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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es kommt auf die Erwartungen an
wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans.

Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise...
Veröffentlicht am 26. November 2008 von easyneezy

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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel
Helge Timmerberg startet zu einer Reise, die er eigentlich gar nicht antreten will. Aber sein Vorhaben, Jules Verne auf seinen berühmten "In 80 Tagen um die Welt" in moderner Art zu folgen, ist nun einmal geplant und so zieht er los. Doch ein bisschen besser hätte er sich schon informieren sollen, denn gleich in Venedig stößt er auf ungewohnte...
Veröffentlicht am 18. November 2008 von Buchkolumne.de


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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es kommt auf die Erwartungen an, 26. November 2008
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Gebundene Ausgabe)
wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans.

Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise selbst nicht gemacht hat. Man kann sich also nicht auf die Suche nach Originalschauplätzen begeben. Timmerberg stellt dies aber auch gleich zu Beginn seines Buches klar.

Also interpretiert Helge Timmerberg die Reise sehr frei. Der Leser, der Timmerberg mag, und dem Reisen auch eine philosophische Komponente abgewinnt, kommt voll auf seine Kosten. Allerdings muss man wissen, dass Timmerberg als Person nicht ganz stubenrein ist. Von Sex, Drugs und Esoterik darf man sich also nicht abgestoßen fühlen. Wer gern über Reisen, Rauchen, GoGo-Girls und Diktatoren liest, wird nicht enttäuscht. Wer eine Nach-Reise des Jules Verne Abenteuers sucht, kann nur enttäuscht sein.

Meinen Geschmack hat das Buch voll getroffen. Armchair-Travelling für Backpacker und andere eher alternative Touristen. Einen Punkt Abzug für den zugegebenermaßen dreisten Marketing-Gag mit dem Titel.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel, 18. November 2008
Von 
Buchkolumne.de (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Gebundene Ausgabe)
Helge Timmerberg startet zu einer Reise, die er eigentlich gar nicht antreten will. Aber sein Vorhaben, Jules Verne auf seinen berühmten "In 80 Tagen um die Welt" in moderner Art zu folgen, ist nun einmal geplant und so zieht er los. Doch ein bisschen besser hätte er sich schon informieren sollen, denn gleich in Venedig stößt er auf ungewohnte Menschenmassen - es ist nämlich Karneval und ausser ihm befinden sich noch Tausende Touristen mehr in der Stadt, die ihm auf einmal so unsympathisch ist. Überhaupt hat sich vieles verändert auf der Welt, die er so gerne bereist und deren Völker er so geliebt hat. Widerwillig,trotzig,suchend, dies sind die begleitende Eigenschaften auf dieser, seiner vorerst letzten Reise und ebenso fühlte ich mich beim Lesen dann leider auch. Der Einband suggeriert Abenteuer, ebenso wie die im Buch enthaltenen historischen Bilder und Karten - nur leider findet keines solches statt.
Dennoch berichtet Timmerberg so sympathisch und zwanglos von dieser Reise und seinen Gefühlen, dass ich das Buch dann trotzdem gerne gelesen und auch oft laut aufgelacht habe, weil der Autor so erschreckend ehrlich ist und man ihm manche Situation so gut nachfühlen kann.
"Der Weg ist das Ziel" sollten diese 20 Kapitel eigentlich heißen, denn mit "In 80 Tagen um die Welt", der Nachahmung des berühmten Romans, hat er das Thema vielleicht ein bisschen verfehlt!
Fazit: Ein Buch für Timmerberg-Fans, kein Ratgeber für Weltenbummler oder Roman für Abenteuerliebhaber!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reiseberichte eines arrivierten Althippie, 26. Dezember 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Taschenbuch)
»Le tour du monde en quatre-vingts jours«, »Reise um die Erde in 80 Tagen« nannte Jules Verne seinen 1873 veröffentlichten Erfolgsroman. Darin beschreibt er die höchst abenteuerliche Weltreise eines reichen englischen Exzentrikers namens Phileas Fogg sowie seinen Dieners Passepartout. Der Journalist Helge Timmerberg reist 135 Jahre nach Vernes großem Wurf ebenfalls »In 80 Tagen um die Welt«, wobei ihm wesentlich schnellere Verkehrsmittel zur Verfügung standen als dem leidenschaftlichen Whist-Spieler Phileas Fogg. Während Fogg noch sein halbes Vermögen in bar mit sich führte, wurde Timmerbergs Reise durch ein gut gefülltes Spesenkonto abgefedert, das weltweit verfügbar ist.

Der Autor reist per ICE mit 230 km/h von Berlin nach München, wo er in einer Wohnzimmer-Kneipe im Bahnhofsviertel landet, in der sich einsame Männer beim Weizen trösten. Er fährt weiter nach Venedig und begegnet bereits am Bahnhof einer Prozession von abertausend Touristen mit Masken, spitzen Nasen und schwarzen Umhängen. Venedig feiert Karneval, und wer so bescheuert ist, ausgerechnet in diesem Trubel den Canale Grande sehen zu wollen, der zahlt für das einzige freie Zimmer im »Marco Polo« eben 330 Euronen, selbstverständlich ohne Frühstück. Irgendwie fällt dem Weltreisenden auch hier nichts Besseres ein, als die nächste Trinkhalle aufzusuchen, um sich die Kante zu geben. Ihm geht es dabei um »das disziplinierte, konzentrierte, mathematische Besaufen«.

Die dritte Nacht seiner Weltreise verbringt Timmerberg in Triest, und – raten Sie mal – wo er landet? Na klar, in einem kleinen Weinlokal, an den Stehtischen für Raucher. Die Welt in achtzig Tagen zu umreisen verlangt nicht, wie zu Jules Vernes Zeiten, permanentes, pausenloses und zielstrebiges Voraneilen. Heute braucht es das glatte Gegenteil: Trinkfestigkeit, Drogenerfahrung und ein gewisses Klebenbleiben, eine gewisse Unentschlossenheit. Als unentschlossen erweist sich der Autor immer wieder, dies ist sein deutlichster Charakterzug. Später, denn hier soll nicht jede Station erwähnt werden, als er in Bombay, das heute Mumbai heißt, weilt, überlegt er beispielsweise, mit welchem Verkehrsmittel er sich weiter bewegen will. Jules Verne ließ seinen Helden mit dem Zug von Bombay nach Kalkutta reisen, und der hat während dieser Fahrt die Frau seines Lebens getroffen. Die Frau des Lebens, sinniert Timmerberg, ist keine schlechte Vision, aber dafür zweiunddreißig Stunden mit dem indischen Zug?

Nun geht eine Weltreise in heutiger Zeit dank moderner Verkehrsmittel sehr viel unkomplizierter als anno Verne. Und dennoch hat Helge immer wieder Entscheidungsschwierigkeiten, die sein Wesen auszumachen scheinen. Der Reisende, der noch die Nachwehen der Hippiezeit in sich spürt, wendet sich an einen Guru um Rat. Schließlich bereiste Timmerberg bereits in der Blütezeit der Gurus Indien und kennt sich nach eigenem Bekunden auf diesem Gebiet aus. Jedoch fehlt die Antwort des Meisters nicht zur Zufriedenheit des Reisenden aus, denn letztlich empfiehlt er ihm, eine Münze zu werfen. So kann es Weltreisenden ergehen! - In dem Augenblick fällt dem Rezensenten ein, dass er selbst eine solche Entscheidermünze in seinem Schreibtisch in Griffnähe hat. Diese Münze, ein Geschenk einstiger Kollegen, sollte ihm helfen, grundsätzliche Entscheidungen seines Lebens zu fällen, da er zu jener Spezies gehört, und hier entsteht eine Gemeinsamkeit mit Timmerberg, die unfähig sind, sich zu entschließen.

Ansonsten erweist sich Timmerberg als arrivierter Althippie, der mit gefülltem Säckel nicht mehr in Hauseingängen oder der Bahnhofsmission kampieren und per Anhalter durch die Galaxis trampen muss. Er genießt den Luxus der Sterne-Hotels und lässt sich vor Ort gern mit dem Taxi chauffieren. Bedrängt ihn ausnahmsweise das nackte Leben, wie beispielsweise in Shanghai in Gestalt besonders aggressiver Bettler, rettet er sich vor dem Mob in eine Droschke und braust davon. Sozialkritik ist nicht das Thema des Buches.

Immerhin schafft es der Autor, seiner Weltreise eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen, die den Leser in Bann schlägt. Er unterstützt dies durch eine flotte Sprache sowie milieudichte Schilderungen über Drogenexzesse. Hier spürt der Leser, dass Timmerberg life dabei war und sein Wagemut ihn bevorzugt ins Land der Kopfreisen führte. Er kennt die Illusionsromantik des Reisens, er predigt Toleranz und fühlt sich schließlich doch am wohlsten dort, wo er startete und wieder ankommt: im multikulturell gefärbten Berlin.

»In 80 Tagen um die Welt« ist lesenswert für den gestandenen Reisenden, der sich an dies oder jenes erinnern möchte. Es ist kein Reiseführer, und es sucht auch nicht Erkenntnisse in Slums und Absteigen, wie sie von einem Journalisten vielleicht erwartet werden. Das Buch ist amüsant, und der Autor ist fraglos weit herum gekommen. Die Freude am Reisen, mit Ausnahme des Abstechers nach Mexiko-Stadt, scheint ihm dabei jedoch mit den Jahren abhanden gekommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es kommt auf die Erwartungen an, 21. November 2008
Kinder-Rezension
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Gebundene Ausgabe)
wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans.

Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise selbst nicht gemacht hat. Man kann sich also nicht auf die Suche nach Originalschauplätzen begeben.

Also interpretiert Helge Timmerberg die Reise sehr frei. Der Leser, der Timmerberg mag, und dem Reisen auch eine philosophische Komponente abgewinnt, kommt voll auf seine Kosten. Allerdings muss man wissen, dass Timmerberg als Person nicht ganz stubenrein ist. Von Sex, Drugs und Esoterik darf man sich also nicht abgestoßen fühlen. Wer gern über Reisen, Rauchen, GoGo-Girls und Diktatoren liest, wird nicht enttäuscht. Wer eine Nach-Reise des Jules Verne Abenteuers sucht, kann nur enttäuscht sein.

Meinen Geschmack hat das Buch voll getroffen. Armchair-Travelling für Backpacker und andere eher alternative Touristen. Einen Punkt Abzug für den zugegebenermaßen dreisten Marketing-Gag mit dem Titel.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schreibt gut!, 21. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Taschenbuch)
Klar, dieses Buch trägt egomanische Züge und der Autor versteht den Sinn des Nichtraucherschutzes nicht. "Um die Welt" ist ebenfalls etwas hoch gegriffen, auch, wenn der Autor die Welt tatsächlich umrundet hat.

Aber: Er schreibt gut. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten - und habe nebenbei noch etwas gelernt.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtung - das Buch scheint gefährlich!, 13. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Taschenbuch)
Gefährliche Lektüre , denn einige 1 Stern Rezensienten greifen offensichtlich emotional substantiell angegriffen, tief in die Schmutztüte und bewerfen den Autor mit reichlich dümmlichen Äußerungen, Diffamierungen und Diskriminierungen. Ein Kritiker muss das Buch sogar aus seinem Bücherschrank (!) verbannen statt es bei Desinteresse zum Altpapier zu geben.

Diese Reaktionen machen neugierig auf das Buch und auf die eigene nächste Reise. Wer kennt sie nicht, die Zweifel, die Selbstzweifel und den Optimismus, der schließlich immer wieder zurückkehrt. Gerade auf einer Reise, wo man so viele Eindrücke erhält und immer auf sich selbst zurückgeworfen wird.

Ich habe jede Seite genossen. Das Buch ist ausgezeichnet geschrieben und schließlich erinnerte mich der Author, seine Erlebnisse und seine Gedanken an den Klassiker "Gammler, Zen und hohe Berge" von Jack Kerouac. Aber Vorsicht beim Genuss - auch Kerouac hat geraucht und sogar Wein getrunken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bekenntnisse eines alternden Reisenden, 10. September 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Gebundene Ausgabe)
Für die Fans von Helge Timmerberg ist das Buch ein Muss, klar. Für den Rest der Welt ist es allerdings auch durchaus zu empfehlen. Dabei ist es schon schwierig, in welches Genre "In 80 Tagen um die Welt" eigentlich gehört. Denn wer Reiseliteratur mit Informationen über fremde Orte sucht, wird enttäuscht werden, im Mittelpunkt steht der Autor und sonst nichts. Es handelt sich eher um einen Selbsterfahrungstrip zum Thema Heimat und Alter, entsprechend durchsetzt mit philosophischen und spirituellen Gedanken zwischen Jesus, Buddha und Schopenhauer, aber auch irdischeren Problemfeldern wie Sex, Drogen, Alkohol oder - immer wieder - das Rauchen.
Es gibt sicherlich tiefgründigere Literatur zu all diesen Themen und man muss auch nicht immer einer Meinung sein mit dem Autor, was mich jedenfalls aber immer wieder versöhnt, ist die immer leichte und doch treffsichere Sprache, aus der das Buch lebt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Timmerbergs Sinnkrise, 6. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Taschenbuch)
Ich muss sagen ich fand das Buch jetzt auch nicht so berauschend, aber die Selbstbeweihräucherung stört mich nicht so wie andere Rezensenten. So ist Timmerberg halt und deshalb habe ich auch nichts anderes erwartet.
Es stimmt allerdings dass es im Buch weniger um die Reise geht als um Hotelzimmer und Rauchverbot, also inhaltlich ist es wenig überzugend. Ich verzeih ihm auch dass er den Leser als Psychotherapeuten missbraucht in dem er seine Sinnkrise mit ihm teilt, weil ich seinen Schreibstil mag und ihm gerne zuhöre, außerdem hat man das Buch eh so schnell durch dass man nicht viel Zeit verliert.
Ih hab's mir nur ausgeborgt, zum kaufen empfehle ich eher (ebenfalls von Timmerberg) Tiger fressen keine Yogis. Das ist meiner Meinung nach immer noch sein bestes.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "In paradise", 13. Oktober 2008
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Audio CD)
"Reise um die Erde in 80 Tagen" gehört wohl zu den populärsten Romanen Jules Vernes. Die futuristisch-utopische, satirisch-humoristische Weltreise des reichen, exzentrischen Engländers Phileas Fogg gemeinsam mit seinem französischen Diener Passepartout im Jahre 1872 begeisterte schon viele Leser. Auf den Spuren dieses legendären Gespanns, sich weitestgehend an die Originalroute haltend, versucht der deutsche Journalist und Weltenbummler Helge Timmerberg im Selbstversuch dieses Abenteuer nachzuspielen.

Die exotischen - vor allem auch unbequemen - Verkehrsmittel auf dem Rücken eines Elefanten, im Heißluftballon, mit dem Raddampfer oder der indischen Eisenbahn hat Timmerberg den heutigen Erfordernissen angepasst. Er geht größtenteils in die Luft, was neben der Zeitersparnis auch andere Vorteile offenbart. "Jules Verne ließ seinen Helden Phileas Fogg mit dem Zug von Bombay nach Kalkutta reisen, und der hat während dieser Fahrt die Frau seines Lebens getroffen, gerettet und mitgenommen. Die Frau des Lebens ist keine schlechte Vision, aber dafür zweiunddreißig Stunden mit dem indischen Zug? Heutzutage kann man auch Stewardessen heiraten. Stewardessen sind überhaupt die besten. Sie sehen gut aus, sind selten zu Hause. Und wenn man selber mal fliegen will, kosten die Tickets nur noch zehn Prozent dessen, was man vor der Heirat bezahlt hat, weil die Vergünstigungen auch für den Ehemann gelten. Stewardessen verleihen Flügel, Stewardessen sind gut im Bett, Stewardessen bleiben immer nur eine Nacht."

Derart salopp und schnoddrig startet Timmerberg zwar nicht in London, sondern im feuchtkalten Februar-Berlin, checkt nach einer Fahrt im ICE in einem tristen Hotel in München ein ("Es wird immer so viel darüber spekuliert, warum Menschen Drogen nehmen. Das Hotelgewerbe hat Antworten") und erlebt den nächsten Tiefschlag im wegen des Karnevals überfüllten Venedig ("Hotelzimmer werden mit Liebe oder Hass eingerichtet (...) Hass ohne Geschmack sieht dann so aus wie das Zimmer 107 des "Marco Polo" (...) 330 Euro, ohne Frühstück"). Es folgen Triest, Brindisi und - nach allseits feuchter und mit Seekrankheit geschlagener Fährüberfahrt - Griechenland, Ägypten, Bombay, Pattaya, Shanghai und Tokio. Dabei versucht der Weltreisende mit Crack, Kaffee, Amphetaminen, Bier, Tee, Joints, Gin Tonic und Tequila seine permanente Reisemüdigkeit in den Griff zu bekommen.

Timmerbergs ziemlich wilde Geschichten, seine permanente Ode an das Rauchen bzw. Nichtrauchenkönnen und die Vielzahl an ganz persönlichen Erlebnisse mit "Frauen, Sex und Cha-Cha-Cha", vorgetragen in nuschelndem, schleppenden Tonfall, erfordern zu Beginn des Hörbuches teilweise recht viel Durchhaltevermögen vom Hörer. Seine individuellen Subjektivitäten nerven zuweilen arg. Doch je weiter sich der Reisejournalist aus Europa entfernt, umso besser wird das Hörbuch. Vielleicht übten die Lehrer und Gurus, die Timmerberg in Asien trifft, einen positiven Einfluss aus. Auf jeden Fall bringen sie ihm bei, dem permanent gegenwärtigen Dämon der Reise abzuschwören, seinen Gefühlen zu folgen und Gelassenheit zu entwickeln.

Im letzen Teil seiner Reise erwartet den Hörer endlich wieder der gewohnt reiselustige und angstfreie Autor. Hier versöhnt Timmerberg mit wundervollen Beobachtungen und wortgewaltigen Beschreibungen von Land, Leuten und zum Teil philosophischen Gedankengängen.
In Mexiko-Stadt fühlt er sich "wie neugeboren in einem schönen und wilden Leben, in einem schönen und wilden Land". Auch wenn der nachfolgende Abstecher nach Kuba nicht mehr das offenbart, was es noch vor zehn Jahren war. In den Neunzigern hatte Timmerberg hier zwei Jahre gelebt. Doch die Leichtigkeit der Karibik ist verschwunden. Kein Salsa ist mehr im Blut der Kubaner, oder besser: er ist unter der permanenten Angst gegenüber dem allgegenwärtigen Staatsapparat in Form von Gummiknüppel schwenkenden Polizisten begraben. "Es glitzert nicht mehr, Havanna hat den Rhythmus verloren, die Lebensfreude ist weg.", diagnostiziert der Autor, "Kommunismus im Endstadium".

Letztendlich landet Timmerberg am achtzigsten Tag gutgelaunt im inzwischen frühlingshaften Berlin und meint, das es zu Hause doch eigentlich am Schönsten ist: "Vor knapp 40 Jahren flüchtete ich aus einem Deutschland, das nicht zu ertragen war. Wer auf Hippies rumhackt, weiß nicht, wie es her in den sechziger Jahren ausgesehen hat. Auf den Straßen, in den Köpfen, in den Tassen. Schon ein Capuccino galt als Gift für die deutsche Lebensart. Damals war Deutschland das langweiligste und intoleranteste Land überhaupt, heute ist es das glatte Gegenteil." Der Reiseveteran will sesshaft werden. Mal sehen, ob ihm das gelingt.

Fazit:
"Reisen ist genauso 'ne Flucht vor dir selber, wie wenn du 'ne Symphonie schreibst. Es ist einfach eine Möglichkeit, mit deinem Gewühle umzugehen. Du kannst es Abenteuer nennen oder Flucht. Es ist meistens beides, halbe-halbe.", erklärt Timmerberg, was durchaus auch auf das Hörbuch angewandt werden kann, das zur Hälfte letztendlich doch noch hörbar wird.
"In 80 Tagen um die Welt" ist ein schnoddriges und locker "weghörbares" Hörbuch des 56-jährigen Althippies Timmerberg, der ein bisschen reisemüde geworden ist.
Neugierig auf die Welt macht er jedenfalls nicht unbedingt, aber vielleicht über sie nachzudenken, dazu regt er durchaus an.

Für mich 3,5 Sterne!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Auftragsarbeit - schade, man merkt's, 8. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: In 80 Tagen um die Welt (Taschenbuch)
Dieses Buch kann nicht verstecken, was es ist: eine Auftragsarbeit. "Ich muss Stories für das Buch finden, hab' aber keine Lust dazu. Bin nämlich ausgepowert" das ist auf 3/4 der Seiten zu spüren. Auf diesen "80 Tagen um die Welt" geht für Timmerberg erst in Mexiko City die Sonne auf, aber das ist viel zu spät, weil es eine der letzen Stories auf der Tour ist. Vorher muss man als Leser durch zuviel daher gejammerte Reisedepression - ohne erkennbaren Tiefgang, ohne Spannung, ohne Lust. Einzig die Tokyo-Story berührt wirklich mit ihrer größtenteils tristen Atmosphäre und bleibt in Erinnerung. Eigentlich bin ich Timmerberg-Fan. Er kann schreiben, er hat (normalerweise) Spannendes aus der Welt zu berichten und er ist kein Mainstream-Typ. Doch hier wirkt Timmerberg nicht authentisch, sondern als ob er sich selbst imitiert. Und auch wenn er unterwegs von seinen inneren, seinen seelischen Leidenszuständen berichtet, es kommt keine wirkliche Leidenschaft rüber. Die Regel "Eine Kopie ist nie so gut wie das Original" bewahrheitet sich also auch bei Selbst-Nachahmern. In diesem Fall ist sie leider nicht mal halb so gut.

Wer Timmerberg authentisch, als Original mit echter journalistisch-literarischer Klasse kennenlernen möchte, dem seien folgende drei Bücher empfohlen, die allesamt fünf Sterne verdienen:
Shiva Moon: Eine Reise durch Indien
Tiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegs
Der Jesus vom Sexshop: Stories von unterwegs

Fazit:
Schade, das sind 80 unoriginelle Tage der Schwermut. Einfach lustlos. Timmerbergs kann es besser, haarscharf noch 3 Sterne.
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In 80 Tagen um die Welt
In 80 Tagen um die Welt von Helge Timmerberg (Gebundene Ausgabe - 2. Juni 2008)
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