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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Reformbewegung als Voraussetzung für 1968 und Neo-Ökos,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880 bis 1933 (Gebundene Ausgabe)
In diesem umfangreichen Werk berichten zahlreiche Autoren über die erste Alternativbewegung, die (Lebens-) Reformbewegung, die sich seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ' insbesondere in Deutschland und der Schweiz ' für eine Lebensreform engagierte. Sie entstand als Reaktion auf die technischen Entwicklungen (gerade auch in der Lebensmittelverarbeitung) und des zunehmenden Materialismus und man propagierte eine naturnahe Lebensweise und Agrarkultur, Tier- und Heimatschutz, gesunde und möglichst vegetarische Ernährung mit kontrollierten oder gar keinem Alkohlgenuss, 'Reformkleidung' (gegen das Übel der Taillenverschnürung), Naturheilverfahren, Freikörperkultur (mit Licht- und Luftbädern ohne sexualisierende Kleidung), aber auch Initiativen gegen die damalige Prüderie (Sexualreform, z.T. 'freie' Ehe), naturnahe Gärten (später Landkommunen/vegetarische Siedlungen) und Künstlerkolonien (Jugendstil und neue Musik) mit lebens- und bodenreformerischen Ansätzen. Außerdem sind die 'Wandervögel', Naturfreunde und verschiedene spirituelle Strömungen (wie Freireligiöse, religiöse Sozialisten,Theosophie und Anthroposophie) zu nennen.Es ging um die Balance von Körper, Geist und Seele in einem Einklang mit der Natur im Sinne von 'natürlich gesund leben'. Ein gut bebildertes Kompendium, welches das Thema recht vielgestaltig aufgreift. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Brauchbarer Überblick,
Rezension bezieht sich auf: Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880 bis 1933 (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch habe ich in einer Buchhandlung auf dem Grabbeltisch gefunden und mitgenommen, weil mich der Titel angesprochen hat. Das Buch behandelt deutsche Reformbewegungen, die nach der Reichsgründung und in der Weimarer Republik aufkamen und wohl vor allem als Reaktionen auf die Brüche der Modernisierung, der starren Repräsentativkultur der Wilhelminischen Ära und als Suche nach dem spezifischen Deutschen zu verstehen sind. Der Stoff wird von verschiedenen Autoren aufbereitet, die im Anhang des Buches kurz vorgestellt werden, und ist in acht Abschnitte eingeteilt, denen jeweils ein kurzer einführender Text vorangestellt ist.Was mir gefallen hat, ist die Aufmachung des Buches. Es hat sehr breite Ränder, die auch optisch abgesetzt sind. Diese Ränder werden benutzt, um die Anmerkungen als Marginalien auszuführen, eine Lösung, die ich schöner finde als die normalerweise gebräuchlichen Fußnoten. Das Buch weist zudem eine große Anzahl gut gewählter Abbildungen auf, so daß es einen wertigen Eindruck macht. Ich hätte mir gewünscht, daß man in der Kopfzeile der Seite nicht auf beiden Seiten das Thema des Aufsatzes angedruckt hätte, sondern nur auf der einen und auf der anderen Seite entweder den Verfasser oder den Abschnitt, zu dem der Aufsatz gehört. Aber das ist eine Kleinigkeit. Nicht so gut fand ich die zahlreichen Druckfehler; insbesondere die Eigennamen sollten doch richtig geschrieben werden. Einige sinnentstellende Grammatikfehler haben sich auch eingeschlichen. Die Artikel empfand ich als von sehr unterschiedlicher Qualität. Viele waren auch für mich als Neueinsteiger in die Themen instruktiv, bei einigen hatte ich hingegen das Gefühl, ich hätte zum Verständnis mehr Vorkenntnisse gebraucht - was meinem Verständnis nach nicht Sinn eines Handbuchs sein sollte -, und bei einigen fand ich die Behandlung zu oberflächlich. Auch sprachlich bewegten sich nicht alle auf dem gleichen Niveau. Neben gut verständlichen Artikeln gab es auch solche, vor deren Verfassung sich die Autoren offensichtlich am Fremdwörterbuch für angehende Soziologen berauscht hatten. Bei einigen Autoren hatte ich zudem das Gefühl mangelnder Distanz zum behandelten Thema. Das gilt besonders für die Artikel über Anthroposophie und über biologisch-dynamischen Landbau. Einige Werturteile fand ich für ein Handbuch, das in meinen Augen eine einführende Darstellung, aber keine polemischen Stellungnahmen enthalten sollte, unangemessen. Beispiele: "In den 1970 setzten sich Frauen [...] für die Abschaffung jenes [...] (§218) ein, der [...] der einzelnen Frau die Verfügungsgewalt über ihren Leib nimmt und an Staat und Ärzte delegiert." (S.178) "Solange [...] der industrialisierte Norden den Süden rücksichtslos ausplündert ..." (S. 287) "In Deutschland bedurfte es im 20. Jahrhundert noch stets eines verlorenen Krieges, um anschließend zaghafte Reformen wenigestens des Erziehungswesens in Gang zu setzen, ..." (S. 317) Als Überblick über die Wurzeln vieler Bewegungen, die uns auch heute noch begleiten, ist das Buch aber trotzdem brauchbar. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880 bis 1933 von Jürgen Reulecke (Gebundene Ausgabe - 1998)
Gebraucht & neu ab: EUR 62,00
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