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4.0 von 5 Sternen Kleopatra, Herrscherin vom Nil, 18. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleopatra: Ein Lebensbild (Gebundene Ausgabe)
Kleopatra, dieser Name steht seit mehr als 2000 Jahren für weibliche Anziehungskraft, exotische Schönheit, aber auch Kühnheit und Raffinesse. Pat Southern untersucht in ihrem Buch ,Kleopatra' sowohl Urteile der Zeitgenossen als auch Vorurteile der Nachwelt und rekonstruiert Stück für Stück das Bild einer Frau, welche die Geliebten der beiden mächtigsten Männer des römischen Imperiums war: Julius Cäsar und Marcus Antonius. Kaum 40 Jahre alt, krönte ihr selbst gewählter Tod ihr Leben und legte den Grundstein für ihre Unsterblichkeit.

Nach dem Tode Alexanders des Großen wurde sein Leichnam vom treuen Freund und Weggefährten Ptolemäus Soter nach Alexandria entführt. Kleopatras Vater war der dreizehnte Spross der Dynastie. Mit Kleopatra fand das ägyptisch-mazedonische Königreich seine Blüte und gleichzeitig sein Ende. Fortan wurde Ägypten als Provinz des römischen Reichs geführt.

Im Jahre 51 v. C. übernahm Kleopatra den Thron von ihrem Vater. Doch schon im Jahre 48 v. C. kam es zwischen zum Streit zwischen Kleopatra und ihrem jüngerer Bruder Ptolemäus, der als Mitregenet eingesetzt wurde. Cäsar hatte im Bürgerkrieg Pompeius Magnus besiegt und verfolgte Fliehenden nach Ägypten. Die Ägypter töteten Pompeius und so wurde Cäsar in den Geschwisterstreit hineingezogen. Kleopatra, damals zierliche 21 Jahre alt, beeindruckte den 30 Jahre älteren Imperator und schon bald waren beide ein Liebespaar. Für Pat Southern besteht kein Zweifel, dass das Nützlichkeitsdenken und nicht die Gefühle im Vordergrund der Liaison standen: "Selbst wenn Kleopatra und Cäsar zweifellos ein gewisses Maß an Vertrauen zueinander gewonnen hatten, war ihre Sichtweise des jeweils anderen doch von nüchternem Realismus geprägt".

Im darauf folgenden Jahr wurde Kleopatras erster Sohn geboren und niemand bezweifelte die Vaterschaft Cäsars. Kleopatra nutze die Gunst der Stunde und reiste nach Rom. Ihr Einzug in die Hauptstadt der Welt (caput mundi) wurde ein Triumphzug. Sie war 23 Jahre alt und auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen. Vielen Römern jedoch empfanden die Macht und die Pracht der fremden Königin als bedrohlich: "Cäsar verschlimmerte die Situation noch, indem er ihr öffentlich seine Ehrerbietung zeigte. In seinem neuen Forum hinter dem Senatsgebäude ließ er seiner göttlichen Ahnherrin Venus Genetrix einen Tempel errichten und neben dem Abbild der Göttin auch eine Statue Kleopatras aufstellen".

Nach dem Tod des Diktators reiste Kleopatra zurück nach Alexandria. Aus der Ferne verfolgte sie den Machtkampf zwischen Marcus Antonius, dem Gefolgsmann Cäsars, und den Republikanern. Antonius besiegte die Cäsarmörder Brutus und Cassius und ordnete die Lage im östlichen Imperium. Kleopatra wusste, dass nun ihre Stunde erneut gekommen war. Sie segelte mit ihrer "berühmten königlichen Barke mit purpurfarbenem Segel, die zu ihrer Zeit wie ein Wunder bestaunt wurde und wohl auch heute noch Aufsehen erregen würde" nach Tarsos, einem kleinasiatischen Hafen. "Kleopatra lud Marcus Antonius zu einem Festmahl auf ihr Schiff ... Der Römer wurde von der verschwenderischen Ausstattung der Königsbarke vermutlich vollständig überwältigt". Nachdem Kleopatra in ihre Heimat reist, folgte ihr Antonius als Privatmann nach Ägypten.

Zurück in Italien teilten die Triumvirn Marcus Antonius, der junge Octavianus und Lepidus das Weltreich in drei Teile. Octavian beherrschte den Westen, Lepidus Afrika und Antonius den Osten. Antonius erlitt bei seinem Feldzug gegen die Parther im Jahre 36 v. C. eine schmerzliche Niederlage. Kleopatra tröstete ihn in Alexandria. Bereits seit 37 v. C. verbrachten beide den größten Teil ihrer Zeit zusammen.

Octavian war erfolgreicher. In Marcus Vipsalius Agrippa besaß er einen fähigen General, der die Flotte modernisierte. Sextum Pompeius, den Sohn des Pompeius Magnus, wurde zur See besiegt. Gleichzeitig startete Octavian eine Propaganda Kampagne gegen Kleopatra. Er unterstellte ihr, machtgierig zu sein (für einen Römer war Machtstreben selbstverständlich!) und Antonius mit ihren orientalischen Sitten zu verzaubern.

Der Konflikt zwischen Octavian und Antonius spitze sich zu. Den Winter 32/31 v.c. verbrachte Antonius in Griechenland. Octavian eroberte die Seehäfen des Antonius und belagerte seinen Flottenstützpunkt Actium. Am 2. September 31 v.C. fand die Entscheidungsschlacht statt. Pat Southern schließ sich der Meinung derjenigen Historiker an, welche die Flucht Kleopatras als geplant und keinesfalls als überstürzt deuten. Im Unterschied zu vielen Historikern jedoch sieht Southern in Antonius Rückzug noch nicht die endgültige Niederlage. Schließlich sollte sein General Canidius mit dem Landheer über Kleinasien und Syrien nach Alexandria folgen. Doch die Truppen waren nicht mehr motiviert und liefen zu Octavian über. In der Folge fielen auch die verbündeten Königreiche ab. Octavian setzte mit seiner Flotte in Jahre 30 v. C. nach Ägypten über. Es gab keine weitere Schlacht. Die restlichen Truppen versöhnten sich mit Octavians Heer.

Das Schicksal hatte sich gegen Antonius gewendet. Als er glaubte, Kleopatra sei nicht mehr am Leben, stürzte er sich in sein Schwert, da ihm sein Diener diesen Wunsch versagte. Tödlich verletzt brachte ihn Kleopatras Schreiber zu seiner Herrin. Er starb in ihren Armen. Octavian erlaubte Kleopatra, an der Bestattung des Antonius teilzunehmen. Wenige Tage später beendete auch die ägyptische Herrscherin ihr Leben. Ihr Leben musste ihr sinnlos erscheinen: der Geliebte tot und ihr drohte die Schmach, beim festlichen Einzug in Rom als Besiegte dem Volk vorgeführt zu werden. Die genaue Todesart ist nicht bekannt. So wird berichtet, dass ein Schlangenbiss ihr Leben auslöschte. Ein Szene, die in zahllosen Hollywood Klassikern melodramatisch verfilmt wurde.

Was macht den Reiz dieser Frau aus, von der die antiken Geschichtsschreiber behaupten, sie sei keine auffallend schöne Erscheinung gewesen? Ihre ausgeprägte Hakennase lassen sie auf Münzprägungen keinesfalls vorteilhaft erscheinen. Und doch übte sie eine besondere Faszination auf ihre Mitmenschen aus und wird bis heute als Sinnbild weiblicher Verführung bewundert. Man wird das Geheimnis der Herrscherin vom Nil wohl niemals lüften.
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Kleopatra: Ein Lebensbild
Kleopatra: Ein Lebensbild von Pat Southern (Gebundene Ausgabe - 3. März 2003)
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