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5.0 von 5 Sternen Unglaublich gutes Buch ...
... das einen von der ersten Seite an gefangen nimmt. Mit einer so extravaganten, intensiven, bilderreichen Sprache, dass es fast schon Lyrik ist. Beim Lesen stellt sich eine ganz spezielle Atmosphäre ein, irgendwie kommt einem alles hektisch, oberflächlich vor. Klar, dass die Buchfiguren allesamt diesen Lebenswandel nicht lange durchhalten und jeder auf seine...
Vor 2 Monaten von A. Zimmermann veröffentlicht

versus
16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema - aber Einzelteile passen nicht hundertprozentig zueinander
In Thomas Melles Debütroman "Sickster" begleitet der Leser drei junge Erwachsene. Sie kommen mit der kalten Konsum- und Leistungsgesellschaft, zu der schneller Sex, Energy-Drinks, Alkohol und die Ekstase in Techno-Discos gehören, nicht zurecht. Zwei landen in der Psychiatrie, der dritte wird zum Alkoholiker.

Das Buch, das es auf die Longlist für...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2011 von Andreas Schröter


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich gutes Buch ..., 20. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Kindle Edition)
... das einen von der ersten Seite an gefangen nimmt. Mit einer so extravaganten, intensiven, bilderreichen Sprache, dass es fast schon Lyrik ist. Beim Lesen stellt sich eine ganz spezielle Atmosphäre ein, irgendwie kommt einem alles hektisch, oberflächlich vor. Klar, dass die Buchfiguren allesamt diesen Lebenswandel nicht lange durchhalten und jeder auf seine Weise zusammenbricht.
Selten bzw. noch nie ein Buch gelesen, das sprachlich so hervorsticht ...
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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Geniestreich, 12. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Thomas Melles Debütroman "Sickster" ist ein irrwitziges Lesevergnügen, durchtrieben absurd und der literarischen Postmoderne verpflichtet und ist, wenn man so will, möglicherweise die deutschsprachige Antwort auf David Foster Wallace, William T. Vollmann oder Robert Coover, ohne jedoch im stilistischen Fahrwasser der drei Amerikaner zu schwimmen.

Aus unterschiedlichen Zeitebenen und Perspektiven wird die Story der beiden Hauptprotagonisten erzählt.
Da ist einerseits Thorsten Kühnemund, ein hoffnungsloser, sex-süchtiger Macho-Manager, der seine Freundin betrügt, der sich die an ihm vorbeiziehenden Frauen nackt und in Pornoposen vorstellt. Drogen, Alkohol, nichts ist ihm fremd, alles wird bis zur Überreizung konsumiert.
Sein Gegenüber ist Magnus Taue, ehemaliger Schulkollege und Mitarbeiter in der Redaktion der Kundenzeitung der Firma.
Die Perspektive von Thorstens Freundin Laura erhält mit der Entwicklung des Romans immer mehr Gewicht, bis sie fast entscheidend wird.

Langsam beginnt sich zwischen den beiden Männern so etwas wie eine Freundschaft zu entwickeln. Während der taufrische Taue in die Clubbing, Disco und Konsumgierszene gezogen wird, verändert sich auch seine Psyche, einem finalen Showdown steht nichts mehr im Wege. Während sich das Ich in der Leere verliert, ist der scheinbar einzige Ausweg am Ende selbst eine Seifenblase.

Beeindruckend, wie Thomas Melle virtuos durch diese Achterbahnfahrtlektüre führt, nie eintönige, rhythmisch variable, immer genau getimte Prosa, die alle Nuancen von fein bis hart im Dienste der Aussage nutzt. Prosa, die an den richtigen Stellen auch mal kurz etwas Lockerung zulässt, um den Leser nach ein paar Ruhesätzen gleich wieder zu fesseln.

Sehr genau und präzise zeichnet Thomas Melle hier ein faszinierendes Bild einer fast perversen, rauschhaften Suche nach Gefühlen und Gedanken. Natürlich haben das andere Autoren auch getan, man muss die Namen hier nicht nennen; was Thomas Melle allerdings von seinen Vorgängern deutlich abhebt, ist seine sprachlich-stilistische Gewieftheit, die hier ein extrem originelles und faszinierendes, soghaftes literarisches Meisterwerk entstehen hat lassen.
Absolute Empfehlung.
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema - aber Einzelteile passen nicht hundertprozentig zueinander, 24. Oktober 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
In Thomas Melles Debütroman "Sickster" begleitet der Leser drei junge Erwachsene. Sie kommen mit der kalten Konsum- und Leistungsgesellschaft, zu der schneller Sex, Energy-Drinks, Alkohol und die Ekstase in Techno-Discos gehören, nicht zurecht. Zwei landen in der Psychiatrie, der dritte wird zum Alkoholiker.

Das Buch, das es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis schaffte, zerfällt in drei sehr unterschiedliche Teile. Im ersten versuchen die Figuren, ihren Platz zu behaupten - sie gehen ihren öden Jobs nach und proben gelegentlich so etwas wie das harmonische Miteinander in einer festen Beziehung. Im zweiten - am schwierigsten zu lesenden - Teil verfallen sie dem Wahnsinn. Der 1975 geborene Autor stellt das durch stakkatohaft anein-andergereihte Gedanken-Sequenzen in MTV-Ästhetik dar. Part drei ist ein modernes Märchen aus der Psychiatrie, der nicht recht zum Rest passen will. Insgesamt nur bedingt empfehlenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Austauschbare Story, netter Sound, 18. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Iris Radisch meinte dieser Roman sei "bis ins letzte Komma aufgeladen".
Aufgeladen verglichen mit was – der alterschwachen Batterie eines Vibrators vielleicht?
Manches klingt wie ein besser geschriebenes "Faserland" und doch sollte sich der Autor einmal fragen, kommt diese Geschichte nicht gute zwanzig Jahre zu spät? Junge, so Filme und Romane gab es schon in den Neunziger Jahren...und zwar im Dutzend billiger.
Doch der Autor kann zweifellos mehr. Leider ist dieser Roman ein Rohrkrepierer geworden, ungefähr so hip und cool wie die Sprayerei auf dem Cover. Langweile pur.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nicht hochinfektiös, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Ich muss ehrlich sagen, das meine Erwartungen SICKSTER betreffend wahrscheinlich von Anfang an viel zu hoch waren. Als zum Beispiel vor ein paar Jahren Axolotl Roadkill erschien und die Bestsellerlisten stürmte, dachte ich mir: lieber Thomas Melle, dieses Buch hättest du schreiben sollen. Natürlich wusste ich, dass er gerade an Sickster arbeitete und weil mich seine abgründigen und irgendwie immer infektiösen Texte (man lese nur mal seinen Bachmannwettwerbsbeitrag) schon immer so schön schauern lassen und irrational ängstigen, war ich der festen Überzeugung, dass dieses Buch, sein Erstling noch dazu, die deutsche Literaturlandschaft wenn schon nicht erschüttern, ihr so doch kleine Risse zufügen würde. Um es kurz zu machen (das hier ist nicht die Literaturausgabe der ZEIT und ich bin auch nicht Ijoma Mangold): DEM IST NICHT SO. Für mich persönlich handelt es sich um ein ziemlich disparates und sperriges Werk, das sich mir nie wirklich eröffnet hat, von der brillianten Eröffnungsszene und einigen späteren Textpassagen mal abgesehen. Ohne auf die Handlung weiter eingehen zu wollen (wir haben ja alle Internet), finde ich, dass die dem Buch zugrunde liegende Männerfreundschaft einfach handwerklich nicht funktioniert und sich deswegen auch nicht schlüssig weiterentwickelt. Das liegt nicht an der Figur des Magnus, die mir durchaus gelungen erscheint, sondern an seinem alten Schulfreund Thorsten dem „Manager und Macho“ (einem überzeichneten Kotzbrocken vor dem Herrn). Vielleicht auch aus diesem Grund stellt sich kein wirklicher Rhythmus im Kopf ein, der Text kippt und kappt, er bricht ab und fährt wieder hoch, er jazzt und summt und streckt sich, doch nicht im dreckigen Crossover-Pulsschlag unserer Hauptstadt, sondern wie ich mir einen Herzkranken auf Red Bull vorstelle. Berlin und seine gegenwärtigen Bewohner klingen für mich ganz anders. Was aber überhaupt nichts heißen muss. Denn vielleicht klingen sie für Thomas Melle eben so und nicht so, wie ich mir vorgestellt habe, wie sie für ihn klingen müssten. Trotz allem ein solides Debut mit vielen tollen und nageltauglichen Sätzen. Ein Debut das kein Fenster schließt, aber auch keines öffnet. Nicht das Schlechteste für den Anfang. Da geht noch was!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend, 1. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Drogenexzessen und Katerstimmung, zwischen schnellem Sex und beruflicher Selbstausbeutung. Thomas Melle setzt die drei Protagonisten in einem Debütroman "Sickster" schonungslos den Zwängen und Versuchungen unserer Zeit aus. Verzweifelnd an der Differenz von Anspruch und niederschmetternden Wirklichkeit, stolpern Magnus, Thorsten und Laura durch die Konsum- und Leistungsgesellschaft. In der Schnittmenge von Wirtschaftsroman, Liebesgeschichte und Generationenbuch zeichnet Melle ein dunkles Bild der "Thirtysomething-Generation". Melle wechselt clipartig die Erzählperspektiven, der Leser taucht tief in die Gedankenwelt der drei zweifelenden Individuen ein und zeigt so die Verwundungen und Abgründe von überforderten Menschen, die bereits in ihren jungen Jahren unendlich müde und gescheitert wirken. Wie bei der Popliteratur üblich, nutzt Melle eifrig Songzitate, Querverweise zu Literatur ("Georg-Trackl-Dämmerung"), Soziologie (Luhmann) und Philosophie (Deleuze). Auch ein Markenfetischismus, der beispielsweise in den Romanen von Bret Easton Ellis und Christan Kracht zu finden ist, schimmert regelmäßig durch. Stilistisch ausgereift arrangiert Melle als genauer Beobachter und Analyst Episoden und Tagebucheinträge zu einer Collage aus Hilfeschreien, Versagens-Ängsten und Resignation. "Ich möchte nicht wie meine Mutter werden. Und nicht wie Dad, nicht wie Thorsten. Er gibt mir so viele Tabletten und Alkohol, damit ich ihm seinen eigenen Konsum nicht vorwerfen kann. Macht mich süchtig, damit seine Sucht nicht einsam ist. Ich will nicht wie meine Mutter werden. Ich bin leider schon so", schreibt Laura in ihr Tagebuch. "Sickster" beschreibt die schmerzvolle und traurige Identitätssuche einer Generation, die sich ihrer Chancenlosigkeit und Haltlosigkeit längst vergewissert hat.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend., 1. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Kindle Edition)
Sprachlich plastisch, farbig und präzise. Westdeutsche Biographien im Berlin der 2000er.
Eine der wenigen wirklichen Empfehlungen der neueren deutschen Literatur.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Roman, 13. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Taschenbuch)
Ich finde den Roman sehr poppig und sehr gut geschrieben.
Ich finde man hängt fest in dieser Welt des Exzesses, aber für die Länge des Buches ist es okay.
An der einen oder anderen Stelle muss man nochmal nachlesen, aber alles in allem hat mich die Geschichte sehr unterhalten.

Melle hat stilistisch echt was drauf!
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15 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Völlig überbewertet, schwache Dramaturgie, 28. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Habe mir das Buch aufgrund sehr guter Kritiken in den einschlägigen Fachblättern gekauft. Leider wurde ich total enttäuscht!
Die "Geschichte", sofern überhaupt eine vorhanden ist, ist nach 80 Seiten erzählt.
Danach steckt man in einer schier endlosen Schleife fest. Alles wird wieder und wieder erzählt. Die Figuren als auch die Geschichte entwickeln sich überhaupt nicht weiter.
Als Leser frage ich mich, was mich da noch motiviert weiter zu lesen.
Schwache Charaktere, dünne Geschichte, alles schon mal gelesen.
Schwach! Schade!
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hätte auf die Shortlist zum Buchpreis 2011 gehört, 3. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Sickster (Gebundene Ausgabe)
Tja, hätte, sollte, müsste - die Jury hat sich anders entschieden. Unbestritten ist jedenfalls, dass Melle zu den ganz wenigen Dramatikern gehört, die nicht nur das szenische Schreibhandwerk beherrschen, (und dramaturgisch konzipieren können), sondern in der Disziplin Prosa "das Prädikat Extraklasse" verdienen.

Thomas Melle ist mit Sickster ein fulminantes Debüt gelungen. Sprachlich und stilistisch gleichsam vibrierend wie ausgefeilt, schildert er einen Lebensausschnitt zweier junger Männer, die gemeinsam ihre Schulzeit in Bonn verbracht haben und sich Jahre später im Beruf in der neoliberalen Hochdruckepoche wieder begegnen.
Thorsten Kühnemund ist der nach außen jovial-allerte, als Rad im Getriebe eines Ölkonzerns wie geschmiert funktionierende Manager, der wie geschaffen für die hypervirgilante Hochleistungswelt der Gegenwart scheint. Dass er allerdings den Druck und die innere Unruhe mit Alkohol betäubt, dabei ist, auf gerader Wegstrecke vom Missbrauch in den chronischen Alkoholismus abzudriften, scheint vor allem er selbst nicht wahrhaben zu wollen. Seinem (Arbeits)-Umfeld entgeht zumindest die temporäre Fahne nicht, die Kühnemund trotz zahlreicher Vertuschungsrituale kaum verbergen kann.

Ausgerechnet Magnus Taue, der Weggefährte aus alten Schultagen, ehemaliger Journalist und aktuell PR-Redakteur für das Kundenmagazin des Ölkonzerns, für den auch Kühnemund arbeitet,spricht ihn darauf an - ohne dass Kühnemund einen blassen Schimmer hat, um wen es sich bei seinem Gegenüber überhaupt handelt.
Der Schwenk auf die leistungsorientierten und gebildeten Freundinnen Taues und Kühnemunds zeigt: Beim Abkratzen der mit Patina überzogenen Tüchtigkeits-Fassade kommt einem Schimmelgeruch entgegen. Angst, Leere und Orientierungslosigkeit tun sich auf.

Sickster ist ein wirklich lesenswertes Exemplar der Gegenwartsliteratur.
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Sickster
Sickster von Thomas Melle (Gebundene Ausgabe - 1. September 2011)
EUR 19,95
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