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4.0 von 5 Sternen Liebe in Zeiten des Nordirland-Konflikts, 12. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Nordirland in den 70er-Jahren: Der Protestant Johan Dalzell und die Katholikin Teresa Cassidy verlassen beide ihre Heimat, um während ihres Studiums ein Auslandssemester in Deutschland zu absolvieren. Rein zufällig treffen sie dort aufeinander und stellen fest, dass sie gar nicht so weit voneinander wohnen. Im Frankenland und fernab von zu Hause kommen die beiden sich näher und verlieben sich ineinander. Aber kann diese Liebe wirklich von Dauer sein?

Meine Meinung
Zu Beginn der Geschichte befinden wir uns in den 70 Jahren und zum Ende hin im Jahr 2007. Und was hat sich in allen den Jahren verändert? Nichts. Erst heute früh habe ich in den Nachrichten einen Bericht über Ausschreitungen in Belfast gesehen. Auslöser der Unruhen ist das Verbot, einen Marsch des protestantischen Oranierordens durch eine Straße im Norden Belfasts führen zu lassen, die überwiegend von Katholiken bewohnt wird. Seit mehreren Tagen halten die Ausschreitungen an und es gab schon 35 Festnahmen, sodass man sich fragen muss, ob es dort wohl jemals Ruhe geben wird.

Doch zurück zur Geschichte. Killen McNeill schreibt mit leisen, aber dennoch eindringlichen Worten über das Leben in Nordirland, welches so nah und doch so unbekannt ist. Dass Katholiken und Protestanten sich immer wieder bekämpfen, hat wohl schon jeder in den Medien mitbekommen, dass sie jedoch in alltäglichen Dingen eine strikte Trennung vornehmen, war mir neu. So würde ein Katholik sich z.B. im Bus nie neben einen Protestanten setzen und umgekehrt. Auch bei Schulen, Cafes oder Autos gibt es Unterschiede, was mich ein wenig an die Apartheid in Südafrika erinnert hat.

Dass sich John und Teresa in diesem vom Konflikt gebeutelten Teil Nordirlands nie und nimmer näher kennen gelernt und ineinander verliebt hätten, wird durch diese Trennung sehr schnell klar. Und so bietet der Autor den beiden ein neutrales Terrain, in Form des beschaulichen Frankenlandes. Hier können beide zur Ruhe kommen. Niemand muss Angst haben, dass ein leer stehendes Auto gleich in die Luft fliegt und keiner verurteilt die gerade aufkeimende Liebe der beiden von ihrer Herkunft doch so unterschiedlichen jungen Menschen.

John war mir von Anfang an sympathisch und auch der Protagonist, der mir am meisten ans Herz gewachsen ist. Seine Familie hat durch einen Bombenanschlag alles verloren. Nicht nur den Laden der Eltern und das zu Hause, sondern auch im Fall von Matt, dem Bruder Johns, die große Liebe. Insbesondere am Beispiel von Matt werden die psychischen Auswirkungen des Nordirland-Konflikts sehr gut verdeutlicht. Teresa ist eine selbstbewusste, junge Frau, die ihre Ziele klar definiert hat und an der Verwirklichung dieser arbeitet. Ob John darin Platz hat? Nur soviel: in jeder Beziehung liebt einer ein wenig mehr.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war der Teil, der im Jahr 2007 spielt. Er war mir zu schnell abgehandelt und hat auch nicht wirklich neue Informationen gebracht, die für die Geschichte wichtig gewesen wären. Hierfür muss ich leider einen Punkt abziehen, da mich dieses Ende ein wenig enttäuscht hat.

Fazit
"Am Schattenufer" ist eine dicht erzählte Liebesgeschichte in Zeiten des Nordirland-Konflikts, die ich bis auf das Ende gerne gelesen habe und jederzeit weiter empfehlen würde
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4.0 von 5 Sternen Geschichte einer nordirischen Liebe, 23. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
Können Krieg und Terror in einem Land von dessen Bewohnern als Normalzustand empfunden werden? Kann man sich an die ständige Angst gewöhnen?

1973: Der nordirische protestantische Student John muss während eines einjährigen Aufenthaltes in Deutschland feststellen, dass Frieden, Ruhe und persönliche Sicherheit für ihn eine neue Erfahrung sind. In seiner Heimat hat er gelernt, mit der Angst zu leben, die die Bevölkerung Nordirlands geprägt hat, Folge der Gewalt, die durch den Nordirlandkonflikt ausgelöst wurde.
John erlebt sogar etwas, was in seiner Heimat unmöglich gewesen wäre: die Liebe zu einer katholischen Landsmännin.

In "Am Schattenufer" erzählt Killen McNeill die Geschichte von John und Teresa, die sich im malerischen Frankenland lieben lernen.
Killen McNeill bringt uns mit seinem Buch den Nordirlandkonflikt näher, und das aus einer persönlichen Sicht. Seine Figuren sind fast alle Opfer der Gewalt, die in ihrem Land herrscht. Nur John erlebt das Paradies neben Teresa, weil sie weit weg von allem und allen sind.
"Am Schattenufer" ist ein Buch, das dem Leser nicht nur eine komplizierte Liebesgeschichte erzählt, sondern auch erschütternde Schicksale schildert.
Äußerst interessant waren für mich nicht nur die Einblicke in den nordirischen Alltag der 70er Jahre, sondern auch die Erfahrungen, die John als Ausländer in der bayerischen Provinz macht, nur 30 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Killen McNeill hat einen angenehmen Schreibstil und schafft es, eine gewisse Spannung aufzubauen und während der ganzen Handlung zu halten, und sorgt gegen Ende für eine unerwartete Wendung, die alles auf den Kopf stellt.

"Am Schattenufer" ist eine Geschichte über eine Liebe in schwierigen Zeiten. Und am Ende darf der Leser entscheiden, ob für diese Liebe trotz der ganzen Problematik noch eine Chance besteht.
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4.0 von 5 Sternen Eine Liebe zwischen den Fronten, 17. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
John wächst in Nordirland auf und muss 1973 mit ansehen, wie die Existenz seiner Familie von einer Bombe der IRA zerstört wird. In Mitchellstown heißt es "Katholiken gegen Protestanten". John nutzt die Chance, dem zu entkommen und geht für sein Studium als Deutschlehrer nach Deutschland. Dort trifft er Teresa wieder, seine Jugendliebe und Katholikin. Die beiden finden zueinander, doch kann diese Liebe bei allem, was in Nordirland passiert ist, bestehen?

Killen McNeill hat ein Buch über die Vergangenheitsbewältigung geschrieben. Während in Johns Studienort Burgbernbach die Nazi-Vergangenheit noch sehr lebendig ist, ist für John der Nordirland-Konflikt Gegenwart und Lebensrealität. Der Autor verknüpft beide Geschichten und zeigt Parallelen auf, da es sich bei beiden Orten um Dörfer oder Kleinstädte handelt, in denen Nachbarn einander schlimme Dinge antun. John vertieft sich für seine Abschlussarbeit in die Nazi-Vergangenheit Burgbernbachs und so lernt man als Leser neben dem Nordirland-Konflikt auch noch einiges über deutsche Geschichte.
Gleichzeitig steht aber auch die Liebesgeschichte von John und Teresa im Mittelpunkt. Solange beide in Deutschland sind, funktioniert sie. Doch auch hier blitzen tief verankerte Feindseligkeiten durch und immer wieder finden Uneinigkeiten auf der Ebene "ihr" gegen "uns" statt. Die Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, sich von den Konventionen der Eltern und des Heimatortes zu lösen. Die Zukunft Nordirlands hängt davon ab, ob es der jungen Generation gelingt, sich miteinander zu versöhnen.

"Am Schattenufer" ist ein eher unaufgeregtes Buch mit einer anrührenden und überzeugend geschilderten Liebesgeschichte, die sich irgendwann nicht mehr in einem fremden Land verstecken kann, sondern sich der politischen Realität stellen und vor ihr bestehen oder scheitern muss. Zwischendurch überschlagen sich die Ereignisse und nehmen eine dramatische Wendung. Dass die Geschichte dann plötzlich rund 35 Jahre später fortgesetzt wird, fand ich einen gelungenen Kunstgriff. Das Ende ist realistisch und meiner Meinung nach versöhnlich, doch das mag nicht jeder so sehen. Es gibt Leser, die es unbefriedigend finden. Die Charaktere sind vielseitig, lebensnah und teilweise auch ziemlich witzig. Das Buch wirkt einfach, wie mitten aus dem Leben geschrieben und man hat das Gefühl, dass es durchaus autobiographische Elemente enthält. Für mich ist dieses Buch eine solide Leistung und in keinster Weise seichte Unterhaltung; es regt sehr zum Nachdenken an.
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4.0 von 5 Sternen Eine tragische Liebe in Inland/Deutschland, 16. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
*ÜBER DEN AUTOR*

Killen McNeill wurde 1953 in Nordirland geboren. Er studierte Germanistik und kam 1973 als Austauschstudent nach Franken. Seit 1976 arbeitet er als Englischlehrer an der Hauptschule Scheinfeld. Sein erster Roman Trains & Boats & Planes erschien 2003 unter dem Titel Damals in Irland in deutscher Übersetzung. 2012 wurde McNeill mit dem 1. Fränkischen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Unterlaimbach.

*KURZBESCHREIBUNG*

Eine irische Liebe in Deutschland
Die Bundesrepublik in den 70er-Jahren: John Dalzell und Teresa Cassidy haben Nordirland für ein Auslandssemester den Rücken gekehrt. Fernab ihres von Gewalt gebeutelten Herkunftslandes genießen sie das unbeschwerte Studentenleben in der friedlichen Idylle des Steigerwalds. Und so kann sich eine Liebe zwischen den beiden entfalten, wie sie zu Hause in Mitchelstown unmöglich gewesen wäre, denn John ist Protestant und Teresa Katholikin. Doch während John in seiner Abschlussarbeit versucht, der Verblendung auf den Grund zu gehen, die im November 1938 zur Reichspogromnacht führte, werden er und Teresa von den Folgen des erneut aufflammenden Hasses in der Heimat eingeholt. Mit grausamer Unausweichlichkeit bricht der nordirische Konflikt in ihr gemeinsames Leben ein ... Ein spannender, berührender, aber auch humorvoller Roman, der unter die Haut geht.

*MEINE MEINUNG*

Dem Autor ist es gelungen, Spannung, Witz, Politik mit Weltanschauung und Verständnislosigkeit in einem Buch zu vereinen. Man wird als Leser mit der terroristischen Problematik in einem Land konfrontiert, aber auch seichte Seiten werden eingeschlagen, so dass das Buch nie langweilig wird. Was sich als politische Geschichte anhört, findet sich in einer Liebesgeschichte wieder.

Leider hat sich am Ende der Geschichte eine merkwürdige Stimmung breit gemacht, so dass ich zum Schluß gedanklich sehr verwirrt war.

Im Großen und Ganzen kann ich dieses Buch jedoch empfehlen und vergebe hiermit 4 von 5 Sternen.
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5.0 von 5 Sternen Tipp!, 15. Juli 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
Das Buch:
Die Bundesrepublik in den 70er-Jahren: John Dalzell und Teresa Cassidy haben Nordirland für ein Auslandssemester den Rücken gekehrt. Fernab ihres von Gewalt gebeutelten Herkunftslandes genießen sie das unbeschwerte Studentenleben in der friedlichen Idylle des Steigerwalds. Und so kann sich eine Liebe zwischen den beiden entfalten, wie sie zu Hause in Mitchelstown unmöglich gewesen wäre, denn John ist Protestant und Teresa Katholikin. Doch während John in seiner Abschlussarbeit versucht, der Verblendung auf den Grund zu gehen, die im November 1938 zur Reichspogromnacht führte, werden er und Teresa von den Folgen des erneut aufflammenden Hasses in der Heimat eingeholt. Mit grausamer Unausweichlichkeit bricht der nordirische Konflikt in ihr gemeinsames Leben ein ... Ein spannender, berührender, aber auch humorvoller Roman, der unter die Haut geht.
Quelle: [...]

Der Autor:
Killen McNeill wurde 1953 in Nordirland geboren. Er studierte Germanistik und kam 1973 als Austauschstudent nach Franken. Seit 1976 arbeitet er als Englischlehrer an der Hauptschule Scheinfeld. Sein erster Roman Trains & Boats & Planes erschien 2003 unter dem Titel Damals in Irland in deutscher Übersetzung. 2012 wurde McNeill mit dem 1. Fränkischen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Unterlaimbach.
Quelle: [...]

Meine Meinung:
Der Autor vermag geschickt autobiografische Züge des Romans mit reiner Fiktion zu vermischen. Das Ergebnis ist ein Roman der die damaligen Probleme zwischen Protestanten und Katholiken in Irland anschaulich erklärt. Der Roman erzählt von der Beziehung zwischen einem Paar welche diesen gegensätzlichen Glaubensrichtungen angehören und die Probleme die dich daraus ergeben. Die Schreibweise des Autor macht es einem leicht in der Geschichte des Buches anzukommen und man mag das Buch am liebsten in einem Stück lesen. Plastisch beschreibt es die Protagonisten und das Umfeld, so dass sich ein klares Bild der damaligen Zeit ergibt.
Für mich klare und hochverdiente 5 von 5 Sternen.
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4.0 von 5 Sternen Ist eine Liebe durch äußere Umstände zum Scheitern verurteilt?, 7. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
„Am Schattenufer“ ist der zweite Roman des nordirischen Autors Killen McNeill, der seit Mitte der 70er Jahre in seiner Wahlheimat in Franken lebt. Er studierte Germanistik in (London-)Derry und kam in seinem Auslandsjahr zum ersten Mal nach Franken. Heute noch unterrichtet er dort an einer Schule in Scheinfeld. Das Buch ist im April 2013 im ars vivendi Verlag erschienen. In „Am Schattenufer“ kann man einige Parallelen zwischen dem Autor und dem Protagonisten entdecken, so zum Beispiel die Herkunft aus einer krisenreichen Gegend in Nordirland und das Germanistikstudium, das beide nach Deutschland verschlagen hat.

John Dalzell ist ein junger Nordire, der in einer wohlsituierten Familie als älterer von zwei Brüdern aufgewachsen ist. Seine Eltern führen ein eigenes Geschäft in dem er und sein Bruder Matt öfters aushelfen. Die Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten spielen Anfang der 70er dort eine wichtige Rolle. Die IRA (Irisch-Republikanische Armee) macht mit Autobomben zahlreiche protestantische Geschäfte dem Erdboden gleich. So auch das der Familie Dalzell bei dem die Freundin von Matt auf tragische Weise umkommt. Nach der Schule beginnt John ein Germanistikstudium und wird für ein Jahr als Assistant Teacher nach Deutschland geschickt, wo er an einem fränkischen Gymnasium unterrichtet.

Hier, weit entfernt von all den Problemen in seinem Heimatland, trifft er nicht nur auf gute Freunde, Toni und Herbert, ebenfalls Lehrer am hiesigen Gymnasium, sondern auch auf seine Jugendliebe aus der Heimat, Teresa, die zufällig auch in der Nähe ihr Auslandsjahr absolviert. Fernab der verhassten Konfessionskriege kommen die beiden sich allmählich näher und werden zu einem Paar – doch die Probleme holen sie auch hier ein, denn sie stammen nun mal aus unterschiedlichen Konfessionen und so sehr man das Thema auch verdrängen mag, es holt sie ein. Dennoch ziehen die beiden zusammen, auch wenn die Beziehung in der Heimat streng geheim bleiben muss. Alles scheint gut bis zu einem weiteren tragischen Unfall der alles verändert… Hat ihre Liebe denn eine Chance?

Killen McNeill entführt uns in die angespannten Konflikte in Nordirland in den 70er Jahren, doch gleichzeitig gibt er uns auch eine interessante Geschichtsstunde zum Thema, welches viel zu selten in deutschen Schulen angesprochen wird, doch selbst heute noch aktuell ist: Der Konflikt zwischen den Protestanten und den Katholiken in dem zu England gehörenden Nordirland. Doch nicht nur diese Geschichte wird in dem Roman aufgearbeitet, sondern auch die immer noch herrschende Nachkriegszeit in Deutschland. Ehemalige Nationalsozialisten leben unbehelligt unter den Einwohnern – gerade so als wäre nie etwas passiert. Auch John geht im Roman diesem Thema auf die Spur. Das Buch ist sehr real und glaubwürdig geschrieben, was mir besonders gut gefällt. So erlitt ich erst mal einen gehörigen Kulturschock als es am Anfang des Buches für John nach Deutschland ging. Wohnungen ohne fließend warmes Wasser… Plumpsklos… weder Telefon noch Fernsehen. Auch die 68er Revolution weht noch frisch durchs Land unter den Jüngeren. – Apropos, wusstet ihr, dass man zu der Zeit über 48 Stunden mit dem Zug unterwegs ist von Franken nach Nordirland? Schreck lass nach… - Dennoch haben die meisten Charaktere dieses Buches so eine sympathische Art an sich, dass man sich einfach wohl fühlen muss. Das Buch zeigt deutlich, dass der Autor weiss wovon er schreibt. Die Hintergrundinformationen sind geschickt in die Geschichte um John und Teresa eingewebt und nehmen einen großen Teil des Buches ein, sodass man hinterher wirklich schlauer ist. Auf jeden Fall empfehlenswert. Nicht umsonst wird den Bayern immer der größte Charme nachgesagt :-)
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4.0 von 5 Sternen Schwierige Liebe in schwierigen Zeiten, 6. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
Nordirland in den 1970er Jahren.
Der Stadtbewohner und Protestant John steht kurz vor seinem Schulabschluss. Im Schulbus hat er sich in die Katholikin Teresa verliebt, die eher ländlich wohnt. In ihrem Land zu ihrer Zeit ist diese Liebe eigentlich unmöglich.
Allerdings gehen beide nach ihrem Abschluss für ein Auslandsjahr nach Deutschland, um dort an verschiedenen Schulen zu unterrichten.
Dort kommen sich die beiden näher, während John für seine Studienarbeit über die Nazizeit in Deutschland recherchiert.
In ihrer Heimat gibt es parallel weiterhin Krawalle zwischen Katholiken und Protestanten.
Hat ihre Liebe daher eine Chance, wenn das Auslandsjahr vorüber ist?

Der Erzählstil ist sehr anschaulich und gut lesbar. Bei vielen Szenen hatte ich wirklich Bilder im Kopf, wie genau alles passiert sein muss.

Die Figuren gefallen mir auch sehr gut.
John geht etwas offener mit der Beziehung um und ist von der Geheimniskrämerei nicht begeistert.
Teresa ist sehr in ihrer Erziehung gefangen, dass Katholiken und Protestanten nicht zusammen passen.

Die verschiedenen Verwicklungen, die es zwischen den beiden Familien gibt, werden im ganzen Verlauf des Buchs gut geschildert.
So hat z.B. John früher einmal Teresas Bruder bei einem Unfall mit dem Schulbus geholfen. Gegen Ende des ersten Teils haben diese Verwicklungen sogar dramatische Folgen.

Der zweite Teil des Buchs spielt im Jahr 2007 und gibt u.a. wieder, was während der Abwesenheit von John und Teresa in Nordirland passiert ist.
Das Ende des Buchs war anders als erwartet und konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Vielleicht liegt es daran, dass es ein realistisches Ende ist.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, da man viel über Nordirland gelernt hat und auch deutlich wurde, dass in den 70er Jahren in Deutschland noch viele mit der Nazivergangenheit zu kämpfen hatten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe zwischen den Fronten, 12. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Kindle Edition)
"Am Schattenufer" von Killen McNeill ist ein schön zu lesender Roman. Ich habe mir lange Zeit gelassen mit der Rezension, weil ich hin- und hergerissen war und eigentlich immer noch bin, welche endgültige Beurteilung ich dem Buch zukommen lasse.
Ich habe mich jetzt für 5 Sterne entschieden, nciht als Entschuldigung für die Wartezeit, sondern weil ich tatsächlich in den letzten Wochen zunehmend bemerkte, wie wichtig dieses Buch für mich doch geworden ist.
Nicht nur, dass ich als deutsche Bürgerin erstmals Einblick bekam in die Unruhen Irlands zu einer Zeit als ich meine Kindheit verbrachte und fast täglich die Anschläge im Schwarz-Weiß-Fernseher verfolgte, es war ein Flashback zurück in die Anfänge der Siebziger in einem unbeweglichen und kleinkarierten Deutschlands, in dem ich mich nie Zuahuse fühlte, es war aber auch eine Art Spiegel, die mir der Autor hier vorhielt:
John und Teresa treffen sich durch Zufall in Deutschland. In Irland haben sie sich oft gesehen, da aber die Religionszugehörigkeit keine Bekanntschaft zuließ, hatten sie nur wenige Worte gewechselt. Johnwar damals verliebt, eine Verliebtheit, die keinerlei Zukunft haben konnte. Als sie sich im Auslandsstudienjahr wiedertreffen, flammt die Verliebtheit wieder auf, und sie kommen sich tatsächlich näher. Im verschrobenen Deutschland waren sie sich ein Stück Heimat, was ich schon wieder sehr humorig fand.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man in diesem verknöcherten Deutschland lieber einen Mann aus dem gleichen Land mit anderer Konfession bevorzugt.
Nach anfänglichem Glück zeigt sich aber schon bald, dass der Kampf in Irland Spuren hinterließ, es stellt sich die grosse Frage, ob eine Liebe, so intensiv und schön sie auch sein mag, gewisse Schicksalsschläge und Hindernisse überwinden kann, oder ob Liebe doch dieses zarte Gefäß ist, das zuerst zerbricht.

Es ist spannend, liest sich sehr flüssig, aber ich brauchte oft einen Moment der Stille, um das Gelesene zu verdauen. Der Autor, der übrigens aus Irland stammt und tatsächlich aufgrund des Studiums nach Deutschland kam und -wie John- hier auch blieb, wechselt nie das Tempo!
Es sind auch keine wirklichen Überraschungen eingebaut, die Zeit fließt erwartungsgemäß und früh erkennbar gewissen dramatischen Wendungen entgegen, die man weder als Leser noch als Protagonist aufhalten oder verändern kann!
Und anch dem grossen Knall macht die Geschichte einen Sprung von 37 Jahren!

Das war für mich fast ein wenig viel. Ich musste die Protagonisten und die Umgebung völlig neu kennenlernen, wurde ab da auch nicht mehr warm mit den Figuren, die sich zeitgemäss und nach ihren Lebenserfahrungen, bei denen ich nicht teilnahm, stark verändert hatten.
Ob die Lebenswege der Beiden erfolgreich und glücklich waren, darüber kann man streiten, was ich aber sehr interessant fand, der Autor selbst sah im offenen Ende des Romans eine Hoffnung, die ich beim besten Willen nicht erkennen kann, auch nicht mit Lupe.
Daher möchte ich jeden geneigten Leser auffordern, das Buch ebenfalls zu lesen und sich einer der Parteien anzuschliessen!
Fünf Sterne jetzt von mir, weil mir Teresa sehr ähnlich ist, erschreckend, ein solches Leben im Zeitraffer vor sich zu haben, ich bin seither dauernd am Überlegen, ob ich nicht doch den ungeeigenten Weg für mein Leben eingeschlagen habe.
Eine Rückkehr in frühere Zeiten ist ausgeschlossen, aber macht es Sinn nochmals abzubiegen?
Danke Killen McNeill für dieses Buch!
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5.0 von 5 Sternen Eine Liebe im Schatten des Nordirlandkonflikts, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
In den 1970er-Jahren lernen sich die beiden Studenten John Dalzell und Teresa Cassidy im Rahmen ihres Auslandssemesters in der Bundesrepublik näher kennen und lieben. Das wäre in ihrer Heimat Nordirland für die beiden unmöglich, da John Protestant ist und Teresa Katholikin. Die beiden bauen sich ein unabhängiges Leben in Deutschland auf, wobei der nordirische Konflikt sich immer mehr in ihr Leben drängt. Durch den Kontakt mit ihren deutschen Freunden beginnt John sich für die Reichspogromnacht und die Nazi-Zeit zu interessieren.

Einerseits wird in diesem Buch der Nordirlandkonflikt mit den Auswirkungen auf die Menschen in einem nordirischen Dorf beleuchtet. Während des Auslandssemesters werden für John die Unterschiede zu Deutschland bewusst und hinterfragt erstmalig kritischer die Zustände zu Hause. Ich habe mich schon öfters mit dem Thema auseinandergesetzt, aber durch die Beschreibungen des Lebens in so einem Dorf sieht man erst die Auswirkungen auf die Menschen. Die Beschreibung, dass die katholischen Kinder den oberen Stock und die protestantischen Kinder die untere Ebene des Schulbusses benutzen und sie sich nie unterhalten, hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Auf der anderen Seite werden die noch immer vorhandenen Nazis und deren Denken im Deutschland der 70er-Jahre und die Verdrängung der Nazi-Zeit behandelt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Da mich das Buch noch immer beschäftigt, vergebe ich 5 Sterne.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebesgeschichte - spannend und hintergründig, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Schattenufer (Gebundene Ausgabe)
Ich hätte das Buch "Am Schattenufer" am liebsten an einem Stück gelesen, denn diese Liebesgeschichte hat mich in ihren Bann gezogen. John und Teresa - beide lassen dich nicht mehr los. Die kleinen Szenen - anrührend beobachtet, lebendig beschrieben - entwerfen eine große Geschichte, die die Frage stellt, ob man vor seinen Problemen fliehen kann (hier von Nordirland nach Franken). Der Ich-Erzähler John öffnet dem Leser / der Leserin aber noch ganz andere Blickwinkel. Die Außensicht auf unser fränkisches Land, seine Leute und unsere jüngste Vergangenheit z.B. war für mich ein echter Augenöffner. Wie viel man doch als selbsverständlich hinnimmt, was man durchaus in Frage stellen könnte. Das alles wäre aber noch keine fünf Sterne wert, wenn nicht die Sprache selbst eine Freude wäre. Dieses Lesevergnügen lebt von feinsinnigen Formulierungen und einem zwischen den Wörtern aufblitzenden Humor (irisch ;) des Autors, der mit einem Augenzwinkern auch den Ich-Erzähler selbst nicht ganz so ernst nimmt. Laut gelacht und dann wieder Tränen in den Augen. Unbedingt lesen!
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Am Schattenufer
Am Schattenufer von Gottfried Röckelein (Übersetzer) (Gebundene Ausgabe - 30. April 2013)
EUR 18,90
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