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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahnsinnig-schönes Buch, 15. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Raoul Tranchirers letzte Gedanken über die Vermehrung der Lust und des Schreckens (Taschenbuch)
Mit diesem Band liegt nun das vor, was Wolf wohl den „vierten Teil" der Tranchirer-Trilogie nennen würde, und sicherlich stellt er den vorläufigen Höhepunkt seiner Wirklichkeitserforschung dar. Das gesamte Buch ist im Stil eines Entdeckers und Wissenschaftlers des 19. Jahrhunderts gehalten, was aus heutiger Sicht leicht den Eindruck und den Beigeschmack eines pseudowissenschaftlich-kontemplativen Stils hinterlassen kann. Listig und hinterhältig wird in dem Buch unsere gewohnte Sichtweise der Dinge auf den Prüfstand gestellt und fast jedesmal ad absurdum geführt. Ror Wolfs Figur Raoul Tranchirer, wie der „Wirklichkeitsforscher" vollständig heißt, trägt seinen Namen durchaus zu Recht, denn er „tranchiert" die Wirklichkeit immer wieder kompromisslos durchgreifend und setzt die Fragmente zu einer neuen, gespenstischen Welt zusammen, deren Bestandteile völlig unabhängig voneinander zu existieren scheinen.
„...es ist ganz unglaublich, welche Gebiete zur Wirklichkeit gezählt werden, die nicht dazugehören." Wie überaus wahr gesprochen, Herr Wolf! Und tatsächlich geraten bei der Lektüre dieses Buches die Grenzen und Umrisse der Wirklichkeit wie wir sie zu kennen glauben gehörig ins Wanken, was nicht weiter verwunderlich ist, denn „Wir behaupten das Gegenteil und sind selbst damit noch ein gutes Stück von der Wahrheit entfernt."
Sehr glaubhaft ist dagegen auf Anhieb die Behauptung, daß, wie im Abschnitt über Hülsenfrüchte dargelegt wird, es leicht möglich ist, einen Schädel zu sprengen, indem man ihn mit Erbsen füllt, in Wasser legt um anschließend das Aufquellen der Hülsenfrüchte abzuwarten. Dieses zugegebenermaßen recht grausige Experiment könnte „im nebenstehenden Bild, das wir aus guten Gründen nicht abdrucken" illustriert sein.
Welche Bereiche der Wirklichkeit mögen da noch sicher sein vor einem Forscher vom Kaliber Raoul Tranchirers, der sich Gedanken darüber macht, was wohl mit den in den Krankenhäusern herausgeschnittenen „Menschenfleischteilen" passiert, der über das Graswachsen in St. Gallen berichtet und den Schlaf des Riesenschwalms beschreibt? Sicher nur ganz wenige.
Dazu passend sind zwischen diese Ausflüge in eine wohl zu unserer Welt parallelen Realität Collagen aus Holzschnitten und Kupferstichen aus dem vergangenen Jahrhundert eingefügt, und diese vermitteln nicht zuletzt den Eindruck, daß entweder der berichtende Wirklichkeitsforscher den uns scheinbar vertrauten Verstand verloren hat, oder daß dieses eben uns beim Anblick dieser neuen, noch unentdeckten Welten unmittelbar bevorsteht. Beispielsweise ist ein Schloß im klassizistischen Stil vor einer schroffen Felsenküste aufgebaut, hinter der gerade riesenhaft der Planet Jupiter aufgeht. Rochen, Schwertfische und Krebse treten genauso immer wieder auf wie Skizzen von geheimnisvollen technischen Apparaten und Bilder von Gesichtern, die den Leser unvermittelt und ohne Gegenstück aus Spiegeln heraus anschauen.
Aber: „Ich hatte gar nicht die Absicht, das alles zu schreiben, was Sie soeben gelesen haben; aber es ist nun einmal passiert." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Raoul Tranchirers letzte Gedanken über die Vermehrung der Lust und des Schreckens
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