Kundenrezensionen

77
4,0 von 5 Sternen
Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. November 2009
Es scheint paradox: Wie soll man denn bitteschön sein Leben gemanagt bekommen, ohne sich dabei wenigstens ab zu mal zusammen zu reißen? Trotzdem, der Gedanke ist verlockend! Nichts tun und doch alles schaffen. Das klingt beinahe so, als würde man in einem Abnehmvideo empfehlen, auf gar keinen Fall Sport zu treiben, sondern am besten so oft wie möglich auf der Couch zu liegen und so viel Schokolade wie möglich zu essen. Das kann nicht funktionieren, werden Sie sagen? Nun, Kathrin Passig und Sascha Lobo werden Ihnen erstaunlicher Weise etwas anderes verraten. Das Zauberwort heißt Prokrastination. Dieses wissenschaftlich anmutende Wort beschreibt nichts anderes, als das Phänomen, Aufgaben gerne auf den nächsten Tag zu verschieben. Richtig angewandt, verhilft einem Prokrastination zu einem erfüllten und sorgenfreien Leben, völlig frei von Zwängen und Nöten. Dieser Ratgeber verlangt im Gegensatz zu anderen Ratgebern jedoch nicht, dass man sein Leben nun von Grund auf ändert. Nein, man will lediglich klarstellen, dass Verbissenheit, Perfektionismus und ein Leben, das nach den Erwartungen anderer ausgerichtet ist, nicht zwangsläufig zu innerer Zufriedenheit führen. Auch mal unnütze Arbeit liegen lassen oder wenigstens einem anderen diese Aufgabe aufs Auge drücken muss doch erlaubt sein, oder? Leider sehen die meisten Menschen das in unserer heutigen Gesellschaft etwas anders. Ist man ein sog.
LOBO (so werden die Prokrastinatoren in diesem Hörbuch bezeichnet; wobei die Abkürzung für 'lifestyles of bad organisation' steht) wird man von seinen Mitmenschen unberechtigter Weise als faul, nichtsnutzig oder sogar böswillig beschimpft. Kathrin Passig und Sascha Lobo nehmen sich dieser Probleme der LOBOs an und zeigen, dass LOBOs wahre Genies, ja sogar Lebensretter seien können! LOBOS lassen eMails unbeantwortet, öffnen nur selten die Post, halten keine Deadline ein und machen die Welt täglich ein Stückchen lebenswerter. Böswillig sind LOBOS übrigens auf gar keinen Fall: einem LOBO wäre es viel zu viel Verwaltungsaufwand, einen anderen Menschen zu verklagen oder andere abwegige Anstrengungen dieser Art zu unternehmen. Gelesen wird dieser Ratgeber, von dem man nie ganz genau weiss, ob er ernst oder ironisch gemeint ist, von dem bekannten Schauspieler Florian Lukas. Dieser hat zwar offenkundig keine ausgebildete Stimme, besitzt dafür über den nötigen Charme und Witz, um dem Hörbuch den richtigen Glanz zu verleihen. Anfangs mag einem Lukas' hohe und manchmal heisere Stimme etwas eigentümlich erscheinen, doch mal gewöhnt sich schnell an sie.
'Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin' ist nach eigenen Angaben aus Notwehr entstanden und gliedert sich in so schöne parolenartige Abschnitte, wie z.B. 'Übernächsten Mittwoch ist auch noch ein Tag', 'Lob der Disziplinlosigkeit', 'Das Später-Prinzip', 'Halbe Kraft voraus!' oder 'Schön, schlank und fit in 30.000 Tagen'. Der Schreibstil von Sascha Lobo und Kathrin Passig überzeugt in jeder Hinsicht, wobei man nicht wissen möchte, wie lange die beiden an dem Buch gesessen haben. Gelohnt hat es sich auf alle Fälle, zwar kein Goethe, aber doch ein kleiner Douglas Adams.
Mit solchen Aussagen sollte man zwar vorsichtig sein, aber dieses Hörbuch könnte es sich in der Tat erlauben, mit einer Lachgarantie zu werben. Außerdem ist es auch noch ziemlich hilfreich.
Dieser Ratgeber hilft allen Nicht-LOBOs, die LOBOs unseres Lebens besser zu verstehen und denjenigen, denen nach diesem Hörbuch gewahr wird, dass sie ein waschechter LOBO sind, sich befreit zu outen und dazu zu stehen. Denn es ist ja auch wirklich nichts, wofür man sich schämen müsste.

Fazit: Dieses Audiobuch ist vielseitig wie ein literarisches Schweitzer Taschenmesser, das für jede
auch noch so knifflige Situation die passende Lösung bereithält! Aber keine Otto-Normal-, sondern
eine Sascha-Lobo-Lösung!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 9. Januar 2009
Wer will das nicht? Dinge geregelt kriegen. Der gleichnamige Titel des Buches von Kathrin Passing und Sascha Lobo verspricht noch viel mehr, nämlich das man dafür noch nicht mal einen Funken Selbstdisziplin benötigt. Die Autoren behandeln ein Phänomen, das sich immer weiter ausbreitet: die Prokrastination. Das ist die Kunst, Dinge vor sich her zu schieben. Das kann dazu führen, dass sie sich quasi von selbst erledigen oder gar nicht mehr erledigt werden müssen, aber auch dazu, dass man arge Probleme im Leben bekommt, weil man einfach nichts mehr geregelt bekommt.

Dieses Buch will die Prokrastination nicht aus dem Leben verbannen, was einen deutlich anderen Ansatz zu diesem Problem darstellt, als man ihn sonst üblicher Weise zu lesen bekommt. Hier wird dem Leser nicht gesagt, dass man sich Mühe geben soll, dann wird alles gut. Die Autoren zählen sich selbst zu dem immer größer werdenden Kreis von Prokrastinierern, stehen aber dazu und versuchen es als eine Art Lebensstil zu sehen. Ihr Ziel ist es nicht, die Menschen zu verändern, sondern ihnen ihr Aufschiebeverhalten bewusster zu machen und Lösungsansätze für einen besseren Umgang mit der Prokrastination zu liefern.

Zu Anfang erklären sie, was Prokrastination überhaupt genau ist und wo sie auftaucht. Sie zeigen Beispiele (teilweise aus dem eigenen, persönlichen Umfeld) auf und nehmen dem Ganzen vor allen Dingen die Schärfe. Anschließend beschreiben sie, wie sich das Aufschieben im Arbeitsalltag und im Privatleben bemerkbar macht. Es wird erläutert, wie man an Dinge herangehen kann, wann Menschen "funktionieren" und wann nicht. Zum Beispiel helfen den meisten LOBO ("Lifestyle of Bad Organisation") -Anhängern, wie sie hier genannt werden, klare Deadlines. Natürlich werden sie voll ausgereizt und gerne auch überzogen, aber sie wirken trotzdem unterstützend.

Jeder, der auch nur ansatzweise zum Prokrastinieren neigt, wird sich in diesem Buch wiederfinden. Das Schöne ist aber, dass es einem einfach nur dabei hilft, sich selbst besser zu verstehen und zu organisieren. Man lernt, wie man mit dem Aufschiebeproblem umgehen kann und wo man sich welche Unterstützung holen kann. Es ist sehr erfrischend, nicht immer wieder zu hören, warum und mit welchen Anstrengungen man sich ändern muss, sondern dass Prokrastination immer häufiger auftritt und nichts ungewöhnliches ist.

Fazit: Mit viel Humor und Fachwissen wird dem Leser wissenswertes und lehrreiches zum Thema Prokrastination vermittelt, allerdings aus der Sicht von Menschen, die diese Art zu leben selbst praktizieren und sie nicht als Krankheit oder Problem, sondern lediglich als Alternative zur Norm ansehen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. April 2012
Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich auf einer Internetseite einen Ausschnitt davon gelesen hatte, der mich sehr ansprach.

Dennoch, ich bin von diesem Buch mächtig enttäuscht. Zwar gibt das Buch ab und an sehr gute Tipps, wie man seinen beruflichen und privaten Arbeitsablauf geregelt bekommt, so dass alles zeitgerecht fertig ist; aber...ich habe das Buch aus der Hand gelegt, als ich das Kapitel über Ritalin gelesen habe.

Wirklich, ich bin empört. Ritalin ist es Medikament, dass zur Behandlung von Konzentrationsstörungen, vorwiegend bei Diagnosen, wie ADS/ADHS, eingesetzt wird. Teilweise hat es heftige Nebenwirkungen. Dennoch wird es in diesem Buch hochgelobt und sollte doch bitte von jedem mindestens mal ausprobiert werden, der unter Prokrastination "leidet".
Als Krankenschwester hat mich das wirklich schockiert. Einfach mal ein bisschen Ritalin einwerfen und schon geht alles viel leichter von der Hand?
Ritalin benötigt eine fundierte ärztliche Diagnose, einen verantwortungsvollen Arzt und einen Patienten, der es wirklich benötigt und nicht ein paar Leute, die ihre Arbeit aufschieben und einfach mal ausprobieren wollen, ob sie mit dem Medikament ein bisschen verantwortungsbewusster in ihrem Arbeitsablauf werden.

Ohne dieses Kapitel könnte man durchaus einige wertvolle Tipps aus dem Buch ziehen, auch wenn es teilweise recht abgehoben argumentiert. Aber wer ein solches Medikament anpreist und es jedem empfielt, der prokrastiniert...sorry...DAS ist zuviel.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juli 2009
Ratgeber?
Nein.

Roman?
Nein.

Was ist es dann?
Eine Dokumentation über die Ordnung im Leben von Sascha Lobo und allen anderen vermeintlich böswilligen, unzuverlässigen Menschen.

Ich würde mich selbst als sehr pflichtbewussten und disziplinierten Menschen bezeichnen, und ich habe ein Problem damit, wenn ich mich nicht auf die Arbeit von anderen Menschen verlassen kann. Das Buch hat mir dabei geholfen diese Menschen zu verstehen, und erklärt, dass sie dieses Verhalten (meistens) nicht absichtlich an den Tag legen.

Ich bin kein Literaturprofi, aber ich würde sagen, dass das Buch stellenweise schlecht geschrieben ist. Es gibt ein paar positive Highlights, die ich hier nicht verraten möchte, aber stellenweise ist es einfach Langweilig (vermutlich wurde zu viel prokrastiniert). Ich habe es nur komplett gelesen, weil ich wirklich schnell lesen kann und ich mir dachte, dass die Zeit die ich dadurch verliere nicht so viel ist.

Erwähnen muss ich aber auch, dass vermutlich jeder Mensch prokrastiniert und die ein oder andere 'Leiche im Keller' hat. Das Buch hilft mir auch mit diese Relikten umzugehen. Insgesamt fand ich das Buch schon ok. Als günstige Taschenbuchversion lohnt es sich bestimmt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 1. Oktober 2010
Das vorliegende Buch ist wohl sehr gut geeignet für Menschen mit AD(H)S, wovon Sascha Lobo auch selbst betroffen ist, wie es an einer späteren Stelle im Buch heißt. Vielleicht ist es auch gut für Menschen, die gerade zwei Monate lang Semesterferien hatten und langsam nochmals in eine betriebsamere Zeit hinein finden müssen. Es wird einem sehr weit entgegen gekommen und man fühlt immer stärker, dass man nicht alleine mit dem Problem der Prokrastination (Aufschieberei) dasteht. Zu Anfang wird auf die Verbreitung solchen Verhaltens in der Bevölkerung eingegangen und im Laufe des Buchs dann auch aufgezeigt, dass es auch in Unternehmen und bei hoch graduierten Menschen nicht anders zugeht.

Leider hat das Buch eine Vielzahl von Schwächen, die mir besonders dadurch auffielen, das ich anschließend "Die 4-Stunden-Woche" von Timothy Ferriss anfing zu lesen. Da letztgenanntes sich an die gleiche Klientel wendet, erscheint es mir zu einem Vergleich sehr geeignet. Hieran will ich auch einige Mängel aufzeigen:

- Das Buch von Ferriss stellt immer wieder kleine Aufgaben und Fragen an den Leser, bringt ihn mit langsam steigendem Schwierigkeitsgrad auch langsam zum Handeln. Dem vorliegenden Buch gelingt das erheblich weniger. Zwar gibt es im Laufe des Buchs zwar durchaus einige nützliche Tipps zum Umgang mit der Aufschieberitis und diese sind praktisch sehr nützlich, jedoch macht dies den geringsten Teil des Buch aus.

- Das Autorenduo Passig und Lobo befasst sich leider sehr viel mit theoretischen Erklärungsansätzen und praktischen Veranschaulichungen mittels verschiedenster Beispiele. Zwar ist das sehr angenehm zu lesen, jedoch kann man so (im Gegensatz zum Ferriss-Buch) über sehr weite Strecken nur sehr wenig für sich mitnehmen. In der "4-Stunden-Woche" hat der Autor die unterhaltsamen Einstreusel auf ein sinnvolles Mass reduziert.

Vier Sterne enthält das Buch noch von mir, weil es sehr kurzweilig und leicht zu lesen. Zudem hat es mich erst durch Zitate auf "Die 4-Stunden-Woche" von Timothy Ferriss aufmerksam gemacht.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die Dinge gerne aufschieben. Sie dann aber, obwohl der Schreibtisch vollgeladen ist, irgendwie auf die Reihe kriegen. Werner Tiki Küstenmacher und Co. würden Ihnen so gerne helfen, aber irgendwie funktioniert das nicht... Dieses Buch sagt Ihnen, dass das durchaus ok ist, und, man ahnt es, dass es durchaus vielen Menschen so geht. Damit hätten wir auch schon die Quintessenz des Buches. Insgesamt ist es sehr unterhaltsam geschrieben, wird jedoch nach einem recht Ernst zu nehmenden Anfang, gegen Ende immer ein wenig mehr zum Klamauk. Kritiisch zu sehen, sind die Aussagen der beiden Autoren zum Einsatz von Ritalin. Hier wäre mehr Vorsicht geboten.
Nette Unterhaltung mit eher dünnem Inhalt. Lesen Sie das Buch, sind Ihnen einige unterhaltsame Stunden wohl gewiss (aber ohne großartige Hilfen zum angesprochenen "Problem"), schieben Sie das Lesen auf, verpassen Sie auch nicht allzu viel. Schade, insgesamt wäre mehr drin gewesen. So "nur" drei Sterne.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. September 2009
Da ich letzte Woche wichtigeres zu tun hatte, habe ich mir mal das Buch vorgenommen. Leider wurde ich gelegentlich durch meine Arbeit als Angestellter unterbrochen, die Anwesenheitspflicht vorraussetzt um am Ende des Monats die Zahlen meines Kontos in ein mattes schwarz zu verwandeln.

Meine recht erfolgreiche Art des kunstvollen Aufschiebens, hätte mich eigentlich davor bewahren sollen ganze 285 Seiten lesen zu müssen denn die Kernaussage kannte ich schon. Wirklich neu für mich war das dieser anmutige Lebenswandel, um den es hier geht, ein eigenes Wort erkämpft hat, welches ich erst nach dem zwanzigsten vorkommen richtig registriert hatte: "Prokrastination". So lang und anstrengend, passt es eigentlich nicht zur Sache, ein "Faul" hätte mir auch gereicht, auch wenn das eher als negativ bewertet wird (Leistungsgesellschaft und so).

Das Buch wird seinem Titel nicht gerecht, man wird nicht alles auf wundersame weise erledigen können. Vielmehr wird darauf abgeziehlt Sachen ruhiger angehen zu lassen. Ein farbiger Brief von irgendeinem Amt heißt noch lange nicht das das ganze Leben plötzlich verpfuscht ist, man sich schon mal die nächste Brücke als Unterschlupf suchen kann oder gleich ins Ausland flüchtet. Auch wird vermittelt nicht alles selbst machen zu müssen, das populärste Beispiel ist wohl die Putzhilfe dessen Pro und Kontra in dem Kapitel "Jetzt helfe ich mir nicht mehr selbst" erörtert wird.

Als weitestgehend erfrischend geschriebenes Werk nimmt die Verschachtelung der Sätze gelegentlich Formen an, die meine, ohne hin schon durch gleichzeitiges erledigen mehrerer Aufgaben, stark beanspruchte Aufmerksamkeit erheblich in Mitleidenschaft zieht. Davon mal abgesehen erkennt man sich in den Beispielen und Thesen wieder, auch die große Portion Selbstironie lockert den Lesefluss auf.

Wie in allen anderen Medien sollte man auch bei diesem Buch nicht alles sofort in die Tat umsetzen was geraten wird. Erstmal durchlesen, dann überlegen und dann ganz vielleicht wenn man gerade keine Zeit dafür hat, einen bis zwei Tipps beherzigen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2014
Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es ist nicht dazu gedacht, Menschen bei der Überwindung ihrer Aufschieberietis zu helfen. Statt dessen singt es ein Loblied auf die Prokrastination und schildert anhand vieler Beispiele, wie man auch auf nachlässige Art und Weise, ohne jede Selbstdisziplin ganz gut durchs Leben kommt. Ich habe aufgegeben, mich zu fragen, ob das Buch ironisch oder tatsächlich ernst gemeint ist. Es eröffnet ungeahnte Blickwinkel, ist auf hinreißende Art anders und einfach zum Schreien komisch.

Auch wenn fast alles maßlos übertrieben ist: Ein Körnchen Wahrheit ist überall drin. Viele Aufgaben sind tatsächlich nicht so dringend, wie sie scheinen. Vieles erledigt sich durch liegen lassen von allein (oder durch andere). Voller Einsatz ist oft verschwendete Energie, für viele Aufgaben genügt auch eine 80%-Lösung, die dazu auch noch in 20% der Zeit erarbeitet werden kann. Manche Aufgabe nimmt man sogar nur deswegen in Angriff, damit man einer anderen, vermeintlich noch unangenehmeren Arbeit entgeht, so dass die Prokrastination auch ihre guten Seiten haben kann. Oft ist der Widerwille gegen eine Aufgabe ein Hinweis auf ein tiefer liegendes Problem: "Wenn man Selbstdisziplin benötigt, ist das ein Indikator dafür, dass etwas schief läuft und das Unterbewusstsein es nur früher bemerkt hat."

In der Besprechung eines ihrer anderen Bücher (Weniger schlecht programmieren) wurde Kathrin Passig bereits als die "Meisterin des unorthodoxen Blickwinkels" bezeichnet. Auch in diesem Buch macht sie diesem Titel alle Ehre. Wer ihren Stil mag (und ich gehöre dazu), wird an diesem Buch seinen Spass haben.
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230 von 282 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2008
Wenn Sie Ihr Gewissen beruhigen wollen, lesen Sie das Buch und belügen Sie sich selbst schön weiter.

Wenn Sie wachsen wollen, greifen Sie stattdessen zu "Eat that frog" (wichtige Aufgaben vorziehen), "Flow" (Arbeit für sich selbst verschönern) oder "simplify your life" (Vereinfachung), möglicherweise auch zu "Die 4 Stunden Woche" von Timothy Ferriss - dessen Buch wohl noch am Ehesten die Zielgruppe von Dinge geregelt kriegen anspricht, im Gegensatz zu diesem Buch hier aber auch unter Zu-Hilfe-Nahme des Pareto-Prinzips WIRKT. Denn wirklich beruhigen wird Sie dieses Buch nicht. Ich habe es nur aus einem Grund gelesen: Hält es das, was in der riesigen (guten) Marketingaktion versprochen wird? Mit Videos auf youtube, einer eigenen Website und dem entsprechenden Blog-Hype wird hier Verkauf betrieben - was sicher nicht schlecht ist für den Absatz des Buches, aber ob der Leser was davon hat, der es in dem Wunsch kaufte, seine Dinge geregelt zu kriegen? Eher nicht.

Warum ich dieses Buch nicht mag?
Punkt 1 ist leicht verständlich: Reisserischer Titel, der nicht hält was er verspricht - man regelt sein Gewissen, was noch schlimmer ist: Man regelt seinen möglichen Erfolg (Dinge anders anzugehen, statt aufzuschieben) herunter.

Punkt 2 für die Beleseneren:
Weil hier Begriffe vertauscht, Argumente verwechselt (das Wechseln der Zielsetzung wird allen Ernstes als Prokrastination bezeichnet) und der rote Faden des Buches in einem klassischen "ich mache meine Geschichte jetzt erklärbar, indem ich weisse Schwäne heranziehe" durchgeboxt wird. (Zu schwarzen Schwänen, falschen Statistiken und gedanklichen Einbahnstraßen siehe Nassim Nicholas Taleb "Der schwarze Schwan" und sein Vorgängerbuch "Narren des Zufalls".)

Sie können viel Zeit sparen, indem Sie dieses Buch nicht lesen. Arbeit (im Sinn zu erledigender Dinge) kann sicher anders (lebenswerter) gestaltet werden. Dieses Buch hilft nicht dabei.

Warum trotzdem ein Stern von fünf? Weil man sonst die Rezension nicht abschicken kann in diesem amazon.de-Formular.

Wollen Sie das Buch immer noch lesen? Bitte, nur zu. Aus der Bibliothek bekommen Sie es sicher günstiger (zur Not Fernleihe) oder eben auf einer Ihnen sicher bekannten Auktionsplattform.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 8. November 2011
Tja, das kennt wohl jeder: es gibt Arbeiten, die schiebt man wochen- und monatelang vor sich her. Tummelplatz für solche Dinge, die einen auch ganz schön lähmen können, ist natürlich der Unialltag und besonders gerne alles was irgendwie mit Schreiben zu tun hat oder dem Entwurf von Projekten etc. Oft verbirgt sich hinter der Abneigung gegen eine bestimmte Tätigkeit gar nicht dass man einfach zu faul ist, oder was der Abwertungen mehr sein mögen, sondern der leise Verdacht, dass irgendwas an der vorgenommenen Aufgabe selbst faul ist, also falsche Ziele gesetzt werden (die vor allem nicht mit den eigenen, die nicht unbedingt bewusst sein müssen, übereinstimmen). Oft sind auch die Umstände unter denen etwas entstehen soll nicht die richtigen und so wartet man einen Tag, dann noch einen usw.
Leider ist oft zu beobachten, dass sich aus der entsprechenden Haltung eine Lebenseinstellung herleitet (oder schon vorhanden ist) unter der die Betroffenen leiden wie die Hunde... Da springt das Buch eigentlich ganz gut in die Bresche und versucht die Verpeiler wieder aufzubauen. Stichwort Prokrastination (Aufschieben) als Lebenskunst und eigene Form des Überlebens in einem doch entfremdeten Alltags- und Berufsleben. Der Aufschieber kann hier lernen, wenigstens etwas selbstbewusster mit seiner Situation umzugehen, die richtig guten Tipps, wie man im Alltag damit klarkommt sind allerdings nicht enthalten (naja, ein paar Sachen kann man schon gebrauchen, aber als echter Verpeilo weiß man das eh alles). Es werden auch etliche Forderungen an eine LOBO-freundlichere Umwelt gestellt, die sich gerne im Steuerrecht und seiner Vereinfachung ergehen. Hmm..LOBOs das sind übrigens die Leute um die es im Buch geht, schlecht organisierter Lebensstil - Lifestyle of Bad Organisation.
Ich fand das Buch sehr spannend, weil ja auch schon ein bisschen Kulturkritik drinsteckt und neue Sichtweisen auf unseren verbreiteten Lebenstil, bei dem ein sehr protestantischer Arbeitsethos mitschwingt, der nicht unbedingt gut für Körper und Psyche ist. Andereseits stimmen hier Menschen ein Lob des Aufschiebens an, die trotz allem, offenbar ein ganze Menge gebacken gekriegt haben (nebenbei mal statt Studium, das Internet um einige neue Sachen bereichert, Bücher geschrieben - wozu doch eine Menge Selbstdisziplin gehört, geht gar nicht anders..) Aus Erfahrung, weiß ich, dass sie meisten Leute mit massivem Aufschiebeverhalten, eben auch keine so herausragenden anderen Sachen statt ihrer eigentlichen Aufgabe machen. (die Zeit wo man durch Abhängen in Internetforen mal große Entdeckungen machen konnte, ist wohl vorbei) und ob man im Bad putzen und Socken stopfen, bzw. Bier trinken und Youtube gucken wirklich seine Berufung findet (manche schon, klar..)
Insgesamt erfährt man aber hier sehr viel über Lern- und Motivationspsychologie, sicher was über sich selbst und sehr viel über unsere kulturellen Vorstellungen von Arbeit. Höchstinteressanter Lesestoff - hat mich einen ganzen Tag gefesselt, bin sonst zu nix gekommen - gut so!
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