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Arbeit und Struktur
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2014
Es gibt ganz wenige Bücher, in denen 'Welt', 'Ich' 'Der Autor' eins werden können. Vor 40 Jahren 'Die Pest' gelesen, vor 20 'Die 40 Tage des Mussadagh' und jetzt dieses. Das Buch findet natürlich meine Zustimmung in allen explizit behandelten Themen wie radikale Abkehr von Religion/Religiosität, Lächerlichkeit der Esoterik, Bejahung der Naturwissenschaft als Basis allen Fortschritts, Bekenntnis zur Selbsttötung als Teil eines positiven Lebensentwurfes - aber da ist viel mehr: freudvolle Melancholie, tiefes Mitgefühl mit den Lieben und Freunden, Zorn jenen,die es verdienen (der Nachbar mit der ewig überdrehten Stereoanlage)und selbstverständlich das Gegenhalten gegen den Tod - das Beharren auf Fussball, Radfahren, Schwimmen selbst in grosser Desorientierung bis hin zur Depersonalisierung.
Wie bei den eingangs erwähnten Büchern bin ich zutiefst erschüttert - im Gefühl viel gelernt und ein sprachlich wunderbares Werk deutschsprachiger Literatur gelesen zu haben.
Wilfried
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. März 2014
Es ist schwer dieses Buch zu kommentieren. Sollte man sich lieber in Stille üben,…..vielleicht.
Warum liest man solche Bücher überhaupt. Man erhofft wieder eine Antwort zu finden. Tagtäglich werden wir mit dem Tod konfrontiert und blenden ihn aus bis es uns selbst betreffen mag. Die letzte Wahrheit und die Auflösung aller Rollen.
Man kann sich in dieser Zeit vor Aufregung kaum noch zurückziehen. Was hätte Herr Herrndorf dafür gegeben sich noch etwas weiter aufzuregen.
Es ist komisch, ich lese wie schnell das Leben zu Ende sein kann und werde mich wahrscheinlich morgen wieder aufregen . Wie kurios das Leben zu uns allen ist. Da hat man sein ganzes Leben keinen Geldsegen, schreibt einen Bestseller und dann das.
Was bleibt Respekt und Achtung, auch vor diesem Werk , dem Tod und trotzdem hat es ein paar Seiten gedauert bis ich warm geworden bin.
Vielleicht ist aber auch ein Grund solche Bücher zu lesen, der Grund es hier zu erreichen . Die komplette Verabschiedung aus dieser Welt und der Gedanken darüber. Ich weiß weder wer noch wo ich hier eigentlich bin wie schon Herr Herrndorf einfügt.
Manchmal ist es für mich erstaunlich wie ein Mensch den Glauben und auch die so genannte Esoterik komplett vertäufelt. Natürlich respektiere ich diese Meinung. Aber wenn man schon Zweifel an der Existenz anmeldet so stehen die Chancen doch 50:50 auf eine Belehrung.
Würden sie bei dieser Chance nicht Lotto spielen gehen. Das lasse ich mal so stehen.
Kann mann sich in Arbeit und Struktur flüchten. Bis zu einem gewissen Grade heilsam. Mir fällt da ein Zitat von Dostojewski ein das mich schon seit längerem begleitet: "Mancher denkt sich Abenteuer aus und ganze Romane und dichtet sich das Leben zurecht, um wenigstens auf diese Weise nach Wunsch zu leben".
Mich verwundert immer wenn Menschen alles ausschließen können. Wenn ich mir die Welt zur Zeit so betrachte fühle ich mich als Verrückter unter Verrückten. Wir werden alle zu Eremiten.

Ich habe den Kauf nicht bereut, muss aber trotz der Demut gestehen , das die Werke "Leben" und "Noch eine Runde auf dem Karussell" eher mein Fall waren. Deshalb auch nur vier Sterne.
Jeder ist so wie er ist, das macht die Vielfalt aus.

Beenden möchte ich mit dem letzten Eintrag aus Herrn Herrndorfs Blog:

Schluss

Wolfgang Herrndorf hat sich am Montag, den 26. August 2013 gegen 23.15 Uhr am Ufer des Hohenzollernkanals erschossen.

Was folgt ist Stille……………...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wolfgang Herrndorf kannte ich als Verfasser von "Tschick" und "Sand". Tschick hat mich begeistert. Dann erfuhr ich von seiner Erkrankung und seinem Anschreiben gegen den Tumor. Dann las ich Sand. Dieses Buch hat mir nicht gefallen. Dann erst stieß ich - eher zufällig - auf den Blog. Von Anfang an hat mich dieser Blog mitgenommen. Wie kaum jemals ein Stück Literatur. Sehr beeindruckend fand ich seinen Mut, gegen den Tumor und die Verzweiflung anzuschreiben und die Präzision und Ehrlichkeit, wie er sich mit der Tatsache des möglicherweise unmittelbar bevorstehenden eigenen Endes auseinander setzte. Bei mir entstand ein beinahe vertraut wirkendes Bild von einem Menschen, obwohl ich ihn nie getroffen habe. Ich überraschte mich bei dem Gedanken, dass ich den Verfasser diese Blogs besser kannte oder ich mehr an ihm Anteil nahm als am dem Leben manches sehr engen Angehörigen..
Über Monate habe ich fast täglich an ihn gedacht, innerlich mitgezittert und alle paar Tage den Blog von Wolfgang Herrndorf geöffnet und mit Erleichterung reagiert, wenn er sich dort zu Wort gemeldet hatte. Auch schrecklich klingende Nachrichten waren erst einmal gute Nachrichten.
Ich hatte das Bedürfnis, Herrn Herrndorf meinen Respekt zu bekunden. Aber ich fand es stets unpassend, ihm zu schreiben. Ich mag weder Gaffer auf der Autobahn noch das Phänomen der Groupies und Wichtigtuer in der Kunst- und Literaturszene. Und ich fühlte mich von davon überfordert, mich einerseits von den Gaffern, Groupies und Wichtigtuern abzugrenzen und ihm gleichzeitig zu vermitteln, dass ich mit ihm fühlen würde. Denn die Absurdität dieses Ansatzes erschien mir nicht auflösbar. Zu unerklärlich erschien es mir, dass ich mit jemandem mitfühlte, der mir persönlich nie begegnet war und der mir doch - auch wenn das vermessen klingt - nahe stand.
Dabei hätte ich es vielleicht doch tun sollen. Denn was er als Schriftsteller mit seinen Texten erreichte, hätte ihm vielleicht Trost gegeben oder eine Freude gemacht.
Wolfgang Herrndorf hat gegen die Verzweiflung und das vermeintliche oder tatsächliche Todesurteil angeschrieben. Und das ist etwas, was mich sehr beeindruckt hat. Meine Anerkennung und mein Respekt gehören diesem Menschen. Ich trauere um ihn.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...zwei der Kategorien kontrolliere und die Natur nur eine – ein letzter Triumph des Geistes über das Gemüse" (198). Schreiben, etwas Erschaffen, in Erwartung des sicheren Todes. Wenige Wochen nachdem bei ihm ein unheilbarer Hirntumor diagnostiziert wurde, eröffnete Wolfgang Herrndorf seinen Blog, in dem er seinen Alltag mit der Krankheit mal lakonisch, mal zynisch, mal sarkastisch, mal humorvoll und mal verzweifelt kommentiert. Kurz nach Herrndorfs Selbstmord am 26. August 2013 am Hohenzollernkanal in Berlin, wurde der komplette Blog in Buchform unter dem Titel "Arbeit und Struktur" veröffentlicht. Dieses tief beeindruckende Dokument eines Mannes, der versucht, an seiner Krankheit nicht mental zu Grunde zu gehen, wird keinen kalt lassen und bereitet unvergessliche Lesestunden.

Konfrontiert mit einer lebensbedrohlichen Diagnose, stellt sich wohl jeder Mensch die Frage, sei es bewusst oder unbewusst, was für ihn das Leben eigentlich im Wesentlichen bedeutet, worin er so etwas wie Sinn sieht, und wann für ihn die Grenze zum bloßen Hinvegetieren eigentlich überschritten ist. Für den Sprachästheten Herrndorf gab es da eine klare Grenze: "Unter Leben verstehe ich ein schmerzfreies Leben mit der Möglichkeit zur Kommunikation" (335). Ist es für einen Schriftsteller noch Leben, wenn er, da der Tumor zunehmend epileptische Anfälle und Wahrnehmungsstörungen hervorruft, nicht mehr schreiben kann? Nein, sagt Herrndorf, und macht sich wie besessen an die Arbeit, welche uns die großartigen und preisgekrönten Jugendromane Tschick und Sand beschert hat. Des Weiteren besorgt er sich schon recht bald nach der Diagnose eine Pistole und kommentiert die befreiende Wirkung dieser Maßnahme sarkastisch mit den Worten: "Die mittlerweile gelöste Frage der Exitstrategie hat eine so durchschlagende Wirkung, dass unklar ist, warum das nicht die Krankenkasse bezahlt. Globili ja, Bazooka nein. Schwachköpfe" (79).

Religion? Nichts für Herrndorf: "Priester sind mit Waffengewalt von mir fernzuhalten" (54) fordert er vehement. Trost sucht er nicht in den Unendlichkeitsversprechen der Religionen, sondern in der Konfrontation mit der Realität, wie sie sich unserem Bewusstsein erschließt: "Der Versuch, sich selbst zu verwalten, sich fortzuschreiben, der Kampf gegen die Zeit, der Kampf gegen den Tod, der sinnlose Kampf gegen die Sinnlosigkeit eines idiotischen, bewusstlosen Kosmos, und mit einem Faustkeil in der erhobenen Hand steht man da auf der Spitze des Berges, um dem herabstürzenden Asteroiden noch mal richtig die Meinung zu sagen" (214). Sinn bedeutet für Herrndorf Schreiben, Kommunizieren, seine Freunde, seine Fußballtruppe, die ganzen menschlich-allzumenschlichen Dinge, die ein Leben erst lebenswert machen, und die uns erst bewusst werden, wenn wir realisieren, dass diese unwiederbringlich verloren sind: "Ich höre kaum zu. Während Prof. Moskopp redet, fällt mir ein, dass ich mich nie wieder verlieben werde, nie wieder wird sich jemand in mich verlieben. Stinkend und krebszerfressen" (106).

Fazit: Dreieinhalb Jahre Kampf, Reflexion und eine nahezu grenzenlose Produktivität. In "Arbeit und Struktur" wird die gesamte emotionale Bandbreite, der ein Mensch, konfrontiert, mit seinem baldigen Ableben, ausgesetzt ist, deutlich. Es ist diese auf jeder Seite spürbare Authentizität, verbunden mit Herrndorfs Sprachgenialität, die diesem Buch seine enorme Wucht verleihen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2013
Es ist mir ziemlich egal, ob es PR Strategie war, das Buch um die Adventszeit herauszubringen um möglichst viel von der Besinnlichkeit der Menschen um Weihnachten herum auffangen zu können. Es ist mir auch ziemlich gleich, ob oder welche Autoren oder Lektoren sich in Herrndorfs Buch/Blog wieder finden, womöglich mit der Absicht hier irgendwen populärer machen zu wollen. Dieses Buch hat bei mir tiefer gegriffen und ohne diese Anmerkungen in einigen Rezensionen wäre ich auf diese Oberflächlichkeiten nicht einmal aufmerksam geworden.

Denn Herrndorf schafft in diesem Buch vielmehr, viel Grundlegenderes. Er reißt den Leser mit in die verschiedensten Zustände seiner Selbst, er schafft es, ihn mittels einer präzisen, beinahe phänomenologischen Beschreibung, in so abstrakte Befindlichkeiten wie Manie oder Wahn mit hinein- und ihn anscheinend parallel mit sich selbst wieder dort hinauszuführen. Und dies auf ganz anti-pseudophilosophische Weise, weil er es selbst nicht versteht, weil er parallel zum ersten Mal diese Erfahrungen macht. Doch bei alledem besitzt er die Fähigkeit, es aufzuschreiben, eher, es "MITzuschreiben", es auszudrücken und zugänglich machen zu können.

Und hier wird es unwichitg, ob sein Blog nur ein weiterer unter vielen anderen (oft zynisch als "Sterbeblogs" bezeichneten) ist; es wird unwesentlich, zu welcher Jahreszeit dieses Buch veröffentlicht wurde und wer oder was in Nebensätzen erwähnt wird.
Dieses Buch hat allein durch die Fähigkeit des Autors eine so existenzialistische Wucht, eine solche Stoßkraft, die es vermag, einen auch ohne die Diagnose "Hirntumor" über sein Leben nachdenken zu lassen, so kitschig das auch klingt. Dass ich schon vorher dieses entsetzliche Ende kenne - natürlich macht diese Tragik etwas mit mir und natürlich beeinflusst das mein Grundgefühl beim Lesen! Und trotzdem bin ich immer wieder begeistert von Herrndorfs Fähigkeit, das alles ausdrücken zu können.

Dieses Buch macht etwas mit mir. Und das ist das Höchste, was ein Buch tun kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2014
was dann kommt ist unfassbar, was für ein Glück das er sich fast bist zum Letzt noch so gut ausdrücken konnte!
Mein Mann starb am 5 August 1993 , Glioblastrom , unheilbar!!! Bei Ihm war das Sprachcentrum betroffen, unter andren,
wir waren dem zu folge sprachlos. Danke Wolfgang, ich glaube du hast mir vieles gesagt was er mir nicht sagen konnte.

Joyce
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2014
Egal ob Blog in Buchform,Roman, Erzählung oder was auch immer,dieses Buch hinterläßt Spuren...garantiert!
Unwillkürlich schaut man in den eigenen Lebensspiegel und der nahende Tod schwebt über allem.Teilweise überaus witzig,
aber sehr schnell bleibt einem das Lachen im Halse stecken.Herrndorf schildert seine letzten drei Jahre sehr literarisch,aber dennoch einfach und geradeheraus.Dieses Buch hat einen langen Nachhall und kann einem Leser,der sich darauf einläßt, eine große Bereicherung sein.Mein bestes Buch 2013!!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. November 2014
Man könnte heulen und schreien, wenn man das Buch aus der Hand legt! Ein so sprachgewaltiges und berührendes Werk habe ich lange nicht mehr gelesen; für mich ist es das beste Buch von Wolfgang Herrndorf überhaupt. Beeindruckt hat mich auch vor allem seine umfassende Bildung, die so gar nichts mit Bildungshuberei, einem miefigen Bildungskanon oder mit bildungsbürgerlicher Fassade zu tun hat, dafür aber alles mit echtem Bildungshunger, geboren aus Neugier und Unvoreingenommenheit.

Ein Buch für alle, deren Beschäftigung mit Literatur einer intrinsischen Motivation entspringt, aber auch für alle, die sich für den desaströsen Umgang mit unseren Kranken in dieser Gesellschaft interessieren. Denn Herrndorf hält uns den Spiegel vor, weil er seine Krankengeschichte so nüchtern und niemals larmoyant erzählt und doch immer seine tiefe existenzielle Verzweiflung spürbar bleibt, welche die Realität des unheilbar Erkrankten ab Diagnosestellung von der der Gesunden so fundamental unterscheidet. "Es gibt uns nicht. Wir sind schon vergangen.", schreibt Herrndorf. Etwas Traurigeres lässt sich zur Unterscheidung von unheilbar Kranken und Gesunden nicht sagen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2014
Ein Buch ist in meinen Augen dann gut, wenn der Inhalt, der transportiert werden soll in die dafür perfekte Form gegossen wird. Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf ist so ein Buch. Die absolut freie Textform eines Blog smit seinen kurzen Abschnitten, der Reflexionsmöglichkeit, passt hervorragend zu den durch Rückschläge, Verzweiflung, Hoffnung, zerstückelten letzten Lebensjahren des Autors. Herrndorf ringt bis zuletzt um die Sprache, weil sie für ihn die Verbindung zur Welt ist, die Treppe, auf der er eine Metaebene finden kann, um über die Krankheit, dieses unaussprechlich Furchtbare, zu reden. Er schreibt gegen das Sterben, die Hilflosigkeit, gegen alle Prognosen und Überlebenskurven.
Am Ende fürchtet der Leser jede gelesene Seite, die ihn beim Umblättern dem unausweichlichen Ende näherbringt. Schließlich istt es vorbei, aber es war gut. Er hat alles richtig gemacht.
Das Buch macht Mut, gibt Demut, Hoffnung und zeigt worauf es ankommt: Arbeit und Struktur: Ich wünsche dem Buch viele Leser.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Dezember 2013
Vielen Dank, dass der Blog als Buch erschienen ist. Auch ich habe mich kurz gefragt, ob ich Seite um Seite ausdrucke und dann schämte ich mich irgendwie dafür. Was solls? Ich hoffe darauf, dass ich noch mehr von diesen liebenswürdigen Menschen lesen darf - mir egal, wer damit wieviel verdient, sowas von egal. Ich las irgendwo, dass Troglodyten diesem Sterbenden sogar vorwarfen, seine Abwesenheit vom Zirkus sei Mache - fahrt einfach zur Hölle...
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