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Kundenrezensionen

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am 15. März 2010
"Runterkommen" ist ein Reigen über unterschiedliche Leute, die nach den zwei wichtigsten Dingen suchen: der Liebe und dem Sinn des Lebens. Alle sind schräg und total lebensnah, schlicht und doch voller Widersprüche, ein Haufen liebenswerter Antihelden, die sich an ihren Gegensätzen abarbeiten. Erik, Rechtsanwalt und Familienvater, ist mit Beruf und Ehe kreuzunglücklich und voller sexuellem Verlangen. Ausgerechnet er muss sich in die kleine Putzfrau Dani verlieben, die es partout nicht leiden kann, berührt zu werden und ihre bescheidene berufliche Situation um nichts in der Welt ändern will. Zum Glück hat sie ihre Freundin Doreen, ein alterndes Prachtweib, eine attraktive kinderlose Übermutter, die sich selbstlos der Nöte jener Männer annimmt, die der feenhaften Dani verfallen sind. Wie zum Beispiel auch Tom, der Putzmann und Installationskünstler, den die Verzweiflung später nach Polen treibt, wo ein noch vertrackteres Liebesschicksal auf ihn wartet. Aber das sind nur kleine Ausschnitte aus diesem großen Schicksalskaleidoskop. Die komplexe Geschichte lebt von einer wundersamen Sprache. Katrin Seddig schreibt bizarr, scheinbar naiv und weise zugleich. Als hätte sie die Sprache dem Leben abgehört. Ich habe vollkommen vergessen, dass ich lese, so sehr war ich damit beschäftigt, mich im Leben dieser Helden aufzuhalten, in ihren ungeschickten Sehnsüchten und verrückten Verwicklungen, die am Ende alle zu irgend etwas führen, nur nicht zum großen Glück. Und wenn, dann besteht das große Glück höchstens daraus, sich mit dem kleinen Glück zufrieden zu geben und auf festem Boden zu landen. Der Leser kommt mit ihnen runter. Am Ende haben alle etwas verloren und das ist der große Gewinn. Das Buch ist wie ein Zuhause, in dem man sich immer wohler fühlt. Zumindest ist es eine Herberge für die Sehnsucht. Nur schade, dass man Herbergen irgendwann wieder verlassen muss.
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am 4. April 2010
Ich hatte von Katrin Seddig vorher nur einen Literaturquickie gelesen. Und der Sprachstil unterscheidet sich schon von vielen anderen Autoren, die ich gelesen habe.
"Runterkommen" begeistert mich auf Grund der unglaublich nahen Beschreibung der Personen, ihrer Gedanken und wie sie miteinander oder übereinander sprechen. Es zieht einen in die Geschichte rein, saugt einen an die Personen heran. Manchmal verstörend, manchmal nachdenklich erlebt man so "echte" Menschen, wie sie einem zu Tausenden in den Fußgängerzonen dieser Stadt begegnen könnten. Und wenn bei uns abends im Büro die Putzkolonne kommt halte ich unwillkürlich nach einer Dani oder einem Tom Ausschau.
Ein wirklich gelungenes Debut und man hofft auf mehr ECHTES in den nächsten Jahren.
Runterkommen
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am 4. September 2015
Ich hatte dieses Buch gebunden und eingeschweißt gekauft, weil mich die Kurzbeschreibung auf der Rückseite angesprochen hatte. Zuhause ausgepackt, habe ich mir natürlich sofort den Klappentext durchgelesen und das Bild von der Autorin betrachtet - so eine schöne sympathische Frau - aus ihrer Feder kann ja nur Gutes kommen - dachte ich...

Leider wurde ich jedoch mehr als herb enttäuscht. Ich finde die Personen und die Story (Putzfrau stalkt Anwalt, Putzkollege spioniert hinter Putzfrau her, Putzmann schreibt an Ehefrau, Ehefrau spioniert Ehemann daraufhin nach, der am Fenster steht und vor den Augen der Putzfrau ********* (Zensiert) - Ehefrau säuft usw usw usw....) einfach nur KRANK!!! Zunächst wollte ich mich zwingen, trotzdem weiter zu lesen, da ich für die gebundene Ausgabe seinerzeit viel Geld ausgegeben hatte. Nach ca. einem Drittel fand ich es jedoch so ätzend, dass ich mich nur noch oberflächlich querlesend davon überzeugt habe, dass da nichts Besseres nachkommt... Ich werde es spenden, vielleicht findet sich ja ein Leser, dem es gefällt - für mich leider ein absoluter Fehlkauf. Einen Stern allerdings dafür, dass ich den Schreibstil nicht mal schlecht fand...
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am 16. Juni 2010
Seddig gelingt es durch ihre bildhafte Sprache den Leser in die ansonsten actionarme Geschichte zu ziehen. Der Leser wird in zwei Welten - der "gutbürgerlichen" des akademisch gebildeten Anwalts und der proletarischen Welt der Putzfrau - geführt. Dabei werden die wechselseitigen Anziehungskräfte dargestellt und ohne dabei in Gefühlsduselei zu verfallen die Abhängigkeit der Figuren von ihren sexuellen Fantasien beleuchtet. Es gelingt der Autorin durch die realistische Darstellung des gelebten Alltags der Protagonisten die zum kitschigen Liebesroman nicht zu überschreiten. Hervorragend!
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am 3. August 2010
In Katrin Seddigs Roman "Runterkommen" gibt es kaum eine Figur, die nicht mindestens drei gute Gründe hätte, um sich aufgrund einer ausgeprägten Alltags-Depression vor den nächsten Zug zu werfen.

Da wäre einerseits die Putzfrau Dani, die aufgrund nicht weiter ausgeführter Vorkommnisse in ihrer Kindheit keinerlei körperliche Nähe erträgt und daher zurückgezogen durch ihren tristen Alltag schleicht und so ihren vermeintlichen Freund Tom in die Verzweifelung treibt. Dass Dani zwar nur unter Mühen einen deutschen Satz herausbekommt, andererseits dann aber den englischen Originaltext eines Oasissongs fehlerfrei mitsingt, ist nur eine der zahlreichen Inkonsistenzen in Seddigs Figurenkonstrukten. Auf der anderen Seite der Anwalt Erik, der auf den ersten Blick in Job und Privatleben Erfolg hat, der tatsächlich all dieses aber kaum noch einen weiteren Tag zu ertragen glaubt. Mangels jeglichen Ehrgeizes verrichtet er seinen Job nur noch mehr schlecht als recht. Eriks Frau verbringt die meiste Zeit daheim auf dem Sofa beim Alkoholkonsum. Dass das Ehepaar sich schon lange nichts mehr zu sagen hat, die Tochter sich durch die Pubertät zickt und der Vater in Sorge ist um eine mögliche Homosexualität des Sohnes, komplettiert das arg klischeehafte Gesamtgefüge. Danis und Eriks Lebenswege kreuzen sich in einer eher prekären Konstellation, in der Erik sich entblößt und zu einem lange nicht mehr erlebten sexuellen Höhepunkt kommt. Nach und nach ziehen Dani und Erik weitere Personen aus ihrem Umfeld in den Strudel der Geschehnisse mit für Erik am Ende dramatischen Folgen.

Seddig präsentiert ein Panoptikum mehr oder weniger gescheiterter Existenzen, die die nächste Biegung ihrer persönlichen Abwärtsspirale gemeinsam beschreiten. Letzter Ausweg scheint für alle Personen nur noch reichlich Alkohol und regelmäßiger Wechsel der Sexualpartner (mit Ausnahme Danis) zu sein. "Runterkommen" ist insofern ein etwas fehlleitender Titel, als dass man vergeblich suchen wird, um eine Figur zu finden, die noch irgendwelche hochgesteckten Ziele verfolgt und die Bruchlandung in der (vermeintlichen) Realität noch vor sich hätte.

"Runterkommen" ist sehr flüssig geschrieben. Die Figuren sind aufgrund ihrer holzschnittartigen Ausgestaltung für den Leser schnell zugänglich. Ist kaum ein Satz länger als zwei Zeilen, läßt sich der Roman in einem Wochenende entspannt runterlesen. Gelegentliche Ausritte in die Vulgärsprache sollen wohl zu den reichlich bedienten platten Klischees passen. Insgesamt eine überaus seichte Lektüre ohne jeglichen Tiefgang, deren Belanglosigkeit nur Redakteure der Taz als Gesellschaftskritik zu interpretieren vermögen.
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am 4. September 2010
Ich bin mir nicht sicher ob die Personen in dem Buch wirklich so weit runtergekommen sind. Ob der Weg wirklich so weit war? Ich denke es nicht.
In dem Buch wimmelt es von verkorksten Typen und Freaks.
Sehr unterhaltsam und empfehlenswert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Januar 2011
Der Titel ist irreführend, sämtliche Protagonisten sind bereits am Anfang des Romans am völlig Ende, in einer Welt ohne Liebe und ohne Lebenswert. Kaum scheint sich etwas aufzubauen, ist es auch schon wieder vorbei.
Die Autorin serviert ein düsteres Panoptikum von Verlierern, wie man es vielleicht 1970 als avantgardistisch empfunden hätte - und sie serviert es, anders als der Klappentext behauptet, keinesfalls "rasant", sondern eher betulich. Langeweile im öden Leben der Figuren muß nicht auch noch langweilig präsentiert werden, insbesondere dann nicht, wenn man den Freitod jeder einzelnen sehr gut nachvollziehen könnte.
Wenig gelungen sind die gelegentlichen Ausflüge der Autorin in den restringierten Code, wenn es um Schmuddeliges geht - das liest sich dann so glaubwürdig, als würde eine höhere Tochter im Spitzenkleidchen den Jargon eines Hafenarbeiters nachäffen.
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