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Kundenrezensionen

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am 28. Mai 2013
Wer "Der Meister und Margarita" von Bulgakow kennt, sollte unbedingt auch diese Novelle gelesen haben, die jetzt in einer sprachlich hervorragenden neuen Übersetzung vorliegt. Schon dass der Titel des Buches nicht mehr "Das Hundeherz" heißt wie früher zeigt, dass hier mit Verstand aus dem Russischen übertragen wurde.
Die Geschichte der zentralen Gestalt, die witzigerweise in der neuen Übersetzung Lumpikow heißt, ist für alle, die sich ein wenig mit der Geschichte der Sowjetunion auseinandergesetzt haben, ein absolutes Muss. Wie der Autor das Bild des "homo sovieticus" auf geniale und absolut witzige Weise auseinandernimmt und es den Oberen um die Ohren schlägt, ist spannend und amüsant zu lesen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diejenigen, die nicht Russisch sprechen alle Anspielungen verstehen, die der Übersetzer versucht ins Deutsche zu bringen, trotzdem: Dieses kleine Werk ist unbedingt zu emfpehlen!
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am 15. Juli 2013
Bunte, lebendige Schilderung, ein wenig Jekyll&Hyde, Frankenstein, Golem,... - und das Ganze als Kritik an den sozialen Umständen kurz nach der russischen Revolution in Moskau. Köstlich, wie der Herr Doktor - mit seinen Mitteln - um die sieben-Zimmer-Wohnung rauft... Passt sehr gut in unsere Zeit!
...auch wenn es dem Übersetzer fast die Sprache verschlagen hat, als ihm im Radiointerview gesagt wurde, dass es das Lieblingsbuch des russischen Präsidenten Putin sein soll...
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Bulgakow galt als der größte Satiriker der russischen Literaturszene. Mit seinen oft grotesken Darstellungen des Alltagslebens in der Sowjetunion übte er verbissene Kritik an der Gesellschaft. Berühmt geworden ist er mit seinem großen Roman "Der Meister und Margarita" eine satirische Reise durch die Zeiten. Das Werk durfte jedoch zu seinen Lebzeiten nicht erscheinen. Die ungekürzte Version erschien erst 1973. Von vielen Literaturkritikern wird dieser Roman als der beste der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts angesehen.

1925 hat Bulgakow den schmalen satirischen Roman Hundeherz" oder "Das hündische Herz" geschrieben. Auch dieser außerordentlich kühne Roman erscheint erst nach seinem Tod im Jahr 1940 und wurde 1968 zum ersten Mal in Deutschland gedruckt. Erst 1987, 47 Jahre nach dem Tode des Autors durfte die Erzählung in der Sowjetunion erscheinen. Später hat man eine ungekürzte Fassung gefunden, die ist nun im April 2013 in einer Übersetzung von Alexander Nitzberg im Galiani Verlag Berlin erschienen.

Zum Plot: Es handelt sich um eine ganz einfache, gut erzählte Geschichte, die im Winter 1924/25 in Moskau spielt. Ein genialer, wohlhabender Professor der Chirurgie hat sich auf verjüngende Operationen spezialisiert. In einer Zeit, wo in der Sowjetunion kapitalistische Wirtschaftsmethoden wieder eingeführt wurden, verspürte die herrschende Klasse den Wunsch sich verjüngen zu lassen. So kamen der Professor Preobrashenski und sein Assistent Doktor Bormental nicht nur zu Ruhm und Vermögen, sondern sie verspürten auch eines Tages Lust daruf ein neues Experiment zu machen.

Der Professor nimmt den Straßenköter, in den Übersetzunge hat er unterschiedliche Namen - Bello, Moppel, Lumpi - bei sich auf und pflanzt ihm Hirnanhangdrüse und Hoden eines kürzlich verstorbenen 28 jährigen Alkoholikers und Kleinkriminellen ein. Dieser Hund erfährt keine Verjüngungskur, sondern er mutiert zum Tiermenschen, verliert sein Fell, geht auf Hinterbeinen und beginnt zu sprechen. Nachdem die Vermenschlichung abgeschlossen ist stellt sich heraus, dass er auch alle negativen Eigenschaften seines Spenders geerbt hat. Mit seiner vulgären Ausdrucksweise, seinen schlechten Manieren und seinem aggressiven Verhalten wird er zur Gefahr für seine Umwelt. Kommunisten versuchen dieses Tier in Menschengestalt gegen seinen proletarierfeindlichen Professor auszuspielen. Dem Professor wird sein misslungenes Experiment schließlich zum Alptraum und so entschließt er sich zur Rückoperation, die aus Bellow wieder einen Bello macht.

Diese Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. In einer sehr üppigen, vieldeutigen sehr witzigen, mit schönen Dialogen versehenen Sprache wird diese Erzählung einerseits als ironische Stellungnahme gegen den Fortschrittsenthusiasmus mit seinen Eingriffen in die Naturgesetze und andererseits als Satire auf die sowjetischen utopischen Versuche des Stalinismus, die menschliche Natur durch Schaffung des neuen Sowjetmenschen" zu verbessern. Neben der philosophischen Brisanz des Themas spielen auch die Namen eine parodistische Rolle.

Anfang und Ende der Geschichte sind aus der Perspektive des Hundes erzählt und wenn Bello davon berichtet, wie glücklich er sich fühlt endlich wieder Hund zu sein, dann macht dieser doch eigentlich tiefsinnige pessimistische Schluss dieser großartigen zynischen Satire, rückwirkend nachwirkend nachdenklich.
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am 30. Juni 2015
Ein polnisches Sprichwort sagt: "Eine Eule wird keinen Adler gebären". Und das bestätigt dieses Buch auch: ein Hund bleibt halt immer ein Hund. Das kann man natürlich metaphorisch weiterspinnen. Ein Meisterwerk. Unglaublich, dass es in der Sovietunion erschienen ist.
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am 8. Februar 2016
Das hündische Herz kommt in einer sehr geschliffenen, vielerorts rasanten Sprache daher und ergriff mich als Leser von der ersten Seite. Schwer zu lesen ist es nicht, aber u.U. schwer zu verstehen. Wohl beschwört es im Leser, je nach eigenem Hintergrundwissen, die unterschiedlichsten Bilder hervor. Neben komischen Situationen, wo der Hundemensch eine Katze jagt und dabei fast die gesamte Wohnung unter Wasser setzt, wirkt es oftmals gruslig, wenn es heißt, dass sich ihm (in Menschengestalt) die Haare aufbäumen.
Ist dieser Roman denn politisch zu verstehen? Oder werden ganz andere, große Menschheitsfragen behandelt wie bei Frankenstein von Mary Shelley? Oder spricht nicht vieles dafür, dass Bulgakow einen russischen Faust in Szene setzt, denn auch der Teufel erschien zuerst in Hundegestalt. Hier lobe ich mir diese Ausgabe in der Übersetzung von Alexander Nitzberg, weil sie einen mehrseitigen Anhang hat mit wichtigen Deutungsversuchen und vielen Fußnoten, um dieses Werk besser einordnen zu können.
Hat man diese Deutungsvarianten verinnerlicht, sieht man sich genötigt, das Buch glatt nochmal zu lesen. Ein gutes, wichtiges und tiefgründiges Werk von einem - aus meiner Sicht - viel zu wenig beachteten großen Mann der Literatur: Michail Bulgakow!
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am 5. März 2016
Der Stoff von Michail Bulgakow, zu deutsch "das hündische Herz" (Michail Nitzberg) oder "Hundeherz"(Thomas Reschke) ist toll. Dem zu Folge müsste ich 5 Sterne bieten, doch ich werde mich jetzt vor allem auf die Übersetzung konzentrieren. Beide Übersetzungen basieren scheinbar in derselben russischen Vorlage aus dem Jahr 1989. Ich habe beide gelesen. Während Reschke mich durch Geschmeidigkeit und Beschreibungspräzsion überzeugte, enttäuschte mich Nitzberg durch eine stockende Art, durchsetzt mit "Schlawinereien", die meines Erachtens nichts in der Übersetzung von russischem Original verloren haben.
1 Sterne aus Hochachtung an Bulgakow, 1 Stern an Nitzberg für die sorgfältigen Recherchen seiner Anmerkungen und Nachwort. Zusammen leider nur 2 Sterne.
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