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Kundenrezensionen

61
3,9 von 5 Sternen
Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Februar 2015
Das Buch von Daniel Bühling umfasst im Wesentlichen seinen Werdegang und die nicht gerade positiven Erfahrungen im Priesterseminar. Einen Einblick in seine Kinder- und Jugendzeit wird anfangs beschrieben. Somit kann man sich ein Bild von diesem jungen sich selbst findenden Mann machen. Es ist wie eine Art Tagebuch. In diesem Buch wird das ausgesprochen, was viele Menschen immer wieder beschäftigt. Die (Schein)-Heiligkeit der katholischen Kirche und die Doppelmoral, die dort vorherrschen.
Da ich den Autor in der Zeit, als er Gemeindereferent werden wollte kennen lernen durfte, kann ich nur sagen, dass ich ihn als sehr warmherzigen, humorvollen Mann erlebt habe. Ein Mensch, der einfach das Gute im Menschen sieht. Nachdem er dann den 2. Anlauf als Priesteramtskandidat genommen hatte, verloren wir uns aus den Augen. Durch Zufall bin ich dann auf das Buch gestoßen. Und ich muss sagen, es hat mich begeistert. Ich finde es gut, dass endlich jemand den Mut hat, darüber zu sprechen. Vielleicht kommt die katholische Kirche doch irgendwann mal zum Umdenken. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 9. Februar 2014
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Es fällt mir außerordentlich schwer, dieses Buch zu bewerten, obwohl ich es jetzt länger hab sacken lassen.

Solche Themen sind immer schwierig zu behandeln. Es gibt Verfechter und Gegner, neutrale Berichte kann es bei diesen Dingen nie wirklich geben, denn jeder hat irgendeine Tendenz zu einer Richtung.

Bei der katholischen Kirche ist es besonders schlimm. Wer mit all den Ritualen und Regeln dieser Kirche aufgewachsen ist, dem mag das alles nicht so schlimm vorkommen. Für mich aber, die ich Protestant bin, sind viele dieser Dinge schlicht und ergreifend Horror. Mir will es nicht in den Kopf, dass ein katholischer Priester ein Neutrum werden soll und muss, dann aber Ehepaare "beraten" will. Kann er doch gar nicht - er hat weder eine Ahnung von Sex noch von Beziehung und schon gar nicht von Familie. Da fängt es schon mal an und endet beim Prunk der Kirchen und Altersruhesitze (ist ja jetzt besonders aktuell). Mir will das alles einfach nicht plausibel werden.

Und da ist Aniel Bühling keine echte Ausnahme. Er schreibt sehr gut über das Priesterseminar, erzählt von Dingen, die mir so nicht wirklich bewusst waren. Aber er lässt mich auch staunend über ihn zurück - acht Jahre sind eine lange Zeit ....

Gut finde ich aber, dass er trotz aller Widrigkeiten, die besonders ihn betreffen (die katholische Kirche verteufelt Homosexualität, aber nicht wenige Priester sind homosexuell und leben es auch aus - was mich nicht wundert), seinen Weg am Ende doch noch gefunden hat, er an seinem Glauben trotz allem festhalten kann und er nun seine eigene Alternative (freier Theologe) gefunden hat. Für mich ist das wahrer Glaube und das dafür Kämpfen sehr löblich. Kein Gott kann so tyrannisch und falsch sein, wie es gerade die katholische Kirche immer wieder gern hätte.

Ich merke, ich steigere mich wieder in das Thema, ich werde wütend und ich fühle mich hilflos. Insofern ist Daniels Geschichte noch wichtiger und wertvoller. Aber dennoch: ACHT JAHRE ....
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Oktober 2014
Als Theologe kann ich alles, was im Buch steht, nur bestätigen. Gut, an manchen Stellen ist es mir etwas zu sehr persönliche Abrechnung - aber die geschilderten Zustände und die Scheinheiligkeit mancher Amtsträger und des klerikalen Nachwuchses sind - leider - wahr. Ein Buch, das aufrütteln sollte - das aber sicher von den Kirchenoberen und Regenten ignoriert wird... 11. Gebot eben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. August 2014
Ich find, es ist ein gutes Buch, dass die Wahrheit in der priesterlichen Ausbildung in der kath. Kirche beschreibt. Es ist gut, Authentisches zu Papier gebracht zu haben, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand erzählt wird. So kommt die Wahrheit mal ans Tageslicht. Der Autor ist sehr mutig, seine Erfahrungen öfffentlich gemacht zu haben, Respekt!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juni 2014
Sehr gutes Buch, sollten alle mal gelesen haben. Hier kommt die Wahrheit auf den Tisch. Sehr gut erklärt ist der Aufbau der katholischen Kirche und wie verlogen, verschwiegen und konservativ diese Kirche mit ihren Gläubigen umgeht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Man hört etwas, man bekommt etwas mit, denkt aber im Hinterkopf, dass es nur Einzelfälle in einer großen Gruppe sind und das der Pfarrer, der einen Verwandten oder Freund so würdevoll zu Grabe trägt mit all dem nichts zu tun haben kann. Deshalb habe ich auch die Berichte, die immer wieder in den diversen Medien zu lesen oder zu sehen waren, ausgeblendet. Wieder einmal ein Einzelfall dachte ich und systematisch findet in dieser Richtung nichts statt.
Deshalb war ich auch geneigt, dem Trierer Bischof Stephan Ackermann zu glauben, als der „Keine zufalls- oder überfallartige Taten...“ dieser Art in der katholischen Kirche verkündet.
Als mir dieses Buch bei Amazon angeboten wurde, erinnerte ich mich daran, dass ich vor einiger Zeit einen Bericht in der Augsburger Zeitung darüber gesehen zu haben. Bistum Augsburg! Verantwortlich für meinen Geburtsort. Was so nah? Nicht Limburg oder Mainz oder wo auch immer.
Ich habe das Buch wohl dosiert, so wütend hat es mich stellenweise gemacht. Wütend war ich auch zeitweilig über den Autor, weil er "diesen Mist" nicht früher publiziert und früher den Absprung gefunden hat.
Es war stellenweise kaum erträglich, die Schilderungen zu lesen, habe ich doch ständig den Pfarrer unserer Gemeinde vor Augen gehabt und mich gefragt, ob er sein Zölibat so ausübt, wie er es im Gelübde zugestanden hat. Macht das überhaupt ein Würdenträger der katholischen Kirche? Nach der Lektüre dieses Buches fällt es mir schwer zu glauben.
Vor allem die Zitate haben mich sehr schockiert. Solche Ausdrücke fielen noch nicht einmal während meiner gesamten Zeit bei der Bundeswehr.
Ich werde diese Rezension nicht mit einem persönlichen Resümee schließen, aber selber über Konsequenzen nachdenken. Will ich wirklich noch, dass meine Kinder katholisch erzogen werden?
Dieses Buch sei allen Verdrängern, zu denen ich mich auch zähle, empfohlen. Hier wird ohne Belastungseifer eine Innenansicht geboten, die sie schockieren und aufrütteln wird.
Ich bitte den emotionalen Touch der Rezension zu entschuldigen, aber es war mir ein dringendes Bedürfnis, diese sofort nach Beendigung des Buches zu verfassen.
5 Sterne
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51 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2013
Ich habe das Buch von Daniel Bühling in einem Rutsch gelesen. Es könnte meine eigene Geschichte sein. Ich war Ende der Siebziger, Anfang der Achziger Priesteramtskandidat, bin zum Diakon geweiht worden und habe kurz vor der Priesterweihe dem Bischof mitgeteilt, dass ich heiraten werde. Erbarmungslos hat mir der Bischof den Weg zum Sozialamt beschrieben: für mich gab es in meinem Heimatbistum keine Zukunft als Laienseelsorger, obwohl ich beste Noten hatte und damals Pastoralreferenten in großer Zahl eingestellt wurden. Ich habe die Situation im Priesterseminar meines Heimatbistums als Insider erlebt. Ich kann die Kernaussagen von Daniel Bühling hundertprozentig bestätigen. Ich habe zutiefst gelitten unter der Polarität zwischen konservativen und liberalen Seminaristen. Obwohl es nur so von Schwulen wimmelte, wurde dies nie zum Thema gemacht. Auch der Alkohol floss in Strömen. Wir waren gut abgeschirmt gegenüber der bösen Welt draußen. Es gab Soutaneträger schon im ersten Semester. Die Muttergottes war der Inbegriff der Weiblichkeit. Die Seminarleitung verweigerte eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität. - Es scheint, alle diese Dinge haben sich in den letzten Jahrzehnten noch verschlimmert. Wer will heute noch Priester werden in einer Kirche, die in ihrem Innersten krank und verlogen und erbarmungslos ist? Jesus Christus würde sich heute schämen, dass in seinem Namen die Menschenfreundlichkeit Gottes verraten wird. Auch ich sollte meine Seelengesundheit opfern, um Seelsorger zu werden, wozu ich mich berufen fühlte. Im Gegensatz zu Bühling bin ich nicht ausgetreten. Kirche ist dort, wo zwei oder drei in Seinem Namen zusammen sind und um den Glauben und das Leben ringen. Bühlings Buch ist kein Rachebuch. Es ist ein zutiefst menschliches Buch, authentisch, ehrlich, seelenwarm. Ich hoffe, dass das Buch eine Bewegung auslöst, dass Lernerfahrungen gemacht werden. Die Kirche ist bislang immer von ihren Ketzern gerettet worden (Franziskus, Luther, Küng, ...) Ich wünsche diesem Buch ganz viele Leser und der Kirche ein konstruktives Beben. Zehn Sterne!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
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„Gott verlangt viel von mir. Er hat mich berufen und mir die Liebe zu den Menschen mit auf den Weg gegeben. Er hat mich aber auch als schwulen Mann erschaffen und mir das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, Liebe und Sexualität mitgegeben. Wieder und wieder wandere ich in diesen dunkelsten aller nächtlichen Stunden durch die Wohnung und ringe mit mir selbst. Denn diese beiden Wege sind nicht vereinbar. In der katholischen Kirche muss ich mich entscheiden: Berufung oder Beziehung?“

Daniel Bühling weiß schon als junger Mensch, dass er homosexuell ist. Dennoch beginnt er eine Ausbildung zum Priester, denn das Gefühl, berufen zu sein, ist stärker. Acht Jahre hält er durch, dann tritt er aus der Kirche aus und geht seinen eigenen Weg. Das intern geltende 11. Gebot – „Du sollst nicht darüber sprechen“ - bricht er mit seinem Enthüllungsbuch und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Priesterseminare in Augsburg, München und Trier.

Das, was er in dieser Parallelwelt erlebt, überrascht inhaltlich vielleicht nicht unbedingt, wenn man sich mit der katholischen Kirche schon einmal befasst und die Berichterstattungen in den Medien über die Jahre mitverfolgt hat. Doch er berichtet als Augenzeuge von Neid, Missgunst, Hass, Feinseligkeit gegenüber Frauen und Homosexuellen, Lügen und sexuelle Orgien, denn all das bekommt er aus nächster Nähe mit. Die intensiven innerkirchlichen Konflikte zwischen liberalen und konservativen Katholiken werden ebenfalls angesprochen. Solange keine Verfehlung, kein Konflikt, kein Verbrechen an die Öffentlichkeit dringt, ist alles unproblematisch. Hauptsache, der schöne Schein bleibt nach außen hin gewahrt.

Doch die Priester und Priesteramtskandidaten sind Menschen mit emotionalen und sexuellen Bedürfnissen, die strengen Regeln nicht einhaltbar. Infolgedessen leiden sie unter quälenden Schuldgefühlen: „Immer wieder denke ich an all die (…), die ihre Sexualität heimlich ausleben und sich deshalb schuldig fühlen. Die ihre Partner oder Partnerinnen mehr oder weniger offen an ihrer Seite haben und damit gegen die Regeln der Kirche verstoßen. Die sich nach außen vergeistigt, ja geradezu heilig geben und im Privatleben ‚die Sau herauslassen‘. In der Kirche glaubte ich, das Gute zu finden, doch was ich fand, war vor allem Scheinheiligkeit. Verlogenheit, Vertuschung, Gleichgültigkeit, Neid, Gemeinheit, Oberflächlichkeit. Ich fand Menschen, die sich ihre eigene Menschlichkeit versagten, die jeden Kontakt zur Alltagswelt verloren haben."

2008 stand für Bühling der letzte Teil der Ausbildung in einer Pfarrei an. Doch die abendliche Einsamkeit setzte ihm zu und ihm wurde bewusst, dass er zölibatär und als Teil dieses gigantischen Lügengebäudes, das die katholische Kirche darstellt, nicht leben kann, ohne seelisch zu verkümmern.

Nach einem langen Kampf mit sich trifft er schließlich seine Entscheidung, kehrt der Kirche den Rücken und lebt seine Berufung heute als freier Theologe aus. Den Glauben hat er nicht verloren, nur mit der Kirche eine Last abgeworfen.

Ein lesenswertes Buch!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
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Vorweg: Ich gehöre keiner Religion an, bin auch nicht irgendwo ausgetreten, sondern wurde erst gar nicht getauft. Trotzdem empfinde ich die Art, wie Herr Bühling mit der römisch-katholischen Kirche abrechnet als etwas unangemessen und ein wenig verlogen.

Nicht inhaltlich wohlgemerkt, denn wer jemals das legendäre Bubenstreich-Interview des inzwischen emeritierten Bischofs Kurt Krenn gesehen hat der wird und darf wohl alles glauben, was in diesem Buch so an vorgeblichen Skandalen drinsteht. Denn Herr Krenn bagatellisierte darin ganz ernsthaft das Feiern von Sexorgien im St. Pöltener Priesterseminar, vor allem aber auch den Besitz von Kinderpornografie als eben - Bubenstreiche.
Aber haben wir nicht alle schon lange vor Erscheinen dieses Buches von dem einen oder anderen verlogenen, hinterlistigen, erzkonservativen, frauenfeindlichen, pädophilen, zur Prunksucht neigenden, das Zölibat brechenden, alkoholabhängigen oder eben auch homosexuellen Geistlichen gehört? Enthält dieses Buch denn wirklich neue skandalöse Erkenntnisse?

So sind Titel und Untertitel zwar stimmig gewählt, treffen sicherlich auf die Kirche, aber auch auf nahezu alle anderen Institutionen, von Politik bis Ehe, ebenfalls zu. Es wird immer und überall Solche und S(tr)olche geben. Also auch nichts wirklich Skandalöses.

Und doch handelt das Buch von einem echten Skandal. Denn das Wort stammt ursprünglich aus dem alten Testament und bedeutet sinngemäß: Böses, dass von Gott wegführt.

Belogen aber hat sich Herr Bühling nach meinem empfinden über lange Zeit eher selbst.

Aber dazu später, jetzt erst mal zum Buch als solchem:

Anfangs dachte ich: 217 Seiten, das hast du schnell durch".
Und tatsächlich, Einleitend beschreibt er Kindheit, Familie und Umfeld. Nichts was irgendwie besonders spannend oder auch nur ungewöhnlich wäre, aber wichtig halt zum allgemeinen Verständnis seiner Lebensanschauungen.

Der Schriftstil ist angenehm und flüssig zu lesen, zudem werden im ganzen Buch viele interessante Hintergrundinformationen zum hierarchischen Aufbau, der Ausbildung und einigen ethischen Auslegungen gegeben. Einiges davon war neu für mich. Und das obwohl ich sicherlich in dieser Hinsicht über mehr Allgemeinwissen verfüge als so mancher Taufe, Kommunion, Firmung, danach ist ein Mal im Jahr Weihnachten und damit Kirchenbesuch angesagt-Katholik"

Doch dann, mit seinem Eintritt ins erste Priesterseminar kam für mich Persönliches ins Spiel. Ich erinnerte mich plötzlich an die ganz reale schmerzhafte Liebe Gottes, die mir in der Kindheit von Nonnen bei einem zum Glück nur kurzem Heimaufenthalt vermittelt wurde. Ich erinnerte mich aber auch wieder, und das gerne, an die fünf Jahre, die ich später im Internat leben und reifen durfte. Und an einen der dort tätigen Geistlichen, einen ganz besonderen Mann, der bei uns allen beliebt war, begleitete statt bestimmte.
Schon damals, als Kind und Jugendlicher lernte ich also das kennen was Herr Bühling so schön beschreibt, die zwei Gesichter der Kirche: Auf der einen Seite gnadenlose Brutalität, selbstverliebter Egoismus und Fremdbestimmung, andererseits selbstlose Hilfsbereitschaft, Güte und wahrer Glaube.

Mit dem Lesefluss war es jedenfalls bis fast zum Ende des Buches vorbei. Die von Herrn Bühling beschriebenen aufkommenden Zweifel hinsichtlich seiner Berufswahl ließen mich an verschiedene wirklich gläubige Personen zurückdenken, die ich kennen lernen, mit denen ich vor allem aber auch ehrlich über ihren Glauben sprechen durfte. Hier sind mir vor allem mein Deutschlehrer, der o. g. Geistliche und - man Staune - eine Nonne, mit der ich anlässlich eines Krankenhausaufenthalts nächtelang diskutierte in angenehmer Erinnerung geblieben. Diese Gespräche brachten mich immer mal wieder näher zur Religion, doch alles was diese wahrhaft Gläubigen mir an Nähe zur Religion vermitteln konnten wurde denn auch durch diverse Kirchenskandale sehr schnell wieder zunichte gemacht.

Jedenfalls brauchte ich zur Lektüre der 217 Seiten mehrere Tage, in denen ich nach jedem Kapitel über vieles erneut und in Ruhe nachdachte, ein Stück weit mein Leben und meine Einstellungen rekapitulierte. In dieser Form berührt hat mich seit langem keine Lektüre mehr, daher auch die fünf Sterne und einen dickes Danke an Herrn Bühling!

Aber zurück zu meinem obigen, nicht bös gemeinten Vorwurf:
Einige willkürlich ausgesuchte Stichworte: Verrat an den Tempelrittern, Nepotismus (z. B. der Borgia und Borghese), Hexenhammer, Verfolgung bzw. Vernichtung diverser Häretiker (z. B. Katharer), Verrat z. B. von Juden und Zeugen Jehovas an das Nazi-Regime durch einzelne Priester, Fluchthilfe für eine Vielzahl von Nationalsozialisten durch einen hohen in Rom tätigen Geistlichen, Kindesmisshandlung in diversen Heimen, Kindesmissbrauch durch Geistliche, nach Beschwerden und/oder Anzeigen Versetzung dieser Priester in andere ahnungslose Gemeinden, diverse Skandale in der Vatikanbank, und und und...

Waren all diese Verbrechen und Vorteilsnamen, die entweder von einzelnen Geistlichen oder teils der obersten Kirchenführung verübt/befohlen/geduldet wurden Herrn Bühling, als er sich im Jahre 2000 entschloss Priester zu werden, nicht bekannt?
Er wusste wirklich nicht wie homophob es zumindest offiziell in der Kirche zuging?
Waren zu diesem Zeitpunkt nicht erzkonservative Hardliner, wie z. B. Bischof Mixa und Kardinal Meisner in Amt und Würden?
Konnte also ein ethisch denkender, noch dazu homosexueller Mensch wirklich davon ausgehen in dieser Institution glücklich zu werden?

Und doch war es zu diesem Zeitpunkt seines Lebens gut diesen Weg einzuschlagen.

Auch wenn er es an keiner Stelle schreibt: Für mich liest sich das Buch so, als hätte er erst durch den mannigfachen Kontakt zu anderen homosexuellen Priesteramtsanwärtern gelernt seine eigene Sexualität endgültig zu akzeptieren. Und zwar ohne Wenn und Aber. Nun endlich war er für sich selbst bereit diese mit Offenheit und Hingabe zu Leben. Das aber konnte bei einem Menschen seines Charakters letztlich nur zum Austritt führen.

Zwar verfügt die römisch-katholische Kirche bei aller Unkerei mit Sicherheit über eine Vielzahl von im Sinne der echten Nächstenliebe guten und sehr guten Geistlichen, trotzdem, mehr Seelsorger mit seinen Charaktereigenschaften hat gerade diese Kirche bitter nötig.

Denn das Religion und Glaube für viele Menschen existentiell sind ist klar und nachvollziehbar. Trost und Stärke, die Gläubige aus Gottesdiensten ziehen, darf man ihnen nicht nehmen. Insofern halte ich die Kirche aus aktueller Sicht für immanent wichtig.

Jedenfalls so lange bis die wahrhaft Gläubigen zurück zu den Wurzeln ihrer Religion finden. Ohne Pomp und Paläste. Unter freiem Himmel, im Wohnzimmer oder in einem profanisierten Gebäude. Mit Laienpredigern bzw. freien Theologen wie Herr Bühling nun einer ist. Oder kann der Geborgenheit und Gemeinschaft suchende gläubige Mensch das wirklich nur unter Anleitung geweihter Priester finden?

In Matthäus18 jedenfalls findet sich folgender Satz: ,Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen`. Da steht nichts davon dass einer der Anwesenden geweihter Priester sein muss.

Und Herr Bühling bezeichnet sich unzweideutig als weiterhin gläubigen Menschen.

Was aber ist mit vielen der Wegbegleiter, die er in seiner Ausbildung kennen lernte?

Als Überschrift habe ich eines der Gebote gewählt. Wohl besser bekannt in der Kurzform:
,Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren`
Wenn ich es richtig verstanden habe gebietet es dem wahrhaft Gläubigen stets Ehrfurcht zu haben vor dem Namen Gottes, dabei Gelübde und Versprechen einzuhalten. Denn dieses Gebot soll den Namen Gottes vor Missbrauch schützen.
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Daniel Bühling erläutert in seiner Autobiographie DAS 11. GEBOT: DU SOLLST NICHT DARÜBER SPRECHEN seinen Werdegang zum Beinahe-Priester und zeigt ausführlich auf, wie man Anwärter auf solch ein Amt werden kann bzw. Karriere in der katholischen Kirche machen kann. Im Grunde hebt er aber den Mantel des Schweigens und bricht damit, treu dem Titel seines rund zweihundertseitigen Buches, das elfte Gebot, das intern in der Kirche herrscht wie die heilige erste Regel einer Untergrundorganisation: Du sollst nicht darüber sprechen - wenngleich seine Ausführungen nur das bestätigen, was man aus den Medien bereits entnehmen konnte.

Er begründet seine Entscheidung, der Kirche fernzubleiben in überzeugender und grafischer Weise. Er zeichnet das Bild einer von ihm genannten “Zwei-Klassen-Gesellschaft” innerhalb der Kirche, welche mich als Leser am meisten überrascht hat. Priester bedeutet eben nicht gleich Priester. Besonders untereinander tendieren manche Priester(-Anwärter) dazu, Kollegen schlechter zu behandeln und ihre eigene Macht zu demonstrieren, weil einige unter ihnen zu den Spätberufenen zählen oder eine andere Weltansicht teilen. Von der vielzitierten Nächstenliebe aus der Bibel ist "hinter den Kulissen" weniger zu spüren. Dieser Aspekt des Buches ist meiner Meinung nach der Interessanteste.

Zudem leben einige Bischöfe und andere Geistliche in Saus und Braus. In ihrer über die Jahre aufgebauten Arroganz, die vor allem von Bauchpinselungen innerhalb der Kirche herrühren, haben einige Priester vergessen, dass Luxus gegen die biblische Regel von einem Leben in Armut und Demut verstößt. Spätestens seit dem Fall rund um Bischof Tebartz-van Elst
und seinen Prunkbauten dürfte man von dieser scheinheiligen Einstellung mancher hochrangiger Kirchenmitglieder wissen.

Ebenso wenig überraschend wirken eigentlich Bührings Schilderungen vom Doppelleben vieler Priester. Dass die Kirche schon immer eng mit dem geheimen Ausleben von Homosexualität verbunden war, ist hinlänglich bekannt. Da kräht eigentlich kein Hahn mehr nach, aber in Verbindung mit all den Ortschaften, Gotteshäusern und prominenten Bischöfen, die er namentlich erwähnt, wird das Ganze schon etwas pikanter.

Das Thema von Missbrauchfällen schneidet der Autor ab und zu an, insbesondere wenn es um die Darstellung bekanntgewordener Fälle in den Medien geht. Er selbst hat anscheinend nichts dergleichen erlebt, äußert jedoch einige kritische Gedanken zu diesem Thema. Das muss man wohl so hinnehmen, aber wenn uns Bührings Erlebnisse eines lehren, dann doch, den Kopf einzuschalten.

Zuletzt muss ich allerdings zugeben, dass DAS 11. GEBOT nicht wie ein effekthaschender Enthüllungsroman gewirkt hat, was ich anfangs vermutet habe. Vieles war ja im Vorfeld bekannt und der Autor betont nur zu oft, dass er an die Instanz Gott mit den damit verbundenen Wertevorstellungen glaubt und sie sich glücklicherweise so auslegt, wie er es für richtig hält. Der Stoff, den Daniel Bühring abhandelt, ist definitiv harter Tobak, aber im Gesamtbild ergibt sich dadurch doch bloß, dass der eigene Verstand am meisten wert ist. Augenscheinlich bedauert er es, dass die Kirche bei der Suche nach der eigenen Identität nicht die Arme aufhält, er seinen Weg selber finden musste. Mit der Hilfe von Felicia Englmann wurde dem Erlebten noch eine Spur von Lebendigkeit verliehen, sodass es sich sehr gut liest - insgesamt vier Sterne.
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