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am 31. März 2014
Etwas verstört habe ich mich durch die ersten hundert Seiten hindurch gewurschtelt. Denn tatsächlich: Eine erste Fotografie Betrachtung und Deutung erscheint erst auf Seite 101. Mit dem Self Portrait von Robert Mapplethorpe. Hier nun Roland Barthes:

„Wir versuchen jedes Bild im Nullzustand der Bedeutung zu erfassen … Ein einzelner Punkt, ein Detail des Fotos, kann wie ein Stich die Oberfläche durchbrechen, die Ökonomie des kulturellen Codes zerreißen und den Betrachter unmittelbar treffen.“

Tatsächlich hatte ich nicht gesehen, was Lethen sieht: Die aus dem Bild hinausweisende Hand des jungen Mannes könnte auch der Michelangelo-Finger sein. Der von Barthes 1980 eingeführte Begriff des Punctum will erklärt sein, das sind im ersten Moment nicht in den Vordergrund tretende Details, die sich aber unmerklich ins Unterbewusstsein einprägen und somit die Blickweise aufs Bild erheblich beeinflusssen. Es folgen schließlich spannende hundert Seiten: Ein vietnamesischer Vater wird gezeigt, der weinend unterm Sonnenschirm durch den ihn umhüllenden Horizont schreitet (Weitwinkelperspektive). Ich lande in der Normandie (D-Day), das Foto ein unter Zeitdruck entstandenes Bild, eher ein Fehler der Entwicklerkammer, als eins, dass der Fotograf so beabsichtigte. Ich darf mir "The Migrant Mother", eine Madonnen-Figur der Migrationsproblematik der Zeit des New Deal, erklären lassen. Schließlich die "neue Sachlichkeit": Bilder des Schreckens des Zweiten Weltkrieges im Schneewittchensarg. Das ist eine Reaktion auf eine Ausstellung, die offenbar nur auf die Schockwirkung der Bilder gesetzt hatte, und außerdem noch Material der sowjetischen NKWD den Einheiten der Waffen-SS, der ukrainischen Milizen oder der Sicherheitspolizei, unterschieben wollte - die ursprüngliche Ausstellung wurde nach Verwerfungen abgesetzt und durch die Glaskisten-Ausstellung, dem Schneewittchensarg ersetzt. Wo der Bilderrezipient aussieht wie ein sachlich Interessierter.

Dann zwei Bilder, von denen eins "beschrieben" wird. Das Titelbild, eine junge Frau watet durchs Wasser. Erst auf der Rückseite Bildes kann man erkennen: Die Minenprobe. Der Fotograf wollte möglicherweise den Moment erfassen, da sie auf eine Mine tritt. Das nicht sichtbare Bild: Kleider von 33771 exekutierten Juden. Auf dem ist der Schatten des Fotografen zu erkennen. Eindrücklich ernst.
Eingefasst werden die skizzenhaften Bildbeschreibungen von Körperinszenierungen - vorneweg die nackte Abramowic mit Partner, die so dicht am Eingang zum Museum stehen, dass man unweigerlich mit ihnen, ihrer Nacktheit, in Berührung kommt. Gegen Ende des Buches schließlich der Wäschekatalog einer sowjetischen KGB-Kultur. Und wieder der nackte Mann, diesmal ohne Genital - das ist in seiner Handtasche sichtbar ...

Der Klappentext verkündet: „Eine Schule des Sehens in einer unübersichtlichen Zeit.“ Das ist ein bisschen zu dick aufgetragen. Zwar kann man es als kleine Schule des Sehens lesen, aber dazu braucht es einen ziemlich großen Anlauf. Es bleibt eher Skizze. Leichtfüßig und locker geschrieben. Das ist, was mich die ersten hundert Seiten trotzdem nervös machte. Was sollte die Abramowic als nackte Türsteherin? Wozu die kleine Skulptur von Naumann, in der man verdachtsweise Knieabdrücke bekannter Persönlichkeiten entdeckt?

Nun, der unbedarfte Leser baut sich folgendes Bild: Indem Lethen die Performance und die Skulptur (den Abdruck) erwähnt und mit Körperlichkeit im Nacktabbild des (absurd nackten) Mannes abschließt - die Kleider der exekutierten Juden fotografiert sind, aber von ihren Körpern keine Spur, man nur noch den Schatten des Fotografen auf den Kleidern sieht - entwickelt sich Scham, Betroffenheit, die Mehrfachlesbarkeit: Ohne mit dem moralischen Finger zu zeigen, lehrt mich das "kleine Buch" beim Lesen besser Sehen, noch mehr Sehen, und dass jedes Bild dazu angetan ist, eine abgebildete Wirklichkeit durch eine nicht abgebildete zu erweitern. Das ist schon ganz ordentlich.
Wer sich das Buch opulenter und ausführlicher gewünscht hat, oder wie ich, es unter ästhetischen Gesichtspunkten des Fotografierens (des Fotografen) geholt hat, muss sich erst an eine andere Lesart gewöhnen. Das Buch meint weniger den Fotografen, sondern mehr den Betrachter. Aufmerksam gelesen zieht man dann doch noch seinen persönlichen Gewinn.
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am 2. November 2014
Ich warne jeden Fotografen davor, sich dieses Buch zu kaufen, bevor er eine Leseprobe gemacht hat. Selbst jene, die sich gern mit der Theorie von Bildern, deren Abbildung und den Bezug zur Realität beschäftigen, werden hier höchstwahrscheinlich ziemlich enttäuscht. Es handelt sich um einen derart unverständlichen Inhalt, will schon fast sagen "Code", der nur jenen verständlich ist, die wohl sich bereits in den 70er Jahren im Elfenbeinturm der Begriffsanalyse befanden. Sätze wie "Mit dem Verlust der Fähigkeit zu Objektivation in einem durch symbolische Praktiken ausgedehnten Personalraum fällt der Betroffene aus der Sphäre des intersubjektiven Austausches." sind hier nur ein Beispiel für Schlussfolgerungen, die mir absolut schleierhaft bleiben. Diese extrem gewundenen, teilweise schon fast gekünstelt wirkenden Satzinhalte erinnern mich sehr an die undurchschaubaren, verbissen intellektuellen Traktate sozialistischer Strömungen.
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am 25. März 2014
auf dieses buch hatte ich gewartet, wegen seines titels, der vorankündigung und erster begeisterter rezensionen. aber dann kam doch nur die bitterste enttäuschung. das thema ist völlig verschenkt, und das seichte geplauder über herrn lethens vorlieben ist auf die dauer nur noch sterbenslangweilig. extrem schade um ein thema, das wirklich spannend sein könnte.
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am 28. Oktober 2014
ein sehr gutes buch zur fotographie an sich. sehr tiefgründige Auseinandersetzung mit der fotographie als solches. ein wunderschönes buch, welchem einem den weg weisst zur respektvollen Betrachtung der fotographie als solches. schon das coverbild ist ergreifend ......
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Helmut Lethen ist Germanist und Literaturwissenschaftler, hat nach einer Professur in Utrecht und diversen Gastprofessoren 1996 den Lehrstuhl für Deutsche Literatur an der Universität Rostock inne. Seit seiner Emeritierung wurden der durch seine Buchveröffentlichungen „Verhaltenslehren der Kälte“ und „Der Sound der Väter“ bekannt gewordene Helmut Lethen, Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften in Wien. Für sein Sachbuch "Der Schatten des Fotografen. Bilder und ihre Wirklichkeit" erhielt er 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik.

Es geht eigentlich um ganz einfache Fragen, zum Beispiel warum Fotografien uns manchmal stärker ansprechen als des Erlebte was mit ihnen verbunden ist, oder umgekehrt. Viele Fotos vermitteln einen Hauch Romantik, aber wenn man erfährt was dahinter steckt bewirkt es häufig Schockzustände. Es sind ausnahmslos Bilder die erst durch einen Kontext zu wirklichem Leben erweckt werden.

Lassen sie die ungeheure Effizienz der Fotos auf sich einwirken, Fotografien die einen bemerkenswerten Streifzug durch die Kunst- und Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts im Fokus haben. Helmut Lethen exemplifiziert was Bilder sind und was sie bewerkstelligen können. Von diesem Sachbuch gilt was der große Robert Gernhardt einmal über gute, gelungene Gedichte gesagt hat: „Gut gefühlt, gut gefügt, gut gedacht und gut gemacht“. Eine Kostbarkeit.
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am 12. März 2014
Das Buch hält leider in keinster Weise was es verspricht.
Herumgelabere der bequemsten Art.
Schade. Die thematische Vorgabe würde neugierig machen.
44 Kommentare|18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Mai 2014
es hat alles wunderbar funktioniert. danke.
das buch kann ich noch nicht bewerten oder gar rezensieren, da ich es noch nicht komplett gelesen habe.
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