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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Anfang einer großen Debatte, 13. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Huntingtons Werk stellt den Beginn einer der zentralen Diskussionen der Gegenwart dar. Auch wenn man seine Thesen nicht teilt, wird man nicht bestreiten können, dass die Thesen vor dem Hintergrund des Geschehens der letzten Jahre diskussionswürdig sind.

Viele seiner Argumente sind durchaus angreifbar und z.T. bereits wiederlegt. Die von ihm behaupteten "Kernstaaten" der jeweiligen Zivilisation sind z.B. häufig nicht erkennbar. Die von ihm behaupteten Allianzen sind nur sehr punktuell erkennbar (z.B. Iran-Venezuela) und spielen im Gesamtgeschehen eine vernachlässigbare Rolle. Die "Bruchlinien" mag es geben, aber anders als er vermutete: Sie verlaufen längst innerhalb von Gesellschaften und nicht zwischen ihnen.

Die von Huntington angestossene Diskussion jedoch beruht auf der akkuraten Beobachtung einer zunehmenden Polarisierung zwischen Kulturkreisen. In Lateinamerika ist ebenso eine Zunahme antiwestlicher Stimmung zu beobachten wie unter Muslimen weltweit. Huntington führt dies auf kulturelle Faktoren zurück, wobei er etwas unspezifisch bleibt, worin diese bestehen und wie sie sich kausal auswirken.

Vielleicht wäre seine These belastbarer, wenn er weniger essentialistisch argumentieren würde. Bereits vor Huntington wurde argumentiert, dass die nachlassende relative Stärke des Westens Herausfordererideologien und konkurrierende Dominanzansprüche begünstigt.

Dennoch kommt man um Huntingtons These nicht herum. Sie ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, und Huntington selbst argumentiert weit realistischer als die meisten seiner Kritiker, für die häufig nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der europäischen Hegemonie zur Hegemonie der Kulturen, 29. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Samuel P. Huntingtons Buch über den Kampf der Kulturen (Clash of civilization) ist bis heute sehr umstritten. Viele lehnen – wie sie behaupten – seine These, dass es im 21. Jahrhundert zu einem Zusammeprall der Kulturen kommen müsse, ab, weil sie sagen, dass der 21. September 2001 nicht die Trendwende der Menschheitsgeschichte bedeute, mit dem es zu einer Eskalation zwischen westlicher Hemisphäre und islamistischem Fundamentalismus als Konflikt der Kulturen kommen müsse. Aber Huntingtons Argumentation ist wesentlich breiter als diese Verkürzung auf ein bestimmtes Ereignis es nahelegt. Er spricht davon, dass mit dem Ende des europäischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts, mit dem Ende des Kalten Krieges im 20. Jahrhundert eine multipolare Welt entsteht, in der die Kulturkreise immer mehr an Gewicht gewinnen: in der die Nationalstaaten ihre Bedeutung zugunsten der Kulturräume, zugunsten übernationaler Organisationen verlieren, in kontinentalen Großräumen aufgehen, die nur noch von der Identität aus einer Religion, gleicher Lebensweise und vergleichbaren Werten bestimmt sind. Und Huntington sagt, dass dies – frei nach Thomas Kuhn – ein neues Paradigma zur Betrachtung der Weltgeschichte sei, eine Konzentration auf neue Rahmenbedingungen, in denen sich Weltgeschichte abspielt, z.B. zwischen den Kulturräumen, die durch eine oder wenige Nationen zwar bestimmt, aber durchaus nicht dominiert sind, so z.B. der Euro-amerikanische Raum, durch asiatisch-chinesische Raum, der hinduistisch-indische Raum usw.

Huntingtons Buch schreibt – meiner Meinung – nach Geschichte. Weil es zeigt, dass der Kultur in einer globalisierten Welt, in einer multipolaren Welt freier (Markt-)Kräfte, immer größere Bedeutung zukommt, also eine multipolare und multikulturelle Perspektive entsteht. Daher habe ich das Buch mit sehr viel Gewinn gelesen. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für die Grundlagen der Geschichte im 21. Jahrhundert interessiert. Dieses Buch ist ein unbedingtes Muss.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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5.0 von 5 Sternen Sollte Pflichtlektüre für jeden sein!!, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Huntington sagt 1996 alle Konflikte, die heute die Welt beherrschen, voraus und gibt eine absolut nachvollziehbare und gleichsam logische Erklärung für das Entstehen dieser Konflikte.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein prophetisches Werk, 20. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Wenn ein Historiker wie Paul Kennedy in seinem 1987 erschienenen Buch The Rise and Fall of the Great Powers. Economic Change and Military Conflict from 1500 to 2000" ein halbes Jahrtausend Großmachtpolitik überblickt, aber nicht in der Lage ist, den nur wenige Jahre später erfolgenden Zerfall des Ostblocks und der Sowjetunion zu ahnen oder vorherzusagen, dann kommt einem der Gedanke, daß dieses Versagen wahrscheinlich auf einem verzerrten Weltbild beruht und deshalb auch die Analyse der 500 Jahre zuvor nicht viel taugen kann oder zumindest grundsätzliche Schwachpunkte enthält. Denn Autoren wie Johan Galtung, Randall Collins oder gar Werner Obst mit seinem Der rote Stern verglüht" (1985) waren mit ihren Einsichten der Tagespolitik weit voraus und hatten den bevorstehenden Zerfall des sowjetischen Herrschaftsbereichs schon seit etwa 1980 ziemlich punktgenau prognostiziert.

Von einem ganz anderen Kaliber als Paul Kennedy ist Huntington. Nach zehn Jahren habe ich das Buch wieder in Hand genommen und bin noch tiefer beeindruckt als damals. Huntington hatte 1983 die wesentlichen Bruchlinien der künftigen Weltpolitik zweifellos richtig erfaßt und dürfte auch für die nächsten Jahre ein Buch geschrieben haben, an dem niemand vorbeigehen kann und sollte.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kulturdiskussion, 31. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Sehr interessante thesenhafte Darstellung der Entwicklug der Weltgemeinschaft, seit Ende des kalten Krieges.
Aufschlußreiche Darstellung der Zusammenhänge sowohl zwischen den einzelnen Kulturbereichen als auch innerhalb.
Sehr zu empfehlen, wenn man die Hintergründe der aktuellen Konflikt- und Machtbereiche auf dieser Erde verstehen möchte.
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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas zu ausführlich, 3. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat mir insgesamt gefallen. Die politischen Analysen Huntingtons haben Hand und Fuss. Allerdings könnte man das ganze Buch gewiss auf 200 Seiten kürzen, denn er verliert sich in Beschreibungen von Kriegen und Auseinandersetzungen zwischen Ethnien. Schon allein der Titel der deutschen Ausgabe ist völlig falsch, denn das Original heißt: "The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order". Die deutsche Ausgabe müsste also heißen: "Der Zusammenprall der Zivilisationen und die Wiederherstellung der Weltordnung", was genauer wäre. Die Zivilisationen kämpfen zwar miteinander, aber oft tun sie es nicht, sondern es herrscht eine Art kalter Krieg zwischen ihnen und sie konkurrieren miteinander. Der Autor unterscheidet auch zwischen dem Christentum und der Orthodoxie, was völlig falsch ist, denn die orthodoxen Kirchen gehören zum Christentum. Falls es stimmt, dass der Westen seine Macht, seinen Einfluss und seine Technologie an Asien abgeben wird, finde ich das sehr traurig. Ich habe nichts dagegen, dass Japan in der Herstellung von Robotern an erster Stelle steht, aber China ist ein totalitäres Land. Solange es totalitär ist, habe ich etwas dagegen, dass es einflussreich ist. Wenn es irgendwann eine Demokratie werden sollte, stört es mich nicht, wenn es Macht hat. Wenn Huntington heute, im Jahre 2007, dem Buch eine Neuauflage verpassen würde, müsste er das Buch völlig neu schreiben, denn inzwischen hat sich viel verändert. Deshalb ist das Buch auch mit Vorsicht zu geniessen. Es ist einfach nur ein Klassiker.
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Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11
Kampf der Kulturen. SPIEGEL-Edition Band 11 von Samuel P. Huntington (Gebundene Ausgabe - 9. Oktober 2006)
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