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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blick über den Tellerrand
Der Denkansatz, den Herr Händeler hier vertritt, ist wirklich faszinierend. Wirtschaftswachstum ergibt sich durch Innovationen, die eine Gesellschaft zu integrieren bereit ist. Durch das Aufgreifen der Kondratieff-Theorie beweist er Sinn für's Exotische... eben die "andere Denke", derer die Gesellschaft bedarf, gerade in diesen Zeiten. Er beschreibt sehr...
Veröffentlicht am 26. Februar 2005 von Apogaeum

versus
18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessantes Thema, durchwachsene Umsetzung
Erik Händeler, VWL Absolvent Journalist und verhinderter Doktorand, nimmt sich in diesem Buch eines höchstinteressanten Themas an. Er spricht dafür, dass Makropolitik nicht weit genug reicht und dass die Volkswirtschaft maßgeblich von "Jahrhundertinnovationen" wie der Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrizität, Autos und Computern angetrieben wird...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2004 von dataa


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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blick über den Tellerrand, 26. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Der Denkansatz, den Herr Händeler hier vertritt, ist wirklich faszinierend. Wirtschaftswachstum ergibt sich durch Innovationen, die eine Gesellschaft zu integrieren bereit ist. Durch das Aufgreifen der Kondratieff-Theorie beweist er Sinn für's Exotische... eben die "andere Denke", derer die Gesellschaft bedarf, gerade in diesen Zeiten. Er beschreibt sehr interessante Denkansätze in den ersten beiden Dritteln des Buches, & natürlich bewegt man sich als Leser auf seinem eigenen Hintergrund mit. Händeler prognostiziert nach der Computer-Innovation eine kommende Zeit, in der dasjenige System auf der nächsten Aufschwungswelle mitschwimmt, welches Informationen am besten zu Nutzen weiß. Z. B.: das Wissen um die Motivation der Mitarbeiter. Werden entsprechende Konsequenzen aus dem schon heute existierendem Wissen gezogen? Werden Betriebe so strukturiert, daß dort arbeitende Menschen eine hohe Motivation entwickeln können? Es geht im Grunde um die innere Haltung der Menschen, Leitung wie Mitarbeiter, die sich zu verändern hat. Das ist eine fürwahr große Innovation, die Händeler uns abverlangt. Mag man auch seine Recherchen & Zitate aus der SZ kritisieren: sein Denkansatz macht Sinn & ist nachvollziehbar.
Doch daß er die Lösung in der Religion & Kirche sieht, leuchtet mir nicht ein. Natürlich propagieren die Kirchen die bekannte kooperative innere Haltung. Aber es gibt auch einen Grund dafür, warum sich die Menschen immer mehr von den Kirchen abwenden. Gleichzeitig fordert Händeler Rituale & Strukturen, die Kirchen mal gaben. Doch auch hier das Gleiche: die Menschen wenden sich ab. Händeler erkennt innovativ langfristige Strukturen & Zusammenhänge, daraus läßt sich aber noch etwas viel Tiefgreifenderes ableiten: Strukturen & persönliche Denkweisen (>Werte) im sozialen Umgang müssen sich verändern, & daraus ergibt sich, daß sich neue Institutionen bilden werden, in denen das gelebt wird. Die neue Innovation heißt: Kooperation. Und dafür muß es mehr Anreiz geben als eine befristete Stelle in einem Betrieb in dem man überbezahlte Manager beim Rationalisieren beobachtet. Beratungsformen wie Supervision, die Raum & Zeit(!) für Entwicklung lassen, werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Ich vermute, die Lösung unserer heutigen Misere wird sich leider nicht darauf beschränken, sich auf alte Institutionen wie die Kirchen zurück zu besinnen, sondern es wird viel komplizierter: es müssen sich ganz neue Werte entwickeln. Und davor kommt noch der Zerfall der vorhandenen, nicht mehr funktionierenden Strukturen wie Staat & Kirche, die z. Zt. beide ihren eigenen Untergang organisieren.
Schade, daß Händeler diese Entwicklung nicht auch noch integriert hat. Deshalb auch nur die 4 Sterne.
Dennoch muß man Händeler zugute halten, daß er ganz unamerikanisch Zusammenhänge erkennt, die echte Ideen für die Zukunft aufzeigen. Wer sein Buch liest, wird evtl. auf neue Gedanken gebracht, wie man sich mit dem aktuellen Wirtschaftszustand befassen kann. Ein Blick über den Tellerrand.
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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht, Vernunft!, 2. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Vorsicht, Vernunft! Denn wer sich mit den Thesen dieses Buches auseinandersetzt, dem vergeht die Lust an den abendlichen politischen Diskussionsrunden im Fernsehen. Auch die Berichterstattung im Wirtschaftsteil der Zeitung verliert ihren Glanz, während die vermeintlichen „Reformen", die im Moment von der Regierung durchgezogen werden, als Augenwischerei erkannt wird. Denn die Fragestellung ist nicht mehr, „Wie verwalten wir eine sterbende Gesellschaft zur fünften Stelle nach dem Komma?", sondern „Wie können wir jetzt Zukunft erfolgreich angehen und gestallten?"
Mit viel Elan beschreibt der Wirtschaftsjournalist Erik Händeler die immer wiederkehrende Neuorganisation der Gesellschaft seit der Industrielle Revolution durch grundlegende Erfindungen wie Eisenbahn, Elektrifizierung oder das Auto. Wie bei Nikolai Kondratieff und Schumpeter beobachtet er dabei, dass die Wirtschaft in etwa 40 bis 60 Jahre langen Zyklen schwankt. Sein Erkenntnis dabei? Wir können tatsächlich von der Geschichte viel lernen, denn die ist ein dynamischer Prozess. Die fünfte große Welle, die in den 1970er Jahren angefangen hatte, getrieben vom gesellschaftlichen Umbau hin auf die neuen Computertechnologien, geht nun langsam seinem Ende zu. Die Produktivitätszuwächse, die Steigung des Lebensstandards und die neuen Gesellschaftsstrukturen, die durch die damit verbundene Innovationen (Computertechnologien) zusammenhängen, bieten nur wenige Anhaltspunkte für weiteren Wachstum and pendeln deshalb zurück.
Resultat? Die Karten werden jetzt in der Informationsgesellschaft, in der es um einen produktivem Umgang mit Informationen geht, neu gemischt. Alle Nationen und Regionen stehen vor der Frage, wie gut sie sich angesicht des neuen Paradigmas organisieren. Dabei ist zu beachten, dass eine Reorganisation wie früher auch großes Leid in den Volkswirtschaften verursachen wird. Arbeitsplätze gehen verloren, Regierungen schreiben Defizite und die Firmen verlieren zunächst Gewinnmargen. Aber wo Leid und Hilflosigkeit herrscht, kann man auch Hoffnung entdecken. Denn Die Staaten, die voll auf die Innovationen der nächsten Aufschwung setzen und die momentanen Grenzen des Wachstums übersteigen, werden ihre Probleme besser zu angemessenen Kosten lösen können und eher im Wohlstand leben. Für Regierung und Industrie kommt es nun vor allem darauf an, sich ganz auf Innovationen in den neuen Gebieten (physische und soziale Gesundheit, Informationsbewältigung, intermenschliche Kommunikation) zu konzentrieren, denn sonst haben wir mehr Jahre des Leidens vor uns als nötig wäre.
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42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wichtigste Buch der Zeit?!, 10. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Wirtschaftskrise? Absatzprobleme? Verteilungskämpfe? „Alles ganz normal", schreibt der Wirtschaftsjournalist Erik Händeler in packender Sprache in seinem Buch „Die Geschichte der Zukunft". Auch in den vergangenen 250 Jahren hat es Erfindungen wie die Eisenbahn, Elektrifizierung oder eben jetzt den Computer gegeben, die zuerst die Wirtschaft haben boomen lassen (Kondratieffzyklen). Wenn diese grundlegende Erfindungen aber irgendwann nicht mehr die Kraft haben, die Produktivität zu steigern, kam es auch bisher immer zu langen Krisen. Die sind jedoch abwendbar: Die Wachstumsproduktivität von morgen ist in den Knappheitsfeldern von heute zu suchen. In der Informationsgesellschaft, in der der größte Teil der Wertschöpfung im gedachten Raum stattfindet, heißt das: Der Umgang mit Information muss effizienter werden - und das ist vor allem ein bestimmtes Verhalten in Bezug auf andere Menschen. Denn es gibt sonst keine Maschine mehr, die unsere Gedanken produktiver macht.
Für Unternehmen hat das weitreichende Konsequenzen: Bei einem Projekt ist jemand der wichtigste Mitarbeiter, beim nächsten ist er nur noch unterstützend eingebunden. Wechselnde Wichtigkeit zerstört die bisherige Statusorientierung. Das betrifft das Verhältnis von Alten und Jungen ebenso wie die Zusammenarbeit auf derselben Augenhöhe. So lassen sich all die Verhaltensweisen, die Produktivität in der Informationsgesellschaft schlucken, nicht organisatorisch oder per Wissenstransfer lösen, sondern sind letztlich ein ethisches Problem. Zwar sind die Firmen in eine plurale Gesellschaft unterschiedlichster Wertesysteme eingebunden, doch bei der Frage, was Zusammenarbeit und Zusammenleben fördert oder nicht, gibt es durchaus ein klares „richtig" oder „falsch": Wahrhaftigkeit (weil sich nur dann langfristig produktive Informationsbeziehungen ergeben), Demut (im Sinne von: seine Überlegenheit nicht auszuspielen), dienende Kultur statt Machtkämpfe (um das gesamte Organisationswissen zu mobilisieren), faire Streitkultur - das alles ist nicht das fromme Wunschdenken realitätsfremder Moralapostel, sondern der künftig entscheidende Wettbewerbsfaktor in einem Marktumfeld, in dem produktiver Umgang mit Information darüber entscheidet, wer übrigbleibt und wer verschwindet.
Die Konsequenzen der Kondratiefftheorie für einzelne Politikfelder beschreibt Händeler in zehn Kapiteln: An der Börse werden die Aktien von Firmen im Wert langfristig steigen, die - gemessen an Informationskriterien - gut abschneiden: Krankheitsstand, Art der Weiterbildung oder Fluktuation. Teamarbeit und effizienter Umgang mit Information verändern die Lernmethoden in der Schule. Informationsproduktivität setzt vor allem seelische Gesundheit heraus - und das baut das Gesundheitswesen radikal um, das sich stärker an den Schnittstellen von Körper und Geist engagiert. Auf dem Weltmarkt steigen jene Regionen auf, die in ein kooperatives gesellschaftliches Klima eingebettet sind. Der Blick in die Geschichte der vergangenen Auf- und Abschwünge schafft eine Intuition zu verstehen, was gerade passiert: Warum gab es nach dem 1. Weltkrieg die Weltwirtschaftskrise, nach dem 2. Weltkrieg aber das Wirtschaftswunder? Weil nach dem Ersten Weltkrieg die Firmen elektrifiziert waren, Ende der 20er Jahre sind die meisten Haushalte an den Strom angeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich rasant das Auto aus. Und die Ölkrise war dann eben nicht nur eine Ölkrise, sondern das Auto hatte die Zeit der schnellen Ausbreitung hinter sich. Läuft die Wirtschaft schlecht, (nur) weil die Regierung schlecht arbeitet? So ein dummer Zufall, dass überall auf der Welt gerade die falschen am Ruder sind! Aber der wahre Hintergrund ist, dass der Grenznutzen der bisherigen Informationstechnik sinkt. Das spiegelt sich auch am Geldmarkt: Was ist ein wichtigerer Grund, sich Geld zu leihen? Niedrige Zinsen oder dass man damit etwas unternehmen kann und will, das (finanziell) vielversprechend aussieht? Nicht die Zentralbanken steuern das Geld, sondern diese werden vom Tempo der Produktivitätsentwicklung getrieben, so Händeler.
Die nächsten Jahre werden also höchst ungemütlich. Nur: Wie lange der Abschwung dauert, hängt davon ab, wie gut wir unsere Gesellschaft reorganisieren. Händeler: „Und dafür lohnt es sich zu kämpfen."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ach, jetzt verstehe ich..., 9. September 2014
Von 
Monica Deters "Deters-Coaching.de" (Bargteheide bei Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
YES! Endlich halte ich ein Buch in den Händen, auf das ich (ohne es zu wissen) schon lange gewartet habe. Ein Buch, das nicht nur in diese Zeit passt, sondern das zudem dringend notwendig ist. Ich wünschte, es wäre "verpflichtend für Alle", vor allem auch für die Politiker! "Die Zukunft beginnt in der Vergangenheit" - der Autor schaut auf entscheidende Ereignisse und Innovationen der vergangenen 250 Jahre zurück und stellt in Anlehnung an die Theorie Kondratieffs Parallelen her zur heutigen schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gesamt-Situation. Grundlegende Erfindungen wie Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrifizierung, Auto und heute der Computer stoßen nach anfänglichem Boom langfristig an ihre Grenzen, weil keine weitere Steigerung der Produktivität mehr erreicht werden kann. Dies hat immer wieder zur Folge, dass sich die Gesellschaft neu organisieren muss. Erik Händeler bietet überzeugende Lösungsansätze an, wie der Weg aus der instabilen Lage aussehen kann und was dafür notwendig ist: "Eine Änderung der Lebensführung des Einzelnen, auch seines Verhaltens gegenüber anderen". Der Mensch rückt also in den Mittelpunkt des Geschehens, denn "erst eine neue Kultur der Zusammenarbeit lässt in der Informationsgesellschaft den Wohlstand wieder steigen". Dieser Gedankenansatz gefällt mir sehr und macht deutlich, wie lohnenswert es ist, in diese "neue Innovation" zu investieren! Danke Erik Händeler für dieses absolut brilliante Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man gelesen haben!, 20. Oktober 2010
Von 
R. Schmidt (Oberbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Erik Händeler erklärt mit Blick auf Kondratieff die Entwicklung der letzten Jahrhunderte, vor allem die Hintergründe für die Wirtschaftszyklen. Damit scheint auch durch, wo wir in den letzten 20 Jahren gestanden haben und wo wir möglicherweise gerade stehen. Es ging stets darum Knappheit zu überwinden bzw. Probleme der Knappheit zu überwinden. So war es im 19. Jahrhundert als die Industrialisierung enormen Energiebedarf hatte oder als die produzierten Güter nicht entsprechend transportiert werden konnten. Die Erfindung der Eisenbahn löste das Transportproblem. Vor über 30 Jahren begann der Computer unser angewachsenes Wissen zu verarbeiten. Auch die Lösung dieses Problems hatte einen enormen Wirtschaftsboom zur Folge, der zur Zeit ausläuft.
Alles klingt sehr plausibel, Händeler beeindruckt durch ein enorm breites Wissen. Sein Buch muss man gelesen haben. Ich habe Händeler auch schon beim Vortrag erlebt. Wer die Möglichkeit hat, sollte ihn live erleben: kurzweilig und interessant!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir sind Wirtschaft!, 16. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Erik Händeler gebührt großer Respekt. Schon lange vor der globalen Finanzkrise 2008 hatte er den Mut, sich mit seinen Artikeln und Büchern über die Kondratieff-Theorie dem ökonomischen Mainstream entgegenzustellen und auf falsche Annahmen in den Denkmodellen der gegenwärtigen Wirtschaftwissenschaften hinzuweisen. So auch in "Die Geschichte der Zukunft".

Auf Basis der von Nikolai Kondratieff und Joseph Schumpeter geprägten "Theorie der langen Wellen" zeigt Händeler, dass Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung nicht nur auf ein paar ökonomische Größen und Kennzahlen reduziert werden können, sondern immer eine gesamtgesellschaftliche Leistung darstellen: Wirtschaft, das sind wir alle - das reale Leben.

Dass dem tatsächlich so ist, schildert Händeler auf sehr fundierte und überzeugende Art und Weise in dem er sich entlang der vergangenen Kondratieff-Wellen bewegt. Dabei zeigt er auf, dass grundlegend neue Technologien wie die Dampfmaschine im 18. oder das Automobil im 20. Jahrhundert als so genannte Basisinnovationen die langfristige wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. Diese Innovationen haben die Kraft ein lange dauerndes Wachstum anzustoßen, indem ein neues technologisches Netz die Produktivität erhöht.

Wie schnell oder gut ein solches Netz von einzelnen Ländern erschlossen wird, hängt dabei aber nicht von ökonomischen Größen wie Preisen, Zinsen oder Geldmenge ab, da diese nur die Folge, nicht aber die Ursache der wirtschaftlichen Entwicklung sind. Die entscheidende Triebfeder in diesem Prozess sind vielmehr die Menschen selbst: Sie entscheiden durch ihr Verhalten, ob sie eine Basisinnovation begrüßen oder ablehnen. Gelingt es den Menschen die Erfolgsmuster des neuen Zyklus zu durchschauen und erfolgreich anzuwenden, können sie lange von einer Basisinnovation profitieren und es geht allen besser. Das ist so lange der Fall bis das neue technologische Netz vollständig erschlossen wurde. Dann beginnt die Wirtschaft zu stagnieren und es kommt zu einer Krise. Diese hält an bis der nächste "Erfolgszyklus" entdeckt und erschlossen wurde.

In einer solchen Krise befinden wir uns gerade. Die Innovationswelle, die durch Computer und Internet getrieben wurde ist mittlerweile abgeebbt. Inzwischen hat sich dieses technologische Netz sogar in den Schwellenländern weitgehend ausgebreitet. Es wird daher in den nächsten Jahren darum gehen, "the next big thing" zu identifizieren und sich anschließend an dessen Erfolgsmuster anzupassen. In diesem Zusammenhang analysiert Händeler hervorragend die gegenwärtigen "Bremsblöcke", um darauf aufbauend einen Blick in die Zukunft zu werfen. Dabei beschreibt er ganz konkret, was sich seiner Meinung nach ändern muss und identifiziert auch die nächsten Wachstumsmotoren. Diese sieht Erik Händeler vor allem im Gesundheitsbereich und in einer neuen Arbeitskultur schlummern.

An dieser Stelle noch eine Anmerkung zu Nikolai Kondratieff: Für den russischen Ökonom erwies sich seine "Theorie der langen Wellen" als sehr verhängnisvoll. Stalin ließ ihn 1930 verhaften und nach acht Jahren Gefangenschaft hinrichten, weil er dessen Thesen als konterrevolutionär erachtete. Schließlich waren Kondratieffs Thesen vom langfristigen Auf und Ab der Wirtschaft der Beweis dafür, dass der Kapitalismus (weiter)entwicklungsfähig und somit nicht unweigerlich dem Untergang geweiht ist.

Wie entwicklungsfähig der Kapitalismus in unserer derzeitigen Krise tatsächlich sein wird, hängt allerdings nicht vom nächsten Konjunkturprogramm ab, sondern von uns allen. Wir haben es selbst in der Hand unsere Zukunft besser zu gestalten: Wir sind Wirtschaft. Das ist die wohl wichtigste Botschaft, die Erik Händeler für uns alle in seiner "Geschichte der Zukunft" bereithält.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle, die Verantwortung in der Wirtschaft oder Politik tragen, 16. Juni 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen

Erik Händeler ist es gelungen, auf Basis der Kondratieff-Theorie komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu beschreiben. Wichtige Lebensbereiche, wie die Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik, Gesundheitspolitik und moderne Unternehmensführung werden in die Betrachtung einbezogen. Die Frage woher der Wohlstand von morgen kommt, wird mit einer konsequenten Engpassbetrachtung beantwortet. Diese Theorie besagt, dass Engpässe die Produktivität und damit die weitere Vermehrung des Wohlstands hemmen. Als nächster großer Engpass wird das weite Thema Gesundheit und eine neue Kultur der Zusammenarbeit in der Arbeitsgesellschaft identifiziert. Insbesondere im Hinblick auf die neue Kultur der Zusammenarbeit wird dem Leser vor Augen geführt, dass es sich um eine fraktale Herausforderung handelt. Diese Herausforderungen finden sich auf allen Ebenen wieder: In der Politik, der interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Wissenschaft und insbesondere Wirtschaftsunternehmen. Erik Händeler lenkt die Aufmerksamkeit der Leser konsequent auf die Realwirtschaft und ihre Modernisierung. Die Etablierung von gelungenem Sozialverhalten und tragfähige Modelle der Kooperation schaffen Zukunftsfähigkeit. Ich betrachte dieses Buch als gelungene Analyse und Wegweiser in die Zukunft. Es ist eine Pflichtlektüre für alle, die Verantwortung in der Wirtschaft oder Politik tragen.

Manfred Schöpper, aseaco AG
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessantes Thema, durchwachsene Umsetzung, 6. Oktober 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Erik Händeler, VWL Absolvent Journalist und verhinderter Doktorand, nimmt sich in diesem Buch eines höchstinteressanten Themas an. Er spricht dafür, dass Makropolitik nicht weit genug reicht und dass die Volkswirtschaft maßgeblich von "Jahrhundertinnovationen" wie der Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrizität, Autos und Computern angetrieben wird. (Kondratieff Theorie)
Er veranschaulicht diese These anhand eines Rückblicks auf das Wirtschaftsgeschehen der letzten 200 Jahre und unterstützt so seine Behauptung, dass die wirtschaftliche Entwicklung parallel zum Aufstieg der obengenannten Basisinnovationen verläuft.
Die erste Hälfte des Buches ist anschaulich und gut belegt, jedoch sind die Schlüsse die Händeler zieht nicht wirklich logisch!Er sieht die Kooperation als neue Basisinnovation und meint, dass nur diese Kooperationsfähigkeit gepaart mit der Ausnutzung von Produktivitätsreserven im Gesundheitswesen aus der Krise führen. Händeler gleitet ab in waghalsige Theorien, in denen er die christliche Religion als einziges Instrument zur Ausnutzung der Produktivitätsreserven darstellt.
Er diskreditiert andere Religionen und Weltanschauungen und es scheint einem, dass er ebenso fanatisch in seinem Glauben ist wie die Sekten und Moslems, die er kritisiert.
Am meisten hat mich gestört, dass er viele Thesen auf einseitige Zeitungsartikel aus der "Süddeutschen Zeitung" stützt und aus vielen Statistiken haarsträubende Schlüsse zieht. (Bsp.: Das Christentum ist dem Islam überlegen, da die meisten Nobelpreisträger christlichen Glaubens sind)
Alles in Allem ein Buch über ein interessantes Thema, jedoch zu sehr gefärbt durch Tageslektüre des Autors und seinen katholischen Glauben!
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessantes Thema langatmig ausgewalzt, 1. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Leider hat mich dieses Buch enttäuscht. Es hat mich viel Überwindung gekostet, es bis zum Schluss zu lesen, da es extrem langatmig geschrieben wurde. Der Inhalt ließe sich dabei relativ kurz zusammenfassen: Wachstum wird durch Innovationen angetrieben. Um diese überzeugende These herum wird "ein Kessel Buntes" angerührt, der sich wie ein Sammelsurium von Zeitungsaufsätzen (vorrangig aus der SZ) liest. Besonders enttäuscht hat mich das Kapitel "Die Märkte der Zukunft". In einem 463 Seiten umfassenden Buch nimmt dieses interessante Thema gerade mal knapp zwei Seiten ein.
Nicht überzeugt hat mich die These, dass der nächste Kondratieff-Zyklus im Gesundheitssektor stattfindet. Die menschliche Gesundheit stellt seit Menschengedenken eine Realkostengrenze dar. Warum soll sie also gerade jetzt Auslöser für die nächsten Basisinnovationen sein?
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27 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tatsächlich: DIE Geschichte der Zukunft, 6. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Gebundene Ausgabe)
Wer sich derzeit mit den aktuellen wirtschaftlichen, aber auch gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, Tendenzen und Veränderungen beschäftigt und sich die Frage stellt, wohin das alles führen soll, der ist mit Händelers Buch „Die Geschichte der Zukunft" absolut gut bedient. Es sind sehr viele gute Gedankenanstöße für nahezu alle Lebensbereiche und Themengebiete enthalten und der Leser erhält in relativ kurzer Form einen umfassenden Überblick.
Worum geht es ?
An den Anfang stellt Erik Händeler folgende „Thesen über die nächsten 20 Jahre":
„Erst eine neue Kultur der Zusammenarbeit lässt in der Informationsgesellschaft den Wohlstand wieder steigen"
Händeler legt anhand vieler Vergleiche aus den unterschiedlichsten Bereichen dar, wie sich in den letzten 250 Jahren alle Lebensbereiche im Rhythmus der Kondratieffwellen entwickelt haben: Sozialverhalten, Technik, Kriege, Machtverschiebungen, Managementmethoden, Revolutionen und auch sogar die Kunst.
Grundlegende Erfindungen haben (vor allem während der letzten 250 Jahre) den Wohlstand auf völlig neue Höhen getragen:
Dampfmaschine; Eisenbahn; Elektrifizierung; Auto.
Der 6. Kondratieff beruht dagegen nicht auf einer "technischen" Innovation, sondern hat eher mit der "Ressource Mensch" zu tun. Die nun entscheidenden Fragen zur ÜBerwindung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise könnten insofern heißen:
> Wie erhält meine Firma die für die anstehende Problemlösung erforderlichen Informationen?
> Wie können wir gut und effizient mit anderen Menschen und Abteilungen zusammen arbeiten und kommunizieren, so dass es die Gesamtheit weiter bringt?
Zitat: „Die größten Produktivitätsreserven liegen in der Überwindung destruktiver Verhaltensweisen".
Für wen ist dieses Buch (besonders) empfehlenswert ?
Zunächst einmal für alle Menschen, denen die aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation nicht gleichgültig ist und die auf der Suche nach Alternativen sind. Dann natürlich für die sog. „Entscheider" in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, deren Anliegen es ist, positive Entwicklungen zu fördern und negative zu hemmen.
Viel Vergnügen beim LEsen (und vor allem beim UMSETZEN) wünscht
Joachim Beyer
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Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen
Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen von Erik Händeler (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 2005)
EUR 19,95
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