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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch für anspruchsvolle und leidensfähige Leser
Zahlreiche Verlage in Deutschland haben eine Übersetzung dieses Werkes von Marias zunächst abgelehnt, und wer die ersten fünfzig oder sechzig Seiten des vorliegenden Werkes liest, kann auch sehr gut verstehen, warum. Das Buch beginnt zwar mit einer starken Szene, die sich später als Klammer des ganzen Werkes erweisen wird, es wird aber zunächst in...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2008 von euripides50

versus
35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zwiespältiger Eindruck
Eine junge Frau geht nach dem Abendessen mit der Familie in ihr Zimmer und schießt sich in die Brust.

Soweit der Aufhänger dieses Romans. Der Autor selber erklärt dazu, er habe zu diesem Ereignis, was sich tatsächlich zugetragen hat, ein Motiv entwickeln und eine Geschichte darum herum entwerfen wollen.

Diese Geschichte...
Veröffentlicht am 26. Februar 2007 von helmut seeger


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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch für anspruchsvolle und leidensfähige Leser, 12. Oktober 2008
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Zahlreiche Verlage in Deutschland haben eine Übersetzung dieses Werkes von Marias zunächst abgelehnt, und wer die ersten fünfzig oder sechzig Seiten des vorliegenden Werkes liest, kann auch sehr gut verstehen, warum. Das Buch beginnt zwar mit einer starken Szene, die sich später als Klammer des ganzen Werkes erweisen wird, es wird aber zunächst in einer derart unpoetisch-protokollartigen Sprache erzählt, das ich jeden verstehen kann, der das Buch zur Seite legt. Auch die seitenweise eingeschobenen, oft recht langatmigen Reflektionen tragen nicht dazu bei, den Leser bei der Stange zu halten ( Hier kann der Autor, der zweimal Milan Kundaera abwertend erwähnt, von dem Tschechen durchaus noch was lernen ). Und welche inhaltliche oder poethologische Funktion die mitunter halbseitenlangen Klammereinschübe haben sollen, wird wohl nur der Autor wissen.
So weit so kritisch. Doch ab etwa Seite siebzig ändert sich das Buch. Eine köstliche Miniatur über einen Schabernack, den sich die dolmetschende Hauptfigur Juan mit dem spanischen Ministerpräsidenten und der englischen Premierministerin ( unschwer als Maggie Thatcher zu erkennen ) erlaubt, bringt den Leser laut zu lachen. Mit der Einführung der Vatergestalt Ranz, der zweiten Hauptperson des Romans, gewinnt das Buch auch psychologisch und erzählerisch an Fahrt. Wie bei einem Bergsteiger, der am Beginn seines Aufstieges auch noch keinen Eindruck von der Topologie des Gesamtmassivs besitzt, schälen sich auch für den Leser, je weiter er mit der Lektüre voranschreitet, die Grundkonturen erst langsam, dann aber immer deutlicher heraus. Schließlich erkennt man, dass der rätselhafte Tod Theresas am Anfang des Romans, die Geschichte der Miriam in Havanna und der unglücklichen Beth in New York, die drei Ehen des Vaters wie auch die gerade erst geschlossene Ehe des Protagonisten Juan kunstvoll verschachtelten Ausläufern und Hügeln gleichen, die jeder für sich einen originellen Zugang zum Themenkosmos des Werkes erlauben, der um Liebe, Beständigkeit und Schuld, aber auch um Zuhören, Erzählen und Schweigen kreist. Wenn man am Ende des Buches das ganze thematische Massiv überschaut, ist man beeindruckt und geneigt, den Autor für manchen stillen Fluch um Vergebung zu bitten. Ich weiß zwar noch immer nicht, ob die ganzen Klammereinschübe und thematischen Exkurse wirklich notwendig waren, verbeuge mich aber trotzdem vor dem Meister, dem es gelingt, nach einem sehr harzigen Start die vielen Fäden seines Werkes zu einem beeindruckenden Ganzen zusammenzufügen. Alles in allem tatsächlich ein anspruchsvolles Buch im wahrsten Sinne des Wortes. Um bei der Bergsteigermetaphorik zu bleiben - hier muss man als Leser mit Eisen und Haken in die Wand, wird aber am Gipfel durch eine beeindruckende Gesamtschau belohnt.
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zwiespältiger Eindruck, 26. Februar 2007
Von 
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Eine junge Frau geht nach dem Abendessen mit der Familie in ihr Zimmer und schießt sich in die Brust.

Soweit der Aufhänger dieses Romans. Der Autor selber erklärt dazu, er habe zu diesem Ereignis, was sich tatsächlich zugetragen hat, ein Motiv entwickeln und eine Geschichte darum herum entwerfen wollen.

Diese Geschichte allerdings hinterlässt zugegebenerweise einen recht zwiespältigen Eindruck. Eine Story, die allenfalls zusammenflickt ist - der Beginn mit dem Selbstmord wirkt mit seinen seitenlangen Schachtelsätzen extrem konstruiert und künstlich, letztlich eine Abfolge von Szenen wie in einem Theaterstück darstellt und mit seitenlangen Assoziationsketten überfrachtet wird, ist in der Tat, wie vom Autor auch nicht beabsichtigt, keine reine Unterhaltungsliteratur.

Dass er am Ende die zu Beginn begonnene Geschichte mit der Selbsttötung wieder aufnimmt und mit der Erklärung für diese Tat aufwartet, kann den Handlungsfaden nicht retten.

Man muss sich hier fragen, ob es der literarischen Qualität Abbruch tut, wenn ein Autor unterhält. Marias scheint letzteres für unter seinem Niveau zu halten.

Ich habe es nie geschafft, mehr als ein paar Seiten am Stück zu lesen und so ein paar Monate für das Buch gebraucht, da es wirklich alles andere als ein Lesevergnügen ist.

Nach umfangreichen assoziativen Gedankenspielen oder belanglosen Ereignissträngen ertappt man sich oft beim Abschalten und fragt sich, was man die letzten Seiten eigentlich gelesen hat.

Ein Buch also, das entweder höchste Konzentration erfordert oder die Aufmerksamkeit auf die paar Szenen beschränkt, die dem Autor in der Tat atemberaubend gut gelungen sind. Ein paar dieser Augenblicke gehören in der Tat zum besten, was ich je gelesen habe.

So wirft Marias einen Blick auf sein frisches Eheleben, wie man ihn sicher wo anders selten finden wird oder er zeichnet die Welt der Dolmetscher als absurdes Widerspiegeln der menschlichen Unfähigkeit, zu kommunizieren.

Auch die Charakterisierung des Vaters des Protagonisten oder seiner Beziehung zu Freunden sind stellenweise außerordentliche Literatur.

Am Ende bleibt aber, wie gesagt, ein zwiespältiger Eindruck. Muss man sich durch 370 Seiten manchmal regelrecht quälen, um die Preziosen herauszupicken. Ich meine, es lohnt sich dennoch. Aber wer vorher aufgibt, dem kann man es auch nicht unbedingt verdenken.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Ohren haben keine Lider, die sich instinktiv vor dem Ausgesprochenen schließen können.", 10. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
"Meine Hände sind so blutig, wie die deinen; doch ich schäme mich, dass mein Herz so weiß ist." Dieses Zitat aus Shakespeares "Macbeth" steht dem Roman voran und bildet den Leitgedanken.
Das erste Kapitel beschreibt minutiös den Freitod einer jungen Frau: den schönen weißen Körper mit einer zerschossenen Brust, das Entsetzen des Vaters, der sich zunächst verschluckt und sich dann übergeben muss, die Hilflosigkeit eines zufällig anwesenden Arztes, die Unbedarftheit des Dienstmädchens, dem es verboten ist, während des Essens im Haus herumzugehen, die Dreistigkeit eines Botenjungen, der den Tumult im Haus nutzt, um sich an der Tafel zu bedienen und schließlich das Mitleid mit Ranz, dem jungen Ehemann, der nun schon zum zweiten Male Witwer geworden ist.
Schon die ersten Seiten entwickeln eine ungeheure Sogkraft und der eine oder andere Leser wird vielleicht enttäuscht sein, dass das zweite Kapitel vierzig Jahre später spielt. Der Ich-Erzähler Juan, der Neffen der Toten, wird auf seiner Hochzeitsreise in Havanna mit einem anderen Mann verwechselt und belauscht schließlich diesen mit dessen Geliebten im Nachbarzimmer. Das Unbehagen, das das Gehörte bei ihm auslöst, überträgt sich auf den Leser, der nun im Hauptteil des Romans Juan näher kennen lernt. Erst am Ende des Romans fügen sich die Episoden, die scheinbar nichts mit dem Anfangskapitel zu tun haben zu einem Ganzen und enthüllen die Gründe für den Tod seiner Tante.
Juan ist nämlich nicht nur der Neffe der Toten, er ist auch Sohn des Witwers aus dessen dritter Ehe. Als Übersetzer reist er um die Welt und dolmetscht sogar ein Gespräch zwischen einem spanischen Gesandten und einer "britischen hohen Würdenträgerin", die unschwer als Margaret Thatcher zu identifizieren ist. Wer Roger Willemsens Interview mit ihr im Hinterkopf hat, wird sich ein Grinsen nicht verkneifen können. Die Chuzpe Juans geht so weit dass er sehr frei übersetzt, um seine Ko- Dolmetscherin zu beeindrucken, was aber ungeahnt zu einem wirklich lebhaften Gedankenaustausch der beiden Politiker führt. In weiteren Episoden denkt er an eine Jugendliebe, seine Vermessenheit zu glauben, sie hätte an seiner Seite ein besseres Leben. Ranz ist ein Kunstexperte, der seine Expertisen allerdings nicht nur entsprechend seinem Wissen abfasst. Der junge Custardo, der Sohn von Ranz` Geschäftspartner, scheint mit seiner latenten Gewalttätigkeit dem Wohl der Familie im Weg zu stehen. Havanna steht nicht nur für die nostalgische Erinnerung der Familie, es scheint auch ein Ort des Verderbens zu sein. Für mich die stärkste Episode ist Juans Besuch bei Berta in New York. Als Single geht sie ungewöhnliche, ja gefährliche Wege, um einen Mann fürs Leben zu gehen. Filmisch umgesetzt wäre dies eine David Lynch-Episode (Einschub: Auch Marias denkt filmisch, wenn Eindrücke mit bestimmten Filmszenen verglichen werden). Zum Schluss gelingt es Juan und Luisa, Ranz die schreckliche Wahrheit zu entlocken. Trotz des Schocks liegt auch etwas Hoffnung darüber, da es Juan und Luisa gemeinsam geschafft haben. Die Ängste Juans über den Verlust der "abstrakten Zukunft", die ihn zu Beginn seiner Ehe plagten, scheinen damit entkräftet.
Wenn ich etwas kritisch anzumerken habe, dann ist der nach meinem Geschmack etwas zu manierierte Stil Marias`. Öfters hangeln sich einzelne Sätze über eine halbe Seite, hypotaktisch, voller Einschübe. Ich weiß nicht, ob es am Autor, Übersetzer oder Herausgeber liegt, einige Inversionen werden mit einer Klammer eingeleitet, die nicht mehr mit einer Klammer enden, so dass sich einige Sätze im Nirgendwo auflösen. Man muss ja nicht Hemingway kopieren. Allerdings steht nicht immer die Satzlänge in direktem Zusammenhang zur Qualität des Romans. Aber das ist nur eine Frage des persönlichen Stils, die hier nicht zu einem Punktabzug führen soll.
Wer sich davon nicht zu sehr beeindrucken lässt, wird mit einer kraftvollen Geschichte reich belohnt. Eine meisterliche Meditation über die Schuld in der vermeintlichen Unschuld, über Sehnsüchte in einer kalten Welt, über die persönliche Verantwortung in einer unübersichtlich gewordenen Welt. Kein Buch für die Straßenbahn. Vielleicht ein Buch fürs Leben.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eins der besten Bücher, 18. November 2007
Von 
Milchbart "marcon" (Münster) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
die ich seit langem las. Ein genialer Stil, sprachgewandt, tolle Assoziation, ja gelungene Abhandlungen zwischendurch, exzellent. Natürlich lässt es sich nicht so mal eben nebenbei in der Straßenbahn runterlesen, doch wenn jemand mehr verlangt von einem Buch, dann ist die Person mit diesem Werk bestens aufgehoben: der Autor lädt zum nach-denken ein. Die Geschichte selber tritt fast in den Hintergrund, es passiert nicht wirklich viel an Handlung im Buch, doch es wird viel geschrieben über Sprache, Übersetzen, Kunst, Fälschung, die Ehe, Vertrauen, Liebe ... Es hat mich in seinen Bann gezogen und es ist für mich ein "Lesediamant".
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Harte Kost, auch für geübte Leser, 17. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Ein junger Mann ergründet das Familiendrama um seinen Vater und dessen Ehen, nachdem er selbst gerade geheiratet hat.

Vorweg, jemand der einen ähnlichen Geschmack wie M. Reich-Ranicki hat wird dieses Buch vermutlich gut finden.

Für mich war es allerdings eine Quälerei. Die Geschichte an sich ist interessant erdacht (daher noch 2 Sterne), aber die Umsetzung ist leider grauenhaft. Der Sprachstil ist langweilig und wirkt durch ellenlange Sätze nur noch schlimmer. Teilweise sind sie über eine Seite lang und mit Verschachtelungen innerhalb von Verschachtelungen. Die wirklich packend geschriebenen Abschnitte kommen leider viel zu kurz, nicht mal eine handvoll gibt es. Mehr davon und eine Kürzung um jede Menge uninteressanter, aber ausschweifend beschriebener Nebenhandlungen und es wäre ein lesenswerte(re)s Buch geworden. Für kein Buch habe ich jemals so lange gebraucht. Oder so oft nochmal auf vorherigen Seiten nachlesen müssen. Oder so oft Sätze neu anfangen müssen. Oder, oder, oder... Nach zweimaligem Abbruch und Neubeginn war ich froh, als es zu Ende war (der Schluss war auch unbefriedigend) und ich es in das unterste Fach des Bücherregals legen konnte.

Ich kann das Buch leider nicht empfehlen.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch!, 20. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Die poetische Sprache, die langen vieldeutigen Sätze, die faszinierenden Übergänge zwischen den eindrucksvollen Bildern und Gedankengängen. Das würde ja schon alleine reichen, aber gleichzeitig ist dies alles so spannend, witzig und anrührend geschrieben, dass man nicht umhinkann dieses Buch zu lieben.

Allerdings muss man auch warnen: Dies ist kein Buch für Sakrileg-Konsumenten, die es gewohnt sind sich im rasenden Tempo mit ausgeschaltenem Gehirn durch den Text durchzuzappen. Daher erklären sich auch die vielen schlechten Bewertungen. Dies ist ein Buch für Genießer, Leser, die für einen Absatz oftmals einen ganzen Nachmittag brauchen und diesen kunstvollen Schreibstil zu schätzen wissen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll, 13. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Normalerweise mag ich keine Sätze, die sich über eine ganze Seite erstrecken und Gedankengänge, die sich immer weiter verzweigen und so vom Hundersten ins Tausendste kommen. Alles das findet sich in diesem Buch und macht meiner Meinung nach sogar das Hauptelement von Marias' Schreistil aus. Doch überraschenderweise war ich in diesem Fall davon begeistert. Die ganze Geschichte ist etwas abstrus und ungewöhnlich. Aber ich fand es absolut faszinierend, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge immer wieder miteinander verflechten und zusammenlaufen. Auf die Auflösung war ich auch so gespannt, dass ich das Buch in 1,5 Tagen gelesen habe. Ich würde es auf jeden Fall empfehlen, und es lohnt sich, sich nicht sofort von Javier Marias' Schreibstil abschrecken zu lassen!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hält nicht, was der Umschlag verspricht, 27. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Auf dem Umschlag ist die entscheidende Szene schnell und ohne Umschweife auf den Punkt gebracht: Braut erschießt sich ohne ersichtlichen Grund nach ihrer Hochzeitsreise. So weit, so gut. Doch was der Autor aus diesem eigentlich ganz interessanten Plot gemacht hat, treibt mir die Tränen in die Augen: sinnlose, völlig hilflos zusammengeflickte Schachtelsätze über bis zu 20 (!!!) Zeilen verwirren, nehmen die Lust aufs Weiterlesen und lassen die anfängliche Spannung schnell im Sande verlaufen. Ohne "roten Faden" springt der Erzähler zwischen dem Tod seiner Tante, seiner eigenen Hochzeit und dem undurchsichtigen Verhältnis zu seinem Vater. Bei vielen Passagen hatte ich den Verdacht, dass der Autor selbst die Orientierung verloren hat und irgendwie nur die leeren Seiten füllen wollte. Fazit: Idee sehr gut, Umsetzung völlig daneben!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe und Tod, 3. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Eine junge Frau tötet sich kurz nach ihrer Hochzeit selbst durch einen Schuß ins Herz. Warum? - Diese Frage stellt sich der Ich-Erzähler Juan 40 Jahre später. Die junge Frau war die Schwester seiner Mutter, die frühere Frau seines Vaters. Und dann gab es da noch die erste Frau seines Vaters, eine junge Kubanerin.

Juan hat selbst gerade geheiratet. Seine Ehe löst in ihm das Vorgefühl einer Katastrophe aus.

In diesem besonderem Buch geht es um Liebe, Ehe und Beziehung und um die Gefühle und Ängste die wir damit verbinden. Wie wäre es ohne den anderen? Der Umgang mit dem Alltag. Die Angst vor Verletzung und Betrug. Eifersucht. Geheimnisse.

Ein sehr spezielles Buch in dem man sich auch oft selber findet.

Für mich persönlich ist Marias Hang zum Detail allerdings zeitweise ein bißchen anstrengend.
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5.0 von 5 Sternen Mein Herz so berührt, 23. April 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Ich empfinde deises Buch als lesenswert. Ich staunte jedes mal, als jede neue Episode mit so einer Genauigkeit in einer perfekten Sprache beschrieben wird, dass man diese Situation, wie eigene Erlebnisse, so real, vor Augen hat. Man ist dabei von Anfang bis Ende. Von Anfang, weil die Spannung aufgebaut wird. Bis Ende, weil die Sprache so fesselt, dass man nicht aufhören möchte zu lesen.

Natürlich konnte man diese Geschichte auf fünfzig Seiten niederschreiben, doch ich bezweifle, dass dem Autor nur das Erzählen der Geschichte wichtig war. Meiner Meinung nach versucht er hier philosophisch Menschen, deren er zufällig begegnet, zu betrachten und zwar aus verschiedenen Blickwinkeln. Und immer wieder gelingt es ihm von Grund auf verschiedene Lebenssituationen miteinander zu verbinden.

"Ich hätte schweigen können und das für immer, aber man glaubt man liebt mehr, weil man Geheimnisse erzählt. Erzählen ist oft ein Geschänk, das größte Geschänk, das man machen kann, die größte Loyalität, der größte Beweis der Liebe und Hingabe." Als ich solche Sätzte gelesen habe, erging mir so, als ob ich das schon immer sagen wollte, aber ich wusste nicht wie ich das ausdrücken soll. Das sind richtige Gefühle, richtig gesagt mit richtigen Worten.

Ich bin beeindruckt. Ich danke dem Javier Marías, dass ich in so eine wundeschöne und gleichzeitig precise Sprache und Fülle von philosophichen Gedanken eintauchen durfte.
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Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1
Mein Herz so weiß. SPIEGEL-Edition Band 1 von Elke Wehr (Gebundene Ausgabe - 14. August 2006)
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