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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Historisch einzigartiger & unfassbarer Kriminalfall aus dem Spätmittelalter
Am 17. Juli 1429 wurde der 24jährige Gilles de Montmorency-Laval, Baron de Rais in Reims von dem dort gerade gekrönten König Karl VII. zum Marschall von Frankreich ernannt. Für seine militärischen Verdienste und als Protektor Jeanne d'Arcs gewährte ihm der französische König auch das Privileg, seinem eigenen Wappen das Wappenzeichen...
Veröffentlicht am 2. November 2006 von timediver®

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gilles de Rais war unschuldig
Bataille sollte Gilles de Rais auf den aktuellen Stand bringen, denn der einstige Marschall von Frankreich und Kampfgefährte der Jeanne d 'Arc ist seit 1992 wieder ein unschuldiger Mann. Jean-Yves Goëau-Brissonnière, der Großmeister der französischen Freimaurerloge hat im gleichen Jahr eine Untersuchungskommission einberufen, die diesen...
Vor 5 Monaten von Edna Green veröffentlicht


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Historisch einzigartiger & unfassbarer Kriminalfall aus dem Spätmittelalter, 2. November 2006
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gilles de Rais: Leben und Prozess eines Kindermörders (Gebundene Ausgabe)
Am 17. Juli 1429 wurde der 24jährige Gilles de Montmorency-Laval, Baron de Rais in Reims von dem dort gerade gekrönten König Karl VII. zum Marschall von Frankreich ernannt. Für seine militärischen Verdienste und als Protektor Jeanne d'Arcs gewährte ihm der französische König auch das Privileg, seinem eigenen Wappen das Wappenzeichen Frankreichs, die Fleur-de-Lis, als Saum hinzuzufügen. Nach Jeannes Tod auf dem Scheiterhaufen in Rouen (1431) zog sich Gilles de Rais, zwar auf seine Güter zurück, behielt jedoch seine geradezu königliche Hofhaltung mit einem Kreis von Rittern, Knappen, Herolden und Priestern bei, die allmählich sein ehemals beträchtliches Vermögen verschlingen sollte. Daneben präsentierte er sich als freigebiger Förderer von Literatur Musik Während seine Bibliothek eine Vielzahl wertvolle Werke vorwies, veranstalte der Baron auch aufwendige Theateraufführungen. Nachdem er wegen seiner enormen finanziellen Schwierigkeiten begonnen hatte seine Besitztümer unter Wert zu verkaufen, hoffte er darauf, seinen verlorenen Reichtum mit Hilfe der Alchemie wiedergewinnen zu können. Während er einerseits große Summen für Geisterbeschwörer ausgab, die den Teufel für seine Ziele einspannen sollten, versuchte er auf der anderen Seite durch großzügige Wohltätigkeit und prachtvolle Gottesdienste das Böse abzuwenden......

....während er als pädophiler Sadist Kinder und Jugendliche, vornehmlich Jungen, entführen ließ, auf entsetzliche Weise missbrauchte und ermordete, bzw. von seinen Mittätern ermorden ließ. Seine entsetzlichen Ritualmorde an mindestens 140 Opfer ließen ihn als einem der berüchtigtsten Serienmörder aller Zeiten in die Kriminalgeschichte eingehen, der jedoch erst dann für seine grauenhaften Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurde, nachdem er die Rechte der Kirche und des Herzogtums verletzt hatte.

Das in Erstauflage bereits 1986 erschienene Sachbuch beginnt mit einer Einführung anhand der Lebensgeschichte Gilles de Rais und einer Chronographie, in der die historischen Ereignisse zwischen 1400 und dem 26.10.1440 aufgelistet sind. Nach weiteren historischen Details, folgt die Darstellung des kirchlichen und weltlichen Strafprozesses mit den Anklagepunkten Geständnissen, Verhörprotokollen, Urteilen und Exekutionen.
Vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Krieges offenbart sich hierbei eine gewalttätige und unmenschliche Zeit, in der das Leben eines Angehörigen der armen Bevölkerung keine Bedeutung besaß. In den feudalen Strukturen des Spätmittelalters befand sich das einstige Rittertum nicht nur im militärischen, sondern auch im moralischen Niedergang, als es zum Raubrittertum mutierte. Georges Bataille ist neben einer objektiven Dokumentation auch eine kriminologische und soziologische Analyse eines der bedeutendsten und unfassbarsten Fälle (cause célèbre) der Kriminalgeschichte gelungen. Hierbei wird auch deutlich, dass trotz umfangreicher Geständnisse des Gilles des Rais, die er ohne Folterung wiederholt abgab (und dadurch keinen Zweifel an seiner Schuld aufkommen ließ) dennoch Zweifel an der Durchführung des Prozesses bestehen, der nach heutigem Verständnis keinesfalls als rechtsstaatlich bezeichnet werden kann. Zudem wirft hinsichtlich der damals üblichen barbarischen Hinrichtungsmethoden (für Mord, Sodomie, Häresie, Nekromantie etc.)auch der geradezu gnadenvoll anmutende Tod am Galgen, zu dem neben Gilles lediglich zwei seiner Komplizen verurteilt wurden, weitere Fragen auf.

Das Buch kann denjenigen Lesern empfohlen werden, die sowohl Interesse am Spätmittelalter, Kriminal- und Prozessgeschichte haben und/oder Siegfried Obermeiers 1994 erschienen Roman "Im Zeichen der Lilie" gelesen haben. 4 Amazonsterne.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gilles de Rais war unschuldig, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Gilles de Rais: Leben und Prozess eines Kindermörders (Gebundene Ausgabe)
Bataille sollte Gilles de Rais auf den aktuellen Stand bringen, denn der einstige Marschall von Frankreich und Kampfgefährte der Jeanne d 'Arc ist seit 1992 wieder ein unschuldiger Mann. Jean-Yves Goëau-Brissonnière, der Großmeister der französischen Freimaurerloge hat im gleichen Jahr eine Untersuchungskommission einberufen, die diesen mittelalterlichen Gerichts-Prozess nochmals aufrollte und zu dem Ergebnis kam, dass de Rais das Opfer einer Intrige geworden war. Die Ergebnisse des Prozesses wurden von Gilbert Prouteau in "Gilles de Rais ou la gueule du loup" dokumentiert. Gilbert Prouteau wies nach, dass die gegen den Baron vorgebrachten Anschuldigungen niemals mit Beweismaterial untermauert wurden, d.h. es wurden weder Leichen noch Knochen der Kinder auf den Besitztümern de Rais gefunden.

Ungeschickterweise hatte de Rais seinen Untergang selbst eingeleitet, als er einen Pfaffen, mit dem er im Dauerstreit lag, aus der Kirche geprügelt und dabei Kirchenrecht und -gebiet verletzt hatte. Danach hatte der Klerus endlich die erforderliche Handhabe de Rais, Poitou und Henriet zu verhaften. Alle drei haben ihre Geständnisse unter der Folter abgelegt.Zwei Sterne gebe ich, weil Bataille ein original getreues Bild von de Rais verschwenderischer Hofhaltung zeigt, die den Marschall letztlich ruiniert hat. Er geht jedoch völlig unkritisch mit der althergebrachten Version um, die de Rais als monsterhaften Schurken stigmatisiert. Allein die Angaben in den Original-Protokollen, dass de Rais die Leichen unter anderem in seinen persönlichen Schlaf-Gemächern gestapelt haben soll, müßten stutzig machen. De Rais war schon ein rechter Haudegen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei solchen infernalen Ausdünstungen in den Räumen noch Lust auf anständige Exzesse hat. Zumal man unter diesen hygienischen Bedingungen früher oder später von einer Seuche dahin gerafft wird, was de Rais als passioniertem Warlord mit Sicherheit bekannt war. Nachdem de Rais bereits seit 22 Jahren öffentlich rehabiliert ist, sollte in der Ausgabe von 2006 nicht noch immer das Gegenteil stehen. Das Leben von de Rais ist auch ohne die Morde faszinierend und sehr interessant ist auch, wie de Rais aufgrund permanenter Geldprobleme versucht, einen Pakt mit dem Teufel zu schliessen. Was damals schon eine wirklich große Sache war, denn es stand die "ewige Verdammnis" darauf, an die de Rais tatsächlich glaubte.

Fazit: Diejenigen, die die de Rais Geschichte in ihren Bann gezogen hat, werden es vermutlich sowieso lesen, weil es keine große Auswahl in deutscher Sprache gibt. Auf Englisch gibt es noch The real Bluebeard von Jean Benedetti, das mir persönlich besser gefällt als Bataille.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen An und für sich interessantes Thema, 13. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Gilles de Rais: Leben und Prozess eines Kindermörders (Gebundene Ausgabe)
Zuerst muss man sagen, dass das Buch durchaus spannend zu lesen ist und das Thema Augen öffnet. Allein Batailles Ansatz, dass de Rais Kindermorde damit zu erklären sind, weil in seiner Gegend irgendeinmal Germanen gelebt haben, die auch alle wild herumgemordet haben, weil sie nämlich nicht wie die Kelten von weisen Druiden angeführt wurden, ist traurig und macht das Werk in bataillescher Manier formuliert nicht besser zu lesen als "Mein Kampf" (wobei ich darüber nur mutmaßen kann).

Es ist irgendwie perfide den grausamen Mord an zahlreichen Kindern zu satanischen Ritualmorden durch über Urzeiten überlebende germanische Gebräuche zu erklären.
Es zeugt von wenig Achtung vor den Opfern, die man leicht vernachlässigen kann, weil es ist ja eh schon so lange her ist.

Ein scharfsinniger Mensch braucht sicher auch sein Fünkchen Hoffnung, dass menschliche Bestialitäten mit irgendwas, egal was, eng umreißbaren zu erklären sind, aber empfehlenwerst macht so ein Ansatz ein Buch nicht.

Ich kann nicht auschließen, und ja es mag so sein, dass in allen, ALLEN religiösen Kulten Dinge überdauert haben, auch Bräuche, die Menschen morden lassen und vielleicht war der Rais wirklich durch solche Bräuche inspiriert. Ich weiß es nicht, Bataille weiß es nicht, niemand weiß es. Aber wenn schon dieser Ansatz, dann müssen auch die Kelten her. Die waren schließlich die Kopfjäger und haben die Köpfe abgetrennt, wie de Rais. Und das öffnen der Halsschlagader, das findet man auch in vielen, vielen Opferkulten.

Kult hin oder her, es ist schon der Ausführende, der es über das Herz bringt so etwas zu tun.
Ich mag nicht brillant sein wie Bataille, aber der gesunde Menschenverstand lässt mich von diesem Buch abraten oder zuraten, es kritisch zu lesen.
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Gilles de Rais: Leben und Prozess eines Kindermörders
Gilles de Rais: Leben und Prozess eines Kindermörders von Georges Bataille (Gebundene Ausgabe - Oktober 2006)
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