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The Graphic Canon. Von Gilgamesch über Shakespeare bis Gefährliches Liebschaften: Band 1
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:49,99 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das ist schon ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen: 57 Werke der Weltliteratur als Graphic Novel. Vom babylonischen Gilgamesch-Epos bis zu den "Gefährlichen Liebschaften", einem raffinierten Gesellschaftsroman des ausgehenden Ancien Régime.

Der Ansatz zur Visualisierung von Weltliteratur ist so vielschichtig wie die Charaktere der beteiligten Künstler: Einige gehen eher summarisch an ihr Sujet heran, fassen die Geschichte in drei oder vier Zeichnungen zusammen, wobei auch hier schon tiefgreifende Unterschiede erkennbar werden: Von einer eher satirischen Rezeption von Shakespeares "Hamlet" über eine sehr inhaltliche Auseinandersetzung mit Voltaires "Candide" bis hin zur verspielten (wenn auch etwas lustlosen) Adaptation der "Gefährlichen Liebschaften". Ich müsste lügen, wenn ich behaupte, dass für mich jede Umsetzung wirklich gelungen ist. Einige der über 50 Künstler nähern sich nur sehr oberflächlich ihrer Geschichte, andere dringen tief ein und verdichten sie sehr gekonnt und überzeugend. Am Besten sind diejenigen, die gar nicht erst versuchen, dicke Wälzer auf 10 Seiten zu kondensieren, sondern sich eine Schlüsselszene heraussuchen und die dann grafisch umsetzen. Gute Beispiele sind hier Gareth Hinds "Odyssee" oder "Beowulf". Weniger ist eben manchmal mehr.

Aber es gibt auch sehr unterhaltsame Novels, die tatsächlich die ganze Geschichte erzählen, wie Hunt Emersons comichafte Umsetzung von Dantes "Inferno" oder Ian Pollocks raffiniert in Aquarelltechnik inszenierter "König Lear". Das Stück gehört zweifellos zu meinen persönlichen Favoriten. Wenig anfangen kann ich dagegen mit Seymour Chwasts gewollt kindlichem Design, zumal er die Texte leider auf eine allzu simple, ja fast infantile Ebene reduziert. Da helfen mir dann auch die Hinweise im Vorwort nicht, dass seine Werke im MOMA und Louvre hängen.

Außergewöhnlich ist die kulturelle Vielfalt der Texte. Sie stammen aus allen Regionen der Welt, was den Zugang allerdings manchmal auch erschwert: Japanische Erzählungen, das Popol Vuh der Maya, indianische Märchen. Religiöse Texte, Gedichte, Satiren und Romane. Man erhält einen umfassenden Überblick über viele Gattungen der Literatur, wobei ganz sicher jeder etwas findet, das ihn besonders anspricht. Aber die Heterogenität ist gleichzeitig der Grund, warum auch jeder etwas finden wird, das ihm nicht gefällt, zumal sich nicht jede Gattung gleich gut für eine visuelle Umsetzung eignet.

Sehr hilfreich und informativ sind allerdings die jeweiligen Vorworte, in denen Inhalt, literaturhistorische Bedeutung und Wirkung der Texte erläutert wird. Auch findet man hier eine kurze Vorstellung des umsetzenden Künstlers. Als Faustregel habe ich festgestellt, dass mir die Graphic Novel umso besser gefiel, je weniger im Vorwort die Intention des Künstlers erklärt wurde - denn wenn man vorab viele Worte braucht, dann ist die Visualisierung wohl nicht ganz gelungen.

Zusammenfassend ist der Graphic Canon ein interessantes Experiment, das aber nur in Teilen gelungen ist. Es wird jeder etwas finden, das ihn anspricht, aber genauso wird Einiges nicht überzeugen. Sicher ein spannendes Buch für Experimentierfreudige, aber ganz sicher nicht für die breite Masse.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. November 2014
Meinung:
Auf der Frankfurter Buchmesse 2014 habe ich ausschau nach außergewöhnlichen Büchern gehalten und am ersten Tag stach mir The Graphic Canon direckt ins Auge. Die
Weltliteratur als Graphic Novel, von über 50 Künstlern im facettenreichen Stiel gestaltet. Da schlug mein Künstler-, Philosiph- und Literaturherz dreifach so schnell und ich wurde nicht enttäuscht!
Schon beim Durchblättern war ich begeistert von den vielfältigen Stilen der Künstler. Von jedem ist etwas dabei und somit findet jeder Leser mindestens einen, der ihm/ihr gefällt, versprochen.
Eine große Schwierigkeit ist es, seitenlange Weltliteratur drastisch zu reduzieren, ohne ihre Bedeutung und Aussagekraft zu verlieren. Da werden Kenner eventuell mit den Zähnen knirschen, aber es ist eine Sammlung und für einen Crashkurs eignet es sich hervorragend! Zu Beginn werden die Autoren/innen vorgestellt, darauf folgen in unterschiedlichen Längen die künstlerischen Umsätzungen. Ob die jeweiligen Stile der Illustratoren/innen sich mit den Werken gut ergänzen, ist eine Geschmacksfrage, aber man sieht die Liebe und Leidenschaft in jedem Strich, ob mit Pinsel, Bleistift, Kohle usw. Darüber hinaus ist das eine gute Möglichkeit die unterschiedlichen Arten miteinander zu vergleiche (das habe ich ganz gerne gemacht ;) ). Ich glaube man merkt gerade, dass mein Künstler-Kind die Literatur ein wenig zur Seite geschoben hat.

Was kann man über die Werke sagen? Einpaar meiner Lieblingsstücke sind vertreten, aber ebenfalls, ob man sie gut umgesetzt hat, ist eine Geschmacksfrage. Mir hat es jedenfalls gefallen. The Graphic Canon hat in meinem Bücherregal einen Sonderplatz (was zum Teil an dem Gewicht liegt) und immer wieder blätter ich gerne darin. Mit jedem Blickwinkel ändert sich meine Ansicht (da die Illustrationen Platz für weitere Interpretationen lassen) zu verschiedenen Werken und das macht besonderen Spaß und die Lust auf mehr, denn so wird es nie langweilig.

Fazit:
Auch wenn der Preis von 49,99 Euro am Anfang sehr wuchtig aussieht und ist, es lohnt sich für alle Kunst- und Literaturliebhaber! Für einen Crashkurs in die Weltliteratur ist es optimal, denn anstatt sich durch dicke "Schinken" zu quälen, ist man nach wenigen Seiten informiert und durch die unterschiedlichen, bildlichen Umsätzungen wird es weder langweilig, noch augenschmerzend.
Ich bin begeistert und hoffe und fiebere auf die deutsche Übersetzung von Band 2 und 3.

- von DasLesesofa.blogspot.de
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2013
Dem Galiani-Verlag gebührt Dank für dieses Großprojekt und es bleibt zu hoffen, dass alle drei Bände des amerikanischen Originals auch tatsächlich erscheinen. Ein wunderbares Schmankerl für Klassiker-Muffel, ein guter Überblick über das handwerkliche Können der unterschiedlichsten Stilisten dieses Genres. Kleines Manko: der Wälzer verströmt einen etwas ungesunden Geruch, von dem zu hoffen bleibt, dass er sich irgendwann verflüchtigt.
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5 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2014
Der Cartoon ist das Medium für Jugendliche und junge Erwachsene. Während Opa seinen Shakespeare im Original gelesen hat - oder vielleicht nicht ganz unfreiwillig in der Schule lesen musste - liegt hier eine geniale, Schrift gewordene Idee auf dem Tisch. Klassiker der Weltliteratur - transferiert (man möchte sagen: endlich) - in die Literaturkultur der Jugend und junggebliebenen Erwachsenen von heute. Sonst ungelesene Werke können jetzt endlich Leserkreise erreichen und eine Verbreitung erreichen, die Ihnen sonst wohl versagt gebliebene wäre. Homer vermag plötzlich zu faszinieren, Schöpfungsmythen interessieren - was für ein Gegenpol zum schulisch-universitär verordneten, Leseaversion hervorrufenden wie Werke verleidenden Zwang, Klassiker lesen zu _müssen_. Eine gezeichnete literarische Offenbarung.

So die Idee. Zum einen ist sie nicht neu: Mir ist sehr gut erinnerlich Melville als Comic in den 70ern vor dem Original gelesen zu haben. Zum anderen stellt sich die Frage: Ist das in der Tat die Intention des Werkes?

Wer die nicht ganz geringe Investition für den "Canon" unter dieser Prämisse zu tätigen gedenkt könnte enttäuscht sein. Denn das Buch ist völlig ungeeignet über das Medium Comic Kinder und Jugendliche an Klassiker der Weltlitaratur heranzuführen. Sexuelles ergeht sich nicht in diskreten Anspielungen, weder zeichnerisch noch sprachlich. Gäbe es eine FSK-Freigabe für Bücher, so wäre das Ding "FSK 18" und damit für Kinder und Jugendliche ungeeignet; mithin die Intention diese Altersgruppe via Comic an Klassik heranzuführen egalisiert. Und während einerseits echte Meisterwerke im "Canon" zu finden sind, kann man die Nibelungen ja wohl nur unter Themaverfehlung verbuchen.

Damit stellt sich die Frage nach der eigentlichen Intention des Werkes. Die obige kann es nicht sein; die, in jungen Literaturneugierigen über das Lesevergnügen am Comic Lust an der Lektüre des Originals zu wecken, auch nicht - was dann? Könnte man das Ding guten Gewissens Heranwachsenden in die Hand drücken, es wäre eine literarische Offenbarung; ein Türöffner, der seinesgleichen suchte.

So kommt es in den Giftschrank. Für mich ist das "Canon" eine Investition, die mich reut - aber vor allen Dingen eine ohne Not verpasste Chance.
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