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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeugen ägyptischen Mysterienwissens, 21. Dezember 2005
Wer Zugang zu dem mehr inneren Leben vergangener Kulturen sucht, wie es einem aus spirituellen Traditionen heraus entgegenleuchten kann, der mag schon so manche herbe Erfahrung gemacht haben, wenn er gängige kulturgeschichtliche Werke – etwa über die ägyptische Hochkultur – zur Hand nahm. Denn wie oft musste er feststellen, dass sich die rein äußerlichen Beschreibungen des Vorgefundenen und vielleicht einige krause Hypothesenbildungen hier und eine spirituelle Sichtweise da, wie man sie beispielsweise im Werk Rudolf Steiners finden kann, wie unvermittelt gegenüber standen?
Der Ägyptologe und Archäologe Frank Teichmann (geb. 1937) ist um eine fruchtbare Synthese der verschiedenen Ansätze, des wissenschaftlichen und des spirituellen, bemüht. Der anthroposophisch orientierte Autor brachte den hier zu besprechenden Erstling aus seiner Reihe „Der Mensch und sein Tempel“, den vorliegenden Band „Ägypten“, bereits 1978 heraus. Es folgten die Bände „Griechenland“, „Megalithkultur“ und „Chartres“. Die Fortschritte, die in seiner Disziplin in den vergangenen 25 Jahren gemacht wurden, ermutigten Teichmann nunmehr, eine völlige Neubearbeitung seines damals schon viel beachteten Ägypten-Werkes zu unternehmen.
Die auf den ersten Blick vielleicht verwirrend anmutende Vielfalt der Zeugnisse alter ägyptischer Architektur, Skulptur, Relief- und Freskenkunst, der Schriftfunde in Hieroglyphen und hieratischer Schrift – einen geschichtlichen Bogen von nahezu zwei Jahrtausenden überspannend – kann sich dem Leser unter der fachkundigen Anleitung des Autors mühelos und gleichsam „natürlich“ auf eine faszinierende Art entschlüsseln. Selbstverständlich nehmen die gewaltigsten und im Letzten immer noch unverstandenen Baudenkmäler dieser alten Hochkultur, die für Ägypten archetypischen Pyramiden, einen breiten Raum in Teichmanns Darstellung ein. Über sie und ihre massive Oberfläche gelingt Teichmann der Einstieg auch in die geheimen Innenräume dieser Kultur.
Dabei kommt es ihm zugute, dass er über sein phänomenologisches Herangehen an die Jahrtausende alten Artefakte hinaus in behutsamer und zugleich treffsicherer Art mit den Gesichtspunkten einer menschheitlichen Bewusstseinsevolution umgeht, wie sie sich aus der anthroposophischen Geisteswissenschaft Rudolf Steiners ergeben. Denn in diesem Blickwinkel ist das allgemeine Entwicklungsgesetz, wie es für die Welt des Organischen in seiner Gültigkeit längst anerkannt ist, auch auf den Bereich des Bewusstseins anzuwenden – auf das des einzelnen wie auch auf die prägenden Bewusstseinsformen ganzer Kulturen und geschichtlicher Epochen.
Vor allem ist es für jeden, der längst vergangene Stadien der Menschheitsentwicklung in der Tiefe verstehen will, wichtig sich klarzumachen, dass es kaum angemessen ist, heutige Bewusstseinsmodi in die Vergangenheit zurückzuprojizieren, und dass es vielmehr einzusehen gilt, inwiefern z. B. die alten Ägypter seelisch-geistige Qualitäten auszuarbeiten hatten, die heute zu den erworbenen Grundlagen weiterführender Entfaltung von Erkenntnis und zivilisatorischen Fähigkeiten zu rechnen sind.
Teichmann weiß, indem er die Sprache der alten Bauten und Bildnisse klug in Begriffe gegenwärtigen Verstehens übersetzt, plausibel nachzuzeichnen, warum und wozu deren Erschaffer sie so bildeten, wie sie bis heute vor uns stehen, und welche Art des Weltbegreifens sich in ihnen ausspricht. Architektur und Bildwerke werden so zum Spiegel dessen, wie die Menschheit damals dachte und fühlte. Außerdem können sie auch als Ausdruck davon gesehen werden, wie die Alten sich in ihrer physischen Leiblichkeit erlebt haben mögen. Menschenkunde und Altertumswissenschaft durchdringen sich so in einer erstaunlichen Weise.
Für die alten Ägypter, so der Autor, war ihre Verbindung zu der Welt der Götter und der Verstorbenen von ganz erstrangiger Bedeutung. Pyramiden und Nekropolen zeugen davon. Das Alte Reich (2700-2200 v. Chr.) ging geradezu daran zugrunde, dass gegen die Endzeit so gut wie alles gesellschaftliche Potenzial in die Bewerkstelligung der Totenkulte gelenkt wurde.
Ein anderer Aspekt jener Verbindung zwischen Menschen und Göttern kulminierte in dem Land am Nil jedoch in der Gestalt des Pharao. Er war verlässlicher und wirkmächtiger Vermittler zwischen Erden- und Götterwelt. Es geht Teichmann in seiner Arbeit um den Nachweis, dass ohne die Stellung des Pharao zu durchschauen das Verständnis des alten Ägypten immer bruchstückhaft bleiben muss. Denn der Pharao – König der beiden Ägypten, des Oberen und des Unteren – war zugleich Souverän in der Erdenwelt wie auch in der der Götter. Der Gottkönig, als den man ihn ansehen muss, gewährleistete in seiner Person, dass die Verbindung zwischen beiden Reichen, der Tages- und der Nachtwelt aufrecht erhalten blieb, für welche die Bezeichnungen „Oberes“ und „Unteres Ägypten“ symbolisch stehen.
Mit der Hilfe der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners kann Teichmann eine große Zahl von Indizien, die sich aus den archäologischen Befunden ergeben, in glaubhafter Form als Hinweise auf eine lebendige Mysterienkultur im alten Ägypten deuten. Sie hatte die Einweihung des Pharaos zu ihrem zentralen Inhalt, der durch dieselbe wahrhaft zum Bürger und Souverän beider Welten wurde. Seine dadurch erworbenen neuen Fähigkeiten umfassten nicht nur die Schau und die Erkenntnis des Oberen, sondern – zumindest ebenso wichtig – das Vermögen, die hiesige Welt des Tages den Gesetzen der Nacht entsprechend einzurichten und zu ordnen. D. h. in die Erdenwelt, in das Irdische wirklich tief eindringen zu können. Allerdings waren die Zeiten des Alten, des Mittleren und des Neuen Reiches, wie Teichmann es ausführt, gekennzeichnet von einem voranschreitenden Verfall.
Teichmann: „Wie gefährdet in Ägypten die Praxis der Einweihung war und wie schwer sie wirklich kontinuierlich durchgehalten werden konnte, zeigt sich deutlich an den mehrmaligen Zusammenbrüchen der ägyptischen Kulturentwicklung. Am Ende des Alten und am Ende des Mittleren Reiches zeigen sich solche Einschnitte. Im Neuen Reich wird der Zusammenbruch nur dadurch verdeckt, dass es danach scheinbar weitergeht wie bisher, ohne große Veränderung. Aber jedes Mal wird es auch offensichtlicher, dass die ursprüngliche Geistessicherheit nicht mehr so leicht wiederhergestellt werden kann, sondern immer mehr verloren geht.“ (152)
In ihrer Gänze ist Teichmanns Darstellung allerdings nicht melancholisch gehalten, sondern sie speist sich in ihrer Frische aus der Überzeugung, dass ein tieferes Verstehen gerade der Kultur des alten Ägypten, die den Weg aufzeigte, stärker – und zwar auch geistig – in das Irdische einzudringen, für denjenigen eine besonders große Bedeutung hat, der heute mithelfen will, unsere gegenwärtige Zivilisation aus dem all zu festen Griff nach allem Irdischen nach und nach wieder herauszulösen.
Das Buch von Frank Teichmann gewährt dem Leser, unterstützt durch eine beträchtliche Fülle großartiger neuer Farbaufnahmen, die auf Reisen in jüngerer Zeit entstanden sind, tiefe und lebendige Einblicke in eine vergangene Welt, die doch bis in die heutige Zeit herein weiter wirkt und deren Erkenntnis auch zur Selbsterkenntnis gereichen kann.
Klaus J. Bracker
NOVALIS 2004
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnetes Buch. Emphelenswert mit Spannung zu lesen. Die Angaben des Artikels von Verkäufer waren richtig., 24. Mai 2009
Von 
Manuel Gómez Miguel (La Vera Spanien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch und sein Tempel, Ägypten (Gebundene Ausgabe)
Das Buch war spannend und gab viele Schlüsse für das Verstehen der ägyptischen Kultur die sonst nicht irgendwoanders zu finden sind.
Die Angaben des Zustandes des Artikels waren treu und wie sie beschrieben wurden fand ich der Zustand des Buches. Alles OK.
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Der Mensch und sein Tempel, Ägypten
Der Mensch und sein Tempel, Ägypten von Frank Teichmann (Gebundene Ausgabe - Januar 1978)
Gebraucht & neu ab: EUR 14,00
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