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5.0 von 5 Sternen Wirklich schöne Tänze
"Letzte Tänze", das jüngste Werk von Günter Grass, umfasst fast 40 Gedichte und Zeichnungen. Grass nimmt in "Letzte Tänze" die Spur des Werkes auf, das 1956 mit dem Gedichtband "Die Vorzüge der Windhühner" begann. Fast 50 Jahre später spannt Grass in "Letzte Tänze" einen Bogen durch die Vielfalt seines Oeuvres.
"Letzte...
Veröffentlicht am 7. September 2003 von Martin

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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wirklich die letzen.....
Bodennähe vermittelt dieser in einfachem prohletigen Deutschvokabeln lieblos wirkende Band der wohl als Altersreminniszent verfasst wurde. In griffigen Worten und kurzen Gedichten lässt sich Grass über schwindende Potenz, die Erotik des Alters und die sexuelle Anziehungskraft der Frauen aus. Auf jeder gegenüberliegenden Seite sind Kohlezeichnungen...
Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 von """"""...


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich schöne Tänze, 7. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze. Gedichte und Bilder (Gebundene Ausgabe)
"Letzte Tänze", das jüngste Werk von Günter Grass, umfasst fast 40 Gedichte und Zeichnungen. Grass nimmt in "Letzte Tänze" die Spur des Werkes auf, das 1956 mit dem Gedichtband "Die Vorzüge der Windhühner" begann. Fast 50 Jahre später spannt Grass in "Letzte Tänze" einen Bogen durch die Vielfalt seines Oeuvres.
"Letzte Tänze" sind voll von Bezügen und Verweisen. Der Tanz als Motiv taucht schon in der Danziger Trilogie auf. Auch Tiere fehlen bei diesen Tänzen nicht, hier sind Hund und Schwan - wie schon in den "Hundejahren" - dabei. Animalisch geht es weiter, mit einem Block erotischer Gedichte. Auch der katholische Säulenheilige, der Ursprung des Blechtrommlers Oscar, taucht auf. Und natürlich geht Grass wieder "in die Pilze". Programmatisch und an zentraler Stelle verweist Grass auf das Motiv des Schnees, welches im Gedicht auch auf die Vergänglichkeit politischer Programme verweist: Utopische Heilsversprechen (Hegel, Marx, das Katholische) waren zurecht schon immer suspekt. Dafür rekurriert Grass abermals auf den Sisyphus des Camus als einzig mögliche Haltung, in dieser Welt sinnvoll tätig zu sein.
Diese Gedichte tanzen virtuos zwischen Dreizeiler und strenger Form. Ganz im Gegenständlichen verhaftet, fehlt niemals der doppelte Boden.
Es gibt zwei sinnvolle Möglichkeiten, sich einen Autor zu erschließen: Entweder man beginnt mit dem Debut des Autors und liest sich suksessive in die Gegenwart vor, oder aber man befasst sich mit dem aktuellsten Werk des Autors und erschließt zurückliegende Werke durch die Vielfalt der schließlich verwendeten Motive.
Zuletzt: Wann darf ein Buch "schön" genannt werden? Wenn es dem Leser abseits literarischer Kriterien ganz persönlich und subjektiv gefallen hat. "Letzte Tänze" ist wirklich ein schönes Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grass fast zärtlich. Der Tanz als Symbiose, 1. Februar 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze. Gedichte und Bilder (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Ich finde das "Matthias Pflugradt" hier schon eine sehr gute Rezension verfasst hat und möchte ihr vor allem in zwei Punkten zustimmen/ sie unterstützen: In der Bedeutung von Grass als Lyriker und in der Einschätzung, dass Grass mit seinen immer wieder neuen Arbeiten und Erschütterungen einen wichtigen Beitrag zur Literaturlandschaft leistet; partiell will ich ihm auch in der Definition von Grass Lyrik zustimmen (deftig, obszön), allerdings trifft das nicht so sehr auf diesen Band zu, eher auf frühere wie Gleisdreieck oder Ach Butt, dein Märchen geht böse aus.

"Der Herr knickt die Dame,
nein, biegt sie, so beugsam die Dame,
der Herr gibt sich steif.

Zwei Körper, die eins sind, doch nichts
von sich wissen, geschieden in Treue,
in Treue vereint.

Die Hand in der Beuge, gedehnt tropft die Zeit,
bis plötzlich die Uhr schlägt:
fünf eilige Schritte.
[...]
Das ist der Tango, die Diagonale.
Aus Fallsucht zum Stillstand.
Ich höre dein Herz."

Ich denke dieser Teil aus Tango Nocturne kann seh gut die Feinheiten der grassschen Lyrik anklingen lassen. Sie liebt das Bildhafte, scheut aber stets das Offensichtliche; sie hemmt das Begreifen ab und gibt doch jede Zeile mehr davon.

"Erklären lässt sich vieles, doch das Ohr will Fakten,
der Priester nuschelt was von nackten
und solchen, die sich modisch kostümieren,
will hören, ob mit Menschen, ob mit Tieren,
was sonst noch ruchbar ist in staubergrauten Akten."

Klar, Grass wäre nicht Grass wenn er nicht immer wieder provozieren und anecken würde, mit Spott, mit in der Kollekte der Zeit nachhallenden Metaphoriken

"Altes Europa! Nach so viel Walzer- und Waffenexport,
schaust du tränenblind zu."

und er wäre auch kein großer Lyriker und Erzähler, wenn er nicht seinen ganz eigenen Ton hervorgebracht hätte. Seine lyrischen Werke sind sehr eigenwillig und dabei sehr vielfältig, von den genialkurzen Gedichten (das Gro der guten Gedichte von Grass besteht aus eher kürzeren Gedichten) in Fundsachen für Nichtleser, über die bestechende Sammlung Ausgefragt, bis hin zu Anfang, dem Debüt, mit dem man vielleicht beginnen sollte, um Grass Metaphorik und Lyrik zu erreichen: Die Vorzüge der Windhühner. Keine dieser Sammlungen ist veraltet, was für lyrische Werke aus dieser deutschen Periode schon eine Seltenheit ist.

Letzte Tänze ist ein rein künstlerisches Produkt, eine Symbiose aus Zeichnung und Vers, ein wunderbares Buch und Werk, um es immer wieder hervor zu nehmen und die unterschiedlichsten Texte darin zu lesen. Würde man dieses Buch in hundert Jahren in einem Antiquariat finden, ich wette man wäre als Leser und Betrachter gleichermaßen angetan. Warum aber so lange warten?
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Grass für Anfänger, 9. September 2003
Von 
Matthias Pflugradt (St. Goarshausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze. Gedichte und Bilder (Gebundene Ausgabe)
Den ersten Grass las ich freiwillig in der Schulpause, auf dem Hof sitzend. Es war die Blechtrommel und mich interessierte neben der Handlung vor allem, wie er denn diese bekannte Szene mit dem Brausepulver in Marias Bauchnabel beschrieb, der kleine Matzerath darüber gebeugt und letztendlich sich in das Kindermädchen ergießend.
In loser Folge kaufte ich mir die Hundejahre, sein Jahrhundert, applaudierte still, als er den Nobelpreis bekam und las als letztes den Krebsgang.
Nun ist sein neues Buch erschienen. Es heißt letzte Tänze und kostet ein kleines Vermögen, für den Umfang den es bietet. Auf den ersten Blick.
Denn dieses Buch bietet mehr, als einem die Hülle zu vermitteln scheint. Es sind die Gedichte eines Mannes, den man als Geschichtenerzähler kennt. Und es gibt neben mir sicherlich einige, die bis zu dem Zeitpunkt, als Marcel-Reich Ranicki in der Frankfurter Allgemeinen dieses Buch angenehm hervorhob, nicht wussten, das Grass auch dichten kann.
Günter Grass ist kein Lyriker, er wird es auch nie werden. Und er möchte es auch nicht. Günter Grass ist kein Freund der all zu bunten Worte, er wird deftig und untermalt dies mit wunderbaren Zeichnungen. Teils verloren, teils obszön. Gelesen und gesehen haben muss man alles, was in diesem Buch steht.
Es ist kein Grass für Anfänger. Jungen Menschen, die zum ersten mal mit Grass in Kontakt kommen wollen, den seien die letzten Tänze nicht als erste Lektüre empfohlen, ihnen empfehle ich sein Meisterwerk. Die Blechtrommel.
Die letzten Tänze sollte man nach dem Jahrhundert sich zu Gemüte führen. Die Bücher sind sich ähnlich, auch wenn sie von den Inhalten unterschiedlicher nicht sein können. Auch der Krebsgang eignet sich als hervorragende Lektüre für angefangene Grassjünger, so denn sie mit der deutschen Historie bewandelt sind.
Die letzten Tänze sind ein erneutes Meisterstück des Mannes, der es wie kein anderer schafft, sein Land immer wieder zu erschüttern, aufzurütteln und zu provozieren. Das schafft er auch mit seinem neuen Werk. Obszön schreien die einen, große Literatur die anderen. Letzteren schließe ich mich an. Große Literatur von einem der größten Literaten Deutschlands, aber beileibe nicht dem größten Lyriker.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wirklich die letzen....., 16. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze (Taschenbuch)
Bodennähe vermittelt dieser in einfachem prohletigen Deutschvokabeln lieblos wirkende Band der wohl als Altersreminniszent verfasst wurde. In griffigen Worten und kurzen Gedichten lässt sich Grass über schwindende Potenz, die Erotik des Alters und die sexuelle Anziehungskraft der Frauen aus. Auf jeder gegenüberliegenden Seite sind Kohlezeichnungen eingefügt. Diese reissen das Buch wieder ein Stück aus der Deppression die eindeutig von links weht heraus und machen es btrachtungswürdig. Der Inhalt der Gedichte erinnert stark an die alten Songs von Grass Freund Biermann,überhaupt wirkt das ganze zusammen genommen textlich betrachtet eher wie ein von der Bühne des Bierkellers gehaltenes Referat.
Geschmackssache.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wiklich schöne Tänze, 3. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze. Gedichte und Bilder (Gebundene Ausgabe)
"Letzte Tänze", das jüngste Werk von Günter Grass, umfasst fast 40 Gedichte und Zeichnungen. Grass nimmt in "Letzte Tänze" die Spur des Werkes auf, das 1956 mit dem Gedichtband "Die Vorzüge der Windhühner" begann. Fast 50 Jahre später spannt Grass in "Letzte Tänze" einen Bogen durch die Vielfalt seines Oeuvres.
"Letzte Tänze" sind voll von Bezügen und Verweisen. Der Tanz als Motiv taucht schon in der Danziger Trilogie auf. Auch Tiere fehlen bei diesen Tänzen nicht, hier sind Hund und Schwan - wie schon in den "Hundejahren" - dabei. Animalisch geht es weiter, mit einem Block erotischer Gedichte. Auch der katholische Säulenheilige, der Ursprung des Blechtrommlers Oscar, taucht auf. Und natürlich geht Grass wieder "in die Pilze". Programmatisch und an zentraler Stelle verweist Grass auf das Motiv des Schnees, welches im Gedicht auch auf die Vergänglichkeit politischer Programme verweist: Utopische Heilsversprechen (Hegel, Marx, das Katholische) waren zurecht schon immer suspekt. Dafür rekurriert Grass abermals auf den Sisyphus des Camus als einzig mögliche Haltung, in dieser Welt sinnvoll tätig zu sein.
Diese Gedichte tanzen virtuos zwischen Dreizeiler und strenger Form. Ganz im Gegenständlichen verhaftet, fehlt niemals der doppelte Boden.
Es gibt zwei sinnvolle Möglichkeiten, sich einen Autor zu erschließen: Entweder man beginnt mit dem Debut des Autors und liest sich suksessive in die Gegenwart vor, oder aber man befasst sich mit dem aktuellsten Werk des Autors und erschließt zurückliegende Werke durch die Vielfalt der schließlich verwendeten Motive.
Zuletzt: Wann darf ein Buch "schön" genannt werden? Wenn es dem Leser abseits literarischer Kriterien ganz persönlich und subjektiv gefallen hat. "Letzte Tänze" ist wirklich ein schönes Buch.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 28. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Letzte Tänze. Gedichte und Bilder (Gebundene Ausgabe)
Grass` eigentlichstes Metier ist bekanntlich der Roman; deswegen und weil nicht alle Gedichte seines neuesten Gedichtebandes "Letzte Tänze" geglückt sind, eignet sich dieses Buch für Grassliebhaber und für jene, die auf Gedichte, die an die Brillanz der 1956er "Die Vorzüge der Windhühner" nicht anknüpfen, nicht verzichten wollen. Dieses Buch kostet, für den Umfang, den es bietet, ein kleines Vermögen; dafür erhält man neben Grasscher Dicht- Grassche Bildkunst - - ekstatisch tanzende, wild ineinander verschlungene, sich erschöpfende, kopulierende Paare, die etwas komisch Halbtotes an sich haben, Cicrcus spielen, mit dem Kopf unter Arm Purzelbäume schlagen; vielleicht muß man das mögen, mich langweilte es. Nicht überzeugt hat mich die orangene Einfärbung der "Liebesgedichte", das entspricht weißen Buchstaben in einem Gedicht über Wolken. In seinen "letzten Tänzen" hat Grass sich bemüht, sexuelle Kleinstbegebenheiten prägnant zu verkürzen; auf eine einheitliche Form hat Grass wie in seinen anderen Gedichtbänden verzichtet; ähnlich früheren Werken fällt die Wahl einiger Motive aus: Tanz, Hund, Schwan, Schnee, Pilze. Vieles habe ich in diesem 96seitigen Werk nicht verstanden, z. B. die "breitbeinige" Maria in "Lästerlich", einem Gedicht, welches auf Grass' "katholische Herkunft" anspielt. Insgesamt bleibt zu hoffen, dass dies weder Grass' letzte Tänze noch seine letzten Gedichte sind.
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Letzte Tänze. Gedichte und Bilder
Letzte Tänze. Gedichte und Bilder von Günter Grass (Gebundene Ausgabe - August 2003)
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