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Kundenrezensionen

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am 13. Juni 2008
Huntingtons Werk stellt den Beginn einer der zentralen Diskussionen der Gegenwart dar. Auch wenn man seine Thesen nicht teilt, wird man nicht bestreiten können, dass die Thesen vor dem Hintergrund des Geschehens der letzten Jahre diskussionswürdig sind.

Viele seiner Argumente sind durchaus angreifbar und z.T. bereits wiederlegt. Die von ihm behaupteten "Kernstaaten" der jeweiligen Zivilisation sind z.B. häufig nicht erkennbar. Die von ihm behaupteten Allianzen sind nur sehr punktuell erkennbar (z.B. Iran-Venezuela) und spielen im Gesamtgeschehen eine vernachlässigbare Rolle. Die "Bruchlinien" mag es geben, aber anders als er vermutete: Sie verlaufen längst innerhalb von Gesellschaften und nicht zwischen ihnen.

Die von Huntington angestossene Diskussion jedoch beruht auf der akkuraten Beobachtung einer zunehmenden Polarisierung zwischen Kulturkreisen. In Lateinamerika ist ebenso eine Zunahme antiwestlicher Stimmung zu beobachten wie unter Muslimen weltweit. Huntington führt dies auf kulturelle Faktoren zurück, wobei er etwas unspezifisch bleibt, worin diese bestehen und wie sie sich kausal auswirken.

Vielleicht wäre seine These belastbarer, wenn er weniger essentialistisch argumentieren würde. Bereits vor Huntington wurde argumentiert, dass die nachlassende relative Stärke des Westens Herausfordererideologien und konkurrierende Dominanzansprüche begünstigt.

Dennoch kommt man um Huntingtons These nicht herum. Sie ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, und Huntington selbst argumentiert weit realistischer als die meisten seiner Kritiker, für die häufig nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf.
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am 14. September 2014
Huntington sagt 1996 alle Konflikte, die heute die Welt beherrschen, voraus und gibt eine absolut nachvollziehbare und gleichsam logische Erklärung für das Entstehen dieser Konflikte.
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am 18. April 2016
Das Buch steht auf diversen Empfehlungslisten u.a. auch der Top 10 der Harvard University.

Meine Erwartungen an eine tiefgründe Untersuchung der Kulturen und diverser Prognosen wurden aber nur rudimentär erfüllt. Der Schinken ist mir einfach viel zu langatmig. In ellenlangen Sätzen wird aufgezählt und nochmals erzählt und wiederholt und was nicht alles.

Ich bin der Meinung man kann das Buch auch auf einem Drittel der Seiten schreiben, ohne Wichtiges weglassen zu müssen – so musste ich mich fast zwingen, es zu lesen.

Der historische Abriss – wie war es früher und wie ist es heute und wie wird es morgen sein – ist ok, vielleicht etwas einseitig durch die Brille der westlichen (meist europäischen) Welt, ich hätte jedoch Bedenken, wenn das alleine meine zukünftigen Handlung prägen soll.

Dennoch: Wer die Zeit und Geduld hat, es zu lesen, der möge es tun.
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am 20. August 2015
Der Titel "The Clash of Civilizations" müßte eigentlich mit "'Zusammenprall'" übersetzt werden (Nachwort von Erich Follath, S. 571; Der Kleine Muret-Sanders). Alternativen: Zusammenstoß, Widerstreit (Langenscheidts Taschenwörterbuch), Kollision, Konflikt, Widerstreit, Reibung (Der Kleine Muret-Sanders).

In "Verschlußsache Terror" (München 2007) bezeichnet Gerhard Wisnewski Huntingtons Vorhersage eines Konflikts zwischen Christentum und Islam als "reichlich abenteuerliche These" (S. 259), als "mittelalterliches Konzept", das "nahtlos in das Neocon-Konzept" passe: "'Ohne wahre Feinde keine wahren Freunde!'" (Romanfigur in Dead Lagoon von Michael Dibdin) "Um das Eigene zu lieben, muß man das Fremde also hassen" (S. 260).

Tatsächlich sagt Huntington diesen Konflikt nicht vorher, sondern versucht den Konflikt zwischen Westen und Islam am Ende des 20. Jahrhunderts zu erklären. Er nennt folgende Ursachen: 1. Arbeitslose Muslime wandern in den Westen aus und engagieren sich religiös. 2. Muslime werden sich ihrer Stärke zunehmend bewußt. 3. Die westliche Beeinflussung nichtwestlicher Kulturen erzeuge Erbitterung. 4. Der Zusammenbruch des Ostblocks ließ die Kommunisten als gemeinsamen Feind von Westen und Islam verschwinden. 5. Der zunehmende Kontakt zwischen Muslimen und Nichtmuslimen verschärfe die Differenzen.

Wisnewski paraphrasiert weiter Huntingtons Gedanken: Der Westen könne nur überleben, wenn er seine Identität stärke. Und er kommentiert, daß das "in dieser Logik ja wohl nur durch Feindschaft geht. ['] Von da zu George W. Bushs Präventivkriegen ist es wirklich nur noch ein Katzensprung" (S. 260). Ihm fällt auf, daß Huntington gerade dann einen "neuen Feind" produzierte, als der alte (die UdSSR) weggefallen war. Außerdem stellt er Huntingtons Einfluß auf die US-Politik fest und kommentiert, "daß die Thesen des Autors eigentlich erst durch den 11. September 2001 'bestätigt' wurden" (S. 261).

Das führt zur Frage, ob Huntington lediglich aktuelle Zustände beschrieben oder auch zukünftige Zustände provoziert hat. Kurz: Hat er "den Krieg der Kulturen erst herbeigeredet?" (S. 262) Ist sein Buch "eine sich selbst erfüllende Prophezeiung? Oder sorgten gar Huntingtons Freunde in der großen Politik für das Eintreffen dieser Prognose?" (S. 263)

Tatsächlich versucht Huntington Konflikte in der Vergangenheit zu verstehen, indem er sie als Aufeinandertreffen verschiedener Kulturkreise beschreibt. Dabei unterscheidet er sieben: den sinischen (China, Taiwan, Singapur, Südkorea), japanischen, hinduistischen, islamischen, westlichen, lateinamerikanischen und eventuell afrikanischen Kulturkreis.

Die Konflikt- bzw. Kriegsursachen werden dabei kaum berührt. So fehlt beim Konflikt in Jugoslawien der wirtschaftliche Hintergrund komplett (vgl. Mansur Khan: Das Kosovo-Komplott, Tübingen 2000). Das erweckt den Verdacht, daß die religiösen Differenzen heutzutage wie im Dreißigjährigen Krieg lediglich als Ansporn der Soldaten dienen sollen, während eigentlich wirtschaftliche und territoriale Interessen verfolgt werden (vgl. Friedrich Schiller: Geschichte des Dreißigjährigen Krieges).

Wisnewskis Behauptung im Jahrbuch 2015, Huntingtons "Kampf der Kulturen" sei "in Wirklichkeit ein Krieg gegen den Islam" (2015. Das andere Jahrbuch ' verheimlicht, vertuscht, vergessen. Was 2014 nicht in der Zeitung stand, München 2015, S. 328), ist nicht ganz falsch: Huntington beleuchtet die Politik der USA lediglich im Zusammenhang mit der Erklärung kritisch, warum die USA Bosnien (also Muslime) unterstützten: Die Bosnier hätten es geschafft, sich als Opfer darzustellen; die Amerikaner hätten den Guten helfen wollen; sie seien idealistisch, moralistisch, humanistisch, naiv und inbezug auf den Balkan ignorant gewesen.

Andererseits stellt er den Islam (neben China) als die gewaltbereiteste Kultur hin. Dafür, daß das so sei, bietet er sechs Erklärungen: 1. Der Islam schreibe den Kampf gegen Ungläubige vor. 2. Die Expansion des Islam führte zum Zusammenleben mit Ungläubigen. 3. Der Islam sei absolutistisch. 4. Muslime würden sich gegen den westlichen Imperialismus wehren. 5. Der Islam habe keinen Staat, der die Führung übernehme. 6. Die starke Vermehrung von Muslime führe zu Gewalt und Instabilität.

Wisnewski bezieht sich zwar auf Huntingtons Aufsatz von 1993, in dem der Autor fragte, ob "die zentrale und gefährlichste Dimension der kommenden globalen Politik der Konflikt zwischen Gruppen aus unterschiedlichen Zivilisationen sein werde" (Vorwort, S. 11). Doch im vorliegenden Buch schwenkt Huntington nicht prinzipiell um, wenn er auch ab und zu eine Einschränkung macht und auf die Frage des Aufsatzes eine Antwort gibt, d.h. das Fragezeichen im Titel wegläßt.

Der Westen habe die Welt mit Gewalt erobert, was nichtwestliche Gesellschaften nie vergessen hätten. Als zentrales Merkmal des Westens nennt Huntington den Individualismus. Nichtwestliche Gesellschaften lehnen entweder die moderne Technik und westliche Werte ab, akzeptieren beides oder verweigern sich nur den westlichen Werten, während sie die moderne Technik übernehmen.

Da sich nichtwestliche Gesellschaften zunehmend auf ihre eigene Kultur besinnen, steht der Westen vor der Aufgabe, seine Kultur zu erhalten. Andererseits erfordert die "Sicherheit der Welt ['] das Akzeptieren der multikulturellen Welt" (S. 522). Probleme entstehen dadurch, daß Kultur und Moral nicht sauber auseinandergehalten werden (z.B. betrachten die Ostasiaten wirtschaftlichen Erfolg als moralische Überlegenheit): "Kulturen sind relativ; Moral ist absolut" (S. 523). Das Zusammenleben erfordert das Aufsuchen der Gemeinsamkeiten und das Akzeptieren der Unterschiede.

Huntingtons Festlegung der Ostgrenze von Europa anhand der Gebiete mit orthodoxen Christen und Muslimen halte ich für absurd. Daß die traditionelle Ostgrenze (Ural) sinnvoller ist, merkt jeder, der russische Musik hört oder russische Literatur liest. Genauso absurd ist die Ausgrenzung Griechenlands aus Europa, auch wenn Huntington Griechenland als Quelle der europäischen Kultur anerkennt (andere Quellen sind Judentum, Christentum, Islam und die nationalen Kulturen). Der von Huntington genannte angebliche Beitrag der USA zur Demokratisierung Lateinamerikas ist völlig unkritisch: Die Unterstützung der Militärputsche in Brasilien, in der Dominikanischen Republik und in Chile wird nicht erwähnt.

Huntingtons Prognose eines Dritten Weltkriegs hat sich glücklicherweise als falsch herausgestellt. Seine Warnung vor dem Erstarken einer neuen Barbarei sollte aber beherzigt werden ' denn der Verlierer bei interkulturellen Kriegen sei die Kultur selbst.
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am 29. November 2007
Samuel P. Huntingtons Buch über den Kampf der Kulturen (Clash of civilization) ist bis heute sehr umstritten. Viele lehnen – wie sie behaupten – seine These, dass es im 21. Jahrhundert zu einem Zusammeprall der Kulturen kommen müsse, ab, weil sie sagen, dass der 21. September 2001 nicht die Trendwende der Menschheitsgeschichte bedeute, mit dem es zu einer Eskalation zwischen westlicher Hemisphäre und islamistischem Fundamentalismus als Konflikt der Kulturen kommen müsse. Aber Huntingtons Argumentation ist wesentlich breiter als diese Verkürzung auf ein bestimmtes Ereignis es nahelegt. Er spricht davon, dass mit dem Ende des europäischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts, mit dem Ende des Kalten Krieges im 20. Jahrhundert eine multipolare Welt entsteht, in der die Kulturkreise immer mehr an Gewicht gewinnen: in der die Nationalstaaten ihre Bedeutung zugunsten der Kulturräume, zugunsten übernationaler Organisationen verlieren, in kontinentalen Großräumen aufgehen, die nur noch von der Identität aus einer Religion, gleicher Lebensweise und vergleichbaren Werten bestimmt sind. Und Huntington sagt, dass dies – frei nach Thomas Kuhn – ein neues Paradigma zur Betrachtung der Weltgeschichte sei, eine Konzentration auf neue Rahmenbedingungen, in denen sich Weltgeschichte abspielt, z.B. zwischen den Kulturräumen, die durch eine oder wenige Nationen zwar bestimmt, aber durchaus nicht dominiert sind, so z.B. der Euro-amerikanische Raum, durch asiatisch-chinesische Raum, der hinduistisch-indische Raum usw.

Huntingtons Buch schreibt – meiner Meinung – nach Geschichte. Weil es zeigt, dass der Kultur in einer globalisierten Welt, in einer multipolaren Welt freier (Markt-)Kräfte, immer größere Bedeutung zukommt, also eine multipolare und multikulturelle Perspektive entsteht. Daher habe ich das Buch mit sehr viel Gewinn gelesen. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für die Grundlagen der Geschichte im 21. Jahrhundert interessiert. Dieses Buch ist ein unbedingtes Muss.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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am 20. Oktober 2007
Wenn ein Historiker wie Paul Kennedy in seinem 1987 erschienenen Buch The Rise and Fall of the Great Powers. Economic Change and Military Conflict from 1500 to 2000" ein halbes Jahrtausend Großmachtpolitik überblickt, aber nicht in der Lage ist, den nur wenige Jahre später erfolgenden Zerfall des Ostblocks und der Sowjetunion zu ahnen oder vorherzusagen, dann kommt einem der Gedanke, daß dieses Versagen wahrscheinlich auf einem verzerrten Weltbild beruht und deshalb auch die Analyse der 500 Jahre zuvor nicht viel taugen kann oder zumindest grundsätzliche Schwachpunkte enthält. Denn Autoren wie Johan Galtung, Randall Collins oder gar Werner Obst mit seinem Der rote Stern verglüht" (1985) waren mit ihren Einsichten der Tagespolitik weit voraus und hatten den bevorstehenden Zerfall des sowjetischen Herrschaftsbereichs schon seit etwa 1980 ziemlich punktgenau prognostiziert.

Von einem ganz anderen Kaliber als Paul Kennedy ist Huntington. Nach zehn Jahren habe ich das Buch wieder in Hand genommen und bin noch tiefer beeindruckt als damals. Huntington hatte 1983 die wesentlichen Bruchlinien der künftigen Weltpolitik zweifellos richtig erfaßt und dürfte auch für die nächsten Jahre ein Buch geschrieben haben, an dem niemand vorbeigehen kann und sollte.
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am 31. März 2009
Sehr interessante thesenhafte Darstellung der Entwicklug der Weltgemeinschaft, seit Ende des kalten Krieges.
Aufschlußreiche Darstellung der Zusammenhänge sowohl zwischen den einzelnen Kulturbereichen als auch innerhalb.
Sehr zu empfehlen, wenn man die Hintergründe der aktuellen Konflikt- und Machtbereiche auf dieser Erde verstehen möchte.
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am 3. Oktober 2007
Das Buch hat mir insgesamt gefallen. Die politischen Analysen Huntingtons haben Hand und Fuss. Allerdings könnte man das ganze Buch gewiss auf 200 Seiten kürzen, denn er verliert sich in Beschreibungen von Kriegen und Auseinandersetzungen zwischen Ethnien. Schon allein der Titel der deutschen Ausgabe ist völlig falsch, denn das Original heißt: "The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order". Die deutsche Ausgabe müsste also heißen: "Der Zusammenprall der Zivilisationen und die Wiederherstellung der Weltordnung", was genauer wäre. Die Zivilisationen kämpfen zwar miteinander, aber oft tun sie es nicht, sondern es herrscht eine Art kalter Krieg zwischen ihnen und sie konkurrieren miteinander. Der Autor unterscheidet auch zwischen dem Christentum und der Orthodoxie, was völlig falsch ist, denn die orthodoxen Kirchen gehören zum Christentum. Falls es stimmt, dass der Westen seine Macht, seinen Einfluss und seine Technologie an Asien abgeben wird, finde ich das sehr traurig. Ich habe nichts dagegen, dass Japan in der Herstellung von Robotern an erster Stelle steht, aber China ist ein totalitäres Land. Solange es totalitär ist, habe ich etwas dagegen, dass es einflussreich ist. Wenn es irgendwann eine Demokratie werden sollte, stört es mich nicht, wenn es Macht hat. Wenn Huntington heute, im Jahre 2007, dem Buch eine Neuauflage verpassen würde, müsste er das Buch völlig neu schreiben, denn inzwischen hat sich viel verändert. Deshalb ist das Buch auch mit Vorsicht zu geniessen. Es ist einfach nur ein Klassiker.
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