weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen10
4,2 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

"Es sagt sich leicht: Ich bin da so reingerutscht. Es ist nicht an dem. Ab dem Tag, an dem ich länger als die anderen im Probenkeller bei Harry ausharre, mich an seinen Weinmosten labe, nicht aufhören kann zu trinken, bis ich die Ohnmacht spüre, habe ich mich für die alkoholische Laufbahn entschieden, meinen unheilvollen weiteren Lebensweg eingeschlagen." Manches in diesem Roman zum Thema Alkoholismus hat man irgendwo schon einmal gehört, manches mag den Leser auch erstaunen, doch ganz gleich - SCHLUCKSPECHT ist geschrieben von einem, der wirklich weiß, was es bedeutet, Alkoholiker zu sein. Und doch ist das Buch keine larmoyante Lebensbeichte geworden, sondern feinste Prosa, die gleichwohl jede Niederung der Sucht, der alkoholischen Laufbahn, erbarmungslos auslotet. Wawerzinek spielt mit den Worten fast wie ein Lyriker. Er verkostet Worte wie andere Leute Wein. Lässt seinen Ich-Erzähler der Sprache, den Wörtern auf den Grund gehen: "Ich nehme ja Wörter gern wie Nüsse her, knacke sie, befreie sie von der äußeren Schale, habe den Kern vor mir liegen ... Ich mag, dass in dem Wort Schlange das Wort lange liegt. ... Und im Wort abstreifen wohnt das Wort reifen wie Feuerreifen, durch den der Zirkustiger springt." Oder anderswo: "Und mir gefällt das Wort Halluzi vor dem Wort Nation, dass Hall und Nation in Verbindung stehen."
Neben Einzelschicksalen wie Tante Luci oder Onkelonkel wird auch die gesellschaftliche Bedeutung des Problems behandelt: "Wohin man schaut, freiwilliger Alkoholmissbrauch. Männer und Frauen, die ihre Biergläser heilig sprechen. ... Zehn Millionen Mal Entzugserscheinungen in nur einem Jahr. ... Wohin man schaut, Säufer." Kaum ein Aspekt bleibt unbehandelt auf diesen reichlich 450 Seiten.
Der Roman mag kein Action-Reißer sein, ist eher still wie sein Autor. Eines ist er aber gewiss: ganz große Literatur!

© Steffen Roye
11 Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2014
„Hätte ich besser auf Tante Luci gehört, es wäre nicht so schlimm mit mir gekommen“.

Aber wer weiß das schon. Denn die zunächst leichte, dann schwere bis schwerste Nähe zum „Glücksbringer“ und späterhin dann „Zerstörer“ Alkohol scheint dem Ich-Erzähler dieses neue Romans von Peter Wawerzinek fast ja schon „in die Wiege gelegt“, ist auf jeden Fall leicht zugänglich. Von der ersten „Nasenspitze“ an Tante Lucis Likörglas bis zu dann im Laufe der Zeit fast allem, was mit Alkohol versehen so intensiv die Kehle herunter läuft.

Ein Teufelskreis, natürlich, das weiß der Leser von Beginn an. Aus dem Leben sowieso, aber auch aus den ersten Seiten des Buches umgehend. Bis ganz nach unten wird dieser Weg führen, ekstatisch, kreativ im Rausch, weinerlich im Blues, körperlich (fast) völlig am Ende in den bitteren Momenten des „Alkoholiker-Lebens“.

Momente, Zeiten, die Peter Wawerzinek durchaus aus eigenem Leben zur Genüge und vielleicht genauso intensiv kennt, denn er hat, wie er sagt, lange Zeit seines Lebens den „Kampf mit dem Alkohol“ geführt.

Bei weitem aber keine sachliche Reportageform oder ein nur reflektierendes Kreisen um die eigene Biographie ist es, die den Leser im Buche erwartete, sondern ein sprachlich tatsächliches „Feuerwerk“ und ein temporeicher Roman mit klugem Blick auf all die Ereignisse, Höhen und Abstürze.

Flüssig, mit großem Sprachschatz, mit Tempo und Verve und einem fast schmerzlich klaren Blick (sprachlich wunderbar je auf den Punkt gebracht) auf den Selbstbetrug vor allem reißt Wawerzinek den Leser bildlich „von den Füßen“ und mitten hinein in die überbordenden Höhen und Tiefen dieses Erlebens.

„„Merke es dir gut! Alkohol ist der schlimmste Teufel dieser Welt“. Und trinkt die zweite Hälfte des Glases, sagt weiter nichts, lässt ihre Augen für sich sprechen. Schüttelt sich. Atmet laut. Hechelt ihre Atemluft“. Denn der zweite Schluck muss natürlich gegen jede Erkenntnis noch hinunter.

Eine kräftige Bildsprache vom ersten Moment des Lesens an, die bis zum Ende des Buches aufrechterhalten wird und für eine sehr, sehr lebendige und plastische Lektüre sorgt.

Und das alles ohne weinerliche Melancholie (auch wenn bittere Momente im Raume stehen werden), ohne das „Selbstmitleid des Säufers“, vor allem auch mit den „Höhen“, dem „Fliegen im Rausch“, dem Gefühl, das alles gelingt, gerade durch „das kleine Glas vorweg“ (und noch eins und noch eins).

Bis dahin, sich tatsächlich aus dieser Hölle (die erst einmal als solche erkannt werden muss) zäh aus eigener Kraft herauszukämpfen. Da, Ratten „aus Angst zu beißen“, „aus der Not“ zum Sprung ansetzen“. Die „innere Ratte“. Die noch im Hintergrund lauert. Denn zunächst gilt ja dem Ich-Erzähler im Brustton der Überzeugung:

„Angstmache“! Muss doch nicht jeder, der gerne trinkt, ein „gottloser Säufer“ werden. Aber wer so trinkt, der wird das werden, wie der Roman offenherzig aufzeigt. „Was sich Dir in Deinem Kopf als Mühlrad dreht, störe dich nicht daran“. Bis es nicht mehr andere geht, als sich daran stören zu müssen.

Sprachlich hervorragend, unverbrämt, direkt, plastisch und in allen Ecken und Winkeln des Lebens mit Alkohol wühlend, bietet „Der Schluckspecht“ seine sehr empfehlenswerte Lektüre eines „Ritts auf dem Vulkan“.
0Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Peter Wawerzinek lässt uns ein zweites Mal in Innerstes blicken: "Rabenliebe" war der Aufschrei eines vernachlässigten, an seinem schlimmen Schicksal unschuldigen Kindes und eine Abrechnung mit den Menschen, die ihm sein Leben zerstört haben; "Schluckspecht" ist das Dokument einer höllischen Fahrt in den Alkoholismus und wieder heraus. Wie jemand als Jugendlicher damit beginnt, sich systematisch zu vernichten, begünstigt durch die Umstände - Tante Luci, die Ziehmutter, brennt schwarz, die Eltern des besten Freundes haben eine Mosterei - und durch das eigentlich gut gemeinte, weil freiheitsfördernde Wegsehen derjenigen, die hätten merken müssen, in welcher Gefahr er sich befindet. Erst später versteht man, wie es dazu kommen konnte.

Peter Wawerzinek erspart uns nichts, lässt keine Erniedrigung aus. Fröhliche Trinkerei endet regelmäßig in der Bewusstlosigkeit, in ekelerregendem Zustand wacht er dann auf, ohne zu wissen, wie er dort gelandet ist, wo er sich bzw. man ihn findet. Tante Luci versucht ihm immer wieder zu helfen, indem sie ihm Jobs und Unterkünfte vermittelt, aber nichts hält auf Dauer. Bis sie ihn eines Tages, nach einer geschätzt 25-jährigen Säuferkarriere, am Kragen packt und ihn in eine ausgesprochen unkonventionelle Heilanstalt verfrachtet.

Hier baut man auf ziemlich langfristige Therapien, was wohl nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass gelegentliche Rückfälle bewusst ins Programm eingebaut sind - etwas, wovon man üblicherweise annimmt, dass es danach mit dem Entzug wieder von vorne losgeht. So erklärt sich die lange Schaffenspause des Autors, in der er dann aber auch die Kraft für "Rabenliebe" und später "Schluckspecht" sammelt. Und es gelingt ihm tatsächlich, vom selbstmörderischen Säufer zum maßvollen Trinker zu werden.

Wawerzineks Sprache ist eher rau und sperrig als schön und elegant. Er assoziiert, spielt mit Wörtern, schafft sich seine eigene Etymologie, reizt die grammatikalischen Konventionen so weit aus, dass man manche Sätze erneut liest, um dann doch festzustellen, dass sie eigentlich korrekt zu Ende geführt worden sind. "Schluckspecht" hat vielleicht nicht die emotionale Wucht von "Rabenliebe" - man reserviert sein Mitgefühl halt eher für ein vernachlässigtes Kind als für einen Alkoholiker - aber es ist ein eindrucksvolles Zeugnis aus allererster Hand, wie schmerzhaft einer fallen kann und doch wieder aufstehen.

- Kostenloses Rezensionsexemplar -
0Kommentar|15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2014
Wundervolles Buch! Es war für mich zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man dann aber hineingefunden hat, ließ es sich wie von selbst. Einmal ganz nach unten und wieder hoch. Ekelhaft gut!

Ich werde mir nun auch „Rabenliebe“ von Peter Wawerzinek bestellen.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Januar 2015
"Schluckspecht" von Peter Wawerzinek ist in jedem Fall ein lesenswertes Buch. Hervorragend herausgearbeitete Figuren, die man spürt, den Ich-Erzähler, Tante Luci natürlich und Onkelonkel. Was mir besonders gefällt, der Autor ist überaus sprachverliebt, zerlegt Worte, analysiert sie, seziert sie, bringt sie auf den Punkt. Ein Fest für jemanden, der Sprache ganz und gar spürt. Die Story ist im Wesentlichen gut, wenngleich der Anfang etwas langatmig ist, sodass man vermeint, ein Buch über Tante Luci zu lesen und nicht über den Ich-Erzähler. Nach und nach begreift man freilich, dass Tante Luci die Schlüsselfigur des Romans und des Denkens und Fühlens des Autors ist. Und somit kriegt der Anfang allmählich seine Legitimation. Die einzelnen Stationen des Ich-Erzählers sind vortrefflich erzählt und nachvollziehbar. Mit einem Haken: ich habe mich fortwährend gefragt, wovon der Ich-Erzähler während seines Klinikaufenthalts lebt bzw. wie dies finanziert wird, ebenso wie Tante Luci ihren Aufenthalt finanziert. Das soll nicht unromantisch klingen und ich möchte nicht als Spaßverderber erscheinen, aber dennoch wäre es schön gewesen, wenn der Autor das mit ein paar Sätzen zumindest erklärt hätte. Und wenn es eine abenteuerliche Erklärung gewesen wäre. Egal, alles in allem ein gutes Buch und ein sehr interessanter Schriftsteller.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2014
Neben Simon Borowiaks "Alk" ist Wawerzineks "Schluckspecht" die zweite wichtige literarische Verarbeitung der eigenen Alkoholsucht. Aber anders als Borowiak, der auch wissenschaftliche Erkenntnisse beisteuert, bleibt Wawerzinek ganz bei eigenen Erfahrungen, erzählt in einer sehr genauen Sprache – "ich nehme mir die Wörter gern wie Nüsse her" – wie sich der Alkohol seiner annahm und ihn über "diese nicht sonderlich berauschende Welt" Rausch für Rausch hinwegtröstete. Das ist zugleich witzig und schmerzlich und ungeheuer ehrlich – bis hinein in diesen vitalen Erkenntnislaut "Hmmh", der sicher zu den echtesten Seufzern aller Lesungsmitschnitte zählen darf.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Juni 2014
ich mag diese sprache, die einem im ohr bleibt, als handele es sich um musik.das nenne ich mal ein buch. gut!
11 Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Februar 2016
Ich konnte ab ca. Seite 25 nicht glauben, dass dieser Kurzsatzroman auf den nächsten 400 Seiten so weiter geht, deshalb habe ich ab besagter Seite quer gelesen, und um mich zu versichern, und dass ich mich nicht täusche, nur noch überblättert - aber es änderte nichts an stakkatomäßigen Aufzählungen von belanglosen Nichtigkeiten(Tautologie ist hier angebracht). Der Inhalt kurz gefasst: Tante Luci ist Schuld! Wen interessiert Tante Luci, und Onkelonkel -egal ob Synonym für irgendwas? Jeder Depp kann aus seinem Leben zig-Seiten damit beschreiben, wie es gerochen, gestunken hat bei Tante, Oma, Opa, Onkel.., wer wie was bei der Beerdigung eines nahen Verwandten im anschließenden Leichenschmaus:)) gefressen, gefurzt, gesoffen hat?
Große Literatur? -Da würde sich sogar Rolf Kauka im Grabe drehen...
Und ja, ich kann die Rezension mit der Beschreibung langatmigkeit/langeweile bestätigen, -jedoch empfinde ich dieses noch als milde ausgedrückt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juni 2015
Ich hatte mich auf das Buch gefreut, weil "Rabenliebe" mir so ausnehmend gut gefallen hat. Leider ist "Schluckspecht" nicht so gelungen.
Die Handlung dümpelt so dahin und man hofft vergebens auf eine richtig gute Geschichte, die auch die Konflikte eines Alkoholikers glaubhaft schildert. Schade!
11 Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. August 2014
habe das Buch nach der Hälfte weggelegt.....soll humorvoll sein ?!? Nein, es ist total langweilig verfasst, zum Teil richtig primitiv geschrieben,das brauche ich nicht ! Hat mich auch nicht richtig sachlich aufgeklärt......würde ich nicht empfehlen !
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,99 €
9,99 €
19,90 €