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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich!, 19. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Tamburlaine muss sterben (Gebundene Ausgabe)
Ein kleines, dünnes Buch bloß – aber was für eines! Auf nur 142 Seiten entfacht Louise Welsh ein fulminantes Feuerwerk. Ich habe wahrlich viel gelesen und gesehen über das elisabethanische Zeitalter, doch hier wird auf den wenigen Seiten eine Ära lebendiger, als viele farbenprächtige Filme es je geschafft haben.
Und dann natürlich die Handlung, die Figuren, die Orte... Überhaupt Christopher Marlowe. Welch unterschätzter Dichter – zumindest hierzulande. Shakespeares Zeitgenosse wird zwei Monate vor ihm geboren, am 06. Februar 1564, doch dessen Status wird er nie erreichen. Marlowe ist ein Sprachvirtuose, ein Freidenker, Atheist, Revoluzzer und Regierungsspion. Er lebt schnell und rastlos. Sein Leben endet am 30. Mai 1593 mit nur 29 Jahren tragisch. Ein Messer ist die Mordwaffe. Der Mörder wird nie gefunden.
Louise Welshs Roman setzt einen Tag vor Marlowes Tod ein. In einer Nacht und bei vier Kerzen rekapituliert er die letzten 10 Tage: Wie er sich betrunken hinreißen ließ gotteslästerliche und politisch unkorrekte Ansichten öffentlich zu äußern. Und doch ist es ihm bisher immer geglückt sich mit viel Geschick der Vernichtung zu entziehen. Doch die Zeit der Gönner ist vorbei, ein mörderischer Neider ist ihm auf den Fersen. Er hängt ketzerische Pamphlete an Londons Tore, unterzeichnet mit „Tamburlaine“. So heißt das Stück, das ihn einst berühmt machte. Darin preist er Tamburlaine, den Herrscher von Samarkand als Exzentriker und Ketzer.
Entsetzt muss Marlowe feststellen, dass er nur ein Faustpfand in einer von vielen Verschwörungen ist, obwohl selbst tief verstrickt in Intrigen, Machtspiele und viele sexuelle Ausschweifungen.
Für seinen Tod hält Louise Welsh die denkbar sensationellste Erklärung parat: Sir Walter Raleigh tritt auf! Einer der verwegensten Intriganten seiner Zeit – Entdecker, Verschwörer und Günstling der Königin. Er verspricht Marlowe, seine Stücke berühmt zu machen, wenn er sich für ihn opfert. In einer Stadt voller Dreck, bedroht von der Pest, in einem Labyrinth aus Verschwörung und Verfolgung stirbt Christopher Marlowe für die Unsterblichkeit!
„Tamburlaine muss sterben“ ist ein furioses kleines Buch! Schon nach wenigen Sätzen findet man sich wieder in einer lauten, derben, stinkenden, gefährlichen Stadt, Seite an Seite mit einem genialen Dichter, mittendrin in Intrigen und Verschwörungen. Die Schlinge um Marlowes Hals zieht sich immer enger und manchmal blieb auch mir Die Luft weg. Es gibt kein Entrinnen mehr!
Die atmosphärische, dichte Sprache von Louise Welsh macht dieses Buch zu einem kleinen, feinen Meisterwerk.
Bitte lesen!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was ist das Leben? Ein Schauspiel der Leidenschaft ..., 15. Mai 2005
Von 
Reinhard Busse "reinhardlbusse" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tamburlaine muss sterben (Gebundene Ausgabe)
Nach ihrem wahrlich aufsehenerregenden Roman "Dunkelkammer" verwirrt die britische Autorin Louise Welsh ihre Leser im ersten Moment - Eine kurze (141 Seiten), fragmentartige Geschichte: Letztendlich ist aber auch diese überzeugend.
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* [ London, 29. Mai 1593 ] Ich habe vier Kerzen und eine Nacht, um diesen Bericht zu schreiben. Morgen werde ich diese Blätter bei meinem letzten wahren Freund hinterlegen. Sollte ich den Tag überleben, werden wir damit unsere Pfeifen entzünden. Sollte ich nicht zurückkehren, hat er Anweisung, diese Aufzeichnungen an einem geheimen Ort zu verwahren, wo sie für lange Zeit unentdeckt bleiben werden, in der Hoffnung, dass die Zeit, wenn die Blätter schließlich entdeckt werden, eine andere sein wird und meine Worte von aufrichtigen Augen beurteilt werden mögen.*
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Der gewaltsame Tod Christopher Marlowes - Zeitgenosse Shakespeares, Stückeschreiber, Poet und Spion - ist bis heute mysteriös geblieben.
Louise Welshs furioser Kriminalroman folgt der Spur von Marlowes letzten Tagen und seiner Jagd nach dem mörderischen Tamburlaine, einem Killer, der seinem eigenen, äußerst gewalttätigen Theaterstück entsprungen zu sein scheint ...
Louise Welsh fordert den Leser nachdrücklich, sie fasziniert ihn und läßt ihn im selbigen Augenblick auch ratlos zurück - Dieses Buch muß man sich richtig 'erarbeiten': Aber es lohnt sich!
"Tamburlaine muss sterben" ist die abenteuerliche Geschichte eines Mannes, der Kirche und Staat herausfordert und entdeckt, dass es Schlimmeres gibt als die Verdammung.
Es grüßt - ein noch immer ein wenig verwirrter, zugleich aber beeindruckter - Reinhard Busse
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Tamburlaine muss sterben
Tamburlaine muss sterben von Louise Welsh (Gebundene Ausgabe - 4. März 2005)
EUR 14,90
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