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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sucht nach Aufmerksamkeit, 28. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Casting-Gesellschaft: Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien (Broschiert)
Was es ist:
Das Taschenbuch ist eine Sammlung fundierter Interviews. Es ist das Ergebnis eines wissenschaftlichen Projekts, dessen These ist, dass wir auf dem Weg in eine Casting-Gesellschaft sind, in der Image und Ich unauflösbar verschmelzen. In Zeiten höchst erfolgreicher Formate wie "DSDS", "Dschungelcamp" oder "Germany's Next Topmodel" hat die Kultur permanenter Selbstdarstellung und der gezielten Inszenierung Hochkonjunktur. Zu diesem Thema befragten Studierende der Universität Tübingen, angehende Journalisten allesamt, 26 Showstars, PR-Profis, Politiker, Manager, Netzexperten, Musiker oder Medienkritiker. Zu Wort kommen unter anderen Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis, die RTL-Moderatorin Inka Bause, die TV-Komödiantin Anke Engelke oder der Musikproduzent Frank Farian. Ergänzt werden die Gesprächsprotokolle durch den einleitenden Aufsatz "Die Casting-Gesellschaft" der beiden Herausgeber: Wolfgang Krischke ist Journalist, Autor und Lehrbeauftragter für Linguistik; Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft.

Wer es liest:
Alle, die Casting-Shows gucken und hinter die Kulissen der Inszenierung blicken möchten. Wer selbst von einer Karriere in den Medien träumt - egal ob Musik-, TV-, PR- oder Model-Business -, sollte das Buch besonders gründlich lesen: In den zuweilen kritischen Antworten der Akteure steckt viel Insider-Wissen, das in der sonst üblichen medialen Darstellung viel zu kurz kommt.

Was schön ist:
Die Interviews basieren auf gründlich recherchierten und gut vorbereiteten Gesprächen, weshalb das Frage-Antwort-Spiel so gut wie nie in Plauderei ausartet, sondern meist auf den Punkt kommt. So spricht Fiona Erdmann durchaus kritisch über die Karrierechancen eines Casting-Models und über Show- und Vertragsdetails von "Germanys Next Topmodel"; Thomas M. Stein, ehemaliges Jury-Mitglied bei "DSDS", appelliert an die Kritikfähigkeit der Eltern; und der Fernsehkritiker Oliver Kalkofe fordert mehr Ehrlichkeit in den Medien. Die Form der "investigativen Medienforschung", wie Pörksen die angewandte Methode bezeichnet, ist nicht nur erhellend, sondern auch unterhaltsam.

Was schade ist:
Die Medienwelt verändert sich schnell - ähnlich schnell dürften die Erkenntnisse aus den Gesprächen veralten, weshalb das Projekt nur eine Momentaufnahme einer möglichen Casting-Gesellschaft sein kann. Außerdem fehlt dem wissenschaftlich anspruchsvollen Buch ein Index, der die gezielte Suche nach Schlagwörtern erleichtern würde.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Casting Gesellschaft - Zum Glück gibt es auch kritische Stimmen, 15. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Casting-Gesellschaft: Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien (Broschiert)
Die Casting Gesellschaft
Eine wohltuende Lektüre, die ein kritisches Licht auf die Super-Mega-Extrem-Stars und vor allem das Geschäft mit diesem Traum wirft. Manche Interviews habe ich erst ein unbefangen und dann vor dem Hintergrund, wer ist der Interviewpartner und was sind seine Intentionen, gelesen. Es ist vieles auch zwischen den Zeilen zu lesen. Nach wie vor ist mir nicht klar, warum so viele Menschen sich diesen Hype antun und es scheinbar nichts wichtigeres gibt, als über die ganzen Shows zu reden. Bei einigen Mitmenschen ist mir aufgefallen, dass sie auch den Traum haben, ein Star zu werden oder zu sein. Leider konnte ich die ganz eifrigen darunter nicht zum Lesen des Buches bewegen. Aber jeder, der sich noch etwas Kritikfägighkeit bewahrt hat, war von der Buchempfehlung begeistert.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes und aufschlussreiches Bild vom Hier und Jetzt in der Medienwelt, 23. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Casting-Gesellschaft: Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien (Broschiert)
Die Herausgeber dieses großartigen Buches haben die verschiedensten Aspekte zum Thema "Sucht nach medialer Aufmerksamkeit" zusammengetragen in dem sie eine ganze Reihe von Personen interviewt haben, die in unterschiedlichen Postionen am öffentlichen Schauspiel beteiligt sind. Was diese Leute erzählen ist erstaunlich, schockierend, amüsant und interessant und lässt eine ganz nebenbei über die eigenen Position nachdenken, die man gegenüber den Medien eingenommen hat.

Also: Ein absolut empfehlenswertes Werk für all jene, die immer gerne hinter die Kulissen von aktuellen Verhältnissen schauen und sich nicht mit allgemeinen Aussagen wie "Unser tägliches Leben findet zunehmend in der Öffentlichkeit statt" oder "Die Medien üben enorme Macht auf uns aus" zufrieden geben möchte. Was genau hinter all dem steckt und wie es zu unserer "Castinggesellschaft" kommen konnte kann man hier erfahren.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessant, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Casting-Gesellschaft: Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien (Broschiert)
Soeben habe ich das Buch zuende gelesen. Deutlich hervorzuheben sind die hervorragenden Interviewer (Studenten), die sehr gut vorbereitet waren und auch sehr kritisch nachgefragt haben. Man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, sie würden ihrem jeweiligen Interviewpartner Honig um den Bart schmieren.

Auch mich haben weniger die Aussagen der TV-Macher überzeugt, am allerwenigsten Tom Sänger (RTL-Chef) und Thomas M. Stein. Zu Thoma muss man eh nichts mehr sagen. Am meisten stimmte ich mit dem Medienanwalt Christian Schertz überein.

Beruhigend fand ich, dass es außer mir doch noch einige andere Menschen gibt, die nicht pauschal sagen, wer zu so einer Castingshow - insbesondere "Deutschland sucht den Superstar" gehe, wisse genau, worauf er sich einlasse und sei selbst Schuld, wenn er heruntergeputzt werde. Es gab durchaus einige Interviewpartner, die auch meine Meinung vertreten, dass dort auch Menschen mitmachen und in menschenunwürdiger Weise lächerlich gemacht werden, die geistig etwas zurückgeblieben zu sein scheinen (und dies meine ich NICHT abwertend!) und die Konsequenzen ihres Handelns überhaupt nicht überblicken können.

Köstlich amüsiert habe ich mich über die Aussagen einer Frau aus einer "Show-Familie", die ich vorher nicht kannte, über die "Super Nanny", weil ich Frau Saalfrank genauso eingeschätzt habe. Aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Amüsant fand ich auch, wie einige Ex-Jurymitglieder oder Moderatoren versucht haben, zu eklären, warum "ihre" Show anders bzw. besser ist als die der anderen, vor allem natürlich DSDS.

Was das Buch so interessant macht ist, dass man verschiedene Ansichten aus allen Blickwinkeln erhält, auch wenn ich oft mit offenem Mund dasaß, weil ich nicht fassen konnte, was Einige da von sich gaben.

Fazit:
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, vor allem durch die hervorragenden Studenten, die die Interviews geführt haben. Allein an deren Fragestellungen merkt man, dass in der Gesellschaft doch noch nicht Hopfen und Malz verloren ist...
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