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64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Olivenbäume und Antworten brauchen Zeit
„Glaubst du wirklich, dass unsere Liebe eine Chance hat?" fragt Farid seine Freundin Rana, in die er unsterblich verliebt ist - aber Rana gehört einer feindlichen Sippe an, den orthodoxen Schahins, ihr Clan liegt mit den katholischen Muschtaks von Farid in Blutfehde. Wenn ihre Familie von der Liebe erfährt, wird sie Rana umbringen, wie sie bereits ihre...
Veröffentlicht am 23. Februar 2005 von H. P. Roentgen

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zu viele Seiten, Personen und Racheakte
Rafik Schamis Roman "Die dunkle Seite der Liebe" habe ich zugegebenermaßen nicht bis zum Schluss gelesen, sondern nur bis ungefähr Seite 400. Bis dahin zumindest gibt es für die zahlreichen Personen in Schamis Roman lediglich zwei Verhaltensmotivationen: Rachsucht und Sexsucht. Ein Vergeltungsakt folgt auf den anderen, eine Affäre auf die andere...
Veröffentlicht am 21. Februar 2012 von Richard Hattemer


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64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Olivenbäume und Antworten brauchen Zeit, 23. Februar 2005
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
„Glaubst du wirklich, dass unsere Liebe eine Chance hat?" fragt Farid seine Freundin Rana, in die er unsterblich verliebt ist - aber Rana gehört einer feindlichen Sippe an, den orthodoxen Schahins, ihr Clan liegt mit den katholischen Muschtaks von Farid in Blutfehde. Wenn ihre Familie von der Liebe erfährt, wird sie Rana umbringen, wie sie bereits ihre Tante umgebracht haben. Romeo und Julia sind in Damaskus allgegenwärtig.
Von den Anfänge der Blutfehde zwischen den Muschtaks und den Schahins im abgelegenen Dorf Mala bis in die siebziger Jahre erstreckt sich der Erzählbogen, der Sippe kann sich niemand entziehen und erst recht nicht dem Verbot der Liebe. Selbst wer in die Großstadt Damaskus flieht, bleibt der Sippe verbunden, auch wenn er sie hasst. Jugendliche werden von den Eltern verheiratet, eine Heirat zwischen Verliebten sei nicht gut, lautet das Dogma. Und so kommen, wenn wundert's, zahlreiche Zwangsehen in dem Roman vor, Liebschaften gehen meist unglücklich aus. Kein Wunder, dass die Hälfte der arabischen Lieder von der unerfüllten Liebe singen, erstaunlich, dass das nicht nur für die Mohammedaner gilt, sondern für die Christen mindestens ebenso.
Und zahlreiche Ehebrüche bevölkern das Buch, es wird gevögelt, dass die Schwarte kracht, nur nicht mit dem eigenen Ehemann und ich frage mich, ob da nicht auch kräftig übertrieben wird, vielleicht aus Rache gegen die Sippen, die die Liebe verhindern wollen?
Im mittleren Drittel des Buches scheint es sich in Anekdoten, Szenen, Erzählungen aus und über Damaskus und Syrien zu verlieren, das Thema Liebe blitzt nur noch selten auf. Hier verschlang ich das Buch nicht mehr, eher war es so, dass ich es Szene für Szene langsam weiterlas, die Erzählung wird ruhig. Möglicherweise wird der ein oder andere Leser hier das Buch zur Seite legen wollen. Er sollte es nicht tun.
Denn es ist die Ruhe vor dem Sturm, das Auge des Hurrikans. Am Schluss werden all die offenen Fäden wieder aufgenommen, die - scheinbar belanglosen - Anekdötchen von vorher gewinnen nun Bedeutung und das Buch wird zum Thriller, der Leser fiebert mit Rana und Farid mit, möchte, dass sie überleben, dass sie aus ihren Käfigen ausbrechen können und fürchtet, dass sie es nicht schaffen werden.
Es ist auch ein politisches Buch, auch wenn der Autor es anders sieht. Díe Diktatoren, Geheimdienste, Kommunisten und Muslimbrüder bilden zwar oft nur den Hintergrund, aber dieser Hintergrund gehört dazu und ist durchaus unverzichtbarer Bestandteil der Geschichte. Ohne sie wäre dieser Roman völlig anders gelaufen.
Der Roman hat eine vierzigjährige Entwicklung hinter sich. 1962 wurde eine junge Muslimin vor Rafik Schamis Augen und denen aller Nachbarn erschossen, weil sie einen christlichen Mann geheiratet hat. Man müsste einen Roman über alle Spielarten der verbotenen Liebe schreiben, dachte der Sechzehnjährige naiv. Das Vorhaben scheiterte kläglich. Jahre später erzählt ihm seine Mutter von einer Nachbarin, die eine Reise ihres Mannes nutzte, um die gesamte Wohnungseinrichtung zu verkaufen, ein zerrissenes Hochzeitsfoto ließ sie als einziges Andecken zurück und floh aus ihrer Ehe mit dem ungeliebten Mann. !986 schreibt der Autor die erste Fassung des Romans, aber bis die Geschichte wirklich steht, soll es noch über fünfzehn Jahre dauern.
Auf jeden Fall ein Leseereignis, manchmal brutal tragisch, manchmal ebenso brutal schön, mit viel Liebe, ebenso viel Trauer und immer mit Witz geschrieben vermag Rafik Schami den Leser in das Leben in Syrien, seine Sippen, seine Berge, Wüsten und viele tausend Jahre alten Städte zu entführen. Zahlreiche Personen, die sich im Laufe der Geschichte verändern oder gleich bleiben, stellt der Autor uns vor, mal kurz, mal länger, oft tauchen Nebenpersonen unerwartet später wieder als Hauptfiguren auf, aber immer sind sie sorgfältig gezeichnet. Schami hat eine Liebeserklärung an seine Heimat geschrieben, aber keine, die blind gegen die Schattenseite ist.
Fazit: Unbedingt lesen!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 20. April 2005
Von Ein Kunde
Also, wer dieses Buch langatmig oder zäh findet, der darf einfach nicht so dicke Wälzer lesen! Ich bin absolut zufrieden mit dem Kauf, da ich lange nicht mehr auf so faszinierende, lebendige Art unterhalten worden bin. Man kann stundenlang in dem Buch lesen oder nur eines der kürzeren Kapitel, und immer ist die Lektüre interessant. So schillernd, schön, brutal, traurig und facettenreich ist das Leben nun einmal, ob in Syrien oder sonst wo. Ich kann mich jedenfalls den negativen Kritikern in keinster Weise anschließen, sondern werde dieses Forum dazu nutzen, alle Lesefreunde zum Kauf zu ermutigen. Von einem schlechten Schreibstil ist wahrlich auf den ganzen 900 Seiten nichts zu bemerken!
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Liebe in Arabien, 25. September 2006
Von 
Tilo "Weltenbummler" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Kann die Liebe gegen den ausdruecklichen Wiederstaend der Gesellschaft bestehen? Romeo und Julia begehen am Ende Selbstmord. Magnun und Leila erleiden einen fruehen Tod, wenn auch nicht durch eigene Hand.
Auch die Liebespaare in Rafik Schamis Epos muessen Schlimmes erdulden. Sie kaempfen nicht nur gegen den Wiederstand verfeindeter Sippen, sondern gegen die Regeln einer archaischen, unaufgeklaerten Gesellschaft, in der die Menschen wie Gefangene leben. Das beste Beispiel hierfuer ist die Feindschaft zwischen den Sippen der Muschtaks und der Schahins, denen die Helden des Buches, Farid und Rana entstammen. Aus nichtigstem Grund entstand vor langer Zeit ein Streit, der zur Blutrache ueber Generationen fuehrt. Auch als keiner mehr weiss, warum man sich eigentlich bekriegt, geht das Morden weiter. Wer hier nicht mitmacht oder beiseite steht muss freilich mit dem Schlimmsten rechnen.
Die Gesellschaft, die der Autor beschreibt, ist ueberhaupt in viele feindliche Lager gespalten: Alte gegen Junge, Staedter gegen Doerfler, Reiche gegen Arme, Christen gegen Muslime, Feindschaft ueberall.
Auch die Politik spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Die vielen Putsche und die wechselnden Diktatoren, die der Autor beschreibt, sind zwar frei erfunden, spiegeln aber genau die Realitaeten dieser Laender wieder.
Wie ist es aber nun mit den Liebenden die in so einem Kaefig leben muessen und doch so gerne ausbrechen wuerden?
Einige erleiden ein aehnliches Schicksal wie in den Klassikern und bezahlen mit dem Leben. Andere werden einfach aelter und passen sich den Gegebenheiten an, werden vielleicht noch schlimmer wie die Anderen (auch hier stimmt der Satz von den Konvertiten). Nur Farid und Rana, den eigentlichen Helden des Romans, gelingt am Ende die Flucht, und zwar nach Deutschland!, wo sie( vielleicht?!) ein freies Leben beginnen.
Rafik Schami gibt in seinem Buch einen faszinierenden Einblick in das arabische Leben und die arabische Geschichte der letzten 100 Jahre. Er beschreibt sehr anschaulich das Leben auf den Doerfern und in den Staedten (besonders Damaskus). Der Leser lernt Schicksale und Charaktere kennen, wie es sie so nur in der arabisch/islamischen Welt gibt. Dabei ist der Autor nie didaktisierend sondern spinnt den Faden seiner Erzaehlung auf spannende und phantasievolle Weise immer weiter fort. Die Sprache ist einfach und unpraetentioes wie die von Tausendundeinernacht.
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65 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grossartiger Roman, 11. Februar 2005
"Miserabler Stil" - das ist ein Vorwurf, den einer der Hobbyrezensenten dem Roman von Schmai auf dieser Seite macht. Man kann getrost davon ausgehen, dass der Betreffende intellektuell etwas überfordert war, denn tatsächlich handelt es sich um einen der besten Romane deutscher Sprache, die in den letzten Jahren erschienen sind. Der Rezensent gründet den Vorwurf des miserablen Stils darauf, dass der Autor zu sehr abschweife und sich ablenken lasse und gipfelt in der Bemerkung, "Hanni und Nanni"-Bücher pflegten einen besseren Stil. Hierbei wird aber übersehen, dass Schami auf eine uralte arabische Erzähltradition zurückgreift, nämlich um einen roten Faden herum (und das ist Eindeutig die Lebensgeschichte Farids) kleine Geschichten zu erzählen. Schon 1001 Nacht basierte auf diesem Prinzip. Wo aber beispielsweise ein Thomas Mann in auf zwei Seiten ausgedehnten Sätzen davon berichtet, wie jemandem die Gabel herunterfällt, pflegt Schami eine klare Sprache, erzählt wunderbare, lustige, traurige Geschichten - kurzum, er tut etwas, was reflektionssüchtigen deutschen Autoren sonst völlig abhold ist. Und das ist wunderbar! Der Vorwurf des "miserablen Stils" zeigt aber, dass man schon bereit sein muss sich auf ein solches Lesevergnügen wirklich einzulassen. Wer tatsächlich der Meinung ist, "Hanni und Nanni"-Bücher seien literarisch hochwertiger, sollte lieber gleich zu Pixi-Büchern greifen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Farbenreich und fesselnd, 27. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Ein wunderbarer Roman. Über Familienfehden und Versuche, daraus auszubrechen. Über das schwierige und manchmal urkomische Miteinander verschiedener Religionen und Konfessionen. Über Damaskus als jahrtausendalter Schmelztiegel aller möglichen Kulturen. Über den Alltag in korrupten Diktaturen. Über politische und religiöse Ideale und wie sie in der Umsetzung von Machtgier, Neid und Misstrauen der handelnden Menschen verbogen werden. Über den Versuch, inmitten dieser Umwelt trotzdem sich selbst und seiner Liebe treu zu bleiben.
Ich habe dieses Buch verschlungen, und was selten ist: Auch lange nach Weglegen des Buchs sind diese Personen mit ihren Geschichten und Widersprüchen in mir noch lebendig und präsent. Das Beste, was ich von Rafik Schami gelesen habe.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe, Orient, Familienclans, 22. Dezember 2006
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist das erste Werk welches ich über den Autor Schami gelesen habe, und ich muss sagen dass ich ganz beeindruckt bin. Dem Autor gelingt es die Spannung bis zur letzten Seite zu erhalten. Ganz interessant fand ich dabei die Schilderung des sozialen Umfeldes Syriens aus jener Zeit (Grossteil des 20. Jahrhunderts), die Lebensweise, Sippen- und Familienclans, politische sowie religiöse Gruppierungen. Die beiden Hauptdarsteller finden so ihren Weg durch dieses Labyrinth, indem sie dem Schicksal entrinnen.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit fast 900 Seiten leider zu kurz, 13. Februar 2005
Von 
Ich lese das Buch gerade. Zuerst habe ich es verschlungen, dann genossen und jetzt, kurz vor dem Ende, genehmige ich mir nur noch kleine Lesehäppchen aus Furcht, dass es zu schnell vorbei ist mit dem Lesevergnügen. So habe ich lange nicht mehr gelesen. Das Buch lässt den Leser eintauchen in die fremde Welt des Orients und zeigt ewige Themen wie Liebe gegen äußere Widerstände, die Unterschiede der Religionen und Idiologien und alle möglichen menschlichen Schwächen äußerst lebendig und bildhaft. Rafik Schami zeigt dabei soviel gelassenen Humor, dass ich mir fast sicher bin, dass er an einigen der Rezensionen auf dieser Seite bei Amazon sein reines Vergnügen hätte. Da wird doch tatsächlich erwägt, ob es sich bei dem Buch überhaupt um 'Hochliteratur' handelt.
Wer seinen Bildungsanspruch mit deutscher Gründlichkeit und feierlichem Ernst verwirklicht sehen will, ist bei Schami sicherlich falsch. Wer aber neue Blickwinkel schätzt und orientalische Erzählkunst nicht schon deshalb der Niveaulosigkeit verdächtigt, weil sie fasziniert und prächtig unterhält,wird dieses Buch lieben.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bild- und wortreiche Liebeserklärung an die entfernte Heimat, 13. November 2005
Von 
Stefanie Geiger "Stefanie Geiger" (Nagold) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Über den Inhalt des Buches wurde in den vorliegenden Rezensionen hier schon vieles geschrieben. Deshalb möchte ich mich nun eher auf meine Eindrücke beim Lesen konzentrieren.
Obwohl Rafik Schami seit so vielen Jahren in Deutschland lebt und - da geflohen - bislang nicht wieder nach Syrien zurück gekehrt ist, sind seine Bücher allesamt eine Liebeserklärung an Syrien und an Damaskus.
Hier lässt er den Leser abwechselnd in die Verflechtungen arabischer Sippen (ob muslimisch oder christlich) und in das Leben von Damaskus eintauchen.
Er erzählt von Fehden, der Liebe, aber auch von Verfolgung. Auch wenn die Geschichte eher Mitte des 20. Jhds spielt, so hat sich leider auch bis heute nicht viel geändert. Waren politische Verwicklungen damals geprägt vom kalten Krieg, so ist es heute der westlich-arabische Konflikt.
Die Geschichte wie auch die Existenz Syriens heute ist politisch gesehen sehr kritisch - zumindest durch unsere europäische Brille betrachtet.
Aber Syrien ist kein abgeschottetes muslimisches Land sondern auch ein Land in der die Wiege des Christentums liegt, sowie eine der ältesten Zivilisationen.
Auch steht das Land unserer "landläufigen" Meinung entgegen, dass es in einem arabisch-muslimischen Land keine christlichen Kirchen und Gemeinden geben kann. Alleine die zweitgrößte Stadt Syriens - Aleppo - hat 13 christliche Kirchen.
Auch Rafik Schami entstammt einer christlichen Familie, so auch seine Hauptfigur des Romanes. Allerdings geht es hier nicht immer sehr christlich zu.
Fliegen Sie nach Syrien, besuchen Sie das Land! Gehen Sie über die Suq's - atmen Sie die Düfte ein. Besuchen Sie die Menschen, die historischen Städte und lassen sich gefangen nehmen von der dortigen Gastfreundschaft.
Ist Ihnen das zu aufwendig oder im Augenblick zu Unsicher (lassen Sie uns alle hoffen, dass wir bald alle unseren Frieden miteinander finden) beginnen Sie mit Rafik Schamis Buch.
Er wird Sie in die Straßen von Damaskus versetzen, Sie werden aber auch die Verzweiflung in einem Internierungslager, sowie dessen Unmenschlichkeit spüren können.
Die dunkle Seite der Liebe ist ein Buch das unter die Haut geht, dass ich auch hin und wieder weglegen musste um das Gelesene einzuordnen.
Sicherlich nicht ganz leicht nachzuvollziehen sind die Verflechtungen der Familien. Doch eigentlich kann hier auch ein ungeübter Stammbaumleser sich in den Klappen des Buches orientieren.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (Lese-) Mühe lohnt sich, 9. April 2006
Rafik Schami entführt seine Leser in eine arabische Romeo und Julia-Geschichte zweier verfeindeter Sippen, die eng verflochten ist mit der politischen und kulturellen Entwicklung Syriens. Der Autor benutzt dafür eine märchenhaft einfache Sprache, mit der er wunderbar poetische Szenen entwerfen kann. Aber: man muss die Muse und den Durchhaltewillen haben, sich darauf einzulassen. Denn die Lektüre von "Die dunkle Seite der Liebe" ist unglaublich anstrengend, die Erzählstränge werden immer wieder zusammengeführt, getrennt, manche verlieren sich im Nichts. Dazu kommen chronologische Sprünge, die Rafik Schami bei weitem nicht so meisterhaft beherrscht wie ein Gabriel Garcia Marquez bei seinen Generationen übergreifenden Familienporträts. Trotzdem: Am Ende lohnt sich die (Lese-)Mühe.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zu viele Seiten, Personen und Racheakte, 21. Februar 2012
Rafik Schamis Roman "Die dunkle Seite der Liebe" habe ich zugegebenermaßen nicht bis zum Schluss gelesen, sondern nur bis ungefähr Seite 400. Bis dahin zumindest gibt es für die zahlreichen Personen in Schamis Roman lediglich zwei Verhaltensmotivationen: Rachsucht und Sexsucht. Ein Vergeltungsakt folgt auf den anderen, eine Affäre auf die andere. Personen kommen und gehen, fügen anderen Grausamkeiten zu oder erleiden selber welche.

Auch Nagib Machfus zeichnet in seiner Kairo-Trilogie kein nahöstliches Gesellschaftsporträt in rosarot, aber SEINE Romanfiguren sind Menschen mit vielen Eigenschaften und Empfindungen, mit so viel Wärme und Liebe zum Detail gezeichnet, dass man sie im Lektüreverlauf beinahe so gut kennenlernt wie eigene Familienmitglieder. Und während bei Machfus ein Handlungsbogen entsteht, zerfasert Schamis Roman zusehends und verliert sich in Einzelepisoden um immer neue Personen - im Hammam, beim Friseur, bei einer Boxveranstaltung, in der Nachbarwohnung. Und die Einzelepisoden enden vielfach im "quickie" oder in Sexspielen ...

Sofern von einer Charakterentwicklung die Rede sein kann, mutiert der charmante Frauenverführer Nassif allzu unvermittelt zum harten Rächer Georg, der sensible und gebildete Elias zum Draufgänger und später zum unterkühlten Vater und zugleich Quartalssäufer.

Schamis Erzähltalent blitzt in diesem Roman stellenweise auf, so zum Beispiel in der Beschreibung von Damaskus in Kapitel 94 (S. 391-393). Im Ganzen fand ich jedoch, dass die Quantität zulasten der sprachlichen Qualität ging - "Erst wollte er nicht, aber dann ging er doch zu ihnen." (S. 39) oder "Zu Hause gab es Krach zwischen Elias und Nagib und Farid musste ohne Abendessen ins Bett." (S. 320). Daneben finden sich Sätze, die offenkundig Orient-Romantik wecken sollen, aber letztlich abgedroschen wirken: "Samias Gegenwart schien sich dagegen mit tausendundeinem Faden aus der Vergangenheit zu verheddern." (S. 173)

Neben der bereits erwähnten Kairo-Trilogie gibt es meines Erachtens viele andere Romanwerke, die mindestens im selben Maße ein aussagekräftiges Bild nahöstlicher Gesellschaften zeichnen, aber gleichzeitig spannender und anregender zu lesen sind als dieser Roman, zum Beispiel "Der Morgen der Trunkenheit", "Das Haus an der Moschee" oder "Der Jakubian-Bau".
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