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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der �Mezzogiorno ohne Mafia� als Zeitbombe
„Supergau Deutsche Einheit" - das klingt reißerisch. Doch anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei Uwe Müllers Buch um eine profunde Analyse, der man die sorgfältige Recherche anmerkt. Der Autor verzichtet auf Polemik und lässt die Dramatik der Fakten für sich sprechen. Dabei erzählt er ebenso flott wie...
Am 4. Mai 2005 veröffentlicht

versus
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider schwach
Das sich Unbehagen breit macht über die fortwährenden Transfers von West nach Ost ist keine neue Erkenntnis, das hierzu ein Buch veröffentlicht werden würde nur eine Frage der Zeit, daß es sogleich auf die Bestseller-Listen rutschen würde kaum überraschend. Hier ist es nun.
Tenor: Mit der Verringerung der Transferzahlungen wird der...
Am 31. März 2005 veröffentlicht


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider schwach, 31. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Das sich Unbehagen breit macht über die fortwährenden Transfers von West nach Ost ist keine neue Erkenntnis, das hierzu ein Buch veröffentlicht werden würde nur eine Frage der Zeit, daß es sogleich auf die Bestseller-Listen rutschen würde kaum überraschend. Hier ist es nun.
Tenor: Mit der Verringerung der Transferzahlungen wird der finanzielle Bankrott der neuen Bundesländer, die im wesentlichen auf drei Thesen basiert: a) die geleisteten Transfers verpuffen wirkungslos; b) die zukünftigen finanziellen Spielräume sind bereits heute verspielt; und c) eine wirtschaftliche Besserung utopisch. Was in seinen Kerngedanken auf 2 DIN A4-Seiten zusammengefaßt werden kann, mußte erst auf 242 Seiten ausgedehnt werden, um es als Buch veröffentlicht werden zu können. Leider verliert sich die Argumentation zu häufig in sinnlosen Abschweifungen und Geschwafel und ist nicht stringent und konsistent, anstatt vernünftig analysiert zu werden.
Ich bin noch immer der Auffassung, daß eine populäre Darstellung sich von wissenschaftlichen Werken im wesentlichen durch eine verständliche Darstellung der Materie unterscheiden sollte, dabei aber eine sachliche und vernünftige Analyse trotzdem gewahrt bleiben muß. Und genau hier gibt es deutliche Abstriche, ungeachtet der Tatsache, daß hier nicht in Ossi/Wessi-Klischees verfallen wird., mit einer wesentlichen Folge: Verringerung der Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft.
Leider, muß man sagen, hätte man aus diesem Thema mehr machen können. „Wer auf die Mißstände hinweist, gilt als Miesmacher, dem es an patriotischer Gesinnung mangele." - wer für seine Überzeugung leiden will, muß mehr leisten, Herr Müller.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Buch ist nicht mehr aktuell., 14. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Das Buch bedarf meiner Meinung nach dringend die Verbesserung, besonders über den Zustand von Irland.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider schwach, 31. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Das sich Unbehagen breit macht über die fortwährenden Transfers von West nach Ost ist keine neue Erkenntnis, das hierzu ein Buch veröffentlicht werden würde nur eine Frage der Zeit, daß es sogleich auf die Bestseller-Listen rutschen würde kaum überraschend. Hier ist es nun.
Tenor: Mit der Verringerung der Transferzahlungen wird der finanzielle Bankrott der neuen Bundesländer, die im wesentlichen auf drei Thesen basiert: a) die geleisteten Transfers verpuffen wirkungslos; b) die zukünftigen finanziellen Spielräume sind bereits heute verspielt; und c) eine wirtschaftliche Besserung utopisch. Was in seinen Kerngedanken auf 2 DIN A4-Seiten zusammengefaßt werden kann, mußte erst auf 242 Seiten ausgedehnt werden, um es als Buch veröffentlicht werden zu können. Leider verliert sich die Argumentation zu häufig in sinnlosen Abschweifungen und Geschwafel und ist nicht stringent und konsistent, anstatt vernünftig analysiert zu werden.
Ich bin noch immer der Auffassung, daß eine populäre Darstellung sich von wissenschaftlichen Werken im wesentlichen durch eine verständliche Darstellung der Materie unterscheiden sollte, dabei aber eine sachliche und vernünftige Analyse trotzdem gewahrt bleiben muß. Und genau hier gibt es deutliche Abstriche, ungeachtet der Tatsache, daß hier nicht in Ossi/Wessi-Klischees verfallen wird., mit einer wesentlichen Folge: Beschneidung der Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft.
Leider, muß man sagen, hätte man aus diesem Thema mehr machen können. „Wer auf die Mißstände hinweist, gilt als Miesmacher, dem es an patriotischer Gesinnung mangele." - wer als Märtyrer dastehen will muß mehr leisten, Herr Müller.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der �Mezzogiorno ohne Mafia� als Zeitbombe, 4. Mai 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
„Supergau Deutsche Einheit" - das klingt reißerisch. Doch anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei Uwe Müllers Buch um eine profunde Analyse, der man die sorgfältige Recherche anmerkt. Der Autor verzichtet auf Polemik und lässt die Dramatik der Fakten für sich sprechen. Dabei erzählt er ebenso flott wie mitreißend und unternimmt immer wieder originelle Exkurse in die Geschichte. So wird am Bespiel des Saarlandes eindrucksvoll geschildert, wie Ende der fünfziger Jahre schon einmal eine deutsche Wiedervereinigung („die kleine") gründlich missraten ist. „Supergau Deutsche Einheit" ist eine kurzweilige Lektüre, die auf sperriges Vokabular und ausschweifende Erläuterungen verzichtet.
„Ökonomisch wurde die deutsche Einheit miserabel organisiert", heißt es zu Beginn in der kompakten Bestandsaufnahme der letzten 15 Jahre. Dieser Argumentation kann man sich kaum verschließen: Wer den eindringlichen Befund gelesen hat, wird dem Politiker-Gerede über vermeintliche Fortschritte beim Aufbau nicht mehr glauben. Auch die Zukunft sieht düster aus. Müllers zentrale These: Der Fehlschlag beim Aufbau Ost ist eine Zeitbombe für ganze Land. Gelingt es nicht, sie zu entschärfen, werden alle Deutschen, im Osten wie im Westen, spürbare Wohlstandseinbußen hinnehmen müssen. Bereits seit einem Jahrzehnt hinkt das anhaltend wachstumsschwache Land „hinter den dynamischeren Volkswirtschaften von Großbritannien, Frankreich, Österreich oder Italien hinterher". Dies sei nicht allein, aber doch überwiegend auf den Fehlschlag beim Aufbau Ost zurückzuführen.
Während der Westen unter finanzieller Auszehrung leide, veröde der Osten („Mezzogiorno ohne Mafia") trotz immenser Transfers von 1,4 Billionen Euro. Kein anderer EU-Staat hat ein geringeres Wachstum als Ostdeutschland, das als rückständige Region doch eigentlich aufholen müsste. Bleibt es dabei, komme ein „Teufelskreislauf" in Gang, der letztlich beide Seiten ruinieren würde. Für Müller gibt es in der Logik der bisherigen Vereinigungspolitik keinen Ausweg. Deshalb droht der „Supergau" - in den neuen Ländern steht nach 2008, wenn die Ost-Förderung gedrosselt wird („kalter Entzug") ein Finanzchaos bevor. Helfen könne nur ein radikaler Kurswechsel, wobei der Osten statt zusätzlicher Subventionen mehr echte Wettbewerbsvorteile benötige. Doch Müller selbst ist skeptisch, ob es zum überfälligen Neuanfang kommt. „In beiden Volksparteien regiert ein Kartell der Verschweiger", schreibt er. Und: „Kaum ein anderes der drängenden gesellschaftlichen Probleme ist mit einem vergleichbaren Tabu belegt wie das fulminante Scheitern im Osten."
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1,4 Billionen Euro und eine Staatsform gratis für den Osten, 19. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Wer sich in deutschen Landen zum Thema Wiedervereinigung äußert neigt dazu in klischeehafte Extreme zu verfallen! Wer erinnert sich nicht an die Glorifizerung von FDJ, Trabant und Spreewaldgurke in so mancher sogenannten "Ostalgie-Show"? Und wer erinnert sich nicht an so manchen latent-seperatistischen Umtrieb aus Westdeutschland - vor allem nach der jüngsten verherrenden Zwischenbilanz aus dem "Gesrächskreis Ost" unter der Führung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi?
Das nun vorliegende Buch von Uwe Müller - Redakteur des Springer-Blatts "Die Welt" - befasst sich mit der Realität jenseits von "Besserwessi" und "Typisch Ossi". Auf rund 240 Seiten präsentiert er eine gelungene Zusammenfassung von 15 Jahren ökonomischer Zusammenführung der beiden ehemals getrennten Landesteile und gibt auch einen Ausblick auf mögliche Zukunftszenarien sowie Handlungsalternativen.
Beinahe erschreckend mutet die Dokumentation der Ignoranz und des "Weiter so" der jeweils handelden Regierungen im Angesicht eines abrutschenden Ostens an. Während Helmut Kohl im seinem 94er Wahlkampf noch die "blühenden Landschaften" bemühte, entschuldigte sich Vordenker Kurt Biedenkopf schon: "Bei der nächsten Wiedervereinigung machen wir alles besser!"
Als Gerhard Schröder das Land zwischen Rügen und Dresden zur "Chefsache Ost" hochstilisierte, sah Altkanzler Helmut Schmidt einen "gemäßigten Mezzogiorno ohne Mafia" am Horizont.
Im Schatten dieses politischen Supergaus - und damit ist ausschließlich die ökonomische Vollendung der Einheit gemeint -hat sich die Kluft zwischen Ost und West neuerding wieder vergrößert: Trotz der titulierten 1,4 Billionen Euro (Ende 2004) hat der Osten eine pro Kopf-Wirtschaftskraft von etwa 75% des Westniveaus erreicht. Trotz der Mittel aus dem Solidarpakt, die etwa 4% des Bruttoinlandsprodukts entsprechen, hat der Osten weiterhin eine mehr als doppelt so hohe Arbeitslosigkeit als der Westen!
Aufgrund dieser mangelnden Zukunftsperspektiven verliert der Osten jedes Jahr etwa 98000 meist jüngere Einwohner - in der Summe mehr als 1,3 Millionen seit der Wiedervereinigung.
Die Geburtenrate im Osten - weltweit hat nur der Vatikan(!) eine geringere - tut ihr übriges. Mancher spricht schon im Anbetracht dieser Umstände von einem zukünftigen "Altersheim der Republik".
Bis auf den zugegebenen reißerisch wirkenden Titel (Obwohl man sich schon fragt wie man solch ein wirtschaftliches Desaster sonst umschreiben sollte) ist Müller ein detailiertes und pointiertes Sachbuch gelungen, dass sich jenseits der politischen Befindlichkeiten auf die ökonomischen und demographischen Fakten beschränkt.
In einer ökonomischen Größe gelangt der ansonsten hinterherhinkende östliche Teil der Republik dann doch noch zu zweifelhaten Ruhm: Bis auf Sachsen haben die neuen Bundesländer mit Abstand die höchsten Schuldenquoten (Anteil der Staatsschulden an der Wirtschaftskraft) des Landes.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja nicht so fundiert, 2. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Gute Nachricht: Herr Müller ist studierter Volkswirt. Schlechte Nachricht: weite Teile seines Buches sind reine Faktenaufreihungen ohne grundlegende Analyse der deutschen Wiedervereinigung. Kann man sich schon fragen, wie lange sein Studium her ist..Klar man muss sich einen tollen reisserischen Titel ausdenken, um eine Menge Bücher zu verkaufen, aber auch weite Teile im Buch sind mit saloppen und teilweise polemischen Argumentationen und vor allem Metaphern versehen. Das mag für Sabine Christiansen als oft zitiertes Beispiel vielleicht reichen, und Michael Glos oder Franz Müntefering(jetzt werde ich selbst polemisch) könnten sich da einiges abschauen, wissenschaftlich ist es aber nicht. Am Ende gibt es dann wenigstens den Versuch, aufzuzeigen, wie ein anreizkompatibler Solidarpakt für mehr Wachstum in Ostdeutschland sorgen könnte.
Leider haben Journalisten in Deutschland einen viel zu hohen Marktanteil bei solchen Schriften, weil diejenigen, die wirklich etwas zu sagen hätten, nämlich Professoren, leider unfähig sind, populärwissenschaftliche Bücher zu schreiben, von Bofinger oder Sinn mal abgesehen. Die Bücher von letzteren sind dann auch wesentlich fundierter und interessanter geschrieben.
In den USA mal wieder ist es anders, Professor Krugman fordert sogar, dass Professoren der Öffentlichkeit verpflichtet sein sollten, einfach und klar ihre Forschungsergebnisse zu erklären, und Krugman, Stiglitz, beide Friedmans können es auch.
Schade, die Faktenaufreihungen sind ja ganz nett für eine 5 stündige Bahnfahrt, aber es bleibt nicht viel hängen ausser dem was wir immer schon wussten, alles zu teuer, Politiker dumm (den Job will bald sowieso keiner mehr machen, bei so viel vorschneller Kritik), Osten abgewirtschaftet und Deutschland am Ende... Medien- und verkaufswirksam, (leider) nicht allzuviel mehr.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 5. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Ein beeindruckendes Buch: Es fängt sachlich und fundiert an, und arbeitet sich vor in polemisch kommentierte Zahlenwüsten, gewürzt durch in den Raum geworfene Feststellungen und hochpeinliche Dummheiten (die berühmte Frage nach den "anderen Genen" ist nur die Spitze des Eisberges).
U.M. reitet mit dem Supergau Deutsch Einheit geschickt auf der Welle des modernen Pessimismus. Die m.E. unvollständige, aber trotzdem beeindruckende Sammlung von Fakten unterstützt offenbar den Eindruck der Fundiertheit; leider werden aber nur im Nachhinein ersichtliche Fehlentscheidungen aufgelistet, für die zum größten Teil keine sinnvollen Alternativen genannt werden. Das mag nicht Anspruch des Buches sein, läßt es aber irgendwie kleinlich und terrierhaft erscheinen.
Im Detail trifft man immer wieder auf Arroganz und selektive Wahrnehmung des Authors (z.B. wird den ostdeutschen ABMlers vergeben, sich keinen besseren Job zu suchen, weil sie ja bei der ABM viel mehr Geld verdienen -- unabhängig von der Sinnhaftigkeit von ABM wird einfach ignoriert, daß in den betroffenen Regionen kein Bedarf an der Arbeitskraft des Heers der ABMler besteht), so daß sich bald das Gefühl einschleicht, man sitzt in einem Debattierklub: Diskussionsziel festgelegt, passende Fakten ausgesucht, und zur Hölle mit allen Gegenargumenten. Beispielhaft dafür sind auch die Passagen, in denen recht polemisch Ostdeutschland mit Polen, Tschechien, Ungarn und Süditalien verglichen wird.
Darüber hinaus sind für mich als Ostberliner immer wieder eingebauten offenen und unterschwelligen Beleidigungen der Ostdeutschen nicht aktzeptabel. Die Penetranz der Anschuldigungen und Unterstellungen machen es sehr schwer, das Buch überhaupt zu lesen: es bedient geflissentlich und distanzlos alle Vorurteile gegenüber den jammernd schmarotzenden Ossis und den tumben Politikern, während es einen seltsam verklärten Blick für die allgemeine Leistungsfähigkeit der westdeutschen Wirtschaft -- was immer darunter exakt zu verstehen sei -- und den Zustand der westdeutschen Wirtschaft im Jahr 1990 hat. Daß auch Sprache und Stil des Authors sich gelegendlich auf Stammtisch- oder Nachmittagstalkshowniveau herabbegibt, hätte ein Nachteil für eine seriöse Fachpublikation sein können -- "Supergau Deutsche Einheit" tut es keinen Abbruch.
Unterm Strich war das Buch inhaltlich eine große Enttäuschung für mich, während das Geschick des Authors, sich immer auf von seinen Zahlen gedeckten verschlungenen Pfaden zu bewegen, bewunderswert ist. Wer das Genre der schadenfrohen und sinnfreien "Pleiten, Pech und Pannen"-Unterhaltung nicht mag, macht einen Bogen.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Analytisch gut, 14. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
Der Autor Uwe Mueller legt in diesem Buch die Fehler die in der deutschen Wiedervereinigung begangen wurden offen. In drei Teilen analysiert er die Maengel des Zusammenwachsens der beiden deutschen Staaten.

Im ersten Teil legt Uwe Mueller die geschichtliche Situation der beiden deutschen Gesellschaften und die wirtschaftliche und finanzielle Situation der DDR offen. Im zweiten Teil geht der Autor auf den schleichenden Abstieg Ostdeutschlands seit der Wiedervereinigung, die demographische Entwicklung der beiden Teilstaaten, die Politik der Verschuldung und die privatwirtschaftliche und Unternehmenssituation im Osten ein. Der dritte handelt schliesslich vom Vergleich der Entwicklung Ostdeutschlands und der osteuropaeischen Staaten. Abschliessend resuemiert er das Beschriebene und stellt Verbesserungsvorschlaege vor.

Durch die dreigeteilte Analyse wird deutlich, dass die Lage in den neuen Laendern katastrophal ist. Er beleuchtet dabei nicht nur die Fehler die ostseitig begangen wurden, sondern bringt auchdie Fehler der westdeutschen Politik auf den Tisch. Politik macht keine keine Wrtschaft. Dieses ist die zentrale These des Buches. Speziell die politischen Entscheidungen waehrend zur Wiedervereinigung sind zumeist kontraproduktiv fuer die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Der Autor erinnert dabei an den CDU-Wahlslogan Gleiches Geld fuer gleiche Arbeit!".

Dieser oekonomische Unsinn mag zwar Stimmen im Osten gewonnen haben fuehrte aber zu zu hohen Lohnstueckkosten in den neuen Laendern. Kein Unternehmen der Welt kann sich diese ueberhoehten Kosten der Arbeit leisten. Kein Wunder ist, dass die Konzerne nicht nur nicht den Sprung nach Ostdeutschland wagten, sondern vielmehr darueber hinwegsprangen, um sich im billigen Osteuropa anzusiedeln. Diese Laender reuessieren, weil die Politik in der Wendezeit auf wirtschaftliche Prosperitaet konzentrierte.

Hierin kumuliert das Versagen der Politiker im Westen wie im Osten. Die ostdeutschen Laendesfuersten labten sich vielmehr an an den Wohltaten des Westens um eine Gleichstellung der Lebensverhaeltnisse zu erreichen.

Der unglaubliche Subventionsfluss in drei Akten umfasst inzwischen annaehrend - je nach Wirtschaftsinstitut - eintausenfuenfhundertmilliarden (!) Euro. Dieses Geld wurde jedoch nicht in wirtschaftliche sinnvolle Inverstionen gesteckt, vielmehr wurden unter der Zielsetzung Angleichung der Lebensverhaeltnisse in West und Ost" Spassbaeder, Sporthallen und teure Verwaltungen errichtet. Die Verwaltungen sind im Verhaeltnis zum Westen ueberdimensioniert. Allein hier waere ein Einsparpotential von mehreren Millionen moeglich gewesen. Diese teuren Infrastrukturmassnahmen machen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels im Osten wenig Sinn.

Die Landflucht" in den Westen laesst die Bevoelkerung im Osten schrumpfen. Viele Einrichtungen Baeder oder Kanalisationen lassen sich nicht mehr finanziell rechtfertigen, dienen sie doch nur noch als soziale Statussymbole der Staedte im Osten. Sie sollen zeigen, dass der Osten lebt. Dies ist jedoch nicht mehr der Fall. Der Osten stirbt. Dabei driftet er in eine gesellschaftliche und politische Zone, die die deutsche Geschichte nur allzugut kennt: Das Ende der Weimarer Republik. Deren Stadtvaeter hatten waehrend der Goldenen Jahre die kurzfristifen billigen Kredite aus dem Ausland auch in Schwimmbaeder und Freizeiteinrichtungen investiert anstatt in einer venuenftige nachhaltige Wirtschaftspolitik. Diese Rechnung ging nicht auf.

Nach dem Schwarzen Freitag 1929 brach dieses System zusammen, da das Geld der Kredite abfloss in den Westen, in die Vereinigten Staaten. Die zunehmende Arbeitslosigkeit gipfelte in der Radikalisierunfg des Volkes, Deutschland schlitterte unter der Fuehrung Adolf Hitlers in den 2. Weltkrieg. Heute stehen wir vor dem gleichen Problem. Westdeutschland ist kaum noch in der Lage die Zeche fuer den Osten zu bezahlen, der Solodarpakt II wird zunehmend weniger Gelder zur Verfuegung stellen, eine Radikalisierung der Politik wird die Folge sein. Im Osten waechst der Einfluss de radikalen Parteien, die Demokratie wird instabil werden, zusammenbrechen und Westdeutschland sowie das eng verwebte Europa mit sich hinabziehen. Wie ist dieser Supergau aufzuhalten?

Uwe Mueller schlaegt vor, der wirtschaftlichen Prosperitaet den Vorrang vor jedlichen Gleichstellungszielen zwischen den Laendern zu geben. Sonderwirtschaftszonen mit einem geringeren Steueraufkommen fuer Unternehmen sowie eingeschraenkte Nebenkosten der Arbeit waeren die Loesung. Eine strengere Kontrolle der Subventionsmittel aus dem Westen waere ein wichtiger Teil des ganzen. Und zu allerletzt die Zusammenlegung der Miniostlaender. Falscher Stolz sollte bei derartigen Ueberlegungen keine Rolle spielen. Die Laender im Osten sind allein nicht lebensfaehig, eine Zusammenlegung Thueringens mit Hessen waere ein Beispiel fuer eine vernuenftige Reorganisation des Bundes.

Dieses wird allerdings mit sozialen Haerten verbunden sein. Die Frage lautet, welche Politiker wird den Mut haben, den ostdeutschen Menschen die Wahrheit zu sagen? Deren Anspruchsedenken muss zurueckgeschraubt werden. Anderseits waere die Wiedervereingung das Ende des Wirtschaftstandortes Deutschland.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Zahlen..., 8. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
In diesem Buch erfährt mam interessante Fakten und Zahlen, über die man bestimmt vorher nicht informiert war.

Aber die Probleme wachsen schneller, als die Lösungen wirken erklärt der Autor auf Seite 111 - und damit hat er recht !!

Dieses Buch ändert leider an dem politisch, geografisch, ethnologisch und zwischenmenschlichem Zustand beider ehemaligen Nationen überhaupt nichts.

Der Autor weist auf bekannte Probleme hin - Lösungsansätze sind nicht zu finden !

Vielleicht betrachtet er dies auch nicht als seine Aufgabe !?
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12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zur Freude von Hundt und Henkel ..., 4. Juni 2005
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Supergau Deutsche Einheit (Taschenbuch)
"Haben die Ostdeutschen andere Gene als die Westdeutschen?" hat der Autor gar die Frechheit, an einer Stelle seines Buches zu fragen. Ich dachte diese Art von Ursachensuche habe sich seit 1945 erledigt. Allein schon angesichts eines solchen Satzes wird schon klar, dass Bewohner der neuen deutschen Bundesländer wahrscheinlich wenig Freude an dieser "Analyse" haben werden. Den Westdeutschen wird der Genuss allerdings auch versalzen: Nüchtern wird aufgerechnet, wieviel jährlich nutzlos von WEST Richtung OST gepumpt wird (85 Milliarden Euro). Von der drittstärksten europäischen Wirtschaftskraft rutschte die BRD auf die letzte Position. Alles Zubuttern mit Geld erreichte offensichtlich keine Unterbrechung der Ostflucht. Ob mit oder ohne Mauer: Der Trend Richtung Westen ist ungebrochen, der Osten vergreist, wird "deindustrialisiert", hängt ohne Aussicht auf ein Ende am immerwährenden Subventionstropf. Sollen sich die Westdeutschen darüber freuen, dass mehr junge Frauen als Männer den Wechsel in den Westen wagen? Freuen über das Buch kann sich Herr Dohnanyi: Seine Idee von der "Sonderwirtschaftszone" wird ausgewalzt. Schuldzuweisungen? Zumeist an die westdeutschen Politiker, wenig an die Treuhand, die vielleicht als süffisante Dienerin großer Konzerne eventuell nur Konkurrenzausschaltungen im großen Stil im Auge hatte? Uwe Müller breitet die Wunschpalette der Industriellen a là Hundt und Henkel aus: noch weitere Steuersenkungen im Osten (damit westdeutsche Firmen sich noch goldenere Nasen holen können - dass die soziale Infrastruktur dann dort kaum noch finanziert werden kann, schert westdeutsche Aktionäre herzlich wenig.) Fazit: ein schönes Träumereien-Buch für westdeutsche Brachial-Sanierer, sie bekommen ordentlich Rückenwind, ein deprimierendes Buch für Ostdeutsche (die sich nun vermehrt um westdeutsche Aufenthaltsorte kümmern werden, um endlich Ruhe zu haben vor den herabsetzenden Vorwürfen), ein panikschürendes Buch für Westdeutsche: der Osten will ihnen unverändert ans Portemonnaie / Portmonee. Das hatte man schon immer befürchtet. Der studierte Volkswirtschaftler U.M. liefert lakonisch die ungeschminkten Zahlen - danach die Sintflut?
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Supergau Deutsche Einheit
Supergau Deutsche Einheit von Uwe Müller (Taschenbuch - 18. März 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
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