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5.0 von 5 Sternen Bildlein Bildlein an der Wand, wer ist der gerissenste Ganove im Land
(Berlin) Der Fälschungscoup des Jahrhunderts von Wolfgang Beltracchi und seiner Bande ist dreist und wirft eine Menge Fragen auf die weit über das Betrugsdelikt hinaus gehen. In ihrem Buch 'Falsche Bilder - Echtes Geld' berichten Stefan Koldehoff und Tobias Timm umfassend über den Fall. Das Buch ist im Mai 2012 bei Galiani erschienen und kostet...
Veröffentlicht am 5. Juli 2012 von Friedo Stucke

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neidhameln
Ein langweiliges Buch. Aneinander gereihte Fakten machen noch kein spannendes Buch. Außerdem wird man das Gefühl nicht los die Autoren sind einfach furchtbar neidig auf einen genialen Künstler wie Beltracchi. Nun, was solls, die Mittelmäßigkeit herrscht überall...
Vor 3 Monaten von Lavard Skou Larsen veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neidhameln, 8. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein langweiliges Buch. Aneinander gereihte Fakten machen noch kein spannendes Buch. Außerdem wird man das Gefühl nicht los die Autoren sind einfach furchtbar neidig auf einen genialen Künstler wie Beltracchi. Nun, was solls, die Mittelmäßigkeit herrscht überall...
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildlein Bildlein an der Wand, wer ist der gerissenste Ganove im Land, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
(Berlin) Der Fälschungscoup des Jahrhunderts von Wolfgang Beltracchi und seiner Bande ist dreist und wirft eine Menge Fragen auf die weit über das Betrugsdelikt hinaus gehen. In ihrem Buch 'Falsche Bilder - Echtes Geld' berichten Stefan Koldehoff und Tobias Timm umfassend über den Fall. Das Buch ist im Mai 2012 bei Galiani erschienen und kostet 19,99€.

Ernst Schöller vom LKA Stuttgart schätzt das ca. 30% aller Kunstwerke Fälschungen sind. Vielleicht schaut nun der eine oder andere Sammler misstrauisch auf seine Gemälde an der Wand. Ob da wohl auch ein Beltracchi drunter ist? Angemessen ist es zumindest die künftigen Ankäufe konkreter auf Echtheit zu prüfen. Die Recherchen von Koldehoff und Timm ergeben, dass Kunst oft auf Grund guten Glaubens gehandelt wird. Der Kunstmarkt ist ein Markt der wie kein anderer von undurchdringlichen Geheimnissen eingesponnen ist und Gewinnspannen hat wie sonst nur der Waffenhandel oder die Prostitution. Neben ganz legalen Käufen ist es ein Mekka für Geldwäsche, Anlage von Schwarzgeld, dubiosen Sicherheiten undundund. Nach der Lektüre dieser Recherche versteht man vieles besser im Kunsthandel, z.B. wieso der Kunstmarkt nach dem Bankencrash ausgelöst von Lehmann Brothers so boomt.

Wolfgang Beltracchi, der sich auf die Fälschung von Werken von Künstlern aus der zweiten Reihe spezialisierte, ist nur einer von mehreren Fälschern. Seine Bilder wurden nur bis zu einstelligen Millionenbeträgen gehandelt. Bereits fünf Wochen nach der Verurteilung Beltracchis wurde ein neuer Skandal bekannt. Dabei ging es um Bilder von Pollock, Rothko, Diebenkorn und Motherwell, Kline, Still und de Kooning, also um Werke im zweistelligen Millionenbereich. Nun kann man sagen es träfe ja keinen Armen, doch in einem Rechtssystem sind die Gesetze für alle gleich. Diese Gleichstellung trifft auch für Beltracchi zu der jedoch eine Strafmilderung bekam, weil er einen so genannten Deal mit dem Gericht aushandelte. Wer weis, vielleicht ist er schon wieder fleißig bei der Arbeit.

Seine Arbeit bestand über drei Jahrzenhte darin alte Materialien zu sammeln, sich mit einigen Malern wie Heinrich Campendonk, Fernand Léger, Max Ernst oder André Derain intensiv zu beschäftigen um dann in deren Namen Werke zu schaffen die noch nie existierten. Handwerklich sind die Fälschungen ganz brauchbar, aber von echter inspirierter Kunst weit entfernt. Seine Komplizen übernahmen den Vertrieb. Um die Herkunft der Bilder zu erklären erfanden sie zwei Sammlungen und versuchten von Experten Echtheitszertifikate zu bekommen. Hier wird es dann skurril. Denn die Experten verdienten durch ihre positiven Bescheinigungen kräftig mit. Werner Spies z.B., der angesehenste Max Ernst Experte, glaubte durch Augenscheinnahme von Fotografien der Gemälde die Originalität der Bilder bestätigen zu können. Was er dann auch bei mehreren Max-Ernst-Fälschungen tat, sich dann noch für den Verkauf einsetzte und dafür kräftige Provisionen erhielt.

Wenn man das Buch von Stefan Koldehoff (Kulturredakteur beim Deutschlandfunk wurde für seine investigativen Recherchen mit dem puk-Journalistenpreis des Deutschen Kulturrats ausgezeichnet) und Tobias Timm (Stadtethnologe und Kulturwissenschaftler schreibt für das Feuilleton der ZEIT) liest stellt man sich immer wieder die Frage wem man im Kunsthandel trauen kann. Hochangesehene Galerien werden entlarvt wie sie sorglos erlogene und zweifelhafte Provenienzen Glauben schenken um sich die satten Provisionen einzustecken. Kunstexperten verzichten auf Materialprüfungen, wie z.B. vom Doerner Institut, um Kosten zu sparen und gehen lieber das Risiko ein eine Fälschung in den Stand der Echtheit zu adeln. Bilder die nach einem Verkauf als Fälschung erkannt wurden, werden nach einer Zeit des Vergessens wieder in den Handel gebracht. Die beiden Journalisten gehen über den Fall Beltracchi hinaus und stellen einen Kodex zu Diskussion dem sich der Kunsthandel unterwerfen sollte.
Falsche Bilder - Echtes Geld: Der Fälschungscoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente
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5.0 von 5 Sternen Heißes Thema - Spannend übernommen, 20. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hatte ein TV-Doku über das Thema gesehen und sofort das Buch bestellt.
Lohnende Investitition. Endloses Talent und ein hübsche Frau.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr detailliert und aufschlußreich, 1. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
Dies ist eine sehr gute investigative Arbeit ! Manches habe ich schon geahnt, aber die Ausmaße der Kunstmarkt-Betrügereien und der weite Kreis der bewußt oder unbewußt daran Beteiligten waren mir unbekannt und haben mich doch sehr erstaunt. Sogenannte Experten sind mir nun erst recht suspekt. Sehr empfehlenswertes Buch, aber einen Punkt Abzug für die doch eher unspannende Schreibweise mit recht häufigen Wiederholungen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunstfälschung, 16. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein informatives Buch, hervorragende Recherchearbeit, für alle die sich im Kunstmarkt besser auskennen und vielleicht auch mitreden wollen. Der Sprachstil ist etwas dürftig, aber es sollte ja auch kein Roman werden.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Legende vom Skandal, 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
Stefan Koldehoff und Tobias Timm erzählen in ihrem Buch nicht nur die Geschichte des Fälschungsskandals um Wolfgang Beltracchi und seiner Entourage, sie nehmen jeden Faden auf, der fein gestrickt bis in die kleinsten Maschen des Kunsthandels reicht, sie beleuchten die Praxis gängiger Expertisenbeschaffung und dokumentieren detailliert die Mängel und Fehler einer Branche, die im Jahr 2012 international 43 Milliarden Euro umgesetzt hat. Vor allem belegen sie die Tatsache, dass ein Kunstwerk im Moment ihrer Merkantilisierung zu einer austauschbaren Ware innerhalb eines Marktes wird, der nur den Gesetzen von Angebot, Nachfrage und Wertschöpfung gehorcht.

Der Fall ist hervorragend recherchiert, allein das ist im Zeitalter von copy-paste und dem Trend leicht verdaulicher Informationsbrocken keine Selbstverständlichkeit. Dass am Ende ein paar Redundanzen und sprachliche Feinheiten auf der Strecke bleiben, ist zu verschmerzen, zumal das Buch in kürzester Zeit nach dem ungewöhnlich schnellen und zumindest merkwürdig erscheinenden Ende des Prozesses geschrieben wurde. Es bleibt auch die Frage, ob die Dokumentation eines millionenschweren Betrugs durch einen schönen Schreibstil an Relevanz gewinnt. Abzüge in der B-Note sind wohl auch der Arbeit in einem Autorenteam geschuldet.

Dieser Betrugsfall ist weder der erste noch der letzte Fall von Kunstfälschung. Lediglich die Tatsache, dass er sich über Jahrzehnte hinzog, prominente Experten involviert waren und einen Gesamtschaden in zweistelliger Millionenhöhe verursachte, führte zu Meldungen in der “Tagesschau” und wohl auch zu diesem Buch. Klar ist nur: nach dem Fälschungsskandal ist vor dem Fälschungsskandal.

Man kann den Fall Beltracchi und andere Fälscherskandale auf die Formel bringen, dass die Liebe zur Kunst, die Geldgier, die Eitelkeit und die Jagd nach unbekannten Schätzen Zutaten für einen Cocktail sind, der alle Beteiligten blind zu machen scheint. Da ist die Gier des Maklers, der an den Verkäufen beteiligt ist und Sammler, Museumsleiter und Experten an die Werke heranführt. Zumindest indirekt beteiligt sind auch angesehenen Experten, die, getrieben von Erfolg, Eitelkeit, Selbstüberschätzung und dem Kick, vermeintlich unbekannte Meisterwerke entdeckt zu haben, auf mittelmäßige Fälschungen hereinfallen. Fehlbar ebenso die Nachkommen von Künstlern, die nur auf Grund ihrer Nachkommenschaft glauben, aussagekräftige Expertisen ausstellen zu können. Leitende Angestellte, die, wenn nicht aus Geldgier, dann aus Gründen des Ruhms versuchen, Werke in Sammlungen oder Museen zu bringen, obwohl die Quellen bereits als zweifelhaft betrachtet werden. Auktionshäuser, die mit Blick auf üppige Aufschläge und die Aussicht auf das Renommee vermeintliche Meisterwerke ohne weitere Prüfung unter den Hammer bringen – wohl wissend, dass nach der möglichen Aufdeckung eines Betrugs die Mühlen der Gesetze dank internationaler Verflechtungen, die Furcht der Betrogenen vor Öffentlichkeit und der Tüchtigkeit der eigenen Rechtsanwälte noch etwas langsamer laufen als ohnehin schon.

Koldehoff und Timm formulieren anschließend einen möglichen Kodex für den zukünftigen Kunstmarkt. Betrachtet man sich die Geschichte der Kunstfälschungen, wird das wohl leider nur ein gut gemeinter Vorschlag bleiben, wie die falschen Rothkos in den USA und die falschen Jawlenskys aus vermeintlich russischem Besitz gezeigt haben. Das Buch schließt am Ende mit der sogenannten “Andorra-Liste” mit 47 Werken, die Beltracchi gekauft haben will, viele bis heute ohne klare Identifizierung und Provenienz, jedoch nicht zwingend Fälschungen sein müssen.

Das einzige Manko, dass jedoch keinen Sternabzug rechtfertigen würde, ist eine fehlende Literaturliste sowie der Verzicht auf wichtige Fußnoten und Quellenangaben.

“Flasche Bilder – Echtes Geld” bietet für jeden kunstinteressierten Leser eine hochinteressante Lektüre. Sammler und Galeristen, Kunstverantwortliche, Restauratoren und Kuratoren sollten das Buch dagegen als unverzichtbare Pflichtlektüre betrachten.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Falsche Bilder - Echtes Geld, 19. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
Spannend wie ein Liebesroman - einfühlsam wie ein Krimi. Gut recherchiert und lesbar ohne Langeweile. Aktuell und kompetent und schon von daher: "Verschärft empfehlenswert"!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Augenschein genügte, 3. Juli 2012
Von 
Uwe-Jens Has (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch erleben Sie:

Eine große Stadt, Zentrum des Kunsthandels, aber ohne Kripo-Dezernat für Fälschungen -
Der Leiter eines Auktionhauses wird ungehalten - Einen Kunstfälscher ohne Geschmack-
- Ein Kunstexperte schaut sich immer nur die Vorderseiten an - Viele 'falsche Briefe' wie bei Grimms
Märchen vom Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst - Und ein Mitarbeiter eines Auktionshauses
wundert sich, wie achtlos Helene Beltracchi mit den 'Meisterwerken' umgeht -

Ein Teil der Spannung dieses faktenreichen Buchs ergibt sich aus der Situation im Theater:
Das Publikum weiß schon mehr als die Bühnenhelden, die sich blind um ihren Ruf spielen.
Die Halbwertzeit für Kunstfälschungen ist vermutlich eine oder zwei Generationen:
Vor etwas über sechzig Jahren wurde in Köln der Museumsdiener des Kölner Kunstvereins Jupp
Jenniches angeklagt von der 1. Strafkammer am Appellhofplatz, wegen neunzehn Bildfälschungen
im Stil von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmitt-Rottluff, Oskar Campendonk und Max Pechstein.
Jupp Jenniches, eine Art Faktotum im Kunstverein, Rahmenbastler, Kistennagler, Bilderreiniger
und Gemälderestaurator:

'Dat kannst du och wat dä Klee do mäht, ich han et versök, und als dat eecht Bild fäddig wor,
da han ich jestaunt!.. Dat es ming Idee, janz aus meiner Inative, ich war zeichnerisch überhaupt
immer auf der Höhe'.

Das berichtet Sepp Schüller in seinem Buch 'Fälscher Händler und Experten'. Und man wundert sich,
dass die hochgebildeten Beteiligten das nicht im Hinterkopf hatten, als ihnen immer neue neu entdeckte
Bilder vorgestellt wurden.

Der Experte, der sich die Bilder immer nur von vorne anschaut, fährt mit dem Finger die Linien
nach über einer Kopie: Sehen Sie nur, sagt er 'Virtuos ist das, aus einem Guss, kein einziger Reuezug,
keine Stelle also, wo der Künstler sich selbst korrigiert hätte'.

Und im Gegensatz dazu Ralph Jentsch, einem der wenigen in diesem Buch, die beim Begutachten keine
Schlafbrille aufgesetzt haben:

'Diese Fälschungen sind eigentlich alle so gemacht, wie ein Künstler eben nicht arbeitet. Ein Künstler
entwickelt ein Bild und malt daran. Der Fälscher dieser Arbeiten hingegen hat seine Bilder wie jemand
gemalt, der einen Weihnachtsbaum dekoriert. So ungefähr: Da fehlt noch ne Kerze und da noch ein bisschen
Lametta, und da kann man noch ne Kugel hinhängen.. So sind diese Fälschungen aufgebaut. Campendonk wie
Derain und Léger'.

Johannes Gross zitiert in einem seiner Notizbücher einen Freund:
'Du kannst in Manhattan in fünftausend Wohnungen gehen und siehst in jeder einen signierten Picasso'.
Das jetzt bitte auf alle Maler aller Epochen extrapolieren..
Was passiert mit einem Gemälde, wenn es als Fälschung entlarvt ist? Peter Geimer:
'Die Bilder sind entblößt, ihre Aura ausgeknipst'.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut, 8. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
Das ist ein sehr gutes Buch für intressierte Leute. Es verdeutlicht die Lebensweise der Malerei und zeigt Hintergrund zum Handel auf,Das Buch ist zu empfehlen
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hybris, Habgier und Steuerhinterziehung, 17. Februar 2014
Von 
Brigitte Hilgner (Vienna Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente (Gebundene Ausgabe)
„Es scheint wie bei Derivaten nur noch darum zu gehen, diese Dinge wie heiße Kartoffeln weiterzureichen.“, so heißt es ziemlich gegen Ende dieses gut recherchierten, nüchtern geschriebenen und ungemein lesbaren Buches, aber vielleicht sollte man diese Aussage an den Anfang stellen, um zu verdeutlichen, dass es auf dem Kunstmarkt heutzutage weniger um Kunstgenuss, um die Begeisterung für Kunst geht als um Kunst als Ware und Möglichkeit zur Geldanlage (gerne auch zur Geldwäsche). Da werden Kunstwerke zwischen Auktionshäusern, Galerien und Finanzierungsgesellschaften und und her geschoben, dass einem normalen Menschen schwindelig werden kann, und bei jedem Verkauf steigt ihr Preis. An den einzelnen Stationen der Lieferkette wird gut verdient, und wen wundert es angesichts dieser Gegebenheiten, dass gleich am Anfang der Kette Unbefugte mitverdienen wollen - Fälscher wissen die Schwächen des Marktes für sich zu nutzen.
Soweit recherchierbar stellt das Buch akribisch die Vorgehensweise des Fälschers Wolfgang Beltracchi und seiner Helfer dar. Er selbst und zwei enge „Mitarbeiter“ wurden 2011 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, eine weitere Helferin kam mit Bewährung davon. Indirekte Helfer (manche von ihnen sicher unbeabsichtigt und unwissentlich) gab es erheblich mehr - es scheint da auch eine enorme Grauzone zu geben. Ist es üblich, dass Museen Gemälde in Ausstellungen aufnehmen, damit diese dann besser (d.h. zu einem höheren Preis) verkauft werden können oder geschieht dies doch nur ausnahmsweise? Da erklärt ein sogenannter Experte im Brustton der Überzeugung: „Ohne meine Expertise kann man einen Max Ernst nicht verkaufen. Das ist so.“ und dann akzeptiert er nur aufgrund einer stilkritischen Analyse mehrere Fälschungen von Beltracchi als echt. Er achtet weder auf fragwürdige Aufkleber auf der Rückseite dieser Bilder noch verlangt er eine naturwissenschaftliche Analyse. Es scheint auch eine beträchtliche Klüngelei zu geben und möglicherweise sogar Gefälligkeitsurteile - Ethik und Moral werden in der Kunstbranche offenbar nicht groß geschrieben.
Aber es gibt ein paar Aufrechte, deren Beharrlichkeit und Einsatz für die Kunst um der Kunst Willen dem Kommerz entgegensteht (und ihn sicherlich zumindest mitunter auch stört): Aya Soika, die am Werkverzeichnis der Gemälde von Max Pechstein arbeitet, Andrea Firmenich, Spezialistin für Campendonk und Ralph Jentsch, der am Werkverzeichnis von George Grosz arbeitet und der erhebliche Zweifel an Etiketten auf der Rückseite mehrerer Gemälde hatte, die sich schließlich aus Fälschungen herausstellten, brauchten in der Causa Beltracchi den Stein ins Rollen.
Werden sie und Gleichgesinnte den Kunstmarkt vor sich selbst retten? Man darf es bezweifeln. „Man muss wissen, wie der Kunstmarkt funktioniert und wo die Gier am größten ist.“ - so Beltracchi. Na dann - warten wir auf den nächsten großen Skandal.
P.S. Ein Register (Namen, Bilder) wäre hilfreich!
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