden und in dem er dann auch mal mehr, mal weniger kritisch mit sich und anderen ins Gericht geht. Das aber dann bitte erst wenn er als Profispieler aufgehört hat.
Ich kann jeden verstehen, der von dem Buch insgesamt mehr erwartet hätte und es langweilig findet, denn inhaltlich ist wirklich nicht so arg viel zu holen. Dennoch hat es mich ganz gut unterhalten weshalb ich bei 3 Sternen bin. Für ein jüngeres Publikum oder große Bayern und Lahm Fans könnte es auch ein Stern mehr sein.
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TOP 50 REZENSENTam 31. August 2011
Ich bin mit Fußball aufgewachsen, habe selbst gespielt und interessiere mich heute wieder etwas mehr für diesen (leider) über-inszenierten Sport. Dies liegt u.a. auch an Typen wie Philipp Lahm, die für etwas Neues in unserer Gesellschaft generell stehen. Matthäus, Effenberg, Kahn - das waren Spieler zum Abgewöhnen, mehr Wille und Draufschlagen als Klugheit. Genau im umgekehrten Sinne setzt Lahm Zeichen und wird zu einem Vertreter einer neuen Generation.

Trainer heute sind nicht mehr jene Gallionsfiguren wie Lattek, Feldkamp oder Rehagel, denen ein Schwarm an willigen Spielern bedenkenlos folgte - sie müssen im 21. Jahrhundert jene feinen Regeln kennen, die selbstbewusste Menschen von ihrem Spielleiter wünschen. Dabei ist ein Gleichklang aus Gehörtwerden und Mitbestimmung selbstverständlich und nicht mehr jene Vasallentreue, die z.B. Sepp Herberger von seinen Spielern einforderte.

Der mediale (wohlgeplante?) Rummel um dieses Buch steht in keinem Verhältnis zu seinen gelungenen Inhalten. Philipp Lahm erzählt seine Geschichte von den Anfängen im Kindergarten bis zu seinen bisherigen Höhepunkten in einem psychologisch erhellenden Ton, der mich gefesselt hat. Viele der beschriebenen Spiele habe ich auf youtube nochmals angesehen und diese Szenen so ganz neu erlebt.

Lahm ist auch deshalb ein gereifter Spieler, weil er seine Verletzungen ganz am Anfang seiner Karriere erlitten hat. Das Jahr 2005 bzw. die Beschreibungen seines Bruches und des Kreuzbandrisses sind besonders erhellend für die Entwicklung dieses Menschen, denn erst in der Niederlage bzw. der Fokussierung auf 100%-ige Gesundheit erlebt man die wirkliche Reife.

Fast beschleicht mich das Gefühl, dass Lahm - als Kenner und Planer der Medienlandschaften - im Vorfeld die BILD etc. einfach genutzt hat, um die Auflage des Buches zu forcieren. Er schreibt auf Seite 258: "Du solltest die Mechanismen der Presse kennen. Du solltest wissen, wie verschiedene Zeitungen und Magazine ihre Geschichten aufziehen." Es stört mich nicht, Philipp Lahm beschreibt die Grundtatsachen des Fußballs treffend und klar, jeder Trainer müsste heute froh sein, einen solchen mitdenkenden, selbstbewussten Kapitän zu besitzen.

Wenn ich heute nochmal jung wäre und genügend Lust auf Fußball hätte, dann würde ich dieses Buch lesen. Es beschreibt die inneren Wirkungsmechanismen dieses Sportes als unerklärliche Leidenschaft auf der einen und die Planbarkeit von Erfolg auf der anderen in treffenden, klugen Sätzen, die fast alle Bereiche abdecken, an die man in diesem Zusammenhang denken kann. Arbeiten unter maximalem Konkurrenzdruck und das Abgeschobenwerden wenn dieser ausbleibt bzw. man die 30 überschritten hat: Philipp Lahm sieht dies klar und genießt jede Sekunde auf dem Spielfeld, ja, er kann diese Situationen (mithilfe des Ghostwriters) auch noch treffend und - so noch nie gelesen - in Worte fassen.

Mein Lieblingssatz - auch adaptierbar auf jegliche öffentliche Kritik: "Meine Strategie gegenüber dieser öffentlichen Kritik ist, sie so gut es geht zu ignorieren. Es gibt Kollegen, die lesen nur positive Kritiken. Ich bin da radikaler: Ich lese gar keine Kritiken mehr. Ich hole mir mein Feedback beim Trainer, bei Kollegen, bei Freunden, deren Meinung ich schätze, weil sie etwas von Fußball verstehen." (S 259)

Dass er dies schafft, ich zweifle nicht daran. Jedem, der hinter die Kulissen des Fußballs blicken will, empfehle ich dieses Buch! Hier schreibt ein Instinktfußballer, dessen Leidenschaft maximal ausschlägt und der gleichzeitig feinste Analysen erarbeitet, die erst jenen Typus ergeben, der mit Herz & Hirn spielt sowie auch nach 90 Minuten oder abseits des Platzes klare, erhellende Statements abgibt: Gratuliere, Philipp Lahm, zu diesem Buch.
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Der kleine und wahrscheinlich inszenierte Skandal um Lahms Beurteilung von Rudi Völlers Leistung als Bundestrainer hat mich dazu bewogen, diese Biographie zu lesen. Leider. Denn um meine Beurteilung vorwegzunehmen, der wirblige Außenverteidiger des FC Bayern und der deutschen Nationalelf erweist sich auf dem Feld der Geschichtenerzähler als geradezu einzigartiger Langweiler. Zudem hat ihn irgendwer einen zu einem Untertitel überredet, der nur das Etikett Mogelverpackung verdient. Das ist im Verlagsgeschäft zwar nichts Außergewöhnliches, wiegt aber in diesem Falle doppelt schwer. Denn die Behauptung, in Lahms Buch würde das Geheimnis „Wie man heute Spitzenfußballer wird“ gelüftet, wird in erster Linie bei jungen Lesern mit beschränktem Budget auf offene Ohren stoßen. Aber die sind bestimmt nicht so dumm, die Stichworte am Beginn jedes Kapitels für das versprochene Rezept zu halten.

Als Leser, der wegen seinem fortgeschrittenen Alter sicher nicht mehr nach Geheimtipps für eine Fussballerkarriere Ausschau hält, suchte ich in diesem Buch nach spannenden Geschichten, wie sie in anderen Sportlerbiographien zu finden sind. Und weil ich „El Diego“ von Maradona besonders gut mag, stellte ich mich auch darauf ein, dass solche Storys nicht zu haben sind, ohne sich durch unzählige Beschreibungen wichtiger Spiele durchzukämpfen. Aber was Philipp Lahm seinen Leser zumutet, ist nichts als die nackte Langeweile. Wohl wissend, dass die Talente verschieden verteilt sind, erwartete ich keineswegs, dass Philipp Lahm auch ein begnadeter Schreiber ist. Aber wer sich so als Führungskraft, Leader, Teamchef und Kapitän aufplustert, sollte zumindest in der Lage sein, sich die richtigen Mitarbeiter, spricht Ghostwriter, auszusuchen. Doch Christian Seiler gelingt es nie, die Leser von Philipp Lahms vermeintlichem „Rezeptbuch“ zu fesseln. Es hat, wenn ich davon ausgehe, das Vorwort stamme vom Titelhelden selber, immerhin das Schlimmste vermieden. Denn als ich auf den ersten eineinhalb Seiten weit über zehn Mal das Wort „Ich“ las, verging mir beinahe die Lust, nach den Stellen zu suchen, die in der Presse für so viel Aufregung sorgten.

Erbärmlich und schäbig nannte Rudi Völler die Enthüllungen von Philipp Lahm. Und weil ich als AS Roma-Fan natürlich auch Völler in mein Fußballerherz geschlossen habe, wollte ich genau wissen, warum der Nachfolger von Roberto Pruzzo, Weltmeister, Champions-League-Sieger, Fußballer des Jahres und Torschützenkönig ein grottenschlechter Bundestrainer war. Aber selbst in diesen Passagen erweist sich Philipp Lahm als Langweiler, beschränkt er sich doch in seinen „Analysen“ auf ein paar Gemeinplätze, die damals so ziemlich auf alle Trainer von Nationalmannschaften zutrafen. Und Lahms Beurteilungen von Jürgen Klinsmanns Arbeit erinnerten mich stark an das Gekläffe von Opportunisten, die ihren Schwanz schnell wieder einziehen, wenn Gegenwind droht. Das könnte auch durchaus der Fall sein, wenn sich Philipp Lahm dezidierter zur Frage äußern würde, wie der Profifußball mit Homosexualität umgeht. Aber nach einigen Belanglosigkeiten gibt der Aussenverteidiger schwulen Profifußballern den schlichten Rat, sich nicht zu outen. Und er begründet dies mit dem Selbstmord des englischen Profis Justin Fashanu. Von Gareth Thomas, einem der besten Rugbyspieler der Welt, Rekordinternationaler und Kapitän der walisischen Mannschaft kein Wort. Nicht dass ich von Lahm ein komplettes Outing-Programm erwartet hätte, aber ein Hinweis auf die Geschichte von Gareth Thomas könnte homosexuelle Fußballer in ihrem Selbstverständnis vielleicht unterstützen.

Ob Philipp Lahm oder irgendein anderer Spitzensportler schwul ist, interessiert mich herzlich wenig. Doch ich hätte gerne mehr über Lahms Kindheit, seine Sorgen und Nöte, seinen Umgang mit dem Prominentenstatus und dem vielen Geld erfahren. Es hätte mich interessiert, welche kleinen Schritte er ganz konkret unternommen hat, um zu dem Spitzenfußballer zu werden, der er heute zweifelsohne ist. Aber wenn er im letzten Kapitel „Ein Traum ist kein Ziel. Was ein Spitzenfussballer heute können muss“ einfach wiedergibt, was Nachwuchsspieler ohnehin schon im Training oder aus anderen Büchern erfahren, dann ist die Enttäuschung komplett. Daran ändert auch nichts, dass ich es schön finde, wenn Philipp Lahm mit seiner Philipp-Lahm-Stiftung Gutes für die weniger Erfolgreichen auf dieser Welt tut.

Mein Fazit: Weder Skandal- noch Rezeptbuch, sondern einfach ein weiteres Exemplar einer ziemlich missglückten Promibiographie. Warum sich Philipp Lahm dazu gedrängt fühlt, die Fußballelf mit seinen Enthüllungen zu langweilen und ehemalige Förderer unnötig in die Pfanne zu hauen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe ja nicht einmal begriffen, was der feine Unterschied ist und gegen wen sich Lahm abgrenzen will.
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TOP 500 REZENSENTam 4. September 2011
Philip Lahm ist einer der wenigen Fußballspieler, die es wirklich sehr weit gebracht haben und über viele Fans verfügen. Das dieser Mann nun ein Angebot erhalten hat seinen Werdegang als Biographie für seine Fans zu veröffentlichen, war nur eine Frage der Zeit. Das er jedoch dieses Angebot angenommen hat, überraschte mich sehr. Eigentlich schätzte ich Philipp Lahm weniger geldgierig ein, denn in meinen Augen sind solche Biographien meist nur Geldmacherei. Für absolute Fans ist ein solches Werk jedoch Pflicht.

Ich persönlich war am Ende der Lektüre einfach nur enttäuscht. Das lag aber weniger am typischen Inhalt einer Biographie oder am Stil, sondern vielmehr an der Tatsache, dass ich einfach etwas anderes erwartet hatte, nachdem ich den Titel gelesen hatte.

Philipp Lahm erzählt in lockeren, freunschaftlichen Ton im Grunde seinen Werdegang. Es ist ein Stil, als würde man persönlich diese Biographie von ihm selbst erzählt bekommen. Er versucht mit kleinen Anekdoten das doch recht einseitige und etwas trockene Thema aufzulockern. Leider gelingt ihm das nicht. Philipp Lahm ist zwar absolut sympathisch, aber schon bei Interviews erkennt man, dass er keine Massen bewegen und fesseln kann. Leider kommt dies auch im Buch deutlich rüber. Da es aber zu ihm passt und seine Persönlichkeit wieder spiegelt, ist es nicht ganz so dramatisch, auch wenn ein Stil neben dem Inhalt das Wichtigste in einem Buch ist.

Vom Kinderfußball, über seine ersten Erfolge bei größeren Vereinen bis hin zu seinem aktuellen Stand als Kapitän der Deutschen. Für junge Fans ist dies sicherlich interessant, denn sie kennen ihr Idol vielleicht noch nicht so lange und können einfach viele allgemeine Informationen zu Spielen, einer Saison oder ähnlichen Dingen erfahren. Gerade Fans oder ältere Personen, die die Karriere von Philipp Lahm, wenn auch nur ansatzweise mitbekommen haben, werden vieles einfach noch in Erinnerung haben und dadurch stellenweise sogar gelangweilt werden. Nichtsdestotrotz wird während der gesamten Erinnerungen an seine 27 Jahre alles authentisch beschrieben. Man merkt, dass er nicht versucht sich besser darzustellen, als er in Wirklichkeit ist. An dieser Stelle wäre es jedoch schön gewesen, wenn er dann auch seine Schwächen zeigen würde. Seine private und innere Seite wird gänzlich ausgelassen, und er konzentriert sich hauptsächlich auf seine Karriere. Leser wollen aber auch den privaten Lahm etwas kennenlernen.

Von der biographischen Seite her ist das Buch einwandfrei geschrieben. Mein Stiefsohn hat die ganzen Informationen regelrecht aufgesogen und man bekommt das Gefühl, dass er nun Philipp Lahm besser kennt, als er sich selbst. In diesem Punkt erfüllt das Buch seinen Zweck. Er fesselt das richtige Publikum und informiert anschaulich und lückenlos.
Was mich allerdings so gravierend stört, ist der Titel. 'Wie man heute Spitzenfußballer wird'. Das es dafür keine Garantie bzw. kein Rezept gibt, ist mir auch klar. Ich für meinen Teil bin aber davon ausgegangen, dass in einer solchen Biographie mit diesem Titel zumindest seinen jungen Fans einige Tipps und Tricks mit auf den Weg gegeben werden. Zum Beispiel die richtige Wahl des Vereins, kleine Trainings-Geheimnisse, gute Fußballtricks oder ähnliches. Einfach damit sie ihrem Traum, Fußballprofi zu werden, vielleicht etwas näher kommen. So als kleiner Abschluss hat dies einfach noch gefehlt. Ansonsten bedarf es eben Talent, der richtigen Förderung, Fleiß und Ausdauer.

Stattdessen zeigt er seinen Lesern, wie es ist, ein Fußballprofi zu sein, und wie der Alltag aussieht. Dabei beschönigt er die ganze Situation in meinen Augen etwas. Am Beispiel Robert Enke und anderen Fußballspielern erkennt man, dass der Druck enorm ist, sowohl von der Leistung, als auch vom Rampenlicht her. Auch sonst wählt er genau aus, welche negativen Beispiele, wie zum Beispiel Trainerschwächen oder Probleme er nennt. An anderen Stellen gibt er nur an, dass es Probleme gab, aber welche genau, verschweigt er. In meinen Augen braucht man dies dann gar nicht anzudeuten.

Am Ende des Buches kann ich nur sagen, dass ein 27jähriger Fußballprofi nicht unbedingt seine Biographie veröffentlichen muss. Die wenigen Jahre seiner Karriere sind noch allen Fans im Gedächtnis und interessiert in meinen Augen lediglich den Nachwuchs. Seine private Seite, wie Gedanken oder Schwächen, werden gekonnt umschifft, sodass sich Philipp Lahm nur auf Fakten konzentriert. Ihn selbst lernt man nur wenig kennen. Er zeigt den Lesern nur das, was sie aus Interviews schon kennen. Für mich ist es aber auch Sinn und Zweck einer Biographie neben Fakten auch den Mensch selbst kennenzulernen. Zudem bin ich enttäuscht, dass bei einem solchen Titel, nicht mal Tipps und Hilfestellungen genannt werden. Selbst mein acht Jahre alter Stiefsohn, fragte mich, warum der Titel so heißt, aber er nichts erfährt, wie er so gut werden kann. Die Frage kam zwar nur am Rande auf, weil ihn die dargebotenen Informationen so in den Bann gezogen haben, aber sie kam auf. In meinen Augen wurde hier von einem sonst so bodenständigen ein Werk zur Geldmacherei verfasst.

===Bewertung===
Wer sich für reine Karrierefakten interessiert, sollte das Werk lesen. Wer Lahm persönlich kennenlernen will, Anregungen oder wirkliche Geheimnisse aus dem Leben eines Fußballprofs erwartet, sollte sich das Geld sparen. Für mich zwei Sterne.
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am 15. August 2013
Das Buch war nicht schlecht, aber auch nicht der Renner. Es hat sich ganz nett gelesen. ..... ... .... ..
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am 8. Juli 2015
Ich möchte vorweg nehmen, dass ich kein Fan des FC Bayern München bin, aber ich bin auch kein Bayern-Hasser. Dafür liebe ich Fußball und habe mir eine interessante Zeit mit diesem Buch versprochen. Aber weit gefehlt!

Der Schreibstil ist langweilig und teilweise auch viel zu simpel, den gewählten Untertitel halte ich schlichtweg für irreführend, denn lernen tut ein ambitionierter Jungfußballer nicht.
Was mich jedoch am meisten geärgert hat, ist die Lobhudelei auf den FC Bayern München und die Arroganz, mit der anderen Verein entgegengetreten wird. Hier nur eins der unzähligen Beispiele von Seite 202: "Die Europa League, so cool sie für manche Klubs aus kleineren Ländern auch sein mag, ist kein Wettbewerb, in dem wir uns wohlfühlen. Wir gehören auf die große Bühne, nicht in den Kleinkunstkeller."
Mir ist klar, welchen Anspruch der FC Bayern München an sich selbst hat und auch haben muss. Dennoch gibt es unzählige Vereine, die dankbar wären, so einen Wettbewerb spielen zu dürfen, und zwar nicht nur die aus "kleineren Ländern".
Herr Lahm ist ein großartiger Fußballer, aber definitiv kein Autor! Wer einen Lobgesang mit wenig Demut auf den FC Bayern München lesen will, ist hier richtig. Dann hätte man aber eventuell auch das Cover entsprechend anpassen sollen, um Nicht-Bayern-Fans direkt klarzumachen, dass dieses Buch nichts für sie ist!
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am 2. Januar 2012
...dazu hätte es kein Buch gebraucht, jedenfalls nicht so eins, denn genau genommen erzählt Philipp Lahm hier seine Lebensgeschichte und die sieht meistens so aus, dass er wichtige Spiele, die er mitgemacht hat, nacherzählt - fertig!

Wie man Spitzenfussballer wird...erstens muss man mal soviel Ehrgeiz haben, weiter zu trainieren, während die Freunde Schwimmen gehen, zweitens muss man mal Glück haben, das ein Felix Magath anruft, um zu einem anderen Verein ausgeliehen zu werden und man muss auch noch das Glück haben, dann, wenn ein anderer Spieler verletzt ist, eingewechselt zu werden und dann halt Leistung zu bringen...so wird man nach den Informationen dieses Buches Spitzenfussballer. Ach nee... Wer einigermaßen regelmäßig Fussball bzw. seine Medien (wie etwa den "Kicker", für den ich keine Werbung machen will) liest, weiß das auch so.

Mehr hat Philipp Lahms Buch nicht zu bieten und ich oute mich mal als Bayernfan und dem Fussballer Philipp Lahm. Im Deutschunterricht hätte mir das aber mindestens die Note Fünf eingebracht - Thema verfehlt!

Was es da an Turbulenzen wegen der angeblichen Internas gegeben hat - geschenkt! Die sind harmlos, wenn man den Kontext liest. Es gibt tatsächlich einige interessante Passagen, z. B., dass Jürgen Klinsmann den deutschen Fussball (wenigstens bei der Nationalmannschaft) insofern revolutioniert hat, dass man da dann eine Art Rundumversorgung der Spieler eingeführt hat, um die Eintönigkeit eines Trainingslagers und eines Turniers zu verbessern, was es zumindest nach Lahms Meinung so vorher nicht gegeben hat. Es ist nicht nachzuvollziehen, wie das vorher war, ebenso wie taktische Übungen etc. Es wundert mich, dass da niemand widersprochen hat. Hat Lahm hier tatsächlich recht?

Was mir aber richtig auf den Sender geht, ist, dass Lahm, neben einigen persönlichen Betroffenheiten, auf mich wirkt, als wären seine Ansichten das Nonplusultra des deutschen Fussballs. Geradezu peinlich wirkt auf mich, wie er die Entstehung seiner Philipp-Lahm-Stiftung schildert. Guck mal, wie toll ich bin.

Bei den "skandalösen" Passagen ist Lahm ja schon öffentlich zurückgerudert. Mein Gesamteindruck ist, dass er einfach verkehrt beraten wurde.

Vielleicht hätte er nur einen besseren Ghostwriter gebraucht
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am 28. September 2012
Keine Ahnung, warum ich mir dieses Buch (gebraucht) gekauft habe. Vielleicht dachte ich doch mehr über seine Zeit als Jugendfussballer zu erfahren und wie er es denn zu den Profis geschafft hatte, was er dabei fühlte etc. Herausgekommen ist eine Ansammlung von mehr oder minder interessanten Fakten vermischt mit den Gemeinplätzen des Ghostwriters, mehr eigentlich nicht. Dabei ist das Buch sehr flüssig geschrieben und schlussendliche ist der Erkenntnisgewinn doch so hoch, dass ich die kurze Zeit die man zum lesen braucht nicht bereut habe. Zumindest für mich als Fussballfan und Bayern-Sympatisant (solange es nicht gegen die EIntracht geht). Etwas peinlich sind die Kapitel über das Prominentendasein und die Gerüchte, er sei homosexuell. Zum fremdschämen die Selbstbeweihräucherung mit der Philiip-Lahm-Stiftung. Tu Gutes, und rede nicht darüber oder so ähnlich steht es im Evangelium.
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am 22. September 2011
Ich lese gerne Biographien und bin fußballinteressiert, also lag es nahe, dass ich mir den Lahm hole. Da ich wenig Internas erwartet habe - Lahm ist nun mal ein Medienprofi mit allen positiven und negativen Folgen -, war es für mich keine Überraschung, dass nur ein paar kleine Geschichten eingearbeitet sind. Irgendwelche aufgedeckten Skandale zu Trainern sind auch absolute herbeikonstruiert, von Leuten mit Halbwissen wie dem Stammtisch-Polemiker Völler, denn nahezu alles kannte ein Fußballinteressierte bereits. Da insgesamt trotzdem ganz nett für nebenbei gäbe es drei Sterne, aber da Lahm kaum bis nichts von der täglichen Arbeit eines Spielers, von Ernährungs- und Fitnessplänen bis hin zu zumindest ansatzweise Trainingsinhalten berichtet, gibt es nur zwei Punkte.
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Viel Wirbel, große Aufregung um fast nichts! Philipp Lahm hat mit Christian Seiler seinen bisherigen Weg als Spitzenfußballer aufgezeichnet. Man erfährt seine Anfänge, erste kleine Erfolge und die unglaublichen Wendungen die sein Leben und vor allem seine Karriere genommen haben. Ein sympathischer junger Mann, der auch nach großem Ruhm, nie den Boden unter den Füßen verlogen hat. Beachtlich ist die Gründung seiner Stiftung und sehr bewundernswert, was ein junger Mensch bewegen kann und will. Die Liebe zu seiner Frau, das Bewahren des Privaten und seine tolle Einstellung zum Thema Homosexualität machen den attraktiven Nationalspieler nur noch netter. Natürlich gibt es Äußerungen zu Spielern, Trainern und Funktionären, aber die große Bombe bleibt aus. Wenn wir zum Beispiel von unserer Schulzeit berichten oder über die Arbeitskollegen, dann wird auch nicht jeder positiv bewertet. Jeder nimmt die Menschen anders wahr und auch ihre Arbeit. Es steht jedem frei darüber zu sprechen und zu berichten. Philipp Lahm tut dies, in meinen Augen, auf eine sehr unspektakuläre Art und Weise. Warum sich manche so aufregen, kann ich nicht verstehen, nachvollziehen und ist wohl eher mit einem übersteigerten Egotrip zu betiteln. Kritik über das Buch üben zu können kann dann auch nur der, der es gelesen hat. Wer Hetztiraden und Boshaftigkeiten erwartet, der wird bitter enttäuscht sein. Die paar wenigen Seiten wo Philipp Lahm >kritisiert< sind ja kaum der Rede wert. Der Rest ist eine beeindruckende Geschichte eines Topp Fußballers. Auch für mich als nicht Fußballfan gibt es viel Interessantes und nicht bloße Abhandlungen der Karriere.
Schön finde ich, dass der tolle Kunstmann Verlag dieses Buch veröffentlicht hat. Meine einzige kleine Kritik übe ich am Titelbild. Von dem sehr attraktiven Spieler gibt es viel bessere Aufnahmen, aber das ist mein Empfinden und sagt ja auch nichts über die Qualität des Buches aus.
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