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Kundenrezensionen

6
3,2 von 5 Sternen
Der wahre Sohn
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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am 7. März 2014
Olaf Kühl (Jg. 1955) hat als Slawistiker jahrelang aus dem Polnischen und Russischen übersetzt, bis er mit seinem zweiten Buch “Der wahre Sohn” 2013 gleich auf der Auswahlliste zum deutschen Buchpreis gelandet ist.

Und der Leseteufel kann das gut verstehen, denn im Gegensatz zu vielen anderen seiner Zunft kann Kühl hervorragend mit Sprache umgehen. Es hat ja einen besonderen Reiz, wenn einmal nicht amerikanische Sprachfetzen durch einen Roman geistern, sondern russische, auch in kyrillischen Buchstaben gedruckt.

Worum geht es? Konrad Krinitzki, Enddreißiger, in einer abgestandenen Beziehung in Berlin lebend, spürt für eine Versicherung nach Osteuropa verschobene deutsche Luxuslimousinen auf. Diesmal muss er in Kiew einen gestohlenen Mercedes 500 finden. Er ermittelt voller Eifer, wenn auch mit eigenwilligen Methoden, unterstützt von einem ukrainischen Rechtsanwalt. Der Leseteufel folgt Konrad bereitwillig durch die exotisch benannten Straßen Kiews, glaubt gern, dass Kühl mehrere Monate in der Stadt recherchiert hat.

Als Konrad erfährt, dass der Besitzer des Mercedes, ein alter Oberst, verstorben ist, das Auto verschwunden, macht er sich an die 86jährige Witwe Svetlana heran, bei der er sich schließlich einmietet. Arkadji, ihren 60jähriger Sohn, hat sie in die Psychiatrie abgeschoben, wo Konrad sich in dessen Krankenakte verbeißt. Was das alles mit dem Auto zu tun haben soll, verstehen weder Leseteufel noch Auftraggeber.
Konrad gerät immer mehr in den Sog dieser undurchsichtigen Familiengeschichte, kann sie irgendwann nicht mehr trennen von seiner eigenen als ebenfalls ungeliebter, von seiner Mutter verlassener Sohn.
Das alles wirkt in seiner Irrationalität, von Träumen und Wahnvorstellungen durchwoben, durchaus suggestiv, reicht aber dem ambitionierten Autor nicht.

Und so müssen (deshalb die steinalte Svetlana) auch noch die deutschen Verbrechen in der Ukraine während der Nazizeit aufgearbeitet werden, samt einem alten schwulen Nazi-Onkel Konrads, der immer wieder zitiert wird und die Familiengeschichte reichlich verkompliziert.

Der klassische deutsche Selbsthass geht mit Kühl durch: “Slubice ist verdorbenes Slawentum, ein aufgegebenes deutsches Dorf, das noch zu keiner neuen Identität gefunden hat.” (S. 11) - “Wenn Slawen plötzlich deutsche Tugenden annehmen, werden sie unausstehlich”. (S. 85)

Kein Wunder, dass das alles kein gutes Ende findet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2014
Dieser Roman weiß nicht, was er sein will: Detektivstory, Familiengeschichte, "Roadmovie"... Von allem etwas aber nichts richtig.
Ich habe mich bis zur Hälfte der Geschichte durchgekämpft und nun aufgegeben.Das passiert mir sehr selten, aber die eigentliche Handlung ist so dürftig, dass das Lesen zur Qual wird.Das offenbarte Familiendrama ist wenig interessant. Die Wendungen unspektakulär.
Mir wurde der Roman als stiller, feiner Text angepriesen. Das ist er aber nicht. Er ist nur eines: unsagbar öde.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es war der erste Geschäftstag nach Weihnachten. Das Belletristik-Regal meiner Buchhandlung war ziemlich ausgedünnt und daher schön übersichtlich. Die Titel, die mich interessierten, waren alle nicht da. Also mal schauen. Da fiel mir der niveauvoll gestaltete Einband von „Der wahre Sohn“ in die Hände. Olaf Kühl? Nie gehört. Auf dem Umschlagklapper keine Pressestimmen, sondern eine Leseprobe. Nicht schlecht. Dazu noch Longlist-Titel 2013 – gekauft.

Zuhause dann, nach den ersten hundert Seiten – Enttäuschung, Ärger, Wut! Was ist das denn? Eine Kriminalstory auf Jerry Cotton-Niveau! Nein, noch nicht mal. Da will mir doch der Autor einreden, dass der Vorstand eines großen Konzerns seinen Job riskiert, in dem er seinen Firmenwagen klauen lässt, nur damit er sechs Monate früher das neue Modell bekommt. Für wie blöd...? Dazu präsentiert sich der Protagonist als der unprofessionellste Ermittler der Welt. Stolpert in der Nachwende-Ukraine von einem Fettnäpfchen ins nächste.

Ungnädiges Augenrollen beim Leser. Aufhören? Weiterlesen? Mal schauen – fünfzig Seiten wollte ich dem Roman noch geben. Und dann auf einmal hatte er mich. Plötzlich war klar, dass es hier nicht um den Diebstahl eines Autos geht.

Das ist kein drittklassiger Kriminalroman, sondern ein erstklassiger Familienroman! Mit skurrilen Charakteren wie Svetlana, die auch mit 86 Jahren noch mit ihren weiblichen Reizen kokettiert. Oder dem falschen Sohn Arkadij, der seit Jahren in der Psychiatrie vor sich hindämmert. Mit Olha, dem verschwundenen Kindermädchen und mit Konrad, dem fast schon tollpatschigen Ermittler, mittendrin. Das alles hatte etwas schräges, morbides, je fast schon kafkaeskes.

Also nicht aufhören. Weiterlesen - es lohnt sich. Und positiv erwähnt werden sollte auch, dass der Titel des Buches tatsächlich Sinn macht. Das scheint in letzter Zeit ein wenig unmodern geworden zu sein. Nein, in Olaf Kühls Roman taucht tatsächlich „der wahre Sohn“ noch auf. Und verhilft der Story zu einem fulminanten Showdown. Fast schon wie einem echten Kriminalroman - aber einen, den Kafka hätte schreiben können.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. November 2013
eine beschreibung der Handlung läßt sich gerne bei den anderen Rezensienten nachlesen, ich sehe davon ab.
Olaf Kühl beschreibt sehr detailversessen die Mentaltät der Bewohner der Ukraine, er gibt einen einzigartigen Überblick der ukrainischen Kriegs und Nachkriegsgeschichte, die Besiedelungsversuche der russisch dominierten Sowjetunion und den gegenwärtigen Zustand des ehemaligen großen Teils der UDSSR. Auch die Kriegsgreuel der Wehrmacht finden Erwähnung, die Bedeutung der damaligen deutschen Invasion für die damaligen Einwohner und die folgende Rückeroberung. Interessant darin sind die Hoffnungen der Bewohner eines Landes, die entstehen, wenn sich die imperialen Ideen der jeweiligen Besatzer festsetzten.
Kühls Charakteure sind gut ausgefeilt, wirklich besondere Charakteure die alle durch den Wahnsinn des eigenen Schicksals strampeln und es nicht immer schaffen, dabei ihr eigenes Gesicht zu wahren. Das ist sehr ergiebig. Sei es die Hauptfigur, Konrad Krynitzki, der früh die Mutter verloren hat und von einem überaus strengen Vater großgezogen wurde und sich desillusioniert durch das Leben treiben läßt, oder Svetlana, eine ehemals glühende Verehrerin des Sowietischen Sozialismus, die sich von politischen Opportunismaus großen persönlichen Erfolg versprach oder eben deren verrückter Adoptivsohn, der seine Mutter in der Haushälterin Olha suchte und darüber zerbrochen ist, dass man sich die Mutter im Leben nur einmal aussuchen kann.
Sie alle verlieren sich im Getriebe der Zeit und sind nicht fähig sich das Verlorensein einzugestehen, können die einmal selbst auferlegten Glaubenssätze nie wieder loslassen (auch wenn sie das selbst noch so sehr wollen) und scheitern daran.
Man sollte zum Lesen für diesen Roman etwas Zeit mitbringen, er ist wirklich vielschichtig und passt sich dem Tempo der heutigen Zeit nicht an. Man wird eingebremst, spürt, dass alles ein wenig langsamer läuft, in anderen Staaten, dass die menschlichen Gesetzte, die wir in Mitteleuropa haben, dort nicht ein zu eins anzuwenden sind, dass der Begriff der Menschlichkeit in einem Land das von der Geschichte derartig herumgeschubst wurde, ein Anderer ist.
Kühls Sprachrytmus ist manchmal ebenso gewöhnungsbedürftig (dafür ziehe ich ihm einen Stern ab), er erscheint mir an manchen stellen etwas holprig wird zur Mitte hin jedoch stimmiger und endet in einem für mich absolut fulminanten Schluss.
Das letzte Viertel des Buches halte ich für ganz große Literatur.
Es hat mir Spaß gemacht, mich darauf einzulassen und eine ganz andere Sichtweise der Dinge kennenzulernen, einen Einblick in eine ganz und gar fremdartige Welt zu erhalten, die dann in ihrer kruden Logik plötzlich wieder vertraut erscheint. Ein tolles Buch über das Leben und über das, was passiert wenn man es nicht schafft sich über das eigene schicksal zu erheben und wenn man sich weigert die Veränderungen anzuerkennen.
Aber ein Krimi ist es ganz gewiss nicht.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
*

Nach seinem Debütroman vor zwei Jahren bringt Olaf Kühl nun seinen zweiten Roman, "Der wahre Sohn", heraus und wird stande pede für den deutschen Buchpreis 2013 nominiert!

Kühl zog für die Recherchen zu diesem Roman monatelang in eine Plattenbauwohnung nach Kiew, um die Atmosphäre für diesen Roman aufzunehmen. Sein Held soll ein
gestohlenes Luxusfahrzeug zurückholen und verstrickt sich in der Ukraine immer mehr in Machenschaften, bis er selbst zum Gejagten wird. Diesen Roman habe ich an einem
Abend mit angehaltenem Atem gelesen. Es gibt überraschende Wendepunkte, eine sehr plastische Milieubeschreibung, der Roman ist anspruchsvoll und wirklich spannend!

Ich mochte ihn und kann ihn nur empfehlen!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bis auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2013 hat es der zweite Roman eines Mannes geschafft, der bisher vor allem als deutsch-polnischer Übersetzer bekannt ist und als solcher 2005 sogar mit einem einschlägigen Preis ausgezeichnet worden ist: Olaf Kühl.

„Der wahre Sohn“ heißt sein neues Buch. Es handelt von einem Mann namens Konrad, der sich in den 90er-Jahren für eine deutsche Versicherung in Kiew auf die Suche nach einem gestohlenen Mercedes 500 SE macht. Schon bald muss er jedoch feststellen, dass der Halter des Wagens kürzlich gestorben ist. Konrad hält sich bei seinen weiteren Nachforschungen an die weit über 80-jährige Witwe und lernt auch schnell ihren Sohn Arkadij kennen, der in einer psychiatrischen Anstalt lebt. Immer mehr verbeißt sich Konrad in die Familiengeschichte der beiden und fördert dabei ein Detail nach dem anderen zu Tage. Der geklaute Mercedes wird mehr und mehr zur Nebensache.

Man fragt sich beim Lesen ein wenig, warum genau sich Konrad eigentlich so sehr für die Vergangenheit der Seniorin und ihrer Familie interessiert. Es gelingt dem 1955 geborenen Autor nur begrenzt, die Beweggründe seines Helden dafür glaubhaft zu machen. Auch bleibt „Der wahre Sohn“ eine seltsame Mischung aus Krimi und Familiendrama, so als könne sich Kühl nicht recht entscheiden, wohin sein Text denn nun tendieren soll: für einen Krimi einen Tick zu lahm, für ein Familiendrama ein bisschen zu oberflächlich.

Der Rowohlt-Verlag teilt mit, dass Olaf Kühl, der Slawistik und Osteuropäische Geschichte studiert hat, sich monatelang in einer Plattenbausiedlung in Kiew einquartiert hat, um für diesen Roman zu recherchieren und die Atmosphäre einzufangen. Von dieser Vorarbeit merkt man aber im Buch nur recht wenig: „Der wahre Sohn“ könnte überall spielen, ein besonderes ukrainisches Flair ist kaum zu erkennen. Letztlich nicht hundertprozentig überzeugend.
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